Na, sowas! Neonazi-Netzwerk entdeckt!

Ein „Netzwerk“ wurde also aufgedeckt, das bis zu dieser Zschäpe reichte. Man hat ihr seitens gewisser Kameraden sogar Briefe geschrieben! Unerhört. Und die ganze „Aufdeckung“ ein Verdienst der SED/PDS/Linken? Gem. §119 Abs.1 StPO ist die Post der Zschäpe mit Sicherheit entweder vom OLG oder von der Bundesanwaltschaft kontrolliert, d.h. gelesen worden. Alles was da drinstand, war also schon lange bekannt. Anhalten kann man die Post allerdings (bisher) nur, wenn sich daraus Flucht- oder Verdunkelungsgefahr ergibt, nicht weil ein Nazidepp „mit kameradschaftlichen Grüßen“ schließt oder irgendwo die Zahl 88 vorkommt.

Die Bildung von „Netzwerken“ ist meines Wissens nach bisher Gefangenen nicht verboten. Linke Gefängnisinsassen bilden seit jeher Netzwerke unter sich und nach draußen. Das war schon zu Zeiten der RAF so und hat sich seither nicht geändert. „Rote Hilfe“ heißt das. Es gibt sogar eine Website und ganz offizielle Organisationstrukturen. Ex-Juso-Vorsitzende Drohsel war Mitglied. (Das schreibt FAZ-Leser Müller auf die lächerliche Sensationsmeldung, die gerade durch die Presse gereicht wird. Er weiß noch nicht, daß die Chefin der Grünen Jugend, Sina Doughan, ebenfalls in der Roten Hilfe sitzt! Das interessiert die gleichgeschaltete Presse aber nicht.)