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Aachens Närrische Garde: Kein Schweinefleisch

Irgendwann werden wir vermutlich in Deutschland alle noch zum Islam konvertieren, damit sich die muslimischen Einwanderer bei uns richtig wohl fühlen. Zumindest ist das der Eindruck, wenn man dieser Tage die Bestandsaufnahme der Aachener Zeitung zum Thema Karneval und Migration liest.

Der Beitrag ist voll von Gejammere darüber, dass die 52 Aachener Karnevalsvereine mit ihren 4000 Mitgliedern eine ethnisch weitgehend deutsche Angelegenheit sind. Dabei müssten bei einem Einwandereranteil von einem Drittel in der alten Kaiserpfalz ja derer 1333 aktiv sein, wenn in den letzten Jahrzehnten tatsächlich so etwas wie Integration stattgefunden hätte. Tatsächlich sind es aber wohl eher ein paar Dutzend.

Und das, wo doch das „Narrischsein“ eine absolut internationale Angelegenheit und keineswegs eine deutsche ist, wie der Präsident des Fest-Ausschusses Aachener Karneval, Wilm Lürken, hervorhebt.

Ja, es gibt Brückenbauer, auch zum mohammedanischen Lager, wie den Geschäftsführer der deutsch-türkischen Gesellschaft, Reiner Bertrand. Doch auch der muss einräumen, dass beim Karneval immer noch zwei Kulturen aufeinander treffen, „die sich in dieser Hinsicht noch nicht angenähert haben“. Die türkische Szene interessiert auch kein bisschen, dass dieses Jahr der Grüne Cem Özdemir in Aachen zum 63. Ordensritter wider den tierischen Ernst geschlagen wurde. Immerhin der erste mit Migrationshintergrund.

Erfolgsversprechender aus Sicht der oberschlauen Jecken scheint der Ansatz, die Kinder für den Karneval zu begeistern. Manchmal ziehen dann auch die Eltern mit. Aber es bleibt – so müssen sie einräumen – das Hindernis Alkohol, der zumindest offiziell in muslimischen Familien keine Rolle spielen darf. Vielleicht wittern da welche falsche Freunde, die nur auf der Suche nach freiwilligen Fahrern für die diversen Karnevalstouren sind? Dieser Verdacht wird sich wohl nur ausräumen lassen, indem man den Karneval kurzerhand „trocken legt“, wie es vielleicht mancher Gutmensch mit doppelplusguten Absichten schon im Schilde führt.

Grotesk mutet darüber hinaus das Programm außerhalb der Fünften Jahreszeit an, mit der die Vereine den Zusammenhalt pflegen: Die Närrische Garde verzichtet inzwischen schon bei den diversen Grillfesten auf Schweinefleisch, um die Muslime anzulocken bzw. nicht zu vergraulen. Wahrscheinlich werden sie irgendwann auch noch Vereins-Gebetsteppiche mit zu den Ausflügen nehmen.

Selbst wenn Karnevalisten durch den Bevölkerungsaustausch in vielen Aachener Stadtvierteln einräumen, dass es vielerorts bei den Umzügen am Straßenrand ohne die Einwanderer recht leer aussehen würde: Ist das noch Karneval, wenn kopftuchbewehrte Orientalinnen, von ihren bemesserten Brüdern streng bewacht, voyeuristisch den Einheimischen-Budenzauber beglotzen?

Da könnte man doch gerade so gut versuchen, seine Karnevalsveranstaltungen in einem Nonnenkloster oder bei den Anonymen Alkoholikern zu organisieren. Zuerst stirbt das Volk, dann unweigerlich auch dessen Kultur. Bei den Gutmenschen kann sich die Reihenfolge sogar umkehren!