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Kirchweyhe, 16.3. – Deutschlandfahne verboten

Zwei Nächte schlecht geschlafen und wenn mich tagsüber die konzentrierte Arbeit nicht ablenkte, unruhig hin- und her gelaufen, immer wieder gingen mir die Nachrichten-Kommentare zu dem Mord an Daniel S. durch den Kopf. Es ist ja nicht das erste Mal, dass man von Gewaltverbrechen ausländischer Täter an Deutschen gehört hat, aber diese unfassbare Brutalität und das klare Motiv Deutschenhass brachte das Fass zum überlaufen, das Maß war voll und der Krug zerbrochen.

(Ein Erlebnisbericht von Altsachse)

Wut, Tatendrang und Lähmung – man kann doch so oder so nichts ausrichten, wechselten einander ab. Was kann man tun? Nach Kirchweyhe fahren, Gesicht zeigen! Ok, eine Mitteilung bei PI veröffentlicht: „Ich fahre nach Kirchweyhe, habe noch Plätze frei.“ Keine Reaktion, bis auf eine Antwort, es gäbe gute Verkehrsanbindungen. Mein Entschluss stand fest: ich fahre, allein. Meiner Frau habe ich nichts gesagt, die hätte versucht, mich davon abzubringen.

Handy, Fotoapparat und Deutschlandfahne eingepackt. Bis nach Kirchweyhe sind es ca. 180km, erst durch die Ravensberger Mulde, meine Heimat, dann auf der A1 durch die Norddeutsche Tiefebene. Flaches weites Land, die Felder graubraun mit Schneeresten, vereinzelte rote Häuser, Gehöfte. Hier wohnen doch Menschen, die bodenständig fest mit ihrer Heimat verwurzelt sind – wie können die eine solche Tat ohne Protest und Widerstand hinnehmen? Wie heißt es doch bei den Niedersachsen: sturmerprobt und erdverwaschen. Angesichts der Realität kann das Niedersachsenlied nur ein Karnevalskalauer sein.

Hat hier die Presse von dem Mord berichtet, oder nur desinformiert, verschleiert wie die Regionalpresse in Ostwestfalen, nach tagelangem Schweigen?

Ortseingang Kirchweyhe, eine Polizeikontrolle. Ein großer Polizist gibt Zeichen zum langsam fahren, beugt sich vor und schaut in das Wageninnere, er winkt, ich kann weiterfahren. Der Bürgermeister hat ja alle Trauerveranstaltungen wegen den „Rechten“, die den Tod von Daniel instrumentalisieren würden, verboten.

14:15 Uhr Ankunft am Marktplatz von Kirchweyhe, menschenleer, trostlos und deprimierend, ein Zentrum, in den 80er- und 90er-Jahren gebaut, ohne Gesicht und Charakter. Parke den Wagen, lasse aber die Deutschlandfahne zurück, erst mal die Lage sondieren. Frage eine Frau nach einem Blumenladen und dem Bahnhof. Einen Blumenladen wüsste sie nicht, kommt nicht von hier, zum Bahnhof gehts um die Ecke. Blumen wären nicht wichtig, Hauptsache man nimmt teil, meinte sie.

Auf dem Bahnhofsvorplatz stehen ca. 150-200 Menschen in kleinen Gruppen. Ich gehe in den Bahnhof, zum Kiosk und bestelle eine Flasche Wasser. Die Tür geht auf und eine Gruppe Südländer tritt ein. Sofort verschwindet die Bedienung in den hinteren Raum und kommt mit einem Mann, wahrscheinlich der Inhaber/Pächter wieder. Dieser sagt zu einem der Südländer, dass er wegen Hausverbot die Lokalität zu verlassen hat, der Südländer ging hinaus. Auf Nachfrage bei der Bedienung, was denn vorgefallen wäre, hob die Angestellte beide Arme und sagte: ganz, ganz übler Ärger.

kirchweyhe_moslems

Wieder draußen auf dem Bahnhofsplatz näherte ich mich dieser Gruppe von ca. zehn Südländern, ein Blick in ihre Gesichter zeigte mir Kälte und Aggressivität. Ich war mir sicher, dass in dieser Gruppe ein Teil der Türkenschläger waren, die Daniel getötet haben. Wie entsetzlich für die Familie und Freunde Daniels, wie gleichgültig mir die anwesenden Deutschen erschienen. Es kann ihnen doch nicht entgangen sein, dass hier ein Teil der Todtreter anwesend waren. Ich sprach einen alleinstehenden Mann an, versuchte mit ihm ins Gespräch zu kommen. Einsilbige Antworten, jau, jau… er wisse nichts. Dieser norddeutsche Menschenschlag ist ja für seine Wortkargheit bekannt, vielleicht war es auch Angst, sich nicht zu weit gegenüber einem Fremden aus dem Fenster zu lehnen.

Die linksextreme Antifa war auch anwesend und verteilte Flugblätter mit der Überschrift „Rechtes Gedenken in Kirchweyhe“. Darin wird der Rechtsstaat und Demokratie als Ursache für Rassismus angeprangert, dieser Staat, Nation und Kapital soll bekämpft werden. Unerträglich ist auch die Verhöhnung der Familie von Daniel und allen Trauernden dieser Hetzschrift mit der Überschrift: „Wenn Deutsche heulen…“. Das widerwärtige Pamphlet endet mit „Antifa heißt Angriff! – (kommunistische Antifa-Zusammenhänge aus Bremen)“.

Das Hetz-Flugblatt (Vorder- und Rückseite) der Antifa Roten SA.

Rechts neben dem Bahnhof standen einsatzbereite Einheiten der Polizei, davor wurde der Polizeisprecher von einem Fernsehteam interviewt: „… wir haben 15 verdächtige Personen an einer Kontrollstelle festgesetzt… wir haben das Recht auf unseren Seite, nachdem alle Veranstaltungen verboten wurden (natürlich bis auf die SPD-Propagandaveranstaltung des Bürgermeisters von Kirchweyhe- Altsachse) und kein Widerspruch eingereicht wurde, handeln wir völlig legitim“.

Ich mischte mich ein und stellte die Frage, warum Rechte nicht mit gedenken dürfen und woran die Polizisten die rechte Gesinnung erkennen. Alles dreht sich mir mit entgeisterten Blicken zu, die Kamera schwenkte.

Der Polizeisprecher war sprachlos…, er sagte lange nichts, die Erlösung – Erleichterung war ihm anzusehen, als ich sagte, dass ich hier als Rechter an der Trauerveranstaltung teilnehme würde. „Dann rede ich hier nicht mehr weiter“, sprach der große hagere Mann und wendete sich ab, mit ihm da Kamerateam.

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Ich wurde nicht verhaftet oder des Platzes verwiesen, die Lage war ruhig. Ich holte die Deutschlandfahne aus dem Auto und ging mit ihr hochhaltend und wehend zurück, direkt auf eine Polizeisperre zu, an einem schmalen Gang, der zum Bahnhof führte. Ein Polizist, eskortiert von zwei Polizistinnen, hielt mich auf und verlangte den Ausweis: „… dauert 10 Minuten, wir müssen das überprüfen“ – Warum? – „vielleicht liegt ja ein Haftbefehl vor…“ und verschwand in einem Polizeibulli mit Funkantenne. Ich wartete geduldig, länger als 10 Minuten, derweil mussten die Menschen an mir vorbei, ich hielt die Fahne tief, keiner sagte etwas, sie mussten sich bücken, krochen unter der Fahne her und gingen weiter in Richtung Bahnhof. Ein älterer Mann wurde laut: Darf man nicht mal mehr die Deutschlandfahne zeigen, wo leben wir denn.

Der Polizist kam mit dem Ausweis zurück. „Sie dürfen hier mit der Fahne nicht weiter“ – Wie – Was Warum nicht? – „Die Deutschlandfahne könnte provozieren“, antwortete ein Beamter Deutschlands.

Ich war für einen Moment sprachlos, dann entwickelte sich eine engagierte Diskussion, Menschen blieben stehen. Mit einer Deutschlandfahne provoziere ich eine Gedenkveranstaltung für einen von Türken totgetreten jungen deutschen Mann?!

Ich wendete mich einer der beiden Polizistinnen zu: „Auf dem Bahnhofsplatz stehen Linksextremisten und verteilen Flugblätter, dass unsere Demokratie und unser Staat angegriffen werden muss, da sie angeblich Rassismus und Rechtsextremismus hervorbringen, Plakate werden aufgehängt, den Teilnehmern wird Rechtes Gedenken vorgeworfen und werden verhöhnt und gedemütigt mit einer Überschrift in diesem Flugblatt ‚Wenn Deutsche heulen‘. Es sind diejenigen, die Sie auf Demonstrationen mit Brandsätzen und Steinen angreifen, und mir verweigern Sie das friedliche Gedenken mit der Deutschlandfahne?“

„Dann ist das heute so“, war ihre kurze Antwort.

Was sollte sie auch sagen? Befehlsempfänger und Werkzeug einer abartigen Politik. Hatten wir das nicht schon mal in zwei deutschen Staaten?

Nein, ich durfte die Deutschlandfahne nicht zeigen, auch nicht in der „Bannmeile“, den angeblichen Anmarschwegen der „Rechten“. Und wenn ich weitergehe? „Dann begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit und werden festgesetzt“, sagte der Polizist.

Zwei, drei Sekunden überlegte ich loszulaufen, aber dann wäre mit dieser kurzen Aktion und etwas Aufmerksamkeit meine „Teilhabe“ beendet, also ließ ich es, nahm die Fahne und stellte mich, außer der Sichtweite der Polizei, 100 Meter entfernt an der belebten Zugangsstraße zum Bahnhof auf. Teilnehmer der Trauergedenkveranstaltung mussten größtenteils hier vorbei.

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Die meisten Menschen blicken mich nicht an, gingen mit gesenktem Blick vorbei. Ob sie sich beschämt fühlten? Einige versuchten zu provozieren: „Warum stehen sie hier mit der Deutschlandfahne?“ – „Ich stehe hier, weil ich im Namen unseres Landes für den jungen Mann, den Türken totgetreten haben, Anteilnahme und Trauer zeige und dies am Bahnhof mit der Deutschlandfahne nicht darf.“ Kleinlaut oder stumm gingen sie weiter. Auch alberne Sprüche wie „ist denn heute Länderspiel“ musste ich mir anhören.

Drei große, kräftige Männer kamen auf mich zu, jetzt wird`s Ernst, dachte ich einen kurzen Augenblick. „Danke, sehr mutig, dass Sie hier stehen, mehr wollten wir nicht sagen“, drehen ab und gingen in Richtung Bahnhof. Erleichterung! Freude auch, als mich zwei junge Mädchen fotografierten, nachdem sie höflich gefragt hatten.

Es war kalt und nach einer dreiviertel Stunde war ich durchgefroren, brachte die Fahne zum Auto und ging noch einmal zum Bahnhof. Es waren noch wenige Menschen gegen 16 Uhr versammelt. An der Polizeisperre hörte ich eine Gruppe von ca. zehn Jugendlichen protestieren, sie durften nicht weitergehen, mussten wohl Rechte sein.

Mein Ziel war eine Gruppe von Antifa-Mitgliedern oder Sympathisanten. Man konnte sie leicht erkennen, die dunkle Kleidung mit Antifa-Abzeichen, aber auch die verfilzten Rasterlocken, wiesen den Weg. Ich wollte hören, was sie zu sagen haben, welche Argumente sie zu den absurden Theorien und Hassparolen in ihrer Flugschrift anführen konnten.

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In der Nähe der Gruppe hing ein Plakat in einem Baum, darauf stand: „Wir trauern, aber nicht mit NAZIS!“ Darauf hinweisend versuchte ich mit einigen der jungen Antifa-Anhänger ins Gespräch zu kommen: „Ja, es ist schlimm, was übersteigerter Nationalismus anrichten kann, unter anderem war er ja mitverantwortlich für den 1. und 2. Weltkrieg.“ Nein, die Ursache der Kriege sind in den Religionen zu suchen, erhielt ich als Antwort. Wie man das denn begründen will, meine Nachfrage. Das wäre seine Meinung, kam als dürftige Antwort. Nachdem ich den Mord an Daniel S. als Rassismus gegen Deutsche darlegte, kam von einem weiteren Antifa-Jüngling eine etwas schüchterne Antwort: „Rassismus kann nicht von Minderheiten ausgehen, sondern nur von der Mehrheitsgesellschaft.“ Er wisse das, er würde ja Sozialwissenschaften studieren. Ich hatte es ganz offensichtlich noch mit Lehrlingen des Linksextremismus zu tun.

Plötzlich trat ein sehr kleiner, dürrer Mann mit braunem Hut und Krempe hervor, auf seinem Mantelkragen prangte das goldene Antifa-Abzeichen (muss wohl sowas wie ein „Obersturmbannführer“ gewesen sein) Mit verzerrtem, verbittertem Gesicht brüllte er aggressiv: „Das ist ja unverschämt, hier die Trauerfeier politisch zu instrumentalisieren.“

„Sie beeindrucken mich nicht durch ihr Geschrei, Sie sind doch diejenigen, die hier die Trauerveranstaltung instrumentalisieren“, war meine Antwort, hielt dabei das Flugblatt hoch und wies auf das Plakat. Mittlerweile hatte sich eine Gruppe von „normalen“ Deutschen um uns versammelt, aus der ich Zustimmung erhielt.

Dann knallte bei dem Antifa-Führer wohl die Sicherung durch, er riss beide Hände hoch und fuchtelte herum: „Sie können mir ja Fingerabdrücke abnehmen, ich habe aber Handschuhe an Hä, Hä,Hä…“ Das sind Psychopathen! Es reichte, es war genug für heute, ich wollte nach Hause.

Fazit

Ich schäme mich für unser Land. Wo sind die deutschen Männer, die diesen Alpträumen ein Ende bereiten können? Auch Einzelaktionen, einzelner Widerstand sind möglich. Vernetzung durch das Internet ist die Grundlage gemeinsamer Aktionen, ohne Parteien und Organisationen. Jeder hat etwas zu verlieren, seine Arbeit, Existenz, wir haben Verantwortung für unsere Familien, aber wir haben auch Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Wir haben ETWAS zu verlieren, aber leisten wir keinen Widerstand, verlieren wir ALLES!




Nordkorea probt den Zwergenaufstand

kimyongMit einem irrsinnigen Drohvideo, in schlechter Machart, droht Nordkorea den USA, das Kapitol zu zerstören. Wie die Washington Times berichtet, simulierte die US-Luftwaffe, als Teil der laufenden US-Südkoreanischen Militärübungen, mit B52-Bombern nukleare Bombenangriffe auf Nordkorea. Der stellvertretende Verteidigungsminister Ashton Carter erklärte am Montag bei seinem Besuch in Südkorea, dass die Bomberflüge Teil der „erweiterten Abschreckung“ seien, gewissermaßen als Antwort auf die mittlerweile dritten unterirdischen Atomtests Nordkoreas am 12. Februar.

(Von L.S.Gabriel)

Pentagon-Pressesprecher George Little sagte, es sei kein Geheimnis, dass man ein klares Signal als Bekenntnis zum Pakt mit den südkoreanischen Verbündeten setzen wolle. Die „B-52 Stratofortress“ könnten eine Vielzahl von Missionen durchführen, sie könnten konventionelle Präzisionswaffen ebenso wie nukleare Kampfmittel führen. Man werde diese Trainingsflüge als Teil der laufenden Maßnahmen zur Verbesserung der strategischen Stellung in der asiatischen Pazifik-Region fortführen. Diese offenen Aussagen über den Einsatz strategischer nuklearer Waffen in dieser Region sind sehr ungewöhnlich.

Südkoreanische Nachrichten berichteten letzte Woche auch, dass US-Atomraketen-U-Boote in der Nähe der südkoreanischen Gewässer bleiben würden, um so ein weiteres Zeichen der US-nuklearen Abschreckung zu setzen.

All das macht Nordkorea offenbar ziemlich unrund. Auf einer Regierungswebsite postete der Diktator Kim Jong-un nun ein Propagandavideo, in dem das Kapitol und das Weiße Haus attackiert werden:

Eine Drohung in Richtung USA wurde gleich hinterher gereicht. „Die innere Zitadelle ist in unserer Reichweite für eine Atombombe“, hieß es.

Seltsame, gefährlich anmutende Spiele, die, wenn man an das infantile Gemüt des nordkoreanischen Diktators denkt und berücksichtigt, dass die USA sich gar nicht gerne drohen lassen, bald böser Ernst werden könnten.




Mojib Latif: Winter wird es nicht mehr geben

Mojib LatifWinter ade: Nie wieder Schnee! In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: „Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben“, sagte der Wissenschaftler Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Das war allerdings vor 12 Jahren! Trotzdem sind wissenschaftliche Pfeifen wie der immer noch in Amt und Würden!




Deutschland nimmt 5000 syrische Flüchtlinge auf

hpfDas kündigte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (Foto) heute an und äußerte zugleich die Hoffnung, dass andere europäische Länder nachziehen werden. Leider hat man dabei das ungute Gefühl, es werden keine bedrängten und verfolgten Christen ins Land geholt, um ihnen die Grausamkeiten des Krieges zu ersparen, sondern größtenteils Straßenterroristen und Schmarotzer andere. Passt zeitlich irgendwie zum Chemieangriff der Terroristen in Syrien, dem Besuch Obamas in Israel und der bald wahrscheinlich folgenden Intervention in Syrien.

(Spürnase: Raffael)




Markus Wiener: „Es war ein Angriff mit Ansage“

Markus WienerTumultartige Szenen spielten sich gestern vor dem Kölner Rathaus ab. Rund 40 gewaltbereite Linksextremisten attackierten eine kleine Gruppe von Stadträten und Mitarbeitern der Fraktion PRO KÖLN, als diese in ihrer Eigenschaft als gewählte Mandatsträger das Rathaus zur gestrigen Sitzung des Stadtrates betreten wollten (wir berichteten). Die Polizei nahm mindestens drei linke Angreifer fest und ermittelt inzwischen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und versuchten Raubes. PI interviewte den Augenzeugen und Geschäftführer der Fraktion PRO KÖLN, Markus Wiener (Foto), heute am Ort des Geschehens.

PI: Können Sie uns kurz schildern, wie es gestern zu diesem Überfall kam?

Markus Wiener: Ich befand mich zusammen mit Jörg Uckermann, unserem Fraktionsreferenten Tony Fiedler und einer handvoll befreundeter Zuschauer auf dem Weg zum Rathaus, als wir auf der Höhe der Zufahrtstraße zum Rathausvorplatz plötzlich in eine große Gruppe Linksextremer gerieten. Das waren bestimmt an die 30 oder 40 Personen, die sich in einer großen Menschenmenge gerade vom Rathausvorplatz wegbewegten und so direkt auf uns zukamen.

Das waren die Demonstranten gegen die sozialen Kürzungen in der Stadt?

Richtig. Viele soziale Verbände hatten dazu aufgerufen, und das wäre auch nicht das Problem gewesen. Denn diese Demonstranten waren ja friedlich. Zeitgleich hatte aber auch eine offen linksextreme Gruppierung zum Protest gegen PRO KÖLN vor der Ratssitzung aufgerufen, und beide Gruppen vermischten sich bei Abzug.

Es war also bereits vorab bekannt, dass linksextreme PRO-KÖLN-Gegner vor dem Rathaus sein werden?

Selbstverständlich! Deswegen sind die Ereignisse von gestern ja so ein Skandal!


E-Mail der Stadt Köln VOR den gestrigen Demos (zum Vergrößern aufs Bild klicken).


Was hat sich nun genau zugetragen?

Wir waren mit unserer kleinen Gruppe kurz vor der Einmündung in den Zufahrtsweg zum Rathausvorplatz, der wegen einer großen Baustelle bekanntermaßen eine Engstelle ist, wo es zu Blockaden kommen kann. So geschehen bei unserem Neujahrsempfang 2012, wo es fast an der selben Stelle zu Blockaden linker Gegendemonstranten kam.

Die Polizei hätte also vorgewarnt sein können …

Ja klar. Ich sagte heute dazu bereits, dass die Einsatzleitung keine glückliche Figur gemacht hat, um es vorsichtig auszudrücken. Zu gute halten möchte ich dem Einsatzleiter aber die unübersichtliche Gesamtsituation wegen der beiden gerade endenden Demos. Da waren hunderte Menschen unterwegs, nur leider kaum Polizisten an der genannten Stelle. Absicht möchte ich gar nicht unterstellen, nur mangelnde Sorgfalt vielleicht, die nachher von den Polizisten der Einsatzhundertschaft wieder mal im Laufschritt ausgebügelt werden musste.

Was passierte dann genau vor dem Rathaus?

Ich ging an der Spitze unserer Gruppe, als mir kurz vor der Einmündung zum Rathausvorplatz die ersten „üblichen Verdächtigen“ auffielen. Auch die Antifa selbst schien überrascht zu sein, mitten im Gewühle plötzlich leibhaftigen Pro-Kölnern gegenüber zu stehen. Schnell waren wir von einem ganzen Pulk eingeschlossen, die nach kurzen Beleidigungen und Pöbeleien auch gleich handgreiflich wurden. Es ging dann alles ziemlich schnell und tumultartig durcheinander. Selbst sehen konnte ich noch, wie C. M., der kurz hinter mir ging, von mehreren Linksextremisten angegriffen und zu Boden geschlagen wurde. Die schlugen selbst dann noch weiter, als C.M. schon am Boden lag.

Ist das der C.M., der mit dem Hochhalten der Mohammed-Karikaturen auch ins Fasdenkreuz der Islamisten geriet?

Ja, ein sehr engagiertes und mutiges Mitglied der PRO-Bewegung, der nach seinem Abitur in Kürze auch ins Rheinland ziehen wird, um uns zu unterstützen. Aber zurück zu gestern: Ich selbst wurde mehrfach angerempelt und bedrängt, wurde dann aber von einem oder zwei Polizisten aus der Misere befreit, die mich anscheinend anhand meiner „Dienstkleidung“, also Anzug. Krawatte usw., als Ratsmitglied erkannten und die Linken von mir abdrängten. Von den weiteren Geschehnissen habe ich deshalb nichts mehr mitbekommen, weil mich die Polizei schnell zum Rathauseingang weiterschickte.

Es soll laut Presse einen Raubversuch eines Fraktionsnotebooks und ein größeres Handgemenge darum gegeben haben?

Davon weiß ich auch nur von den Berichten unserer Leute und aus der Presse. Das letzte, was ich gesehen habe, war eine große Gruppe Polizisten, die im Laufschritt Richtung Museum Ludwig liefen, wohin sich das Geschehen anscheinend verlagert hatte.

Wissen Sie etwas über die Verletzungen ihrer Fraktionskollegen und Mitstreiter?

Persönlich habe ich nach dem Tumult bisher nur noch Jörg Uckermann und Tony Fiedler im Ratssaal wieder getroffen. Die beiden schienen zum Glück weitgehend unverletzt – das Veilchen am Auge hatte sich Jörg ja schon von linken Eierwerfern in Bielefeld eingefangen. Ich hätte mir auch nie gedacht, dass Politik machen in Deutschland inzwischen manchmal mehr einem Boxkampf ähnelt, als zivilisierten Debattieren und Argumentieren! Soweit ich weiß, haben einige, darunter auch C.M., blaue Flecken, leichte Prellungen, Kratzer und so etwas davon getragen. Auch eine Brille und eine Armbanduhr sollen kaputt gegangen sein. Von schwereren Verletzungen ist mir zum Glück nichts bekannt.

Die Polizei soll wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und versuchten Raub ermitteln, hat aber bis jetzt keine eigene Presseerklärung dazu rausgegeben. Wie erklären Sie sich das?

Schon seltsam, nicht wahr? Aber zum Glück haben einige unverdächtige Medien, wie Radio Köln, der Express oder die Kölnische Rundschau, bereits darüber berichtet. Sonst würde es bestimmt wieder heißen: Die lügen und übertreiben doch nur wieder, diese bösen und ach so unseriösen Pro’ler! Fakt ist auch, dass es einen versuchten Raub gegeben hat, in einem nicht unerheblichen Fall. Schließlich ist so ein Notbook nicht billig, und selbst ein versuchter Raub wird mit mindestens einem halben Jahr Freiheitsstrafe geahndet! Die ganze Aktion könnte sich also zum Bumerang für die beteiligten Linken entwickeln.

Abschließend noch eine letzte Frage: Wie haben die anderen demokratischen Ratspolitiker auf diesen Vorfall reagiert?

Unterschiedlich. Gerade einigen Kollegen der CDU und FDP möchte ich eine ehrliche Betroffenheit angesichts solcher Zustände nicht absprechen. Und Oberbürgermeister Jürgen Roters hat auf meinen Antrag hin zumindest die Sitzung solange unterbrochen, bis unsere angegriffenen Stadträte und Mitarbeiter auch im Ratssaal waren. Jörg Uckermann und Tony Fiedler wurden etwa 20 Minuten später unter Polizeischütz ins Gebäude gebracht. Natürlich musste ich auch hier erst energisch protestieren und die Weimarer Verhältnisse rund ums Kölner Rathaus anprangern, bevor der Sozialdemokrat Roters mit einer Sitzungsunterbrechung reagierte. Viele andere Ratsmitglieder, gerade von der linken Seite des Saales, waren dagegen so unverfroren und selbstentlarvend, dass sie angesichts meiner Schilderungen offen feixten und lachten und sich ganz wunderbar amüsierten. Das fand ich persönlich fast noch verwerflicher als das Verhalten der aufgehetzten Linksextremisten vor der Tür. Denn im Gegensatz zu den meist noch sehr jungen Schlägern vor der Tür, wissen die Schreibtischtäter drinnen genau, was sie da lächelnd gutheißen. Da kann man schon gewisse Assoziationen mit den schlimmen Verhältnissen in der Endzeit der Weimarer Republik in und außerhalb der Parlamente nicht mehr so einfach wegschieben.

Vielen Dank für das Gespräch.


So berichtet der Kölner Express über den Überfall:

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Und so verhöhnt die BILD (Ausgabe Köln) heute das Gewaltopfer von Bielefeld, Jörg Uckermann:

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» Kontakt: koeln@bild.de




Cicero über politische Korrektheit

Die Geringschätzung des Menschen stellt den Kern der „PC“-Kultur dar. Hinter dem Label der politischen Korrektheit verbirgt sich nicht selten ein autoritärer Kern… (Ein Artikel über politische Korrektheit im CICERO. Anscheinend soll das ganze Aprilheft diesem Thema gewidmet werden.)




Türke fährt mit 100km/h durch Lübeck, tötet 22-Jährige und flieht. Urteil: 200 Sozialstunden!

canoeIn der Hansestadt Lübeck hat der 19-jährige Can Ö. im September 2012 eine 22-jährige Frau angefahren und sie dann sterbend liegen lassen (Foto). Der Täter raste dabei mit gut 100 Kilometern pro Stunde durch die Innenstadt von Lübeck. „Ob es sich tatsächlich um Fahrerflucht handelt, darüber werden wir uns noch streiten“, sagte Verteidiger Christian Schumacher vor dem Prozess. Nun gab es das von ihm erhoffte „kultursensible“ Urteil für Can: 200 Sozialstunden und eine Geldspende an das Ronald McDonald Haus. (Mehr bei den Lübecker Nachrichten)




Zypern, Zypern und kein Ende

Gestern hat das zypriotische Parlament das Brüsseler Paket abgelehnt (PI berichtete), das unter anderem auch die Kleinsparer abzocken wollte. Interessant ist dabei auch die Tatsache, dass die Politiker und andere Wohlhabenden in Zypern ihr Geld schon vor den Verhandlungen mit Brüssel abgehoben und ins Ausland geschafft hatten.

(Von felixhenn)

In der Woche vor der Abstimmung sollen fast 4,5 Milliarden Euro das Land verlassen haben. Damit hätte diese Brüsseler Maßnahme sowieso nur Kleinsparer und Ausländer, wie Russen und auf Zypern stationierte Briten, getroffen. Großbritannien hatte auch schon vorher angekündigt, dass es den Verlust seiner Bürger ersetzen wird.

Wenn auch der Spiegel schreibt, dass es wohl noch keinen Plan B für Zypern gibt:

(…)
Über den „Plan B“, an dem Abgeordnete, Minister und der Präsident den ganzen Tag hinter verschlossenen Türen gearbeitet haben, ist noch nichts bekannt.
(…)

sind die Zyprioten wohl doch nicht ganz so abhängig von der EU und der Euro-Zone. Vermutet wird, dass Zypern schon Verbindung zur russischen Gazprom aufgenommen hat, um über die Ausbeutung der Gasfelder südlich von Zypern zu verhandeln. Später hat das dann auch der Spiegel bemerkt und diese Aussage, dass kein Plan B vorhanden wäre, in einem anderen Artikel berichtigt.

Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang an das Poltern Erdogans, der von dem Kuchen auch ein besonders großes Stück abbekommen möchte und schon mit dem Säbel gerasselt hat. Wenn wir berücksichtigen, dass Zypern kein NATO-Partner ist und die NATO auch nur dann schützen würde, wenn der Angriff von außen käme, scheint dieser Schritt sehr logisch. Zypern könnte da neben der Hilfe zur Ausbeutung der Gasfelder auch militärischen Schutz erhoffen. Und Erdogan würde wohl zweimal überdenken, sich mit der Atommacht Russland anzulegen. Aber wer weiß, vielleicht hat Erdogan einen ganz anderen Plan und hätte gerne die Nato durch die Patriots in der Türkei in einen bewaffneten Konflikt mit dem von Russland geschützten Syrien hineingezogen, mit dem Hintergedanken, Russland durch die Nato von den Gasfeldern südlich Zyperns fernzuhalten. Das ist aber reine Spekulation und soll hier nicht behandelt werden.

Aber dieser Bericht lässt dann schon aufhorchen:

(…)
Der Sender Gleiwitz*) lässt grüßen. Diese Politik ist nicht neu: Viele Kriege des Westens der letzten Jahrzehnte (Irak, Jugoslawien, Afghanistan, Libyen, usw.) wurden durch gezielte Lügen- und Desinfomationskampagnen aufbereitet – und doch erschüttert und empört es immer wieder aufs Neue, mit welcher Kaltblütigkeit NATO- und EU-Machthaber die Menschen hinters Licht führen, um an der Gewaltspirale im Nahen Osten zu drehen. Diese Politik ist brandgefährlich und kann die ganze Region in den Abgrund stürzen – mit ungeahnten globalen Auswirkungen. Sog. Raketenabwehr-Schilder wie die Patriots haben nichts mit dem Schutz der Menschen zu tun, sondern sind Instrumente, um direkt in den syrischen Krieg einzugreifen. Und sie eignen sich als „Schilder“, die potentielle Zweitschläge neutralisieren können, um in deren Schutz ungehindert Erstschläge ausführen zu können. Sie sind Instrumente für einen Angriffskrieg. Das könnte gerade bei den Kriegsvorbereitungen gegen den Iran noch eine Rolle spielen.
(…)

Oder eben auch bei der Sicherung der Gasvorkommen südlich von Zypern für den Nato-Partner Türkei.

Auf jeden Fall scheint aber Zypern nicht verloren, wenn die Euro-Dilettanten abspringen sollten. Uns freut das aufrichtig für Zypern.

Das bringt uns dann zu einer anderen Tatsache. Schäuble und Merkel werfen unser immer schwerer verdientes Geld mit vollen Händen raus und machen unsere Arbeitnehmer und Rentner immer ärmer, während sie sich selbst für ihre dilettantische Aktionen Super-Dätenerhöhungen genehmigen. Und was ist dann das Resultat? Das kann man hier bei Spiegel Online nachlesen. Ein kleiner Auszug:

(…)
„Wir können doch nicht dafür stimmen, anderen ihren Besitz wegzunehmen“. Koulias schreit es beinahe in den Saal – und schießt gleich gegen die Regierung in Deutschland: „Schäuble und Merkel: Ihr könnt das Geld ja euren Mitbürgern wegnehmen, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen.“

„Neue Art des Kolonialismus“

„Schäuble“, „Merkel“, der „Bundestag“ – Deutschland wird in fast jedem Redebeitrag erwähnt. Die harte Haltung der Bundesregierung steht für alles, was Zypern derzeit abverlangt wird. „Das ist eine neue Art des Kolonialismus“, schimpft selbst der Grünen-Abgeordnete Giorgios Perdikis. Er heißt den steten Zufluss ausländischen Kapitals nicht gut – aber ein abrupter Schwenk komme einem „Absprung aus 10.000 Metern ohne Fallschirm“ gleich.

Auch ein Abgeordneter der europäischen Partei Evroko klagt, dass „Herr Schäuble nur daran interessiert ist, seine eigenen Wahlen zu gewinnen“. Die Demütigungen durch Deutschland und die Euro-Länder könne Zypern nicht hinnehmen: „Wenn das Europa ist, dann sind wir nicht Teil von Europa.“
(…)

Wenn dieses Resultat, erzeugt von Merkel und Schäuble, nicht hochgradig bescheuert ist, was dann? Wo können wir Deutsche denn noch in Europa hinfahren ohne beschimpft oder zumindest nicht besonders übel ausgebeutet zu werden? Zum Vergleich: Italien hat sich zu Beginn der Eurokrise vornehm aus der Verantwortung gestohlen, mit dem Hinweis auf hohe Staatsverschuldung. 80% der Italiener besitzen Immobilien, die Schulden des italienischen Staates sind nahezu alle beim eigenen Volk. Bei uns hat man die Bundesschatzbriefe abgeschafft, damit unsere Politiker Schulden bei internationalen Großbanken machen müssen und niemals daran denken, den Schuldenberg abzubauen, auch wenn es einmal gut läuft. Wenn man unsere Schulden mit denen Italiens einmal objektiv vergleichen würden, käme klar heraus, dass wir weit höher verschuldet sind als Italien.

Was hat uns also der Euro gebracht? Vor dem Euro waren wir Exportweltmeister, jetzt sind wir das nicht mehr. Vor dem Euro waren wir Deutsche überall in Europa willkommen, jetzt sind wir verhasst. Vor dem Euro hatten wir gesicherte Renten, die jedes Jahr an den Vorjahres-Durchschnitt der Lohnerhöhungen angepasst wurden, mit dem Euro hatten die Rentner innerhalb der letzten zehn Jahre einen Kaufkraftverlust von 50%. Vor dem Euro brauchten wir keine Moloche wie die EZB oder ESM und was es sonst noch gibt und wo Geld vernichtet wird.

Merkel sagt, der Euro bringt uns Frieden. Gehasst werden ist kein wirklicher Frieden und man fühlt sich auch nicht besonders wohl, wenn man immer und überall hört, wie uns andere Euro-Länder hassen, obwohl wir immer am meisten zahlen und wenn man fühlt, dass die Bürger, die uns früher freundlich willkommen geheißen haben, heute nur noch alles Schlechte wünschen.

Sarazzin hat geschrieben: Europa braucht den Euro nicht. Wir PI-ler wissen: Deutschland braucht den Euro nicht. Und wir wissen auch: Merkel und Schäuble brauchen wir erst recht nicht!

» Blu-News: Es war einmal ein Inselvolk




Aykut Gülewüle an Haltestelle ins Koma getreten!

Weyhe. Am vergangenen Sonntag wurde der 25-jährige türkischstämmige Gemüsehändler Aykut Gülewüle nach einem Streit in einem Bus von einer Bande rechtsradikaler Deutscher ins Koma getreten. Aykut wollte eigentlich nur einen Streit schlichten. Denn schon während der Fahrt im Bus von der Discothek X-Plan zur Discothek Maddoxx in Weyhe, nahe Bremen, kam es zu Streitigkeiten.

(Von Tom Voß)

Fünf Rechtsradikale haben im Bus randaliert und die Fahrgäste eingeschüchtert. Per Handy riefen die Neonazis Verstärkung! An der Haltestelle am Bahnhof Kirchweyhe eskalierte die Situation. Einer der Neonazis trat Aykut G. so heftig gegen den Oberkörper, dass dieser gegen den Bus knallte und bewusstlos liegen blieb. Dann trat die Bande auf Aykut G.’s Kopf so lange ein, bis die Polizei eintraf. Der Haupttäter, Bernd W. aus Weyhe, flüchtete, konnte aber in der Nähe des Bahnhofs gefasst werden. Aykut G. fiel ins Koma, aus dem er nicht mehr erwachte. Er verstarb im Krankenhaus.

Ein Polizeisprecher: „Selbstverständlich war das eine fremdenfeindliche Tat! Wir sind tief betroffen. Neben dem Haupttäter haben wir alle beistehenden Personen, auch nicht direkt beteiligte, festgenommen.“

Staatsanwalt Gutmann: „Die nicht direkt beteiligten Personen werden wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt. Die Gruppe der 15 einschlägig bekannten Neonazis wird wegen Beihilfe zum Mord, und die fünf Rechtsradikalen aus dem Bus wegen Mordes angeklagt!“

Bundesweit wird der Akt von Fremdenfeindlichkeit zutiefst verurteilt. Schon am Sonntagnachmittag, wenige Stunden nach dem feigen Anschlag auf das Leben von Aykut G., fasste Bürgermeister Frank Lemmermann den Entschluss, den Rat der Gemeinde Weyhe einzuberufen. „Es ist eine Schande, die uns alle angeht, die uns alle betroffen macht! Der Rat hat spontan 15.000,- Euro aus Gemeindemitteln frei gemacht, um dem Opfer und der Familie des Opfers eine würdige Bestattung zu ermöglichen“, so Lemmermann. Ferner, so kündigte Lemmermann schon heute an, müsse ein Gedenkstein auf dem Platz angebracht werden, auf dem Aykut G. so feige niedergeschlagen wurde.

Am Montagmorgen traf Bundesinnenminister Friedrich in Weyhe ein, um den Tatort zu besichtigen. In seiner Begleitung waren eine Delegation aus der Türkei und der türkische Botschafter. Dieser forderte eine Lückenlose Aufklärung und erwähnte auch, dass ein Zusammenhang zur NSU-Mordserie nicht ausgeschlossen werden darf. Es sei immerhin bekannt, dass die Täter deutsche Jugendliche und somit wohl auch Neonazis waren.

ARD und ZDF berichteten in zwei Sondersendungen noch am Sonntagabend von der feigen Mordtat in Weyhe. Das Thema der Sendung von Günther Jauch „Kinderarmut in Timbuktu – Alles Schuld des Westens?“ wurde aufgrund der aktuellen fremdenfeindlichen Ereignisse in Weyhe in „Mordmob von Weyhe – Das üble Treiben der Neonazis“ geändert. In der Sendung wurde die Frage der latenten Fremdenfeindlichkeit der Deutschen im Allgemeinen thematisiert.

Am Montag hakte Frank Plasberg noch nach, der live aus Weyhe vom Runden Tisch gegen Rechts und für mehr Toleranz berichtete. Auch Anne Will am Mittwoch und Maybrit Illner am Donnerstag änderten kurzfristig das Thema ihrer Sendung. Bei Illner war erstmals die Familie des Opfers zu Gast und unter Tränen gerührt gab die Moderatorin das Spendenkonto des ZDF bekannt, das der Familie die nächste Zeit etwas erleichtern sollte.

Überhaupt rast eine Welle der Solidarität durch Deutschland. In allen Medien, auf allen Sendekanälen ist dieser feige Anschlag auf das Leben eines türkischen Mitbürgers das Thema dieser Woche gewesen. Der Spiegel widmete die kommende Ausgabe der Gewalt gegen Migranten.

Claudia Roth forderte ein sofortiges Verbot islamfeindlicher Internetseiten. „Es ist doch offensichtlich, dass das Internetblog PI-News eine erhebliche Mitschuld an dieser Schandtat trägt. Ich finde, dass der Innenminister die Pflicht hat, für die Schließung dieser Seite zu sorgen! Sich auf das Grundgesetz zu berufen reicht nicht. Man muss in solchen Fällen Grundgesetz eben Grundgesetz sein lassen!“

Cem Özdemir zeigte sich ebenfalls wütend. Er forderte, Weyhe nach dem Dorf zu benennen, aus dem Aykut Gülewüles Großeltern stammten. Außerdem sei es angebracht, den Bahnhofsvorplatz in Aykut-Gülewüle-Platz umzubenennen, so Özdemir.

Bundeskanzlerin Angela Merkel empfing heute die Familie Gülewüle im Kanzleramt, um ihr das Beileid auszusprechen: „Ich finde, dass Fremdenfeindlichkeit keinen Platz in unserer multikulturellen Gesellschaft haben darf. Der Bundestag muss endlich geschlossen einem NPD-Verbot zustimmen“, so Merkel.

Nach einer Eilsitzung des Bundestages wurde Rechtsextremismus-Expertin Andrea Röpke zur ersten „Problemmanagerin Rechts“ der Bundesregierung ernannt. Sie soll helfen, Rechtsradikale und Neonazis dingfest zu machen. Hierzu werden ihr erhebliche Mittel aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt, so der vorläufige Plan. Die Mittel im „Kampf gegen Rechts“ werden somit von derzeit etwa 40 Millionen Euro auf knapp 80 Millionen nahezu verdoppelt. Röpke bezweifelte allerdings, dass diese Mittel ausreichen werden.

„Deutschland muss erkennen, dass der Rechtsextremismus das dringendste Problem seit der Wiedervereinigung ist. Man muss wohl inzwischen davon ausgehen, dass jeder in Deutschland getötete Migrant oder Mensch mit Migrationshintergrund einer rechtsradikalen Straftat zum Opfer fiel. Das sieht man am Fall Weyhe sehr deutlich“, so Röpke in ihrem Statement vor der versammelten deutschen Presse.

Aktivisten der antifaschistischen Jugend Weserland haben am vorigen Abend aus Protest gegen den Faschismus und Kapitalismus spontan etwa 25 Fahrzeuge in Weyhe und Umgebung angezündet. Außerdem gingen ein Schuhgeschäft und ein „JACK WOLFSKIN“-Outdoor-Bekleidungsgeschäft in Flammen auf. Grund: Der mutmaßliche Haupttäter des fremdenfeindlichen Mordanschlags trug bei der Tat eine Jacke der Marke JACK WOLFSKIN und Turnschuhe der Marke Adidas, die in dem Schuhgeschäft auch angeboten wurden, so ein Sprecher der Antifaschistischen Aktion Bremen (AAB).

Für die kommende Woche ist eine Lichterkette vom Bahnhof Kirchweyhe bis zum Hauptbahnhof Bremen geplant. Motto: „Mehr Toleranz wagen – Zeichen gegen Rechts zeigen!“

Im Übrigen hat der Bundesanwalt die Ermittlungen sogleich an sich gezogen.




Eine islamophile US-Regierung blamiert sich

Illinois steht unter Schock: Die „Chicago Blackhawks“ verlieren in eigener Halle 2:6 gegen die „Colorado Avalanches“. Damit ist der NHL-Rekord der „Blackhawks“, die mit 25 Spielen ohne Niederlage in der regulären Spielzeit in die Saison gestartet sind und damit einen ganzen US-Bundesstaat in Euphorie versetzt haben, leider beendet. Angesichts dieses Ereignisses verkommt es fast zur Nebensache, dass Samira Ibrahim, eine ägyptische „Aktivistin“ und Frauenrechtlerin, nicht wie geplant von Michelle Obama und John Kerry im amerikanischen Außenministerium geehrt wird, weil FOXNews am Vorabend dieser Ehrung die Sympathien dieser Person für Adolf Hitler und islamische Terroristen landesweit publik gemacht hat.

(Von Peter H., z.Zt. Illinois)

Freitag, 8. Marz 2013

Aber erzählen wir diese Geschichte von Anfang an: Frau Ibrahim sollte am heutigen Freitag in Washington D.C. für ihr Engagement bei den Protesten gegen Husni Mubarak mit dem „International Women of Courage Award“ ausgezeichnet werden. Dummerweise jedoch hat Samuel Tadros, ein Journalist des „Weekly Standard“, wenige Tage vorher Twitter-Zuschriften von Samira Ibrahim veröffentlicht, darunter neben Hitler-Sprüchen über Juden so nette Aussagen wie „Today is the anniversary of 9/11. May every year come with America burning“ („Heute ist der Jahrestag des 11. September. Möge es dazu kommen, dass Amerika jedes Jahr brennt“). Aber auch für einen Terror-Anschlag auf einen Reisebus mit israelischen Touristen in Bulgarien fand Ibrahim unmissverständliche Worte: „Today is a sweet day with a lot of very sweet news“ – „Heute ist ein süßer Tag mit vielen süßen Nachrichten“.

Samira Ibrahim.

Leider ruft diese Veröffentlichung nicht allzu viel Aufmerksamkeit hervor, was sich aber schlagartig ändert, als FOXNews diesen Skandal am Donnerstagabend zur besten Sendezeit landesweit bekannt macht. Da bleibt Victoria Nuland, Sprecherin des „State Department“, heute nichts anderes mehr übrig, als die Ehrung für Samira Ibrahim in letzter Minute kleinlaut abzusagen. Samira Ibrahim behauptet in einer ersten Reaktion, ihr Twitter-Zugang sei „gehackt“ worden, die Zitate seien nicht von ihr. Stunden später verkündet sie, sich gegenüber der „zionistischen Lobby in Amerika“ nicht für ihre „anti-zionistischen Aussagen“ entschuldigen zu wollen. Eine heftige Blamage für eine US-Regierung, die bislang keine Gelegenheit ausgelassen hat, den ägyptischen Islamo-Faschismus zu unterstützen.

Am Rande bemerkt: Anwälte der Republikaner beklagen sich darüber, dass ihnen Gespräche mit Überlebenden des Salafisten-Angriffs auf das US-Konsulat in Benghasi am letztjährigen 9/11-Gedenktag verweigert werden. Spätestens damit dürfte endgültig klar sein, dass Obamas Sprüche, man werde die Terroristen, die vier Amerikaner ermordet haben, „jagen und bestrafen“, bloßes Wahlkampf-Geschwätz waren, denn faktisch tut die Obama-Administration alles, um die Aufklärung der Ereignisse von Benghasi zu verhindern. Diese Geschichte riecht nicht mehr – sie stinkt! Und zwar gewaltig!

Samstag, 9. Marz 2013

Die „Nightshift“, Dons Band, hat noch immer keinen Auftritt. Also fahren wir gen Süden, nach Bartlett, wo die „Hi-Infidelity“, deren Schlagzeuger Jim Warren (auf dem Foto links in der Mitte) mit Don befreundet ist, in einer riesigen „Sports-Bar“ ein Konzert geben. Sieben Dollar Eintritt, die sich wirklich lohnen: 3 1/2 Stunden „american fun“ mit einer Rock-Band aus Illinois, jeder Menge Drinks und ca. 400 begeisterten Besuchern. Irgendwann nach dem fünften Bier reißt Don Witze darüber, dass wir auf einem Konzert der „Hoch-Ungläubigen“, bei dem das Bier in Strömen fließt und Mahlzeiten serviert werden, die Schweinefleisch beinhalten, schon ganz richtig wären. Nun, hätte die Band bei ihrer Namensgebung derartiges im Sinn gehabt, so hätte sie sich vermutlich „High-Infidels“ und nicht „Hi-Infidelity“ genannt. Aber Don wäre nicht Don, würde er nicht jede Gelegenheit zu seinen politisch unkorrekten Witzen nutzen. Nach dem Konzert erleben wir, wie auf dem Parkplatz vor der „Sports-Bar“ eine Frau ihren Ehemann verprügelt. Die Cops haben das schnell im Griff, aber daran, dass der Mann zum Gespött geworden ist, können sie natürlich nichts ändern.

Wie immer, wenn wir nach einem Konzert nachts auf einer leeren „Interstate“ heimwärts fahren, müssen wir uns wachhalten. Und wie immer machen wir das dadurch, dass wir über Politik debattieren. Heute geht es zum x-ten Male um die Ereignisse von Benghasi, ich erzähle Don, dass es noch immer keine Aufklärung darüber gibt, was Präsident Obama in der Nacht des Angriffes gemacht hat, dass US-Militärs bereits Wochen später den Vorwurf erhoben haben, dass sie Obama um einen Befehl zum Eingriff ersucht haben, er diesen aber verweigert habe. Auch sage ich, dass es mir unbegreiflich ist, wie gleichgültig die Amerikaner auf die Ereignisse des 11. September 2012 reagieren. Don schweigt.

In Chicago steht ein Hofbräuhaus

Nach fünf Wochen haben Don und ich mit dem heutigen Sonntag endlich einen Tag gefunden, an dem keiner unserer gemeinsamen Freunde arbeiten muss – also machen wir uns in zwei Autos auf den Weg ins „Hofbräuhaus“ nach Chicago! Genauer: nach Rosemont, das westlich von Chicago liegt und genau betrachtet gar nicht zu Chicago gehört. Und da wir einfach drauflosfahren und keiner von uns daran gedacht hat, sich auch vorher die „driving directions“ im Internet anzugucken, verfahren wir uns nach der Ankunft in Rosemont erst einmal und kurven eine halbe Stunde lang orientierungslos durch den mittelgroßen Ort, bis wir völlig entnervt im Hofbräuhaus ankommen, wo wir sofort genug Plätze für alle finden und auch schnell unsere Bestellungen aufgeben können.

Natürlich bin ich der einzige, der sich gleich eine ganze Maß Bier bestellt und erfreut stelle ich fest, dass das selbstgebraute „Dunkel-Bier“ meinem geliebten Düsseldorfer Altbier sehr ähnlich ist – was in meinen Augen die 13 Dollar (ohne Tip und Tax) für die Maß rechtfertigt. Auch bekommt man die Bratwürste mit Düsseldorfer Senf, der, in den USA hergestellt, zwar nicht ganz so scharf ist wie der Original-„Löwensenf“ – aber immer noch ungleich besser ist als jeder andere deutsche oder gar amerikanische Senf. Und wäre da nicht die völlig versalzene Brezel gewesen, so würde ich jetzt eine einzige Lobeshymne verfassen über die ganz hervorragende deutsche Küche, die das Hofbräuhaus in Chicago zu bieten hat: alles war so gekocht und gebraten, wie es sein sollte, das Wiener Schnitzel war tellergroß, bis zum Apfelstrudel oder der Schwarzwälder Kirschtorte zum Dessert stimmte einfach alles! Und im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Restaurants in den USA, bei denen die Zusammenstellung der Speisen einem deutschen Gaumen nicht selten wenig passend erscheint, passte hier auch alles zusammen. Kurz: ein „sehr gut“ für die Küche, wegen der versalzenen Brezel allerdings mit einem kleinen Minus.

Wer bereit ist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und sich nicht daran stört, dass an jedem Tisch gleich neben dem deutschen Senf auch immer die obligatorische Flasche Ketchup zu finden ist, der kann in den USA fast überall sehr gute deutsche Küche genießen. In den letzten Jahren habe ich mich mehrfach gefragt, ob es sein kann, dass man in Illinois und vermutlich auch in anderen US-Bundesstaaten schneller und einfacher gute deutsche Küche findet, als in einem Bundesland wie Nordrhein-Westfalen, in dem man zwar eine hohe Auswahl an Döner-Buden und Pizzerien hat, aber deutsche (Ess-) Kultur schon längst in schleichender Abschaffung begriffen ist? Aber hier im Chicagoer Hofbräuhaus ist etwas, was mir massiv auf die Nerven geht. Und es ist nicht die deutsch-amerikanische Live-Band in Lederhosen, die von „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ über Neil Diamond-Songs bis hin zur (amerikanischen) National-Hymne einen wilden musikalischen Mix bietet, der für mein Verständnis aber höchst unterhaltsam ist.

Nein, was mich stört, sind die riesigen Flachbildschirme, die überall im Hofbräuhaus an der Decke hängen und Eishockey zeigen. Man mag mich pingelig nennen, aber wenn sich in jedem Winkel eines Hofbräuhauses riesige Flachbildschirme befinden, damit die Gäste, von denen nicht wenige in „Blackhawks“-Shirts erschienen sind, während ihres Brotzeit-Tellers ein NHL-Spiel sehen können, dann hat das mit deutscher Kultur nichts zu tun! Übrigens auch nicht zwingend mit amerikanischer Kultur, denn in einem „Diner“ gibt es auch keine TV-Bildschirme oder maximal einen davon. Und wer unbedingt gleichzeitig essen und die „Blackhawks“ spielen sehen will, der kann das in einer jener unzähligen „Sports-Bars“ tun, die es hier an jeder Ecke gibt.

Trotzdem empfehle ich jedem, der nach Chicago kommt, einen Besuch im Hofbräuhaus in Rosemont – schon wegen der hervorragenden Küche und des „Dunkel-Bieres“, das man sonst nirgends in den USA bekommt. Und da sich Rosemont direkt neben dem O’Hare-Flughafen befindet, ist es auch für Reisende geeignet, die sich eine stundenlange Wartezeit bis zu ihrem Weiterflug etwas kurzweiliger gestalten wollen. Für eine gute deutsche Mahlzeit sollte man mit (automatisch eingerechnetem) Tip i.H.v. 18% und Tax und ohne Getränke 25 bis 30 Dollar kalkulieren, mit Nachtisch ca. fünf Dollar mehr. Das Parkhaus kostet 13 Dollar, aber wer – wie wir – nicht vom Flughafen kommt, der sollte aus unseren Fehlern lernen und vorher sorgfältig die „driving directions“ im Internet studieren.

Dienstag, 12. März 2013

Kulturunsensible „Bacon-Wochen“ bei „Denny’s“! Für einen begrenzten Zeitraum gibt es seit heute eine zweite Speisekarte, auf der man nur Speisen findet, die jede Menge Speck beinhalten. Der „Spicy pepper bacon Jack burger“ ist dank der Peperoni mächtig scharf, auch die Bratkartoffeln mit „Cheddar cheese“ und Bacon erfreuen meinen Gaumen, die Speck-Sandwiches muss ich noch durchprobieren. Aber beim Anblick des „Brownies“ mit Vanille-Eis und Speck dreht sich mir der Magen um – was hat derjenige, der diese Idee hatte, bloß geraucht? Und zu meinem Entsetzen erzählt mir Dawn, dass es tatsächlich Kunden gibt, die ein Schokoladen-Küchlein mit Eis und Speck essen wollen!

Mittwoch, 13. März 2013

Es wird wärmer, besser formuliert: weniger kalt. Dass es in diesem Winter noch einen Schneesturm geben wird, kann ich mir nicht vorstellen. Es regnet immer häufiger und jeder hier weiß, dass als Nächstes die Schneeschmelze kommen und es vermutlich auch die eine oder andere Überflutung geben wird. Was aber im Moment kaum jemanden interessiert, denn in dieser Woche gibt es nur ein Thema – den „St. Patricks Day“ am kommenden Sonntag. Also der Tag eines jeden Jahres, an dem jeder Ire und betrunken ist und der „Chicago River“ grün eingefärbt wird. Kurz: der verrückteste Tag des ganzen Jahres! Dazu mehr, wenn auch ich wieder nüchtern bin.


Bisherige Tagebucheinträge:

» Teil 1: Back in the USA!
» Teil 2: Super-Bowl-Sunday und Hangover-Monday
» Teil 3: Über gute Amerikaner und schlechte Deutsche
» Teil 4: Nach der Kirche gehts ins Diner
» Teil 5: Ein deutsches U-Boot in Chicago
» Teil 6: 11. September 2012? We don’t care!
» Teil 7: Southern Rock in Illinois
» Teil 8: Über eine Opposition, die keine ist




Wiedersehen mit Mohammed & Karl d. Großen (3)

Emmet Scott ist ein Historiker, spezialisiert auf die antike Geschichte des Nahen Ostens. Während der letzten zehn Jahre hat er sich insbesondere mit der späten klassischen Zeit und ihrem Niedergang beschäftigt, den er als eines der wichtigsten Ereignisse der westlichen Zivilisation ansieht. Das vorliegende Dokument ist das letzte Kapitel aus dem Buch von Emmet Scott. Er befasst sich mit den Thesen des belgischen Historikers Henri Pirenne zur Geschichte Europas vor und nach dem Beginn der islamischen Eroberungen um 700 n.Chr. Wir haben den Text übersetzt, leicht umstrukturiert und mit Untertiteln und ->Links versehen. Wir veröffentlichen nachfolgend den dritten Teil unserer vierteiligen Serie (hier Teil 1 und hier Teil 2).

An der vorliegenden Artikelserie über das europäische Mittelalter ist die neue Sichtweise sehr erfrischend: Die bisherige Geschichte blendet den dramatischen über 1000 Jahre andauernden Einfluss des Islam auf Europa mit seiner Gewalt- Eroberungs- und Unterwerfungsdoktrin weitgehend aus. Die existentielle Gefahr, unter der Europa Jahrhunderte lang stand, wird kaum reflektiert. Die Konfrontation Europas mit der seiner Kultur wesensfremden islamischen Doktrin hat zweifellos Fußabdrücke hinterlassen, die bisher gar nicht oder zu wenig untersucht wurden. Emmet Scott mag dabei gewisse Entwicklungen verkürzt und womöglich auch wieder einseitig dargestellt haben. Aber die Richtung stimmt.

Hier jetzt der dritte Teil:


Die klassische Zivilisation wird mit dem „Heiligen Krieg“ konfrontiert

Von 600 n.Chr. an kam die klassische Zivilisation – welche zu dieser Zeit gleichbedeutend war mit dem Christentum – in Kontakt mit einer neuen Macht, die Krieg als heilige Pflicht pries, die Versklavung und Tötung von Nichtgläubigen als religiöse Obliegenheit rechtfertigte, den juristischen Gebrauch von Folter erlaubte und die Exekution von Apostaten und Häretikern gebot. Wenn man alle diese dogmatischen Setzungen zusammennimmt sind sie sicher einmalig unter den religiösen Traditionen der Menschheit und sie können bis zu den Anfängen dieses Glaubenssystems zurückverfolgt werden. Weit entfernt davon, Manifestationen einer degenerierten Phase des Islam zu sein gehen sie zurück auf den Gründer dieser Religion selbst. Wirklich erstaunlicherweise wird diese Religion und Ideologie von Akademikern und Künstlern trotzdem noch immer als aufgeklärt und tolerant angesehen. Tatsächlich besteht bis in unsere Tage eine starke Fraktion in der westlichen Welt, welche den Islam als dem Christentum in allen Belangen überlegen und aufgeklärter einstuft.

Um 650 n.Chr. war nahezu die halbe christliche Welt an diesen neuen „aufgeklärten“ Glauben verlorengegangen und um 715 n.Chr. war der Rest in ernsthafter Gefahr. Diese Ereignisse hatten enorme Auswirkungen. Die Schließung der Mittelmeerschifffahrt bedeutete die Verarmung des westlichen Europa, welches daher genötigt war, so gut wie es ging zu improvisieren. Der Verlust von Papyrus zwang zur Verwendung des enorm teuren Pergamentes und führte logischerweise auch zu einem bedenklichen Verlust der Lese- und Schreibkultur. Die Wikingerkriege welche durch die islamischen Invasionen begünstigt wurden brachten zudem gewaltige Zerrüttungen in den Norden des Kontinents. Als dringend notwendige vereinigende Kraft, welche all die germanischen Königreiche des Westens zur Verteidigung des Christentums zusammenbringen konnte wurde das westliche Reich wieder installiert. Konstantinopel kämpfte um das eigene Überleben und konnte somit nicht eingreifen.

Die westliche Kultur veränderte sich radikal. Zum ersten Mal dachten Christen in Termini wie „Heiliger Krieg“ und die gesamte Theologie war in Bewegung. Diese große Transformation begann in den Jahren nach 650 n.Chr. und das Phänomen, welches wir „Kreuzzüge“ nennen startete eigentlich in Süditalien, spezifischer in Spanien während des siebten und achten Jahrhunderts – als die Christen verzweifelte Rückzugsgefechte gegen die vordringenden Sarazenen fochten um zu retten was zu retten war. Diese Aktionen verlängerten sich zu einem Jahrhunderte dauernden Kampf und hatten einen tief greifenden, zerstörenden Einfluß auf die europäische Zivilisation. Darüber hinaus bedeutete es – als schiere Folge von Macht und Zeit – daß die Christen in zunehmendem Masse Charakteristiken ihrer muslimischen Feinde übernahmen. So regierten in Spanien des elften und zwölften Jahrhunderts christliche Könige über arabisierte Höfe; sie hatten typische muslimische (und klar unchristliche) Gewohnheiten wie die Polygamie übernommen. Das berühmteste oder besser anrüchigste Beispiel dafür war König Friederich II „der getaufte Sultan von Sizilien“; er besaß ein aufwändiges Harem, welches von Eunuchen bewacht wurde. [18]

Der Islam setzt der pax romana ein definitives Ende

Zu diesem direkten Einfluß gab es den verderbenden Effekt des fortwährenden Krieges in welchen das ganze mediterrane Küstengebiet gestürzt wurde. Die Ankunft des Islam brachte das definitive Ende des Friedens im Mittelmeergebiet, die pax romana hatte sogar den Untergang des römischen Reiches überlebt. Mit dem Auftritt des Islam war das Mittelmeer nicht mehr die Hauptverkehrsader sondern die Grenze und zwar eine Grenze der gefährlichsten Art. Piraterie, Plünderung und Gemetzel wurden zur Norm – während mehr als tausend Jahren! Dies wurde speziell von nordeuropäischen Historikern fast völlig übersehen: sie betrachten den Mittelmeerraum im Lichte der klassischen Zivilisation. Die gebildeten Europäer waren von der Zivilisationen der Griechen und Römer derart verblendet, daß sie den jüngeren Teil der Geschichte des Mittelmeeres – immerhin tausend Jahre – behandelten, als hätte er nie existiert. Den Besuchern der Mittelmeerländer werden auf Führungen die Zeugen der klassischen Zivilisation gezeigt: hier kämpfte Cäsar und dorthin brachte Marcus Antonius seine Flotte etc.

Diese verzerrte und romantisierende Sicht auf den Mittelmeerraum und seine Vergangenheit, welche die Brutalität und den Schrecken des vergangenen Milleniums ignoriert, war insbesondere charakteristisch für Forscher mit angelsächsischem Ursprung. Bei ihnen kam das Problem der religiösen Kluft hinzu. Mit der Regierungszeit von Königin Elisabeth I (1533 bis 1603) wurde England zum Todfeind des katholischen Europas – und die katholische Macht jener Zeit war natürlich Spanien. Von da an waren englisch sprechende Historiker stark gegen das katholische Spanien voreingenommen und sie – was nicht erstaunt – favorisierten Spaniens muslimische Feinde. Diese wurden durchwegs als sehr kultiviert und urban geschildert. Damals entstand der Mythos des „goldenen Zeitalters“ des spanischen Kalifates – ein Mythos, welcher, wie wir gesehen haben noch immer in weitem Umfang herumkursiert.

Die Jahrhunderte dauernde Herrschaft des Terrors

In der Tat war die Wirklichkeit ganz anders: Durch die muslimische Eroberung von Nordafrika und Spanien begann eine Herrschaft des Terrors, welche Jahrhunderte lang dauerte. Der Krieg in Spanien zog sich bis ins 15. Jahrhundert hin. Dann entstand in Italien eine neue Front: die aufstrebende Macht der ottomanischen Türken, welche schon Griechenland und den Balkan in Besitz genommen hatte drohte in Italien einzudringen. Diese Gefahr bestand während den folgenden drei Jahrhunderten bis die Türken vor Wien im Jahre 1683 endgültig zurückgeschlagen wurden. Der Papst sah sich mehrmals gezwungen seine Flucht aus Rom ins Auge zu fassen wenn ottomanische Flotten im adriatischen und ionischen Meer aufkreuzten. Nach dem Fall von Konstantinopel im Jahre 1453 sah es so aus, als würden zentrale Regionen von Europa, inklusive Ungarn und Österreich überrannt. Obschon die unmittelbare Gefahr durch den Sieg von ->Johannes Hunyadi bei Belgrad im Jahre 1456 gebannt schien wurde sie im 16. Jahrhundert wieder virulent, als eine gewaltige türkische Streitmacht durch die heilige Liga bei der ->Seeschlacht von Lepanto gestoppt wurde.

Seeschlacht von Lepanto 1571.

Es ist wichtig hier anzufügen, daß die türkischen Verluste bei Lepanto mit 30.000 Mann und 200 von 230 Kriegsschiffen die Türkei nicht daran hinderte, nach nur einem Jahr mit einer neuen riesigen Flotte zurückzukehren. Das spricht Bände für die Hartnäckigkeit und Persistenz der Gefahr, welche sie darstellten. Kurz davor hatten sie ihr Herrschaftsgebiet entlang der afrikanischen Küste westwärts bis Marokko ausgedehnt. Dort regten sie die Sklavenjagden gegen die christliche Bevölkerung im südlichen Europa an. Muslimische Piraten verwüsteten die Küstengebiete von Italien, Spanien, Südfrankreich und Griechenland. Insbesondere die Christen Siziliens, Sardiniens, Korsikas und der Balearen mußten sich mit gräßlichen Piratenrazzien abfinden – verbunden mit Vergewaltigungen und Plünderungen.

Hugh Trevor-Roper hat sehr sorgfältig herausgearbeitet, daß sich die Epoche, die wir heute Renaissance nennen und als Zeitalter von künstlerischem und geisteswissenschaftlichem Fortschritt wie auch überschwänglichem Optimismus betrachten, für die Bewohner Europas jener Zeit ganz anders darstellte. Sogar als Cortes und Pizarro im Namen Karls V von Spanien die reichen Ländereien Mexikos und Perus eroberten, hegte dieser Herrscher düstere Erwartungen betreffend Auflösung der Christenheit. „Wir machten uns auf, wertlose neue Reiche in Übersee zu erobern“, lamentierte der Belgier ->Ogier Ghislain de Busbecq, welchen der römisch-deutsche König Ferdinand I als Gesandten zum türkischen Sultan beordert hatte, „und wir verlieren das Herz Europas“ [19] Die Christenheit, so schrieb er, hängt auf gefährliche Art vom guten Willen des persischen Königs ab, dessen Ambitionen im Osten den türkischen Sultan beständig von weiteren europäischen Eroberungen abhalten. [20]

Diese Ereignisse hatten einen tiefgreifenden Einfluß auf den Charakter der christlichen Bewohner des Balkans und der Mittelmeerregion, eine Tatsache, die von Nordeuropäern nie richtig gewürdigt wurde. Aus dem Blickwinkel von London und Paris spielen die Ottomanen und die Berberpiraten keine wichtige Rolle. Von Rom her gesehen stellte sich die Sache allerdings ganz anders dar. Rom, der Sitz der katholischen Kirche, befand sich mitten in der Frontlinie dieses niemals endenden Krieges. Von Mittelitalien her gesehen wird die Paranoia der Päpste betreffend Häresie und inneren Feinden sicher besser verstehbar.

Ibn Khalduns Ausführungen zum Jihad

Auch die Völker Spaniens, welche die blutige Grenzlinie während Jahrhunderten hielten, wurden verändert. Der Krieg gegen den Islam war für viele, wenn nicht die meisten der spanischen Könige, zur raison d’être geworden. Es war ein immerwährendes Projekt, nicht eine Obsession, eher wie ein normaler Teil des Lebens. Es war absolut klar, daß es mit der islamischen Welt nie Frieden geben würde. Wie hätte es anders sein können, wenn der „Heilige Krieg“ gegen die Ungläubigen für jeden Muslim ein Teil des islamischen Dogmas ist? Die Christen hatten das schon Jahrhunderte früher verstanden und es wurde vom Historiker Ibn Khaldun zum wiederholten Male festgestellt:

„Für die muslimische Gemeinde ist der heilige Krieg eine Pflicht aufgrund der Universalität der muslimischen Mission und der Verpflichtung, jedermann zum Islam zu bekehren – ob durch Überzeugung oder durch Gewalt. Folglich sind im Islam Kalifat und königliche Autorität vereint, damit die verantwortliche Person die zur Verfügung stehende Kraft/Energie für beide Bereiche – die der Religion und der Politik – gleichzeitig einsetzen kann. Die anderen religiösen Gruppen hatten keine universelle Mission und der „Heilige Krieg“ war keine Pflicht für sie, außer für Verteidigungszwecke. Daraus folgt, daß sich die Person (in den anderen religiösen Gruppen), die für die religiösen Angelegenheiten verantwortlich ist, nicht mit Machtpolitik beschäftigt. Unter ihnen erlangen diejenigen Leute, die die königliche Autorität innehaben, diese durch Zufall und auf eine Art und Weise, die nichts mit Religion zu tun hat. Sie kommen an die Macht aufgrund des zwingenden Resultats einer Gruppenzugehörigkeit, die inhärent königliche Autorität zu erlangen verpflichtet wären, Macht über andere Nationen zu gewinnen, wie das ja eben im Islam der Fall ist. Von ihnen wird lediglich gefordert, daß sie die Religion innerhalb ihres eigenen Volkes aufbauen. Das ist der Grund, warum sich die Israeliten nach Moses und Joshua während ca. vier Jahrhunderten nicht um königliche Autorität kümmerten. Ihr einziges Anliegen war die Gründung ihrer Religion.

Danach herrschte Zwietracht unter den Christen bezüglich ihrer Religion und der Christuslehre. Sie spalteten sich in Gruppen und Sekten, was die Unterstützung der verschiedenen christlichen Regenten gegeneinander absicherte. Zu verschiedenen Zeiten gab es verschiedene Sekten. Schlußendlich kristallisierten sich diese Sekten in drei Gruppen, die dann die christlichen Sekten ausmachten. Sie waren die Melchiter, die Jakobiter und die Nestorianer. Andere waren bedeutungslos. Wir glauben nicht, daß wir die Seiten dieses Buches mit der Diskussion über die Dogmen ihres Unglaubens schwärzen sollten. Sie sind im allgemeinen bekannt. Sie sind alle des Unglaubens. Dies wird im noblen Koran klar konstatiert. Diese Angelegenheiten mit ihnen zu diskutieren oder mit ihnen darüber zu streiten, ist nicht unsere Sache. Sie müssen sich entscheiden, ob sie zum Islam konvertieren, Schutzgeld bezahlen oder getötet werden.“ [21]

->Ibn Khaldun wurde in Andalusien geboren, aber was er über den Jihad schrieb, wurde von jedem spanischen Monarchen verstanden, ob christlich oder maurisch. Das Überleben der iberischen Halbinsel war für die kastilischen Könige stetig bedroht und zwar von jeder Region, von der aus der Islam Überfälle lancieren konnte. Die Verkleinerung des islamischen Spaniens auf südlich gelegene Befestigungen in Andalusien machte die Christen keinesfalls sicherer. Jetzt ging die Bedrohung nicht mehr von Nordafrika aus, sondern von der Türkei. Die Existenz von Granada terrorisierte die Existenz des christlichen Spaniens, denn die Ottomanen konnten es jederzeit als Brückenkopf für eine zweite Eroberung der Halbinsel benutzen. Also mußte Granada verkleinert werden, koste es was es wolle. Doch auch nachher fühlten sich die Spanier nicht sicher. Der Krieg gegen den Islam würde wie gehabt weitergehen. Die Muslime bedrohten jetzt Italien und das ganze westliche Mittelmeergebiet, Spanien konnte als nächstes drankommen.

Den Islam westwärts umschiffen

Sogar die Entdeckungsreisen wurden unter dem Gesichtspunkt der islamischen Bedrohung unternommen. Zum Beispiel hatte die erste Reise von Kolumbus das Ziel, eine direkte Route nach Ostindien aufzutun, muslimisches Territorium umschiffend „den Islam von Hinten anzugehen“, wie es Louis Bertrand ausdrückt, „und mit dem großen Khan eine Allianz zu schmieden – eine sagenhafte Gestalt, von der man annahm, daß er dieses Gebiet beherrschte und der christlichen Religion wohlgesonnen war …“ [22] Bertrand insistiert auf dieser Sichtweise, welche er auf sechs Seiten hervorhebt. Er sagt, die Entdeckungsreisen sollten eine neue Ära einläuten „im Kreuzzug gegen die Mauren, der auf einer neuen und sichereren Route weiterzuführen sei. Dem Islam sollte über Indien ein tödlicher Hieb versetzt werden.“ [23]

Louis Bertrand war sich der Verbindung zwischen den Erschließungen der Konquistadoren in Amerika und dem Krieg gegen den Islam so sicher, daß er die Eroberung Amerikas als eigentlichen „letzten Kreuzzug“ benennt.

Die „schwarze Legende“ und das Vorbild der Muslime

Es braucht keine neue Aufzeichnung der Konquistadoren in der Neuen Welt: es ist eine von Grausamkeit und Gier monumentalen Ausmaßes. Trotzdem waren die Vorgehensweisen der Spanier dort – sie gaben Anlaß zur Entstehung der ->Schwarzen Legende – genau das, was sie in der Schule der Kalifen gelernt hatten. Mit Louis Bertrand’s Worten: „Gier nach Gold, blutrünstige Überfälle, die fieberhafte Suche nach verborgenen Schätzen, Folter von Gefangenen zur Erpressung von Aussagen über diese verborgenen Orte – alle diese barbarischen Vorgehensweisen und Laster, die die Konquistadoren in Amerika zur Anwendung brachten, haben sie in den Schulen der Kalifen, Emire und maurischen Könige gelernt.“ [24] In der Tat können alle Charakterzüge, die mit Spaniern assoziiert, und für die sie so gründlich von englisch sprechenden Historikern kritisiert wurden, auf den Kontakt mit dem Islam zurückverfolgt werden.

„Die übelste Angewohnheit, welche die Spanier übernommen hatten, war der Parasitismus der Araber und Nomaden Afrikas: auf Kosten der Nachbarvölker zu leben. Die Raubzüge wurden zu einer eigentlichen Institution ausgebaut; Plünderung, Erpressung und Piraterie als einzige Lebensgrundlage für bewaffnete Männer angesehen. Auf die gleiche Art und Weise, wie diese in maurischen Territorien ihren Lebensunterhalt verdienten, gewannen die Spanier später ihr Gold in Mexiko und Peru.“

„Sie führten auch dort die barbarischen hier zusammengefaßten Praktiken der Araber ein:

– jedermann mit Feuer und Schwert bedrohen
– Fruchtbäume abholzen
– Ernten vernichten, ganze Landstriche verwüsten, um den Feind auszuhungern und gefügig zu machen
– überall Sklaven generieren
– die Bevölkerung der eroberten Länder zu Zwangsarbeit verdammen.

Alle diese verabscheuungswürdigen Vorgehensweisen lernten sie von den Arabern.“

„Die Sklaverei hielt sich während Jahrhunderten im christlichen Spanien genau so, wie es in islamischen Ländern üblich war. Ganz sicher haben die Spanier von den Arabern auch die Unnachgiebigkeit ihres Fanatismus und den Anspruch, wenn nicht gar die Auserwählten Gottes, so doch mindestens die katholischste Nation der Christenheit zu sein. Philip II, wie auch Abd er Rahman oder El Mansur, war ein Verteidiger des Glaubens.“

„Schließlich blieb es nicht ohne ansteckende Wirkung, daß die Spanier während Jahrhunderten mit ideologischen Fanatikern im Kontakt waren, die ihre Feinde kreuzigten und frohlockten, wenn sie Tausende von abgeschlagenen Schädeln zu Triumphhaufen auftürmten. Die Greuel der Araber und Berber war eine lehrreiche Schule auf der Halbinsel. Die Grausamkeit der Emire und Kalife, die ihre Brüder und Söhne mit eigenen Händen umbrachten, war Vorbild für Pedro den Grausamen und Henri von Trastamare, diese Würger in Würden – nicht besser als gemeine Mörder.“ [25]

Woher kommt der mörderische Antisemitismus?

Eines der meist beklagten Charakteristika des mittelalterlichen Europas war sein virulenter und nicht selten gewalttätiger Antisemitismus. Allerdings gab es die extreme Form davon im mittelalterlichen Europa nicht vor dem 11. Jahrhundert. In der Tat wurden die ersten Massaker an europäischen Juden in Spanien durch den muslimischen Mob im frühen 11. Jahrhundert ausgeführt, 1011 in Cordoba und 1066 in Granada. Es ist zweifellos wahr, daß die Christen eine lange Geschichte von Antagonismus gegenüber Juden hatten, die schon vor der Anwesenheit des Islam vorhanden war. Die Gegnerschaft war beidseitig und jüdische Führer der frühen Jahrhunderte waren in ihrer Verdammung des Christentums genauso lautstark wie Christen gegenüber dem Judentum. Ernsthafte Gewalt zwischen den beiden Gruppen war allerdings unüblich und das erste wirkliche Pogrom, das in Europa von Christen gegen Juden angestrengt wurde, fand nicht früher als zu Beginn des ersten Kreuzzuges 1096 statt. Das sind 30 Jahre nach dem Massaker von Granada.

Seit der römischen oder vielleicht schon vor-römischen Zeit war Spanien die Heimat einer großen jüdischen Gemeinde. Als Folge der islamischen Eroberung von 711 kamen die Juden unter die Herrschaft eines Glaubens, der von Anfang an bösartig und gewalttätig antijüdisch war. Für die Muslime war die diesbezügliche Anleitung von ihrem Gründer Mohammed vorgegeben. Es ist überflüssig, alle antijüdischen Aussagen von Koran und ahadith aufzuzählen, in denen die Hebräer als die hinterhältigsten, widerständigsten und unerbittlichsten Feinde Allahs dargestellt werden. Im Koran Sure 2, Verse 63–66 verwandelt Allah einige Juden, die den Sabbat nicht eingehalten hatten, in Affen: „Werdet ausgestoßene Affen“. Im Koran Sure 5, Verse 59-60 weist Er Mohammed an, die „Leute des Buches“ an diejenigen zu erinnern, die „Allah verflucht hat und wem Er zürnt – und verwandelt hat Er einige von ihnen zu Affen und Schweinen…“ Noch einmal hören wir in Sure 7, Vers 166 von den Sabbat-brechenden Juden: „Und als sie sich trutzig von dem Verbotenen abwendeten, sprachen Wir zu ihnen: ‚Seid verstoßene Affen!'“

->Alle Juden sind Affen und Schweine

Aus den gleichen Quellen wissen wir, daß die erste gewalttätige Aktion Mohammeds gegen die Juden den Banu Quaynuqa galt.

->Belagerung und Vertreibung der Banu Quaynuqa

Dieser Stamm lebte in Medina unter dem Schutz der Stadt. Mohammed „ergriff die Gelegenheit eines zufälligen Tumultes“ und befahl den Quaynuqa (oder Kainoka), seine Religion anzunehmen oder zu kämpfen. In den Worten von Edward Gibbon: „Der ungleiche Kampf war innerhalb von 14 Tagen beendet; nur mit starkem Widerstreben kam Mohammed dem beharrlichen Bedrängen seiner Verbündeten nach und erteilte die Zustimmung, das Leben der Gefangenen zu verschonen.“ (Decline and Fall, Kapitel 50) Bei späteren Überfällen auf die Juden kamen die hebräischen Gefangenen nicht so gut weg.

Der berüchtigtste Überfall Mohammeds gegen die Juden erfolgte gegen die Banu Quraiza. Diesen Stamm, der nahe Medina siedelte, griff der Prophet mit seinen Kriegern ohne Vorwarnung an und nach der Niederlage wurden alle Männer jenseits der Pubertät geköpft. Einige islamische Autoritäten behaupten, Mohammed hätte bei der Exekution persönlich Hand angelegt. Die dem Tode geweihten Männer und Knaben – ihre Zahl wird mit 500 bis 900 angegeben – mußten den Graben für ihr zukünftiges Grab selber ausheben. Alle Frauen und Kinder wurden versklavt. Diese Taten werden im Koran als von Allah persönlich ausgeführt beschrieben und sind damit vollständig durch göttliche Zustimmung sanktioniert.

->Die Vernichtung der Banu Quraiza

Der Vernichtung der Banu Quraiza folgte bald darauf der Angriff auf die Juden in Khaybar. Bei diesem Überfall befahl der Prophet, daß man ein jüdisches Stammesoberhaupt foltere, um Informationen über einen verborgenen Schatz zu erhalten. Nachdem man letzteren gefunden hatte, wurde der Mann geköpft.

->Unterwerfung von Khaybar

Was hatte Mohammeds scheinbar unerbittliche Feindschaft gegen die Juden verursacht? Laut ->Edward Gibbon war es die Verweigerung der Juden, ihn als ihren lange erwarteten Messias anzuerkennen „die seine Freundschaft in unerbittliche Feindschaft – mit der er diese unglücklichen Menschen bis zu seinem Tode jagte – verwandelt hatte. Diese Doppelrolle als Apostel und Eroberer konnte (und kann) er auch von seinem Grab aus verfolgen.“ (Decline and Fall, Kapitel 50)

Waren die Muslime je tolerant gegen die „Schriftbesitzer?

Es ist eine weit verbreitete historische Fiktion, daß sich – abgesehen von der Verfolgung der arabischen Juden durch den Propheten – Muslime und Islam generell nachsichtig gegenüber den Schriftbesitzern gezeigt hätten; letzteren wurde im allgemeinen der dhimmi („Schutz“) Status der islamischen umma (Gemeinde) gewährt. Den erhielten auch die Christen, er schloß aber – wie Bat Ye’or ausführlich gezeigt hat – keine Rechtsgleichheit mit den Muslimen ein. Im Gegenteil: die dhimmis waren bestenfalls einer ganzen Batterie von diskriminierenden und erniedrigenden Gesetzen sowie endloser Ausbeutung ausgeliefert.

->Dhimmitude und Schutzgelderpressung
->Nichtmuslimische Untertanen des muslimischen Staates

Schlimmstenfalls konnten sie auf der Straße ohne Hoffnung auf gesetzliche Wiedergutmachung ermordet werden. Eine der übelsten Maßnahmen gegen sie war das Gebot des Tragens einer bestimmten Farbe, damit sie, zwecks Ausbeutung und Mißbrauch, leichter erkennbar waren. Bat Ye’or weist darauf hin, daß dieses Gesetz gleich zu Beginn des Islam vollstreckt wurde. Es gab keine kontinuierliche Gewalttätigkeit, aber die Ausbeutungs- und Mißbrauchsmuster, die vom Propheten im Arabien des 7. Jahrhunderts initiiert worden waren, wiederholen sich durch die gesamte Geschichte hindurch. Die ersten Judenmassaker in Europa, die vom muslimischen Mob in Spanien vom Stapel gerissen wurden, folgten auf vorangegangene in Nordafrika und waren die Fortführung der Vernichtung arabischer Stämme und Völker durch Mohammed.

Es gab aber auch Zeiten, in denen ein Anflug von Toleranz gegenüber den Juden und Christen gezeitigt wurde. Es konnte gar nicht anders sein. Als die Araber während des 7. Jahrhunderts die riesigen Gebiete von Mesopotamien, Syrien und Nordafrika erobert hatten, befanden sie sich in einer kleinen Minderheit, die über eine enorme Anzahl von Christen und einen geringeren Anteil von Juden regierten. Also mußten sie die Sache mit Vorsicht vorantreiben. Wie alle Eroberer lernten die Araber schnell, jegliche internen Konflikte auszunützen; hauptsächlich war es in ihrem Interesse, die Christen und Juden zu entzweien. Vor allem kam das in Spanien zum Tragen, wo die jüdische Bevölkerung sehr groß war. Eine vereinigte jüdisch-christliche Front hätte extrem gefährlich sein können, so war es gänzlich im Interesse der Eroberer, Zwietracht und Argwohn zwischen diesen beiden Gemeinden zu säen. Hier die Worte von Bat Ye’or: „Die arabischen Invasoren wußten, welchen Vorteil sie vor Ort aus den Uneinigkeiten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen schlagen konnten, um ihre eigene Autorität zu etablieren. Erst bevorzugten sie die eine, dann die andere, immer mit der Absicht, jede durch die Strategie ‚Teile und Herrsche‘ zu schwächen und zu ruinieren.“ [26]

» Teil 4 folgt in Kürze




Andreas Unterberger zu Ungarn

Die europäischen Sorgen um Ungarn sind weitgehend unberechtigt – dennoch sollte sich Europa um Ungarn und die falsche Politik seines Machthabers Viktor Orban (Foto) große Sorgen machen. Das klingt paradox. Das ist aber zwingendes Ergebnis einer eingehenden Analyse der ungarischen Fakten. Europa macht sich die völlig falschen Sorgen. In Ungarn wird keine Diktatur ausgerufen, wie uns die einen weismachen wollen. Ungarn donnert aber aus eigener Schuld ökonomisch gegen die Wand. Was die anderen ignorieren… (In den letzten Wochen kam Ungarn schon wieder völlig zu Unrecht unter Beschuß der EU und der ignoranten linken Medien. Hier eine Klarstellung von Andreas Unterberger!)