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Mädchen bei der Mathematik-Olympiade

Diese Woche fand in Kolumbien die 54. Internationale Mathematikolympiade statt. Zu den Glaubenssätzen des Gutmenschen gehört, daß Mädchen ebenso gut wie Jungs verzwickte Mathematikprobleme lösen können. Die heutige Schülergeneration wächst ganz im Klima der politischen Korrektheit auf, da sollte es doch erhebliche Fortschritte bei der Gleichheit geben, oder nicht?

(Von Ma Themat)

Die Mathematik-Olympiade findet jedes Jahr statt. Im Jahr 1959 fing es an mit Teilnehmern aus sieben Ländern an und ist seit dem kräftig gewachsen, mit 97 Ländern in diesem Jahr. Die nachfolgende Grafik zeigt die Anzahl der Mädchen und Jungen, die eine Goldmedaille gewonnen haben. Man sieht, daß die Mädchen weit weniger erfolgreich sind.

matheolymp

Weibliche Teilnehmer sind allerdings auch in der Minderheit, in den letzten Jahren lag ihr Anteil bei etwa 10%. Der Grund dafür ist, dass Mädchen häufiger schon beim Auswahlverfahren ihrer Heimatländer ausscheiden. Bei der Olympiade bekommt etwa jeder zweite Teilnehmer eine Medaille, mit einer Verteilung von Gold-, Silber- und Bronzemedaillen im Verhältnis 1:2:3. Das diesjährige Ergebnis, getrennt nach Geschlechtern, sieht so aus:

Aus dem signifikant schlechteren Abschneiden der Mädchen läßt sich folgern, dass sie bei der Teamauswahl bevorzugt wurden. Trotz dieser Bevorzugung hat es nur für einen Mädchenanteil von 10% gereicht.

Bei den Grundrechenarten sind Männer und Frauen im Durchschnitt gleich gut. Unterschiede gibt es dagegen bei der Streuung, d.h. es gibt mehr Männer als Frauen, die richtig gut in Mathe sind. Je höher das Niveau, um so höher wird auch der Männeranteil. Die stärkere Streuung gilt aber auch in die andere Richtung, so gibt es unter den mathematischen Totalversagern auch einen höheren Männeranteil. Dieses Phänomen ist nicht auf die Mathematik beschränkt, beispielsweise gibt es bei Gefängnisinsassen nur einen Frauenanteil von 5%.

Der mathematische Teil von gängigen Intelligenztests – auch die von MENSA – messen übrigens nur Fertigkeiten auf dem Niveau eines Dreisatzes. Bei der Mathematikolympiade geht es dagegen um kreative Mathematik, da gibt es kein vorgegebenes Rechenschema, sondern man muss den Lösungsweg selber finden.