1

Türkei macht Stimmung gegen Deutschland

Im aktuellen Fall des von Türken totgeprügelten Daniel S. sind die ansonsten omnipresenten türkischen Jammer- und Forderverbände wie die DITIB oder die Türkische Gemeinde Deutschlands auf Tauchstation gegangen. Umso lautstärker äußerten sie sich bis hin zu türkischen Politikern im Falle der wahrscheinlich durch einen technischen Defekt ausgelösten Brandkatastrophe von Backnang. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass rassistische Angriffe und Gewalt von Neonazis sich immer gegen unsere Brüder und Schwestern dort richten“, sagte Devlet Bahceli (Foto l.), Parteichef der nationalistischen MHP.

Die WELT berichtet:

Eine aus der Region stammende 40 Jahre alte Mutter und sieben ihrer zehn Kinder waren am Sonntag bei dem Feuer in einem Wohnhaus ums Leben gekommen. Als wahrscheinliche Ursache für das Flammeninferno vermuten die Ermittler einen technischen Defekt.
Die Bestattung wurde begleitet – oder besser, überschattet – von direkten und indirekten Misstrauensbekundungen gegenüber den deutschen Behörden. Teilweise schienen politische Parteien den Vorfall ausschlachten zu wollen. Die deutsche Polizei hatte vor wenigen Tagen erklärt, aller Wahrscheinlichkeit nach sei ein kaputter Herd die Brandursache.

Aber die nationalistische Partei MHP äußerte scharfe Kritik an dieser Feststellung. Parteichef Devlet Bahceli nannte die Herd-Theorie „verfrüht“, und sagte, solche Verlautbarungen würden die Ermittlungen behindern. Vor Abgeordneten seiner Parlamentsfraktion verwies er auf „verdächtige Umstände“ des Brandes und fragte rhetorisch, warum Wohnungsbrände in Deutschland eigentlich immer da ausbrechen, wo Türken wohnen. „Leider wissen wir alle, welche Schmerzen und Qualen Türken in Deutschland durchleiden“, sagte er. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass rassistische Angriffe und Gewalt von Neonazis sich immer gegen unsere Brüder und Schwestern dort richten.“

Auch das Außenministerium schien der deutschen Darstellung nicht ganz zu trauen. Es erwähnte die Erklärungen der deutschen Polizei, fügte aber hinzu, die Erfahrung der Vergangenheit mache es nötig, das Feuer gründlicher zu untersuchen. Auch Vizepremier Bekir Bozdag rief die deutschen Behörden auf, in der Angelegenheit weiterhin zu ermitteln. Er fügte allerdings hinzu, dass die Indizien bislang für einen technischen Defekt als Brandursache sprächen.

Und weiter:

Faruk Sen, der bis 2008 das Zentrum für Türkeistudien leitete und nun eine „Türkisch-Deutsche Stiftung für Bildung und Forschung“ leitet, forderte die türkischen Behörden auf, bei der EU gegen Deutschland vorzugehen. „Wenn drei Millionen Deutsche in der Türkei leben würden, und solche Brände würde das Leben von deutschen Auswanderern kosten, dann würde Deutschland die Europäische Union auf den Plan rufen. Aber leider erhebt die Türkei ihre Stimme zu wenig zu diesen Bränden.“

Die Türkei soll von Deutschland eine aussagekräftige Statistik einfordern. Wieviele Morde / Verbrechen pro Jahr werden in Deutschland verübt, und welche Volkszugehörigkeit besitzen Opfer und Täter? Die deutsche Polizei wird seitens unserer Politiker daran gehindert, aussagekräftige Statistiken zu erstellen:

Ähnlich steht es um die alte Streitfrage, ob der Zuwanderungshintergrund von Straftätern erfasst werden soll. Nachdem aus Berlin bekannt geworden war, dass dort 81 Prozent der jungen Intensivtäter Zuwanderungsgeschichte besitzen (fast ausnahmslos türkische oder arabische), forderten CDU und Polizeiverbände, auch in NRW die Zuwanderungsgeschichte zu erfassen, weil man Probleme nur lösen könne, wenn man ihr Ausmaß kenne.

Auch dies lehnte Rot-Grün ab. Übrigens aus einem noblen Motiv: Den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte könnte daraus allzu pauschal ein Strick gedreht werden. Wo man in diesem Streit auch stehen mag – Fakt ist: Über gruppenfeindliche Kriminalität und potenziell gewaltaffine Milieus wissen wir weniger als möglich.

Wir möchten unsere Leser auch noch kurz auf einen Wohnungsbrand im Jahre 1997 in Krefeld aufmerksam machen, bei dem ebenfalls seitens der Türkei gegen Deutschland Stimmung gemacht wurde. Damals kamen drei türkische Familienangehörige durch ein gelegtes Feuer ums Leben. Sofort wurde die Nazikeule geschwungen und die Türkei spielte sich wieder als Schutzmacht seiner hier freiwillig lebenden Bürger auf. Wie sich recht schnell herausstellte, war der Täter der türkische Ehemann. Der Spiegel berichtete damals:

In der türkischen Presse lauteten die Schlagzeilen: „Sie haben noch eine Familie verbrannt“ und „Wieder Grausamkeit in Deutschland“. Der türkische Ministerpräsident Erbakan warf Bonn eine „Mitschuld am rechtsradikalen Anschlag“ vor, er erkannte eine „Anti-Islam-Kampagne“ in Deutschland. Während die Staatsanwaltschaft vorsichtig erste Zweifel an dem Verdacht eines rechtsradikalen Anschlags äußerte, heizte die türkische Innenministerin den politischen Brand noch heftiger an: „Wohin wir Türken auch gehen, wir krallen uns fest. Deshalb können sie uns jetzt nicht rausschmeißen, aber jetzt verbrennen sie uns.“ Demir schwor als verzweifelter Ehemann und Vater den Mördern Rache: „Ich werde sie alle bestrafen. Ich fühle einen unendlich tiefen Schmerz. Wer ist nur zu so etwas fähig?“ Der türkische Botschafter Volkan Vural kondolierte ihm vor dem Brandhaus.

Und immer daran denken, liebe türkischen Politiker. Eure in Deutschland lebenden Brüder und Schwestern leben anscheinend lieber freiwillig im achso bösen Deutschland als in der Türkei, in der Ihr Eure religiösen Minderheiten bekämpft. Und wenn Ihr ehrlich wärt, würdet Ihr zugeben, dass die ständigen Vorwürfe gegen Deutschland nur dazu dienen, den Widerstand gegen den EU-Beitritt zu verringern.