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Ist der Euro eine Gefahr für den Frieden?

[1]Griechen gegen Deutsche, Italiener gegen Franzosen, Spanier gegen Engländer. Deutsche nennen Griechen faul und asozial, Griechen titulieren die Deutschen als Nazis, die Italiener haben schon gar keine Regierung mehr und Premierminister souveräner Staaten werden abgesägt. Politiker der Blockparteien, wie Joschka Fischer und Wolfgang Schäuble, haben für bis zu 60% Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland nur Hohn und Spott übrig. Ja, sie wünschen sich sogar eine möglichst lange Krise [2] – denn ohne Krise können sie ihre Vision von einer ‚besseren’ Welt nicht in die Realität umsetzen. Aber es geht schon lange nicht mehr um Geld – die gegenwärtige Euro-Politik bedroht den Frieden in Europa!

(Von Arent)

Die Strategie der Blockparteien

Die Strategie der Blockparteien wurde schon vor Jahren in einigen Stratfor-Analysen [3] ziemlich schön dargelegt:

[…] However, the driving force behind developments in Europe in 2012 will be political, not economic. Germany, seeing an opportunity in the ongoing financial crisis, is using its superior financial and economic position to attempt to alter the eurozone’s structure to its advantage. The core of this „reform“ effort is to hardwire tight financial controls into as many European states as possible, both in a new intergovernmental treaty and in each state’s national constitution. […]”

Die vermehrte Überschuldung wirtschaftsschwächerer Staaten durch den Euro und die resultierende Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit – und damit Abhängigkeit der südlichen Länder von Darlehen aus EU-Töpfen – gibt Deutschland den nötigen Hebel, um sie sukzessive zur Aufgabe ihrer Finanzhoheit und nationalen Souveränität zu zwingen. Bestes Beispiel ist der griechische Premier Papandreou, der es wagte, über eine Volksabstimmung nachzudenken:

“[…] In 2011, Germany used its superior economic and financial position as leverage to help ease the elected leaderships of Greece and Italy out of office, replacing them with unelected former EU bureaucrats who are now working to implement aspects of the German program.[…]”

Die Krise ist also gewollt – Reformen und Schuldenabbau sind es nicht. Und Griechenland und andere Länder sollen vor allem deshalb nicht austreten und zur Drachme zurückkehren, weil man dann ja gar kein Druckmittel mehr hätte, Griechenland zur Aufgabe seiner Souveränität zu zwingen.

Nun kann man über Europa denken was man will. Man kann es toll finden. Man kann es doof finden. Aber eines ist wohl klar: Die Deutschen haben gar keine Lust, sich Griechenland, Italien, Spanien untertan zu machen, schon gar nicht gegen den Willen der Menschen in diesen Ländern. So etwas gibt – zu Recht – nur böses Blut. Den Schlamassel eingebrockt hat den – durchaus friedliebenden – Europäern mal wieder eine dieser dümmlichen Ideologien, die die Welt und den Menschen an sich ‚verbessern’ will, Frieden und Toleranz predigt – und am Ende, wie beim letzten Mal, den Kontinent in den Krieg stürzt.

Die ‚Verfassung’ Europas ist ein haarsträubendes Stückwerk. Die Kommissionen und Parlamente genießen weniger Glaubwürdigkeit als der UN-Menschenrechtsrat. Die Nationalstaaten selbst zeigen Desintegration. In ganzen Stadtteilen und Vororten größerer Ballungszentren herrschen bereits heute buchstäblich Banden und Clans. Und schaut man sich die so euphemistisch wie diffus bezeichnete ‚Integrationspolitik’ an, bekommt man unwillkürlich den Eindruck, dass bevorzugt Guantanamo-Häftlinge, somalische Piraten, Hassprediger, Antisemiten und Rassisten nach Europa geholt werden. Nicht obwohl, sondern gerade weil die propagierte Toleranz für die Intoleranz über kurz oder lang zu einem Zerbrechen der bestehenden Staatsstrukturen und einer Hinwendung zu autoritären Strukturen führen muss.

Die Angst vor einem europäischen Nationalismus

Die Menschen haben keine Lust auf Experimente. Das macht auch Sinn. Schaut man sich die Geschichte an, so fällt auf, dass friedliche Einigungen von Staaten praktisch immer durch die Schaffung einer gemeinsamen Identität erreicht wurden. Die Idee, man könne ein langfristig stabiles Europa auf bloße wirtschaftliche Strukturen gründen, ist absurd. Ein solches Europa zerbricht beim ersten Hauch einer Krise. Das wissen auch die Blockparteien. Aber die Alternative zu einem Wirtschaftseuropa ohne Seele ist das, wovor sie sich eben auch am meisten fürchten: Ein Europa mit Seele, ein europäischer Nationalismus, eine gemeinsame Identität.

Diese Identität, dieses Zusammenwachsen Europas gibt es interessanterweise bereits, nur so ganz anders und in ganz anderen Milieus, als es den Blockparteien lieb ist. Es gibt dieses Zusammenwachsen – im Grunde wenig verwunderlich – gerade in den ärmeren Schichten, der konservativen und der islamkritischen Szene. Die Defence League-Bewegung, die ihren Anfang in den englischen Vorstädten nahm, die Identitären, ursprünglich aus Frankreich, die von Geert Wilders angedachte International Freedom League, sind alle genau das – europäische, aufgeklärte Bewegungen, eine europäische Identität. Sie alle hätten das Potential Europa jenseits von Geld und Macht tatsächlich und nachhaltig zu einen. Im Grunde sind sie sogar noch viel mehr – sie haben fast schon ‚traditionell’ Kontakte nach Indien, Amerika, China, Afrika und Australien.

Alle diese Menschen brauchen kein Geld und keinen Euro um zusammenzuhalten. Sie wollen sich auch nicht Griechenland oder Deutschland oder die Schweiz untertan machen. Sie wollen nicht die Welt erobern. Sie wollen die Welt auch nicht verbessern. Sie wollen keine Experimente. Sie wollen einfach nur in Ruhe und in Frieden leben.

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