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Thomas Pany: Libyer wollten Stevens nur helfen

Nach dem blutigen Angriff auf die US-Botschaft in Bengasi, bei dem drei Botschaftsangehörige  und der Botschafter Chris Stevens starben, kommen nun die Relativierer aus ihren Löchern gekrochen, die für die barbarischen Gewaltakte sogar Verständnis aufbringen. Aber es geht natürlich noch irrer. Der Redakteur Thomas Pany vom radikal linken Telepolis zum Beispiel. Seine Version über den Tod von Botschafter Stevens zeigt eine Debiltität auf, die in diesem Fall neue Grenzen setzt.

Auf einem Foto, das mutmaßlich die Leiche von Stevens zeigt und in den Medien Verbreitung fand, sei zu sehen, wie Libyer den Botschafter Stevens retten wollten, nachdem dieser an einer Rauchvergiftung litt.

Pany fragt:

Was zeigt das Foto des getöteten US-Botschafters Christopher Stevens…?

um gleich später selbst die Antwort zu geben:

Die italienische Zeitung (Corriere della Siera) schreibt dagegen in ihrem Begleittext zum Bild (was von den rechten US-Weltanschaungskämpfern unterschlagen wird) davon, dass es sich um einen Rettungsversuch von Libyern handelt.

Wahrscheinlich wollten nette Anwohner den Botschafter nach einem Haushaltsunfall beim Omelett backen, bei dem sich der Botschafter eine Rauchvergiftung zugezogen hatte, ins Krankenhaus bringen. Dass die Version der libyschen Helfer irgendwie nicht stimmen kann, schreibt Pany dann selbst noch, aber ohne es zu merken.

Weiter unten im Text von ihm heißt es:

Laut New York Times wurde der Botschafter gleich nach dem Beginn eines „intensiven vierstündigen Feuergefechts, bei dem es um die Kontrolle über das Konsulat ging, vermisst und erst am frühen Mittwochmorgen wuurde seine Leiche in einem Krankenhaus in Bengasi wiedergefunden.“

Wieso Pany dann zuerst das Märchen vom muslimischen Sankt Martin auftischt, der doch nur helfen wollte, ist wohl nur mit ideologischer Verblendung zu erklären.

In einem anderen Artikel zu dem Thema äußert sich Pany ähnlich diffus. Unter dem Titel „Die schlechtesten jeder Kultur“ schreibt er:

US-Präsident Obama setzt in Libyen auf Drohnen, um „jenen Mördern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen“, die für den Tod des US-Botschafter Stevens, des Informatikers Sean Smith und eines Sicherheitsbeamtern verantwortlich sein sollen. […]
Ob Drohnen das richtige Mittel sind, um den Tod der amerikanischen Botschaftsmitglieder zu rächen? Die Tötungen außerhalb jeder rechtsstaatlichen Norm und jeglichen damit verbundenen Anspruchs schüren das anti-amerikanische Ressentiment weiter; zivile Opfer sind häufig, auch wenn sie nach einer Sprachregelung Obamas nicht mehr so genannt werden. Dazu begibt sich die Regierung in eine Gewaltspirale, aus der extremistische Gegner ihrerseits Rechtfertigungen für weitere Anschläge ziehen.

Soso, die US-Regierung begibt sich in eine Gewaltspirale. Diese begann übrigens am 11. September 2001. Bis dahin war die USA immer sehr islamfreundlich. In Zeiten des kalten Krieges wirkten Bartträger im Kaftan irgendwie harmloser als atomar bewaffnete Kommunisten. Dass sich die USA einen solchen Terrorakt nicht gefallen lassen, zeigt, dass man auf der anderen Seite des Atlantik noch nicht total verkommen ist. Wenn dazu Drohnen eingesetzt werden, ist das auch in Ordnung. Schließlich ging es beim Anschlag am 11. September oder eben auf die US-Botschaft in Bengasi auch nicht gerade rechtsstaatlich zu.

» Kontakt: thomas.pany@unibw.de