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Homo-Ehe: Der schöne Schein

20130312_Familienrecht_Eherecht_Homoehe

Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna? — Knapp drei Wochen nach dem Bundesverfassungsgericht hat gestern auch der amerikanische Supreme Court die Homo-Ehe unterstützt. Das Urteil fiel mit fünf zu vier Stimmen, die deutsche Presse jubelte im gewohnten Gleichschritt mit 100 zu null. Eigentlich verrückt, geht es doch – das umstrittene Adoptionsrecht einmal beiseite gelassen – bei uns wie in den USA im Kern um eine Steuererleichterung und damit um Einnahmeverluste des Umverteilungsstaats, also um das, was sonst gerne als „soziale Ungerechtigkeit“ abgelehnt wird.

Ich aber gönne in Zeiten der rekordverfetteten Staatsmacht aus Prinzip jedem seine Steuererleichterungen von Herzen, ob „verheirateten“ Homosexuellen oder linkshändigen Radfahrern. Ohnehin kann es keine Steuersenkung geben, die alle gleichermaßen entlastet. Insofern war ja auch die Steuersenkung auf Hotelbetten kein Fehler, sondern das Beste, was FDP und CSU in den letzten Jahren veranlasst haben. Sie hilft direkt den Hotelbetreibern und indirekt durch deren Steuerersparnis ihren Kunden und Zulieferern. Und wenn aufgrund des Splittings für Homo-Paare demnächst unterschiedlich verdienende schwul Verheiratete zusammen weniger Steuern zahlen als zuvor, dann nützt dies dem „vermählten“ Paar, und ich freue mich mit ihnen darüber. Indirekt profitieren von der Entlastung auch jene Geschäfte, bei denen sie dadurch mehr Geld ausgeben können. Und dadurch wieder deren Geschäftspartner. Die Marktwirtschaft ist eine höchst effiziente und gerechte Geldverteilungsmaschine. Reichtum sickert durch. Soweit, so gut und bekannt. Der Grundsatz dabei: Privat vor Staat, jeder kann mit seinem sauer verdienten Geld besser umgehen als der Bürokrat, der es ihm aus der Tasche zieht.

Dass der Staat auf der anderen Seite ohnehin keine Ehe zu schließen hat und dass dies Aufgabe der Kirche ist, sei hier nur nebenbei erwähnt. Insofern wird auch nichts wirklich entwertet, weil die staatliche Ehe-Bescheinigung ohnehin kein Sakrament, sondern ein dem staatlichen Scheingeld nicht unähnlicher Witz ist, der nun eben auch inflationiert wird.

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(Von André F. Lichtschlag, weiterlesen auf eigentümlich frei / Karikatur: Götz Wiedenroth)

[Anm.: Wie es scheint, hat der Beitrag von Herrn Lichtschlag mächtigen Eindruck auf Herrn Gebauer gemacht…]