Es paßt zum letzten Artikel über Totalitarismus. Der nun hundertjährige Erwin Jöris beteiligte sich an politischen Straßenkämpfen der Weimarer Republik, kam in Gestapo-Haft und ins KZ, war im berüchtigten Moskauer „Hotel Lux“  und in Untersuchungshaft beim sowjetischen Geheimdienst NKWD. Von Stalin an Hitler ausgeliefert, saß er wieder bei der Gestapo ein, wurde zur „Bewährung“ an der Front entlassen und überstand fünf Jahre Krieg, darunter vier Jahre Ostfront. In der „Schlacht um Berlin“ geriet er in Gefangenschaft, aus der er 1946 in die Sowjetische Besatzungszone entlassen wurde. Dort wurde er erneut festgenommen und zu 25 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. 1956 kehrte er mit den letzten deutschen Kriegsgefangenen heim nach Deutschland, diesmal nach Köln. (Lesen Sie diese einmalige Geschichte in der WELT!)

image_pdfimage_print
Anzeige: Wandere aus, solange es noch geht - Finca Bayano, Panama.
Jetzt den PI-NEWS-Telegram Kanal abonnieren!

17 KOMMENTARE

  1. Mitleid kann ich mit solchen Leuten nicht haben.
    Wer nach diesen Erfahrungen immer noch an irgendwelche Hirngespinste von sozialistischen Menschenzoos glaubt, dem ist nicht zu helfen.
    Solche Leute sollen von mir aus ein ihrer Zelle, in welchem System auch immer, alt und grau werden.

  2. Tolle Geschichte, Respekt.
    Nun gut aufpassen, in Köln nicht an islamkritischen Vorträgen teilnehmen (diese selbstverständlich auf dem Boden des Grundgesetzes und der Wahrheit), sonst gibt es noch fünf Jahre Haft in der Bunten Republik wegen „Volksverhetzung“.
    Könnte passieren.

  3. #1 Das_Sanfte_Lamm
    „Mitleid kann ich mit solchen Leuten nicht haben.“
    Was ist denn dein Problem? Hat der Mann dir persönlich irgend etwas angetan?
    Im übrigen geht es doch wohl nicht um „Mitleid“ sondern darum, von den Erfahrungen dieses Menschen zu profitieren…

  4. #4 holgerdanske (07. Okt 2012 18:53)

    Nein, ich bin nur immer wieder erstaunt, dass es Leute gibt, die trotzdem sie in die hässliche Fratze von totalitären Systemen blickten,
    immer noch an ihren sozialistischen Ideen festhalten.
    In der Welt gab es auch einen Artikel über einen Kommunisten, der ähnlich lange in den Gulags verbrachte und freiwillig in die DDR zurückkehrte und dort wieder in die Zelle wanderte.

  5. #5 Das_Sanfte_Lamm (07. Okt 2012 18:58)

    #4 holgerdanske (07. Okt 2012 18:53)

    Nein, ich bin nur immer wieder erstaunt, dass es Leute gibt, die trotzdem sie in die hässliche Fratze von totalitären Systemen blickten,
    ——————-

    Hier steh ich nun und kann nicht anders…

    Menschen die ob ihrer Überzeugung in den Knast wandern(und schlimmeres) sterben aus!, in einer Welt des Materialismus, wo man die Fahne in den Wind hängt,oder aus der Anonymität wettert.

    Egal welche Überzeugung sie haben!
    Ich habe in der DDR Kommunisten kennen gelernt vor denen ich heute noch den Hut ziehen würde, einer davon war ein Herr Salomon ,er hat sich spaeter(76) das Leben genommen, es waren Idealisten ,menschliche Idealisten ,aber es waren gute Menschen .Mein Vater,von1946-50 in Sachsenhausen(kein Kommunist) hat mir auch von diesen „enttäuschten Kommunisten“! berichtet ,welche dort elendlich verreckt sind.

    (nebenbei bemerkt:
    Kommunisten sind Atheisten ,sie hatten nie die Hoffnung auf 72 Jungfrauen und ähnliches. )

  6. Uuh es stand in der Welt, jetzt 2012, ich bin erschütert.
    Oder doch nicht? 1998 erschien hier das „Schwarzbuch des Kommunismus“ und einige Zeit später sogar ein zweiter Teil, also vor 14 Jahren!!!!!
    Und dort konnte man schon über solche Schiksale nach lesen und noch mehr über den roten Terror auf der Welt.
    Oder ist das besondere jetzt das es in der Welt steht. Die Verbrechen der Roten liegen seit langem offen und sind für jeden der wirklich selbstständig denken will auch zu finden, ich kann niemanden verstehen der sich als Links einstuft und damit der Ideologie verpflichtet für deren Ideen im letzten Jahrhundert die meisten Menschen ermordet wurden.

  7. @ Das_Sanfte_Lamm:

    Ich glaube nicht, dass Sie diesem Mann auch nur annähernd das Wasser reichen können. Das ist ein Mann, der zu seinen Überzeugungen stand (in einer Zeit, da diese Überzeugungen noch nicht dermaßen durch die Praxis desavouiert waren wie heute), dies jedoch weder fanatisch noch unkritisch – weit gefehlt: als das genaue Gegenteil eines Opportunisten ist er trotz der persönlichen Gefahren immer wieder aufgestanden, wenn seine (erst aus heutiger Sicht fehlgeleiteten) Ideale verraten wurden, womit er viel Mut und einen guten „moralischen Kompass“ bewies.
    Vorgestern wurde er hundert … während vermutlich alle, die ihm „die Nase zufrieren lassen“ wollten (und das waren im Laufe der ersten fünfzig Jahre seines langen Lebens nicht eben wenige) wahrscheinlich längst im Grab liegen. Glückwunsch!

  8. Ich hab mal einem Patienten eine Beckenarterie repariert, der 44 oder 45 den Russen mit drei Mann seines Zuges vom Zug gesprungen ist und über neun Monat Nachtmärsche hinhelegt hat um in die Heimat zu kommen. Unter Beschuss und allem.
    Er hat das geschafft, wir werden das schaffen.

    Er hat das für seine Heimat gemacht. Wir muessen es für unsere Heimat schaffen.

    Wo hat Nurat seine Heimat? Beim Jobcenter.

    Wir sind wir und wir sind hier

  9. Jemand wie Jöris kann eine Dokumentation wie The Soviet Story in all ihren Scheußlichkeiten nachvollziehen. Dort wird u. a. über den Wissensaustausch zwischen Sowjetunion und NS-Reich in puncto Umgang mit politischen Häftlingen berichtet. Beide Totalitarismen waren aus demselben sozialistischen Holz geschnitzt. Vera Lengsfeld erwähnt beispielsweise aus Jöris‘ Biographie den Umstand, daß seine KPD-Genossen aus Tagen der Weimarer Republik ab 1933 ganz schnell auf NSDAP-Mitgliedschaft umgeschaltet hatten. Ab 1945 lief es von NSDAP- in Richtung KPD-/SED-Parteibuch.

  10. im Hotel Lux durfte nur das allerverkommenste kommunistische Pack, wie Ulbricht, Pieck und eben Jöris hausen, dessen primitive proletarische Schlägerfresse, die niederste Herkunft entlarvt und zugleich bereits Bände über seine Gesinnung aussagt. Ansonsten kann man bei #1 Das_Sanfte_Lamm weiterlesen. Kein Mitleid mit solchen Leuten!

  11. # 11 Bonn

    Immer diese Legendenbildung . Man kann Antikommunist sein , muß jedoch bestimmte Fakten nicht leugnen . Es waren die bürgerlichen Parteien , die mit der Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz versagten . Einige von denen waren dann auch ganz schnell in der NSDAP . Nach 1945 waren sie dann ganz schnell wieder in den neugegründeten Parteien . Im Bundestag und den Landtagen hätten die alten Parteigenossen eigene Fraktionen bilden können . Sie sehen die Geschichte sehr einseitig , wenn sie nur die Opportunisten und Karrieristen der einen Seite sehen und die auf der anderen Seite verschweigen .

  12. Ich hatte bei welt.de schon meinen Senf gegeben: Was ihm in seiner Sammlung noch fehlt, ist ein Haftbefehl von Merkel. Bekommt er zum Hundertsten von der Bundeskanzlerin geschenkt!

  13. @ pellworm

    Für jemanden, der von der NSDAP zur KPD/SED wechselte, war der Bruch viel geringer als für Wechsler von der NSDAP zu einer demokratischen Partei. Das System aus dem Dritten Reich wurde in der „DDR“ fortgeführt: KL für politische Gegner wurden zeitweise weiterbetrieben, aus der Gestapo wurde die Stasi, aus der HJ die FDJ usw. usf. Lengsfeld weist auch auf den Umstand hin, daß ab 1945 gerade die KPD/SED eifrig als erstes darum bemüht gewesen ist, Ex-NSDAPler für ihre Sache zu begeistern. Die anderen Parteien fingen erst später mit der Öffnung für Alt-Nationalsozialisten an.

    @ lechtsrinks

    Jöris ist doch für sein Leben lang von sozialistischen Experimenten an der Menschheit geheilt worden. Er durfte doch am eigenen Leib erfahren, wie seine einstigen KP-Genossen wie auch die NSDAPler die größten Lügenbolde von allen gewesen sind.

Comments are closed.