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Muslimische Ärzte in deutschen Krankenhäusern

Als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache in einer Kölner Sprachschule habe ich Erfahrungen mit über fünfzig Medizinern aus arabischen Ländern machen können. Zum Hintergrund: In Deutschland herrscht Ärztemangel, vor allem in den Krankenhäusern. Immer mehr hochqualifizierte Ärzte wandern ins zumeist angelsächsische Ausland ab, wo Gehälter und Arbeitsbedingungen deutlich besser sind. Um dem Ärztemangel abzuhelfen, werden nach Angaben des Deutschlandradios bei Assistenzärzten zu mehr als fünfzig Prozent Mediziner mit ausländischem Doktortitel eingesetzt. Darunter sind auch erstaunlich viele aus arabischen Ländern wie Libyen, Syrien oder Saudi-Arabien.

(Von Germanizer)

So kommen in der Sprachschule, an der ich unterrichte, sogar mehr als drei Viertel aller deutschlernenden Mediziner aus dem arabischsprachigen Raum. Viele regionale Zeitungen haben bereits über die Probleme berichtet, die bei der misslungenen Kommunikation zwischen Einheimischen und völlig unzureichend deutsch sprechenden ausländischen Assistenzärzten entstehen. Und sehr oft bekommt ein deutschsprachiger Patient den deutschen Arzt nie zu Gesicht, sondern ihm wird der ausländische Assistenzarzt als alleiniger Ansprechpartner zugewiesen. Es bedarf keiner großen Vorstellungskraft, dass auf diese Weise gesundheitsschädliche Missverständnisse vorprogrammiert sind.

Neben einer fachlichen „Gleichwertigkeitsprüfung“ bei der Ärztekammer müssen Deutschkenntnisse auf Mittelstufenniveau (B2 nach der EU-Norm für Sprachlevels) vorliegen, damit ein ausländischer Arzt in Deutschland tätig werden darf. Wie penibel und gewissenhaft die „Gleichwertigkeitsprüfung“ ausfällt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber als Deutschlehrer weiß ich nur zu gut, dass ein B2-Niveau bei weitem nicht ausreicht, um eine weitgehend erfolgreiche Kommunikation im Allgemeinen, geschweige denn eine sichere Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu gewährleisten, bei der es auch um Leben oder Tod gehen kann.

Was mir aber noch viel mehr Sorgen macht, ist der prekäre Zustand der Fähigkeit zum kritischen Denken, der Rezeption von Kritik, des Einfühlungsvermögens, des analytischen Denkens und der Allgemeinbildung bei den allermeisten mir aus meinen Deutschkursen bekannten muslimisch-arabischen Ärzte. Aus den ebengenannten Fähigkeiten bzw. deren Fehlen lassen sich meines Erachtens durchaus Rückschlüsse auf die ärztliche Qualifikation ziehen. Ich nenne ein paar Beispiele (mit geänderten Namen), die repräsentativ für die Mehrheit der von mir unterrichteten arabischen Ärzte sind:

Abdulhamid (29), Kinderarzt aus Libyen, beantwortete mir die Frage, was denn wäre, wenn moderne medizinische Errungenschaften im Widerspruch zum Islam stünden, etwa alkoholhaltige Medikamente. Er meinte, dass für ihn der Koran das Maß aller Dinge sei und dass er sich weigern würde, Medikamente oder Therapien anzuwenden, die vom Koran nicht eindeutig erlaubt seien. Abdallah (32), angehender Anästhesist aus Saudi-Arabien, ist davon überzeugt, dass es wissenschaftlich bewiesen sei, dass auch der geringste Tropfen Alkohol sowie Schweinefleisch absolut gesundheitsschädlich seien und alle möglichen Krankheiten von Krebs bis hin zur „Homosexualität“ verursachen würden. Und das würde ja auch im Koran stehen, was wieder mal ein Beweis dafür sei, dass jegliche moderne Wissenschaft schon im Koran angelegt sei und koranwidrige Forschungen daher obsolet seien und sich von selbst verböten. Der aus Gaza stammende Younis, mit 24 Jahren an einer ägyptischen Universität schon zum Allgemeinmediziner avanciert, sprach sich bei einer Diskussion über Evolution und Kreationismus vehement dafür aus, dass es endgültig bewiesen sei, dass Gott mit Adam den ersten Menschen geschaffen habe und dass die Evolutionslehre des „Juden Darwin“ wissenschaftlich widerlegt sei. Überhaupt weigerte er sich, neben einem Mitschüler aus Israel Platz zu nehmen. Alle drei kamen übrigens freitags nie zum Unterricht, da sie dann in die Moschee mussten. Und alle drei reagierten stets sehr dünnhäutig auf Korrekturen im Deutschunterricht, was Aussprache, Grammatik, Leseverstehen oder Hörverstehen anging. Hassan (32) aus Abu Dhabi kam zwar freitags zum Unterricht, doch auch er versuchte nicht mal ansatzweise, sich zu akkulturieren: Kaum eine Mitschülerin und auch keine Lehrerin war vor seinen Einladungen zum Kaffee sicher, und ein einfaches Nein konnte er meistens nicht akzeptieren. Er wisse nämlich, dass westliche Frauen prinzipiell mit jedem Mann schlafen wollten und dass sie sich nur bei Orientalen aus rassistischen Gründen gelegentlich verweigern würden. Auch eine Unterrichtseinheit „Flirtverhalten in Deutschland“ vermochte an dieser Einstellung nicht zu rütteln. Beim Thema „deutsche Geschichte“ gab er zum Besten, dass Hitler Deutschland wiedervereinigt habe und zwar gegen den Widerstand Israels, dass Ostdeutschland zu seinem Interessengebiet gezählt habe, und daher sei man in Israel schlecht auf Hitler zu sprechen. Einen Korrekturversuch seitens einer chinesischen Mitschülerin tat er mit dem Hinweis ab, so habe er es schließlich zuhause in der Schule gelernt, und er als Araber verstünde sowieso viel mehr von Europa als jemand aus China.

Die Krönung aller Erlebnisse mit muslimischen Schülern war allerdings der Schönheitschirurg Mahmud aus Saudi-Arabien. Wie die meisten Saudis war er Stipendiat der saudischen Botschaft und mit einer Apanage von monatlich 1800 Euro zuzüglich Sprachkurs- und Krankenversicherungskosten ausgestattet. Pro mitgebrachter Frau und Kind wird das Stipendium noch mal um ca. 200 bis 300 Euro aufgestockt. Genug Geld für unseren Schönheitschirurgen, um fleißig wahhabitische Broschüren unter seinen Mitschülern zu verteilen. Als dies vom Schulleiter untersagt wurde, meinte er achselzuckend, dass Deutschland sowieso bald muslimisch werde, da es das Gesetz Allahs sei, dass der Islam sich weltweit durchsetzen werde. Als eine serbische Mitschülerin ihn mal fragte, warum es angesichts der Vollverschleierung in Saudi-Arabien überhaupt einen Markt für plastische Chirurgie gebe, erzählte er freimütig, dass er daheim hauptsächlich mit gerichtlichen Amputationen und anschließender Stumpfverschönerung beschäftigt gewesen sei.

Abschließend möchte ich feststellen, dass es natürlich auch immer wieder Ausnahmen von der Regel gibt. Selbstverständlich gibt es kritische, gut gebildete und mit einem natürlichen Moralbewusstsein ausgestattete Araber mit muslimischem Hintergrund, die in Deutschland einen wunderbaren Arzt abgeben würden. Aber meiner Erfahrung nach gehört bei einem in den entscheidenden Lebensjahren muslimisch akkulturierten Menschen ein weit überdurchschnittliches Maß an Unabhängigkeit, Mut, Selbstbewusstsein, Überwindung und Intelligenz dazu, wenn man sich von dieser schweren geistigen Last befreien möchte. Ich empfehle daher, dass die Verantwortlichen für die „Gleichwertigkeitsprüfung“ bei der Ärztekammer sich folgende Fragen stellen:

1) Wie würde ein gläubiger muslimischer Arzt entscheiden, wenn das Leben eines Patienten von einer Behandlung abhängt, die nicht mit dem Islam vereinbar ist?
2) Wie würde ein korantreuer muslimischer Arzt entscheiden, wenn es zum Beispiel darum geht, ob das einzig verfügbare Spenderorgan einem Muslim oder einem Christen (laut Koran „Affen und Schweine“) zugeschanzt wird?
3) Wie würde der muslimische Arzt sich bei der Behandlung einer nicht-muslimischen Frau, eines Homosexuellen oder eines gläubigen Christen, Juden oder eines Atheisten verhalten?
4) Würde der muslimisch akkulturierte Arzt offen zugeben, wenn er bei der Anamnese oder bei der Kommunikation mit seinen Kollegen etwas aufgrund mangelhafter Deutschkenntnisse nicht verstanden hat, oder würde ein solches Zugeständnis sein Ehrgefühl beleidigen?

Ich mache noch mal darauf aufmerksam, dass die von mir weiter oben aufgeführten ehemaligen Deutsch-Schüler von mir bis auf den Vornamen authentisch sind. Ich habe sie deswegen als Beispiele ausgewählt, da ich weiß, dass alle von ihnen mittlerweile ihre Berufserlaubnis als Arzt erhalten haben und in Deutschland praktizieren dürfen.

» Az-online (12.06.10): Wenn der Klinkdoktor kein Deutsch spricht
» Berlin maximal (06/2012): Ärzte mit Grenzen
» Deutschlandradio (06.11.12): Klinikdirektoren warnen
» Deutsche Approbation für ausländische Ärzte