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Die Taqiyya-Meister sind die Gefährlichsten

Der in Beirut geborene und in Saudi-Arabien zur Schule gegangene Islamwissenschaftler und „Religionspädagoge“ Mouhanad Khorchide (im Bild rechts neben Aiman Mazyek) bildet seit Herbst 2010 an der Universität Münster islamische Religionslehrer aus. In seinem Artikel „Islam heißt Liebe und nicht Scharia„, der am 10. Oktober im Cicero veröffentlicht wurde, zeichnet er ein so nettes Bild vom Islam, dass einem richtig warm ums Herz werden könnte – wenn man nicht die Wahrheit kennen würde.

(Von Michael Stürzenberger)

Das sind die gefährlichsten Moslems, die den naiven Gutmenschen einen „friedlichen“ Islam vorgaukeln, der von Salafisten, Wahabiten, Fundamentalisten, frauenschlagenden Männern, geisel-enthauptenden Entführern, Steinigern, Händeabhackern, Heerführern, Soldaten, Selbstmordattentätern, Extremisten und Terroristen seit 1400 Jahren nur „falsch interpretiert“ werde. Denn Khorchide ist Islamwissenschaftler, er kennt die islamischen Schriften und weiß genau, wie Mohammed den Islam anlegte und auch lebte.

Khorchide will den Kufar nun allen Ernstes vormachen, Allah wäre ein liebender Gott. Er denkt wahrscheinlich, dass sich keiner die Mühe macht, den Koran zu lesen. Denn dort ist ein zorniger und strafender Rachegott beschrieben, der in einer Tour das Kämpfen und Töten befiehlt. Und so sieht Allah aus, wenn er durch die Taqiyya-Maschine eines muslimischen Rhetorikers gekommen ist:

Der koranische Gott stellt sich uns ganz anders vor. Er stellt sich als der liebende, barmherzige Gott vor, der die Menschen aus seiner bedingungslosen Liebe und Barmherzigkeit erschaffen hat. Ein Gott, der Mitliebende sucht, die bereit sind, seine Intention, Liebe und Barmherzigkeit zu teilen, in ihrem Alltag Wirklichkeit werden zu lassen. Dieser Gott interessiert sich für den Menschen, für seine Vervollkommnung und ihm geht es nicht um ein juristisches Regelwerk, zu dem manche Muslime und Islamkritiker den Islam gemacht haben. Der Koran beschreibt die von Gott angestrebte Gott-Mensch-Beziehung als Liebesbeziehung (Koran Sure 5, Vers 54). Eine aufrichtige Liebesbeziehung gestaltet sich nicht über juristische Kategorien und schon gar nicht über Angst und Drohung.

Da muss wirklich jeder laut lachen, der den Koran kennt. In dem von Khorchide angegebenen Vers 5:54, bei dem im Koran ausnahmsweise einmal das Wort „Liebe“ vorkommt, droht Allah den Moslems, dass er sich ein anderes Volk suchen werde, wenn sie abkehrten vom Islam. Und natürlich geht es auch in diesem Vers ums Kämpfen:

„Oh ihr, die ihr glaubt, wer sich von euch von seinem Glauben abkehrt, wisst, Allah wird bald ein anderes Volk bringen, das Er liebt und das Ihn liebt, das demütig gegen die Gläubigen und hart gegen die Ungläubigen ist; sie werden auf Allahs Weg kämpfen und werden den Vorwurf des Tadelnden nicht fürchten.“

Genau so ist Allah: Befehlend, den Gläubigen seinen Willen aufzwingend, drohend, bestrafend, tötungsanweisend, grausam. Dies stellt Khorchide allen Ernstes in Zweifel:

Diese Vorstellung eines restriktiven Gottes, dem es nur um sich selbst geht, unterscheidet sich kaum von der Vorstellung eines restriktiven Diktators, dem es nicht um die Interessen seines Volkes geht, sondern um die Unterwerfung der Menschen unter seinen Willen.

Das Leben des Moslems ist in allen Einzelheiten geregelt. Die Scharia ist ein umfassendes Regelwerk, das der islamische Gelehrte Ahmad Ibn Naqib Al-Misri im 14. Jahrhundert in seinem Werk „The reliance of the traveller“ auf 336 Seiten beschrieb. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Kairo ins Englische übersetzt. Al-Misri trug hierbei alle Anweisungen aus dem Koran und der Sunna zusammen. In allen 57 islamischen Ländern kommt die Scharia als Gesetzeswerk in unterschiedlichem Umfang zur Anwendung. Und das behauptet Mouhanad Khorchide entgegen aller Fakten:

Wenn unter der „Scharia“ ein juristisches System verstanden wird, das alle Lebensbereiche erfassen und genau vorschreiben soll, in welcher Situation was zu tun ist, dann steht das in klarem Widerspruch zum Islam. Wieso eigentlich? Weil es nicht Aufgabe von Religionen, auch nicht des Islam, ist, Gesetze zu erlassen. Das eigentliche Anliegen des Islam ist, dass der Mensch sich vervollkommnet, um die Gemeinschaft Gottes zu erlangen.

Dieser dreiste Flunkerer hat das Buch „Islam ist Barmherzigkeit“ geschrieben, das er auch auf der Frankfurter Buchmesse und bei diversen Kirchenveranstaltungen vorstellen durfte. Khorchide passt sehr gut zu Aiman Mazyek auf unserem Titelfoto, denn der lügt genauso. In einer TV-Talksow von Phoenix erzählte jener kürzlich, Mohammed hätte auf Kritiker immer mit „schönen Ermahnungen“ reagiert. Dass der Mazyek bei solch dreisten Falschbehauptungen nicht rot wird! In der Sunna ist man regelrecht stolz auf den starken und kämpfenden Propheten, der seine Kritiker knallhart töten ließ.

Die Zeit, die vom Buch Khorchides offensichtlich begeistert ist, veröffentlichte einen Tag nach dem Cicero-Artikel ein Interview mit ihm („Gott ist kein Diktator„). Was er dort von sich gibt, ist ebenfalls völlig hanebüchen und erinnert stark an die Märchen aus 1001er Nacht:

Da ich den Propheten Mohammed im Video nicht wiedererkannt habe, habe ich mich als Muslim nicht angesprochen gefühlt.

Lüge. Er kennt die Biographie des Propheten und weiß, dass Vieles in dem Mohammed-Film auf historischen Fakten beruht.

Bei solchen Anlässen entlädt sich bei Muslimen eine aufgestaute Wut. Das Video ist nicht die Ursache der Aufregung, nur der Anlass. Das islamische kollektive Gedächtnis ist noch von Kreuzzügen, der Kolonialzeit und der als Ungerechtigkeit im Nahen Osten empfundenen Politik geprägt, den Kriegen im Irak und in Afghanistan.

Hochgradige Vernebelungstaktik! Khorchide versucht ein schlechtes Gewissen bei den Kufar zu erzeugen, indem er die Kreuzzüge, die Kolonialkriege und die scheinbar ungerechte Nahost-Politik als Motive für die Wut der Moslems darstellt, um den wahren Grund für die gewalttätigen Ausschreitungen – die knallharten Anweisungen des Korans und der Sunna – zu verschleiern.

Warum beginnen 113 von 114 Suren mit der Formel »Im Namen Gottes des Allbarmherzigen, des Allerbarmers«? Das muss doch einen Grund haben. Der koranische Gott stellt sich als liebender Gott vor. Deshalb ist die Beziehung zwischen Gott und Mensch eine Liebesbeziehung, ähnlich wie die zwischen einer Mutter und ihrem Kind. Ich möchte, dass sich die Muslime befreien von dem Bild eines archaischen Gottes, das einem in vielen Moscheen, im Religionsunterricht oder während der theologischen Ausbildung suggeriert wird.

Solange der Koran nicht verändert wird, werden sich auch Moslems nicht verändern. 27 unmissverständliche Tötungsbefehle sowie 187 mal die Verwendung des Wortes „Töten“ sind eindeutig. 80% des Korans geht um die „Ungläubigen“, ihre Verurteilung, Bekämpfung, Unterwerfung, Verdammung und Tötung. Solange Khorchide dies zu leugnen versucht, ist er nichts weiter als ein dreister Täuscher.

Gott ist ein Gott der Barmherzigkeit, der Islam eine Religion der Barmherzigkeit. Jede andere Lesart des Islams ist nicht der Islam.

Jeder Christ sollte sich dagegen wehren, dass Khorchide den Begriff Gott für seinen Allah verwendet. Es kann keinen größeren Unterschied zwischen dem die Nächsten- und sogar Feindesliebe predigenden christlichen Gott und dem tötungsbefehlenden Allah geben. Der Islam ist eine Religion der Unterwerfung, des immerwährenden Kampfes und der Diffamierung aller Andersgläubigen.

Mit diesem barmherzigen Gott kann ich mich besser identifizieren. Aber auch bei den als konservativ geltenden Verbänden – obwohl die eigentlich durchaus heterogen sind – stoße ich auf Verständnis, auch wenn es Vorbehalte gibt. Ich versuche ja alles theologisch zu begründen, aus dem Islam heraus. Ich argumentiere mit dem Koran. Auf den 220 Seiten meines Buches verweise ich auf 400 Koranstellen.

Barmherzigkeit gewährt Allah ausschließlich den Moslems. Gegenüber den Ungläubigen fordert er hingegen kompromisslose Härte. Jede einzelne dieser 400 Koranstellen wird man in seine Einzelteile zerlegen können, wie auch den Vers 5:54, den er in seinem Cicero-Artikel verfälschend darstellte. Zumal die vorsichtigen Koranverse, die er in seiner Anfangszeit in Mekka formulierte, durch die späteren Gewaltverse aus Medina, als er Macht hatte, abrogiert sind.

Der Koran ist im Hocharabisch des 7. Jahrhunderts verfasst. Nichtaraber verstehen den Koran deshalb nur sehr schwer. Wenn Araber ihn lesen, verstehen sie vielleicht 40 Prozent – was die Sprache anbelangt. Noch größere Schwierigkeiten gibt es, wenn es darum geht, die Verse theologisch zu verorten.

Wenn Mouhanad Khorchide ehrlich wäre, würde er zugeben, dass der Islam im 7. Jahrhundert extrem brutal, aggressiv und kriegerisch angelegt wurde. Wäre er ein wirklicher Modernisierer, würde er sagen, dass all die Gewalt- und Tötungsbefehle heutzutage nicht mehr gelten dürfen. Aber er schwindelt und faselt etwas von „falscher Interpretation“.

Dieser gebürtige Libanese hat sein Studium der Islamwissenschaften in Beirut absolviert. Er ist meines Erachtens zu Propagandazwecken ausgebildet und hergeschickt worden, um die Islamisierung zu unterstützen. Die klare Strategie solcher Taqiyya-Spezialisten ist es, die ungläubige Gesellschaft mit dem Märchen vom „friedlichen Islam“ einzulullen, bis Moslems in Mehrheitspositionen sind und dann der wahre Islam an die Macht kommen kann. Sie sind viel gefährlicher als die Salafisten, die ehrlich zugeben, wie der Islam ist und was er von ihnen fordert. Noch besser ist es, wenn sie das auch noch offen ausleben, damit den gutgläubigen Gutmenschen die Augen geöffnet werden.