1

3. Oktober oder 17. Juni?

Welchen Nationalfeiertag sollten freiheitlich denkende Deutsche in diesem Jahr feiern? Ist der 3. Oktober überhaupt noch zu retten? Ist die Zeit nicht längst reif für eine moderne Neuentdeckung des 17. Juni? Oder sollte man 3. Oktober und 17. Juni als gleichwertige Feiertage begehen?

(Von Martin)

3. Oktober

Der 3. Oktober hatte es seit seiner Einführung 1990 nicht leicht: Er ist ein Tag ohne bewegendes Ereignis. An die steife Zeremonie zwischen Kohl und einem DDR-Pseudopremier, dessen Namen man aus dem Gedächtnis hervorkramen muss, erinnert sich kein Mensch. Der 3. Oktober war und ist ein schwerfälliger Feiertag, an dem man nie genau weiß, wie man ihn eigentlich feiern soll. Außerdem wirkt der 3. Oktober jedes Jahr ein bisschen älter: Er bezieht sich auf ein abgeschlossenes Kapitel der Vergangenheit. Seine zukunftsweisende Botschaft („Einheit der Deutschen“) ist heute politisch unerwünscht. Natürlich: diese Verdrängung der nationalen, deutschen Botschaft durch die offizielle Politszene wäre eigentlich ein Argument, ihn zu feiern. Aber der 3. Oktober ist längst auch für freiheitlich und konservativ denkende Deutsche beschädigt: Wulffs Ausrufung der „Bunten Republik“ am 3. Oktober 2010, sein gefährliches Geschwätz, eine gewaltbefürwortende, rassistische und judenfeindliche Ideologie wie der Islam gehöre ohne Wenn und Aber zu Deutschland, lässt bei vielen Deutschen schon lange keine Feierlaune mehr aufkommen. Außerdem bewirbt die türkische Regierung in Ankara über ihr Religionsministerium (DITIB) den 3. Oktober in Deutschland als „Tag der offenen Moschee“ – ein frecher Versuch eines fremden Staates, die inhaltliche Schwachbrüstigkeit dieses deutschen Feiertags für islamistische Propaganda und politreligiöse Missionstätigkeiten auszunutzen.

Soll man den 3. Oktober also überhaupt noch feiern? Und wenn ja, wie? Am 3. Oktober deutsche Fahnen hissen – wirkt das nicht ziemlich altbacken? Kann man am 3. Oktober Freunde einladen: „Kommt mal rüber, wir feiern die deutsche Einheit!“ Macht man sich damit nicht lächerlich? Pendelt der 3. Oktober nicht hoffnungslos hin und her zwischen nichtssagender Langeweile und einem biederen Spießbürgerpatriotismus?

Im Grunde spricht aus freiheitlicher und konservativer Sicht nichts dagegen, am 3. Oktober der Einheit der Deutschen zu gedenken und darauf zu vertrauen, dass wir auch in Zukunft ein Volk bleiben werden – für immer und ewig. Aber der 3. Oktober wird sich in den nächsten Jahren immer stärker zu einer politkorrekten Mischung aus „Tag der EUdSSR-Einheit“ und „Tag der Bunten Republik“ entwickeln. Abstand halten zum 3. Oktober bedeutet daher auch: Abstand zu dieser Wandlung von einem Symboltag deutscher Demokratie zu einem Symboltag für antideutschen Totalitarismus.

17. Juni

Schon seit der Wulffschen Islam-Rede von 2010 wird der 17. Juni als freiheitliche Alternative zum beschädigten 3. Oktober diskutiert. Unser früherer Nationalfeiertag hat all das, was dem 3. Oktober fehlt: Er hat eine klare antitotalitäre Botschaft. Er ist eindeutig antisozialistisch. Er steht unmissverständlich für die Freiheit und das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen. Er ist ein zeitlos gültiger Aufruf, sich jeder Form von Fremdherrschaft zu widersetzen. Mit diesen Aussagen richtet er sich gegen die politkorrekte Zwangsideologie, er hat einen eindeutig konterrevolutionären Charakter – das macht ihn subversiv und interessant.

Also: Mitmachen, mitfeiern und privat Flagge zeigen! Die Botschaft des 17. Juni ist brandaktuell. Sie wird sofort verstanden. Wer privat zum 17. Juni einlädt, wird sich keine Absage einfangen.