Das Attentat in Sarajevo vom 28. Juni 1914 mündete Wochen später in den Ersten Weltkrieg. Nächstes Jahr um diese Zeit findet das einhundertjährige Jubiläum statt, und die Alliierten, zum Beispiel die Franzosen, sind schon mittendrin in den Vorbereitungen für die Festivitäten. Was die nächsten zwölf Monate kommt, ist schon jetzt vorhersehbar. Man nimmt sich mal eine Auszeit von der ewigen Hitler-Litanei und schiebt den Deutschen zur Abwechslung auch die totale Schuld am Ersten Weltkrieg in die Schuhe, wobei die hiesigen gehirngewaschenen 68er Historiker samt der Qualitätspresse einstimmen werden.

Bei den Serben, mit denen die Franzosen besonders befreundet sind, gilt der Attentäter, der bosnische Serbe Gavrilo Princip, natürlich als unsterblicher Freiheitsheld, wie die FAZ meldete, und das ist erst der Anfang des Reigens, den PI kritisch verfolgen wird. Dabei galt noch bei den Sozialdemokraten in der Weimarer Republik die Behauptung, der Kaiser habe den Krieg entfesselt, als Kriegsschuldlüge.

Es gibt aber seriöse Gegenstimmen. Der Schotte Niall Ferguson, der derzeit als Historiker immer wieder Schlagzeilen macht, hatte schon 1998 das Buch „The Pity of War“ geschrieben, in dem er die These aufstellt, ohne den britischen Kriegseintritt hätte sich ein blühendes Europa unter deutscher Dominanz entwickeln können.

Und Professor Hans Fenske benennt in einer aktuellen Untersuchung ((Der Anfang vom Ende des alten Europa – Die alliierte Verweigerung von Friedensgesprächen 1914 – 1919) Briten und Franzosen als Hauptverantwortliche am Krieg.

Jedenfalls steht eines fest: ohne die einseitige Kriegsschuldlüge, ohne das Diktat von Versailles, ohne die irrsinnigen Reparationen, hätte es Hitler und den Zweiten Weltkrieg nicht gegeben. Das wird von keinem bisherigen bedeutenden Historiker bestritten. PI wird diese Zeugnisse bringen, wenn heutige politkorrekte Propagandisten neue Geschichte schreiben möchten. Wir werden nicht lange warten müssen.

Und zu feiern gibt es für uns nichts. Merkel muß sich nicht schon wieder auf den Roten Platz zur Sieges-Parade stellen, und Westerwelle muß nicht in Leningrad die Rote Armee hochleben lassen, beides peinlicherweise schon passiert. Was die Nomenklatura aber sicher vorhat, ist ebenfalls völlig klar. Man wird die EUdSSR preisen und in 100 Lobreden hören, der Erste Weltkrieg wäre nicht ausgebrochen, wenn wir damals schon den Euro gehabt hätten! Wirklich? Nun, die Euro-Feindseligkeiten sind doch für jedermann offensichtlich!

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68 KOMMENTARE

  1. Niall Fergusons „The Pity of War“ ist das absolut beste Buch zu diesem Thema. Jeder sollte es sich aneignen. Es zeigt wie die Chance eines blühenden,starken Europas vertan wurde. Besonders geht Feguson seine eigene Nation GB hart an.

  2. Gerhard Schröder (SPD/Kanzler), Rudolf Scharping (SPD/Verteidigungsminister) und Joschka Fischer (Grüne/Außenminister) haben durch Falschaussagen für Krieg gesorgt (Völkermord darf man nicht schreiben) und man kann es auf YT unter „Es begann mit einer Lüge“ angucken. Damit sie nicht belangt werden können, wurde eine Verhandlung/Verfolgung eingestellt.

    Wenn ein Krieg nützlich ist, dann werden Kriegstreiber nicht einmal vor Gericht geladen. Oder man bekommt einen Friedensnobelpreis!

    100 Jahre alte Kriege, desssen Soldaten schon zig Jahre tot sind, müssen aber als aktuelles Mahnmal herhalten.
    Die Europäische Union ist ein Bürgerkriegsgebiet und der Euro eine Schadwährung. Der Euro wird der nächste Nobelpreisträger sein!
    Im Jahre 2015 bekommt der Islam den Friedensnobelpreis…….

  3. Der Kriegsverlierer bekommt immer die Schuld in die Schuhe geschoben. Das haben die Deutschen mit den Franzosen im Krieg von 1870 auch nicht anders gehandhabt. Der Verlierer sinnt dann auf Rache, worauf die andere Partei wieder Rache schwört und so weiter und so weiter.

  4. Eigentlich ist es doch völlig egal, wer vor hundert Jahren an irgendetwas Schuld hat. Keiner der heute lebenden Europäer trägt dafür Verantwortung. Das Thema ist bedeutungslos.

  5. Ohne die VerräterInnen der Sozialdemokratie wäre es wohl nie soweit gekommen:

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M555e11ff9ff.0.html

    „Vaterlandslose Gesellen“ zu sein, das mußten sich die deutschen Sozialdemokraten zu Kaisers Zeiten von den politischen Gegnern immer wieder einmal vorwerfen lassen. Sie hörten das natürlich nicht gerne, obwohl es eigentlich nur eine polemische Zuspitzung der offiziell internationalistischen Ausrichtung sozialdemokratischer Ideologie war und als solches schlicht zutreffend.
    Aber man verstand in der Sozialdemokratie vor 1914 schon noch, daß der öffentliche Verzicht auf die nationale Selbstbehauptung den politischen Selbstmord bedeuten würde. Ihre größte Niederlage traf die Partei denn auch in den Reichstagswahlen von 1907, als das Patriotismusthema von der bürgerlichen Konkurrenz erfolgreich mobilisiert werden konnte.
    Hinter den Kulissen stand es zu dieser Zeit mit dem sozialdemokratischen Patriotismus in der Tat nicht gerade zum besten. Der langjährige Parteichef August Bebel etwa begann nach diesen Wahlen ein Unternehmen besonderer Art: Er nutzte seine Stellung als Parlamentarier, um die britische Regierung mit Hilfe von Geheiminformationen zu einer antideutschen Politik aufzustacheln.
    Motiv Preußenhaß
    Dafür ließ er Premierminister Asquith, Außenminister Grey und auch Winston Churchill – damals Erster Lord der Admiralität – unter anderem Details der deutschen Marinerüstung zukommen. Es war seine eigene Idee, niemand hatte ihn dazu aufgefordert. Als Motiv dafür gab er seinen englischen Kontaktleuten einen allgemeinen Preußenhaß an. Preußen sei ein schreckliches Land, das nicht zu reformieren sei.
    So ließ er denn die Herren in London wissen, sie sollten Deutschland in Grund und Boden rüsten, immer neue Schiffe bauen. Der deutsche Staatsschatz war, so setzte der gut informierte Sozialdemokrat dazu, für einen Rüstungswettlauf viel zu klein. Das mußte man den Briten wirklich nicht zweimal sagen. Bebels nette Berichte wurden in London jahrelang gern gelesen und sehr vermißt, nachdem er im August 1913 verstorben war.
    Im Jahr 1911 hatte er noch die – falsche – Information geliefert, es sei ein deutscher Überraschungsangriff auf die britische Flotte geplant. Dies mußte in London besonders wirken, da der britische Flottenchef längst seinerseits einen britischen Überfall auf die deutsche Flotte vorgeschlagen hatte. Das lag sicher außerhalb von Bebels Wissen, eigentlich hätte es für ihn aber eine wünschenswerte Aktion sein müssen, die er mit seinen Informationen schließlich eifrig förderte.

    Es folgte der bis 1945 dauernde zweite 30jährige Krieg, der Europa in Schutt und Asche legte und an dessen Folgen es heute noch leidet!

    Die Briten konnten die neue Mittelmacht nicht ertragen, führten „Made in Germany“ ein, um deutsche Produkte zu diskriminieren, der Rest ist bekannt, heute gehört Rolls-Royce zu BMW, Bentley zu VW und Jaguar den einst besetzten Indern.

    Vergleicht man Deutschland und England, so war Deutschland 1913 die größte Wirtschaftsmacht Europas und Großbritannien die größte Weltmacht.

    Zwei Kriege, durch Briten und deutsche Sozialdemographen angezettelt, haben aus Großbritannien einen wirtschaftlich unbedeutenden europäischen Randstaat gemacht, während Deutschland immer noch die Nummer 1 in Europa ist.

    Zwei unnütze Kriege!

  6. deutschland war damals mit österreich verbündet.
    wo östereich damals serbien den krieg erklärt hatte wegen dem mord an dem thronfolger musste deutschland mitziehen.
    und deutschenhasser wie churchill und co hatten auf sowas nur gewartet.
    aber sowas wird in linksversiffte köpfe nie ankommen.
    deutschland muss und hat einfach schuld zu sein.

  7. #1 ridgleylisp

    Bezeichnender Weise war schon ein gewisser Winston Churchill eine treibende Kraft des Kriegsbeitritts der Engländer im WKI.

    #4 Seriously

    Das Thema wäre bedeutungslos, wenn die Geschichte nicht ständig dazu missbraucht würde, uns Deutschen Geld abzupressen.

  8. #4 Seriously (29. Jun 2013 18:39)

    Geschichte ist nicht bedeutungslos, denn aus ihr wird die Gegenwart geformt

  9. Die These von einer deutschen Alleinschuld am 1. Weltkrieg vertritt heute kein ernstznehmender Historiker mehr. Im Grunde wollten zu Beginn des 20. Jahrhunderts alle europäischen Mächte den Krieg und rüsteten darauf hin. Es war eben das Zeitalter des sog. „Imperialismus“.

    Das Verhängnis Deutschlands war es, eine ungeschickte Bündnispolitik betrieben zu haben und durch eine unnütze Hochrüstung der Flotte Groß-Britannien vor den Kopf gestoßen zu haben.

    Auf keinen Fall hätte sich Deutschland an das morsche Österreich-Ungarn ketten dürfen.

  10. Der Kriegsausbruch war auch die Folge des Handelns eines etwas naiven deutschen Kaisers. Sagen wir es mal so: Er hat die Chance vertan, die Wogen zu glätten.

    Aber eine Alleinschuld hat Deutschland nicht und echte Historiker sehen das auch klar so.

  11. Frankreich ist nicht Paris.

    Und Paris ist nicht Frankreich.

    Viele Franzosen auf dem Lande haben mit den

    Leuten in Paris nichts gemein.

    Das Schand – Diktat wurde von den Offiziellen

    aus Paris diktiert.

    Werden wenigstens die Feierlichkeiten aus dem

    EU – Etat gesponsert???

  12. #4 Seriously (29. Jun 2013 18:39)

    Kaliningrad würde Königsberg heißen, Claudia Fatima Roth wäre VerkäuferIn bei Aldi, die echten deutschen Fachkräfte hießen weiterhin David, Josua und Chaim und nicht Murat, Abdul und Osama, das „Haus am Checkpoint Charlie“ wäre ein Restaurant und Gregor Gysi dort Kellner!

  13. Ich behaupte, der Verursacher des ersten Weltkrieges war Bismarck, so sehr ich ihn verehre. Aber es war ein Fehler, den deutschen Kaiser in Versailles krönen zu lassen, obwohl es damals kaum eine andere Möglichkeit gab.

    Wenn wir jedoch einmal berücksichtigen, dass Napoleon ganz Europa verwüstete und innerhalb weniger Jahre nach seinem Ableben so rehabilitiert wurde, dass sogar seine Nachkommen wieder in höchste Ämter kamen, dann kann man endlich mal die Schuld am ersten Weltkrieg abhaken. Zumal ja nur Österreich nach Ablauf des Ultimatums auf Handlungen bestand, selbst Wilhelm II sah die nicht mehr als notwendig an.

    Deutschland hätte viel besser getan, hätte es das Osmanische Reich ausgeschlachtet und komplett so zerschlagen, dass Moslems für immer in die Moschee verbannt worden wären.

  14. #13 Eurabier
    Merken Sie was? Wäre, würde, hätte.

    #10 Kleinzschachwitzer

    Die These von einer deutschen Alleinschuld am 1. Weltkrieg vertritt heute kein ernstznehmender Historiker mehr.

    Richtig.

  15. #14 felixhenn

    „Ich behaupte, der Verursacher des ersten Weltkrieges war Bismarck, so sehr ich ihn verehre.“
    —————————————————–
    WIE BITTE? Gerade Bismarck hätte doch den WK I mit seiner genialen Allianzenpolitik zu verhindern gewusst! Noch zu Lebzeiten hätte er die Weichen stellen können wenn bloß der junge Wilhelm weitblickender gewesen wäre!

  16. Mein Alibi für 1933-1945 gilt auch für den 1 Weltkrieg. Die haben im 1 Weltkrieg nicht geblutet und ich hab nicht geschossen, also rutscht mir den Buckel runter.

  17. Die Ereigniskette, nett zusammengefasst von John Ross in der Einleitung zu seinem Buch ‚Unintended Consequences‘ (Englisch, dürften die meisten hier aber lesen können):

    „History has shown us that government leaders often ignore the fundamental fact that people demand both dignity and freedom. Because of this disregard, these decision-makers then initiate acts that are ultimately self-destructive. To illustrate this point I will remind the reader of the origin of two of modern history’s most destructive events, and of all the warning flags that were frantically waving while the instigators rushed headlong towards the abyss.

    In the late 19th and very early 20th centuries, European leaders formed two major alliances. Germany, Austria, and Italy comprised one coalition, and Britain, France, and Russia the other. Belgium remained neutral per an 1839 treaty signed by all of these nations except Italy. The smaller European countries became indirectly involved in the two aforementioned alliances. One such example was Serbia, a country Russia had pledged to aid in the event of war between Serbia and Austria. Despite Russia’s presence, Austria annexed a large part of Serbia, a province called Bosnia, in 1908.

    Few people remain emotionally indifferent when their culture and country are taken over by an aggressor, and the Bosnian Serbs were no exception. Many Bosnians despised the government that had chilled their independence. In spite of this obvious fact, the Austrian leaders sent an archduke to the capital of Bosnia to survey the people Austria now ruled. This archduke was resplendent in full military ceremonial dress, festooned with medals and other military decorations, and accompanied by his elegantly-dressed wife. An objective observer might at this point have said, „Stripping motivated people of their dignity and rubbing their noses in it is a very bad idea.“

    Archduke Ferdinand and his wife arrived in Sarajevo in an open vehicle, and the only protection either of them had was their chauffeur. This man was expected to drive the car and at the same time protect the Archduke and his wife with only a six-shot revolver he carried in an enclosed holster, and no spare ammunition. Our theoretical observer might here have said, „This is a recipe for disaster.“

    Almost as soon as the Archduke and his wife arrived in Sarajevo, a Serbian National tossed a bomb under their car. Its fuse was defective and the bomb did not explode. Here, our observer might have advised, „A miracle happened. Go home. Now. Immediately.“

    Despite this obvious wake-up call, the Royal Couple shrugged off the assassination attempt and continued their tour of the Bosnian capital. Later that same day, a second Serbian National shot them with his .32, killing them both. The Austrian leaders blamed the Serbian government for the assassination and demanded a virtual protectorate over Serbia, issuing Serbia a list of demands. Serbia acceded to all but one of Austria’s stipulations. Here, our observer might have said to Austria’s leaders, „Russia has pledged to aid Serbia in any war with you, and Russia has both powerful allies and powerful adversaries. Serbia has agreed to almost everything you demanded. Settle, and avoid a world war.“ Instead, Austria shelled Serbia’s capital with artillery fire.

    Our observer might here have told Russia’s leaders, „Serbia is not worth starting a world war over,“ but Russia honored its commitment to Serbia and mobilized its army, sending troops to the Russian-Austrian border. Since this left Russia vulnerable to attack from Austria’s ally Germany, the Russian Army mobilized against Germany as well.

    This forced the German Army to mobilize. Since France was allied with Russia, the Germans feared an attack by France in the west while German troops went east. So Germany decided to invade France immediately, VIA Belgium. Here, our observer might have said, „Saying this is your ‚destiny‘ is not going to be good enough, Germany. When you invade a neutral country and rape their women and slaughter their livestock and burn their houses, Britain is not going to just look the other way.“

    When the Germans invaded Belgium, Britain honored its commitment to defend Belgian neutrality, and declared war on Germany. Every major country in Europe was now at war.

    Four years later, over thirty million people were dead, half of them killed directly in the war itself, and the rest so weakened through shortage of food and medicines that they succumbed to the influenza epidemic. In addition to the lives lost, the war’s monetary cost in 1918 was almost three hundred billion dollars.

    No sooner had the war ended than the victors demanded their pound of flesh at the Treaty of Versailles. The treaty required Germany to accept sole responsibility for causing the war. It dictated that German military leaders were to be tried as war criminals. It prohibited the German army from possessing heavy artillery. It abolished the General Staff and the German air force, and prohibited Germany from producing military aircraft. As in 1914, our observer might have said, „Stripping motivated people of their dignity and rubbing their noses in it is a very bad idea.“ But if such words were in fact uttered, they fell on deaf ears. A humiliated Germany was ripe for the nationalist message of Adolf Hitler, and in this fertile soil were planted the seeds of the Second World War.“

  18. #10 Kleinzschachwitzer

    Ja richtig! Bereits in meinem Schul-Geschichtsbuch gab es die Kapitel-Überschrift „Der Immperialismus führt zum 1. Weltkrieg“. Und das war in den frühen 70ern.

  19. #16 ridgleylisp (29. Jun 2013 19:11)

    #14 felixhenn

    “Ich behaupte, der Verursacher des ersten Weltkrieges war Bismarck, so sehr ich ihn verehre.”
    —————————————————–
    WIE BITTE? Gerade Bismarck hätte doch den WK I mit seiner genialen Allianzenpolitik zu verhindern gewusst! Noch zu Lebzeiten hätte er die Weichen stellen können wenn bloß der junge Wilhelm weitblickender gewesen wäre!
    ———————-
    Volle Zustimmung: Bismarcks raffiniert austarierte Bündnispolitik hat alle Krieglüsternen an die Kette gelegt. Der tölpelhafte und großmachtssüchtige Wilhelm hat dies nicht verstanden und Bismark entlassen. – Dazu die berühmte, zeitgenössische Karikatur mit der alles erklärenden Unterschrift: „Der Lotse geht von Bord“. – Das war der Beginn der deutschen und europäischen Katastrophe!

  20. #16 ridgleylisp (29. Jun 2013 19:11)
    #14 felixhenn

    “Ich behaupte, der Verursacher des ersten Weltkrieges war Bismarck, so sehr ich ihn verehre.”
    —————————————————–
    WIE BITTE? Gerade Bismarck hätte doch den WK I mit seiner genialen Allianzenpolitik zu verhindern gewusst! Noch zu Lebzeiten hätte er die Weichen stellen können wenn bloß der junge Wilhelm weitblickender gewesen wäre!

    Das bestreite ich doch gar nicht. Aber durch die Krönung Wilhelm I in Versailles hat er die Grande Nation so in der Ehre verletzt, dass die gesamte französische Diplomatie auf Rache ausgerichtet war, das zeigen ja auch die Versailler Verträge nach dem ersten Weltkrieg. Keiner der anderen Partner der Franzosen hat die wirklich befürwortet, das war pure Rache.

    Nur, gab es leider keine andere Möglichkeit, 1871 den deutschen Kaiser zu krönen. Wo hätte das sonst stattfinden sollen und wann? König Wilhelm wollte auch gar nicht so richtig.

  21. Nach meiner Kenntnis begann der 1. Weltkrieg am 28.07.1914 mit Österreich und Ungann. Deutschland trat jedoch erst am 01.08.2014 dem Krieg bei!!!
    Wie man mit 4Tagen „Verspätung“ an dessen Beginn die Schuld tragen soll, ist mehr als erklärungsbedürftig.
    So sind die Linken eben, Deutschland hat den 1. WK begonnen und die Nationalsozialisten waren natürlich „Rechte“… die Erde ist ne Scheibe und Islam bedeutet Frieden…hab ich was vergessen…ach ja, Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt ja bekanntlich auch nicht.
    Na ich warte dann mal bis der erste Mann seine Wehen bekommt, Linke tollerant zu Andersdenkenden werden und Mohamed sich ne Friedenpfeiffe kauft….mal kieken wie lange ich da warten muss?

  22. #18 Auch Thilo
    Danke für den lesenswerten Text. Die Schuld von AU und GER wird ehrlich angesprochen.

    Die Schuld von GB wird verharmlost. Den Briten werden im Text nur ehrenwerte Motive unterstellt. Es wird so getan als seien die Briten in den Krieg eingetreten, weil sie die Neutralität und Ehre Belgien retten wollten. Der Autor vertauscht (bewusst oder unbewusst) den Vorwand mit den dahinter stehenden Motiven.

  23. #10 Kleinzschachwitzer (29. Jun 2013 18:51)

    Auf keinen Fall hätte sich Deutschland an das morsche Österreich-Ungarn ketten dürfen.

    Hätte, hätte, Farhradkette.
    Hät der Hund nicht geschissen, hät er ’n Hasen gekriegt.

    Hast Du eine Ahnung wie die Welt jetzt wohl aussähe, wenn …? Ne? Ich auch nicht. Ich bin aber eigentlich ganz froh. Hät schlimmer kommen können.

    „Schau in die Zukunft, denn dort wirst du den Rest deines Lebens verbringen.“ – George Burns

  24. In der DDR wurde Jedem eingeimpft, die bösen Kapitalisten hatten Schuld am Krieg. Vorallem die oberbösen Deutschen.
    Die heutigen Sozis sehen das ganz genauso, im Gegensatz zu seriösen Historikern.

  25. Die Schuld der Deutschen an den beiden Weltkriegen ist mit nichts zu rechtfertigen. Das Attentat in Sarajevo war nur ein nichts bedeutender Vorwand. Der inszinierte Überfall auf den Sender Gleiwitz 1939 war noch jämmerlicher. Wir sollten die Tatsachen ruhen lassen.

  26. Was ich im Bezug auf den 1. WK interessant finde, ist, dass die Ereignisse, die relativ schnell zum Krieg führten harmloser waren, als das was derzeit so überall auf der Welt passiert. Wenn die Amerikaner und Russen dank des kalten Krieges gelernt haben, die Ruhe zu bewahren, dann kann sich das noch als sehr hilfreich erweisen.
    Wenn es heute zu einem Weltkrieg mit Vernichtungscharakter käme, dann wär Nullkommanichts Schicht im Schacht und überall würden die Lichter ausgehen.

    Noch ein Grund mehr, den islamischen Ländern bloß keine solche Macht zu geben.

  27. Mir graut schon vor der Phrasendrescherei nächstes Jahr, vor allem von den verlogenen Sozis, denen ich die Mitschuld an beiden Kriegen gebe. Kurt Tucholsky hatte mal geschrieben, daß die damals Gefallenen aus ihren Gräbern auferstehen sollten und die Schuldigen heimsuchen sollten .Recht hatte er.

  28. Ich habe die Murksel angeschrieben wegen Vielvölkerschlacht in Leibzig, 200 Jahr Feier. Über 40 Schlachten wurde geschlagen, bis die Franzosenherrschaft endlich abgeschüttelt war. Nichts geplant was den Namen verdient. Diese …..(Namen bitte denken)geht dafür mit unserem Geld nächstes Jahr nach Frankreich und die ganze Welt lacht wieder über uns.

  29. #16 ridgleylisp (29. Jun 2013 19:11)

    Nach Einsichtnahme in mehrere hundert Aktenseiten zum Thema Bismarck, Kaiserreich und WKI kann ich nur sagen: korrekt und danke für diese Replik!

  30. #26 Martin Schmitt

    „Die Schuld der Deutschen an den beiden Weltkriegen ist mit nichts zu rechtfertigen. Das Attentat in Sarajevo war nur ein nichts bedeutender Vorwand. Der inszinierte Überfall auf den Sender Gleiwitz 1939 war noch jämmerlicher. Wir sollten die Tatsachen ruhen lassen.“
    ——————————————————
    Nanu, wie kann man die Gleiwitz-Sender-Affäre und das Sarajewo-Attentat auch nur annähernd gleichsetzen? Im Gegenatz zur hitlerischen Gleiwitz-Inszenierung hatten doch weder DE noch Wilhelm II mit Sarajewo absolut nichts zu tun! DE war einfach eine Geisel seiner Bündnistreue.

  31. Die Geschehnisse vor beiden Weltkriegen waren bei weitem zu vielschichtig und kompliziert, als dass man seriöserweise mit einseitigen Kriegsschuldzuweisungen arbeiten könnte.

    Wenn man ein fortdauerndes Motiv über beide Weltkriege – genau genommen seit 1871 – hinweg feststellen kann, dann die Probleme der anderen Länder mit der Wirtschaftskraft des vereinten Deutschland und der Versuch, Deutschland durch Abspaltung von Gebieten, Teilung oder Zahlungspflichten einzudämmen. Aktuell wieder in der EURO-Debatte zu beobachten (siehe auch Mitterand: „Der EURO ist wie ein Versailles ohne Krieg“).

  32. #26 Martin Schmitt (29. Jun 2013 19:49)
    Die Schuld der Deutschen an den beiden Weltkriegen ist mit nichts zu rechtfertigen. Das Attentat in Sarajevo war nur ein nichts bedeutender Vorwand. Der inszinierte Überfall auf den Sender Gleiwitz 1939 war noch jämmerlicher. Wir sollten die Tatsachen ruhen lassen.

    Die Deutschen wurden erst schuldig nachdem sie verloren hatten. Und dem ersten Weltkrieg lagen weder Größenwahn noch anderer Wahnsinn zugrunde. Die Deutschen wurden vom Bündnispartner angefordert und hielten Wort, das war alles. Was aber von französischer Seite diplomatisch vorher geschah, war eindeutig gegen Deutschland gerichtet und sollte mal genauer untersucht werden.

    Dazu kamen dann noch ein schwacher Zar in Russland und die fragwürdige Versenkung der Lusitania.

  33. #23 Hayek

    Nun ja, m.E. wird in dem Text kaum auf England eingegangen, außer in einem Halbsatz. Da würde ich nicht von „Verharmlosung der Schuld“ etc. sprechen wollen, da nicht näher thematisiert.

    Sind Sie, übrigens, der AmericanViewer, ‚ver-linked‘ (gräßlich, ich weiß) unter Ihrem hierselbigen Namen ‚Hayek‘? Vielleicht eine dumme Frage, aber die Artikel dort sehen interessant aus. Werde ich mir merken.

  34. In den obigen Beiträgen ist gut herausgearbeitet worden, dass Österreich den Krieg geradezu mutwillig anzettelte, weil es endlich einen Vorwand zu haben glaubte, um in Serbien einzumarschieren.

    Hätte sich Deutschland da doch nur herausgehalten!

    Hätten die Regierungen der großen europäischen Staaten es nur gewollt, hätte der Krieg mit Sicherheit vermieden werden können. Aber es wollten eben alle den Krieg.

  35. #20 felixhenn

    „…. durch die Krönung Wilhelm I in Versailles hat er die Grande Nation so in der Ehre verletzt, dass die gesamte französische Diplomatie auf Rache ausgerichtet war….“
    ——————————————————
    NEIN! Auch DAS kann man Bismarck nicht anlasten. Wer die franz. Zeitzeugen nachliest, findet dass für FR die Versailles-Krönung weit weniger wog als die Annektierung Elsass-Lothringens. Bismarck wie immer, erkannte das, und war dagegen, obwohl das Gebiet DE ja historisch zustand. Er hatte eben eine geniale Spürnase.

  36. Diese „alten Geschichten“ haben eben bis heute Relevanz, weil bestimmte Klischees und Vorurteile sich bis heute erhalten haben. Nicht umsonst haben Besucher des Fussballspiels USA-Deutschland vor ein paar Wochen ein Plakat mit der Aufschrift „defeat the huns“ (besiegt die Hunnen) hochgezeigt. Als vernunftbegabter Mensch möchte man sich zwar wünschen, solche WK I. – Propaganda hätte ihre Halbwertzeit längst erreicht und würde im Orkus der Geschichte verschwinden, aber so ist es nicht. Im kollektiven Bewusstsein der meisten Siegerstaaten des Ersten Weltkrieges haben sich Bilder wie der „böse Hunne“ und der „kriegslüsterne Kaiser“ („the Kaiser“ als Rufname für Beckenbauer während seiner Jahre in New York war kein Ehrenname !) unabänderlich eingebrannt. Der „böse Deutsche“ ist also viel älter als die Hitler-Karikaturen oder der „große Diktator“ (trotzdem ein Film, den ich aus verschiedenen Gründen gut finde). Dass all dies mit den Fakten wenig zu tun hat und selbst als die Regierungen alle längst den Krieg beschlossen hatte, der „böse Kaiser“ in einem naiven Versuch, das Schlachten zu verhindern einen geradezu vor Gutmenschlichkeit und Verkennung der vorherrschenden Kriegslust triefenden Brief an seinen Verwandten, den Zaren von Russland, schrieb, blenden auch heute noch viel zu viele „Historiker“ aus. Alle bedeutenden, europäischen Nationen wollten diesen Konflikt. Jeder aus einem anderen Grund. Aber, da eben die Sieger die Geschichte schreiben, müssen noch heute „die Hunnen“ besiegt werden. Und sei es nur zum 100. Jubiläum des US-Fussballverbandes.
    In diesem Zusammenhang zwei gute Kommentare:
    http://kassandrenrufe.wordpress.com/2013/05/27/das-nichtland-in-dem-wir-leben/
    und
    http://kassandrenrufe.wordpress.com/2013/05/27/zur-championsleague-der-hassliche-deutsche-lebt-ewig/

  37. #5 Eurabier (29. Jun 2013 18:42)

    die zeit des -siebenjährige krieges- war bereits eine art weltkrieg. den wenigsten zeitgenossen waren die zusammenhänge bewusst. england und frankreich rivalisierten um imperiale vormacht in amerika und indien.
    preussen hätte ohne die englischen hilfsgelder seinen schlesischen landraub nicht überlebt. england wollte die kontinantalen mächte binden. es erhielt so freiere hand in übersee. august bebel mit seinem preussenhass wandte sich an einen der geburtshelfer des preussentums.

  38. #37 ridgleylisp (29. Jun 2013 20:38)
    #20 felixhenn

    “…. durch die Krönung Wilhelm I in Versailles hat er die Grande Nation so in der Ehre verletzt, dass die gesamte französische Diplomatie auf Rache ausgerichtet war….”
    ——————————————————
    NEIN! Auch DAS kann man Bismarck nicht anlasten. Wer die franz. Zeitzeugen nachliest, findet dass für FR die Versailles-Krönung weit weniger wog als die Annektierung Elsass-Lothringens. Bismarck wie immer, erkannte das, und war dagegen, obwohl das Gebiet DE ja historisch zustand. Er hatte eben eine geniale Spürnase.

    DOCH! Selbst heute noch, wenn man sich in Versailles den Audio Guide antut, es wird zwar auf die Versailler Verträge eingegangen aber die Kaiserproklamation wird ignoriert. Das ist immer noch ein Stachel dort.

  39. Wenn ich mal was einwerfen darf…
    Was haben die Serben damit zu tun,wenn ein Bosnier jemanden umbringt?
    Mit den Bosniern ( großer Teil Moslems) gab es auf dem Balkan schon immer Ärger. Die kommen gleich nach den Albanern!

  40. Jedenfalls steht eines fest: ohne die einseitige Kriegsschuldlüge, ohne das Diktat von Versailles, ohne die irrsinnigen Reparationen, hätte es Hitler und den Zweiten Weltkrieg nicht gegeben.

    Kann und will ich nicht bestreiten.
    Wenn man den Faden weiterzieht, dann fällt der Dritte Weltkrieg garantiert nicht aus.
    Anders ausgedrückt: Irgendwann platzt die Blase erneut. Oder Deutschland verschwindet von der Landkarte.

  41. Man kann jemanden nur in einen Krieg zwingen, wenn man ihn angreift. Der ganze Unsinn von „Bündnispflichten“ ist käse, Bündnisse wurden in der Geschichte schon oft gebrochen, dazu muss sich nur der Wind drehen.

    Der erste Weltkrieg war ein Umverteilungskrieg. Man muss bedenken, dass Frankreich und Großbritannien damals beide auf de absteigenden Ast waren und Kriege brauchten, um sich zu rehabilitieren, während mit dem deutschen Reich eine neue Großmacht entstanden war, dazu fiel auf dem Balkan und im Nahen Osten das Osmanische Reich langsam aus. Franzosen und Briten haben bis heute ein deutlich erkennbares Interesse daran, Deutschland klein zu halten; dahinter stehen die gleichen Ängste und Pseudo-Großmachts-Ansprüche. Was der Wegfall der Osmanen auf dem Balkan bewirkt hat, erkennt man ebenfalls noch heute an der Kleinstaaterei. Dort haben sich nie gesunde Nationalstaaten entwickelt, es ist bis heute ein Flickenteppich an Territorien.

    Die Frage danach zu stellen, wer Schuld am ersten Weltkrieg hat, ist daher ziemlich unsinnig. Niemand und jeder. Damals war Krieg eben noch ein normales Mittel der Politik, das auch weder als Katastrophe, noch Skandal betrachtet wurde.

    Welche Ausmaße das letztenendes annehmen, war allenfalls eine Idee, denn mit solchen Kriegen, in denen sämtliche Ressourcen eines Landes mobilisiert wurden, hatte noch niemand Erfahrung. WK1 und WK2 waren in Kriegs-technisch, -strategisch und -wirtschaftlicher Hinsicht, um es mit Merkel zu sagen, „Neuland“.

  42. #41

    „Bosnien-Herzegowina“ ist ein Territorium, in dem drei Völker leben: Kroaten, Serben und BosniAKEN. Bosniaken sind muslimische Bosnier. Und der Schütze war ein bosnischer SERBE.

    Bosnien-Herzegowina ist kein Nationalstaat und die Nationalität Bosnier gibt es eigentlich gar nicht, das ist ein von der Nato aufgezwungener Blödsinn

  43. @ #13 Eurabier (29. Jun 2013 18:58)

    „[…] das “Haus am Checkpoint Charlie” wäre ein Restaurant und Gregor Gysi dort Kellner!“

    Kellner?
    Doch wohl eher Tellerwäscher.

    Don Andres

  44. #14 felixhenn (29. Jun 2013 19:00)

    -Deutschland hätte viel besser getan, hätte es das Osmanische Reich ausgeschlachtet und komplett so zerschlagen, dass Moslems für immer in die Moschee verbannt worden wären-.
    ———————————————–

    deutschland war mit der türkei im wk1 verbündet. wie hätte das gehen sollen. bereits voltaire ermunderte die russische zarin katharina auch konstantinopel zu erobern. keine der europäischen grossmächte gönnte dem anderen eine solche beute. so überlebte das osmanische reich.

  45. ich habe mir früher den wk1 immer so vorgestellt. – die imperialen räuber streiten sich um die beute und kriegen sich in die haare -.

  46. Bismarck war klar, dass Frankreich es nie verzeihen würde, dass Deutschland den ihm von Napoleon III. aufgezwungenen Krieg gewinnt. Daher war es für Bismarck geradezu notwendig, Elsaß-Lothringen zu annektieren, um die Ausgangsbasis für die sowieso kommende nächste französische Aggression möglichst weit zurückzuverlegen.
    Die Kaiserproklamation in Versailles war nur ein wohlverdienter Nasenstüber von der Sorte, den die Franzosen sonst gegenüber unterlegenen Gegnern in der Vergangenheit selbst sehr gerne und häufig ausgeteilt hatten.
    Und was den britischen Kriegseintritt 1914 angeht, bleibt festzuhalten, dass die britische Regierung schon zwei Tage vor dem deutschen Einmarsch in Belgien erklärte, der französischen Seefahrt in Nordsee und Ärmelkanal jeden in ihrer Macht stehenden Schutz angedeihen zu lassen. Somit war die britische Neutralität schon Geschichte und der darauf folgende deutsche Einmarsch in Belgien nur ein Vorwand für die britische Kriegserklärung. Ein anderer casus belli hätte sich für London sonst ohne weiteres auch finden lassen.

  47. Je kaputter das System ist, desto aggressiver wird die Propaganda.

    Die Erfahrung zeigt aber, dass man die Leute auch überreizen kann, die schalten dann einfach genervt ab.

    „WK 1? Interessiert mich nicht!“

  48. #50 Ein Fremder aus Elea (29. Jun 2013 21:50)
    Mit Verlaub, wenn einer einen Kriegsausbruch feiert, gibt er damit zu, ihn herbeigeführt zu haben.

    Der erste Spruch dem ich voll zustimme.

  49. In den Niederlanden wird der Erste Weltkrieg völlig im gleichen Kontext betrachtet wie der zweite Weltkrieg.

    Obwohl Holland in keinster Weise etwas damit zutun hatte, und derzeit neutral blieb,

    und hier in Holland mir niemand erklären kann wieso dieser Krieg entstand sind sich alle einig; „es war ein Krieg der guten Alliieren gegen die bösen Deutschen.“

    Den selben Mist muss ich mir auch anhören wenn ich von einem ganz anderen Thema rede.
    Gerne schilder ich Euch mal dieses Beispiel.

    Ich (Deutscher) habe Familie in Brasilien, dort in der südlichsten Provinz gibt es Städte und viele Orte die von Deutschen Immigranten gegründet wurde wie z.b Novo Hamburgo (Neu Hamburg)und in den örtlichen Telefonbüchern dieser Region wimmelt es nur so von Deutschen Namen.
    Auch in den Spanischsprechenden Nachbarländern gab es sehr viel Immigration aus Deutschland so das die meisten Süd-Amerikaner mit Westeuropäischen aussehen fast alle heute Deutsches Blut haben.

    Ich habe es mitlerweile aufgegeben dies einem Holländer noch erzählen zu wollen wenn dieses Thema mal aus irgend einem Grunde fällt.

    Sobald ich den ersten Satz anfange „Deutsche Immigranten die nach Süd-Amerika ausgewandert…..

    (drei Worte hören die Menschen nur, (1) Deutsche, (2) Immigrant, (3)Süd-Amerika)

    werde ich ’sofort‘ unterbrochen mit

    -„ach so, du meinst die SS’er die nach dem Krieg dorthin geflüchtet sind!“

    -ach die Nazis meinst du?!
    etc

    Jeder Deutschstämmige Süd-Amerikaner ist für den Holländer direkt ein Nachfahre eines Kriegsverbrechers.

    Deren Blödheit hier kotzt mich manchmal wirklich an…und das ungeheurrliche ist, es sind auch noch hochausgebildete Menschen die das glauben, diese allgemeine Meinung geht in alle Gesellschaftsschichten.

    Die anti-Deutsche Propaganda-Maschine lief hier bis Ende der 90er Jahre auf hochtouren.
    Mitlerweile ist es jetzt endlich ‚etwas besser geworden‘.

  50. J. Ross macht es sich einfach, indem er die alleinige Schuld am Ausbruch des WW1 der glanzvollen Uniform Franz Ferdinands zuschiebt (vereinfacht gesagt). Er verschweigt dabei sehr wohl die Rolle des UK im Konflikt mit Russland um den Balkan und die Restbestände des untergehenden Osmanischen Reiches. Vereinfacht gesagt: Damals ging es um eine Neuaufteilung weiter Teile Europas und alle großen Mächte warteten nur auf den Startschuss zum showdown. Recht hat Ross in der Beurteilung der Schanddiktate der Pariser Vorstadtverträge und deren Folgen.

  51. Kriegsschuld

    Es ist komisch: Da wird der SPD vorgeworfen, am 1. Weltkrieg Schuld zu sein, weil sie den Kriegskrediten zugestimmt hat im deutschen Reichstag. Was, wenn nicht? Die SPD stimmt nicht zu. Der Kaiser hätte nur gelacht und die Sozis verboten. Die Kriegskredite wären trotzdem genehmigt worden. Die SPD hat den Kriegskrediten zugestimmt, weil jeder „klassenbewußte Arbeiter“ genau wußte, was ihm und der im Deutschen Reich beginnenden Demokratie („ein Mann, eine Stimme“ – das gab es im Deutschen Reich!) der Garaus gemacht worden wäre, wenn Rußland und sein Zar den Krieg gewonnen hätten… Politische Parteien, Gewerkschaften etc. – mit dem russischen Zar? Njet! Und Frankreich, England etc.? Sie wollten doch nur Deutschland zerstückeln, die linksrheinjischen deutschen Gebiete zu Frankreich schlagen! Selbst die SPD war „deutsch“ genug, um zu sehen, was da gespielt wurde!

  52. Nachtrag

    Selbst das deutsche Kaiserreich unter Kaiser Wilhelm II war demokratischer als mancher seiner Gegner im I. Weltkrieg! Es gab Parteien von rechts bis links, Gewerkschaften etc. – und ab 1919 sogar ein Frauenwahlrecht!

  53. 91er

    Das 91ste Infanterieregiment Oldenburg – mein Urgroßvater war dort Soldat – als „klassenbewußter Arbeiter“ ist er vor versammelter Mannschaft von seinem Offizier gefragt worden, was er denn als vaterlandsloser Gesell‘ in der deutschen kaiserlichen Armee wolle… Seine Antwort: „Erst Deutschland, dann lange gar nichts – und dann erst die Partei!“ ist sprichwörtlich geworden in meiner Familie!

  54. Das Problem ist, dass der erste Weltkrieg thematisch vom zweiten völlig überlagert wird. Die jüngere Generation weiß eigentlich null darüber. Ich als Mittzwanziger musste mir diese Geschehnisse erst anlesen, da in der Schule nur die Schuldpeitsche des zweiten WK durch den Klassenraum knallte, wobei auch hier in Bezug auf Entstehung und Verlauf nur am Rande eingegangen wurde und es keine analytische Aufarbeitung war, sondern eine emotionale Aneinanderreihung von Dämonisierungen der eigenen Nation auf der einen und eine Heldenstilisierung der Siegermächte auf der anderen. Das auch diese ebenso fürchterliche Kriegsverbrechen begangen (das ist jetzt kein Relativierungsversuch), fand keinen Einzug in die jungen Köpfe, die betroffen blickend vorgefertigt wurden, fortan als Schuldbesudelte Nachfahren einer Verbrechergeneration, alles hinzunehmen, was ihnen aufgebürdet werde, da sie als Erbschuldige das Maul zu halten haben. Klingt jetzt etwas plakativ, in Anbetracht der stillen Duldung aller Sauereien, die heute passieren, scheint diese Saat aufgegangen zu sein.

    Natürlich wird der übliche Klimbim zur 100. Jährung des ersten WK nächstes Jahr losgehen. Und unsere Regierungsclique wird sich wieder vor den Vertretern der damals beteiligten Nationen in nationalmasochistischer Manier in den Dreck werfen und wie Flagelanten um mehr Knute bitten.

    Wie gut, dass ich mich geistig von diesem Dogma befreit habe und mein Blick in die Zukunft richte. Unsere Vorfahren haben die Grundsteine für das gelegt, mit dem wir heute klarkommen müssen. Legen wir die Grundsteine, die unseren Kindern und Enkeln ein lebenswertes friedliches Leben versprechen. Ohne Ghettos, Minarette, Kopftreterbanden und die vllt. noch folgenden Schariagerichte.

  55. @#57 HanseMann (30. Jun 2013 02:03)

    Volle Zustimmung!

    Zudem hatte Deutschland durch einen Krieg nichts zu gewinnen, ganz im Gegenteil: sein fortgesetzter wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und kultureller Erfolg würde beeinträchtigt.

    Die Entente jedoch hatte durchaus Interesse am Krieg: Deutschland als Wirtschaftskonkurrenten auszuschalten (England; man bedenke alleine die irre hohen Verluste durch die weit günstigeren synthetischen deutschen Farben verglichen mit denen aus Naturprodukten aus den britischen Kolonien), Elsaß-Lothringen erneut zu annektieren (Frankreich) und von den innenpolitischen Schwierigkeiten abzulenken (Rußland).

    Interessant auch: beide Monarchen, Wilhelm II. und Nikolaus II., suchten den Krieg im letzten Augenblick noch zu verhindern.

    Als letzterer jedoch auf das Telegramm unseres Kaisers hin die Mobilmachung verhindern wollte, beschied Außenminister Sasonow („Die Friedensliebe des Deutschen Kaisers bürgt uns dafür, daß wir den Zeitpunkt für den Krieg selbst bestimmen können.“) dem Chef des Großen Generalstabs Januschkewitsch, der Befehl des Kaisers sei Unsinn, die Mobilmachung solle fortgesetzt werden. Januschkewitz meldete Nikolaus II. daraufhin wahrheitswidrig, die Mobilmachung sei schon im Gange und nicht mehr rückgängig zu machen.

    Wer eine freilich subjektive, dafür aber nicht pc-gefilterte Schilderung aus erster Hand schätzt, dem sei folgendes Buch Seiner Majestät empfohlen:

    Wilhelm II.: Ereignisse und Gestalten 1878-1918

    Es ist 2012 im Melchior-Verlag als Nachdruck erschienen und im Buchhandel erhältlich.

  56. Kaiser Wilhelm als Geisel seiner Bündnistreue, genau so kann und muss man es auf den Punkt bringen.So und nicht anders. Der Deutsche ist durch seine Treue und an seine Verträge gebundener Charakter schon oft in die Falle südländischer Staaten gegangen. Diese Nibelungentreue (heute zur EU) wird uns immer wieder zum Verhängnis!

  57. Kewil,

    manchmal gehst Du mir gewaltig auf den Keks, aber den Beitrag unterschreibe ich gerne! Hoffe, daß es zu einer ergebnisoffenen Debatte bezüglich Dynamik der Geschehnisse am Vorabend des 1. Weltkrieges kommt – „wir sind alle in den Krieg hineingeschlittert…“
    Beste Grüße,
    Rob

  58. Der heuchlerische antideutsche Schuldkult geht mir gewaltig auf den Sack! Gut das PI dem entgegenwirkt. Sachlich historisch betrachtet ist diese einseitige Betrachtung sowieso nicht haltbar.

  59. Das Problem mit dem 1. WK ist, dass jeder ihn wollte:

    England wollte endlich feststellen wer #1 auf dem Seegebiet ist.
    Deutschland wollte seinen Platz an der Sonne, genauso wie Italien.
    Österreich wollte den Balkanbewohnern zeigen wer der Chef ist.
    Und Frankreich wollte sich natürlich für 1870 rächen.

    Fakt ist: Der 1. WK wäre relativ leicht zu verhindern gewesen, nur wollte das niemand. Österreich hat ein Ultimatium gestellt, es wurde angenommen – trotzdem Krieg. Deutschland und England haben sofort mit den Säbeln gerasselt, und Frankreich wollte sowieso dabei sein.

    Kaiser Wilhelm als armes Opfer der Bündnistreue zu sehen ist ein wenig kurzsichtig. Er wollte den Krieg damals genauso wie alle anderen Mächte in Europa.

    Nachtrag: Nicht Napoleon III hat Bismarck in den Krieg von 1870 gezwungen, sondern eher umgekehrt – siehe Emser Depesche.

  60. Wer solide Fakten statt die üblichen linken Märchen über S.M. Kaiser Wilhelm II. haben möchte, findet sie hier: http://www.wilhelm-der-zweite.de

    Einer der vielen Gründe für eine (demokratische) Monarchie ist ihr starker Stabilitätsfaktor. In so vielen Staaten, die sich von ihrer Monarchie verabschiedet haben, folgten Chaos und Diktatur – Deutschland, Frankreich, Russland, man suche, wo man will.

  61. Der Anfang ist doch uninteressant, entscheident ist der Ausgang.
    Und bei dem Ergebnis ist doch klar das sich möglichst viele distanzieren und die Schuld bei den damaligen Herrschenden suchen.

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