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Tagung in Bonn: „Junge Muslime in Gefahr“

Am 3. November 2012 fand im Gustav-Stresemann-Institut eine Tagung zum Thema „Junge Muslime in Gefahr“ statt. Das klang vielversprechend, hatte ich doch bisher immer gedacht, dass eher Nicht-Muslime die Opfer der Korangläubigen seien. Der zugehörige Kurztext: „Es soll niemand angeprangert werden, es ist keine Diskussion über den Islam, vielmehr soll eine sachliche Auseinandersetzung stattfinden“ steigerte das Interesse. Schließlich war mir bis dahin nicht bekannt, dass eine Diskussion nur dann sachlich sein kann, wenn die Nennung der Ursachen strikt unterbleibt.

(Von Werner P.)

Der Beginn der Tagung (mit Deutsch/Englischen Dolmetschern), an der rund 90 Bürger teilnahmen, erfüllte gleich alle Erwartungen. Bernhardt („Felix“) von Grünberg, Landtagsabgeordneter der SPD, erklärte offenherzig, dass er kein Islamexperte sei, dass ihn aber die Salafisten ein wenig an die 68er erinnerten, eine im Grunde gute Bewegung, die dann ausartete, und auf die später ein „katastrophaler Rechtsruck“ folgte. Daher sei es höchste Zeit, die Muslime besser zu integrieren, Islamunterricht an den Schulen anzubieten und Imamen einen dauerhafteren Aufenthalt in Deutschland zu gewähren. Der Islam sei nun mal ein Bestandteil Deutschlands, und Muslime sollten sich auf keinen Fall ausgegrenzt fühlen.

Dann wurde der Salafismus ins Zentrum der Diskussion gerückt – und die Suche nach Wegen zu einem moderaten, liberalen Islam. Also doch! Auch der Islam konnte thematisiert werden. Natürlich nur nach dem Schema „Salafisten sind schlecht“, aber „Islam ist gut“. Nachdem Pro NRW dankenswerterweise aufgedeckt hat, dass nicht alles im Islam gut ist, ist das die zweite Verteidigungslinie der politisch korrekten PK-ler. Besonders eindrucksvoll waren die Auftritte von Rashid Ali und Muhammed Manwar Ali (Foto oben), beides kampferprobte Islamisten aus Britannien, die ihren durchaus nicht gewaltlosen Werdegang beschrieben und sich davon sehr überzeugend distanzierten.

Es folgten vier parallele Workshops, im Wesentlichen zu Themen der Prävention, die hinterher von den Referenten zusammengefasst wurden. Eine der vier, eine hübsche Studentin der Geisteswissenschaften, vergaß dabei nicht, auf das große Gewaltpotential der PRO-Partei hinzuweisen, nachdem sie schon vorher Sarrazin als rassistisch gegeißelt hatte. Richtig zum Fürchten!

Zu guter letzt fand noch eine Podiumsdiskussion mit vier Muslimen statt, die sich weitgehend uneinig waren. Auf der einen Seite die offenbar gemäßigten Vorzeigemuslime Dr. Marwan Abou-Taam (Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz) und Wael El-Gayar (Ministerium für Arbeit, Soziales/NRW), auf der anderen (im wesentlichen) Haluk Yildiz (Vorsitzender der BIG Partei), der schon beim Antritt mit vereinzelten Buhrufen begrüßt wurde. Yildiz hält den Salafismus für ein gesamtgesellschaftliches Problem, das nicht auf die Muslime zu schieben sei. Überall, etwa beim Schwimmunterricht, gebe es Diskriminierung. Und selbstverständlich sollen im Rat der Muslime in Bonn auch Islamisten partizipieren. Die Buhrufe schwollen langsam an. Als er dann noch einen offenbar besonders widerborstigen Zuhörer einfach so zum Pro-NRW-Mitglied machte, kam für kurze Zeit sogar richtig Stimmung auf!

Am Rande ist zu vermerken, dass mehrheitlich deutsche „Gutmenschen“ und Vertreter der islamischen Verbände an der Tagung teilnahmen. Etliche der markantesten Islamgegner waren interessanter Weise nicht Deutsche, sondern Migranten, die offenbar nicht ruhig mit ansehen können, wie hier allmählich dieselben Probleme, die sie schon in ihrer Heimat hatten, auf sie zuzukommen drohen. Das lässt hoffen …