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Sicherheitskollaps in Duisburg

Die Rheinische Post (RP) berichtet über einen Fall, wo die Polizei Duisburg wegen Überlastung dem Hinweis einer Anwohnerin nicht nachgehen konnte. Metalldiebe konnten so unbehelligt Diebstahl verüben.

(Von Marsianer)

Die RP schreibt:

Eine Anwohnerin der Fürst-Pückler-Straße in Hamborn macht am Montagabend eine verdächtige Beobachtung: Zwei junge, südosteuropäisch anmutende Frauen fotografieren die Häuser an ihrer Straße. Von der resoluten Bewohnerin des Viertels angesprochen, erklärte einer der Frauen, sie fotografierten lediglich die schönen Blumen. Als die aufmerksame Dame daraufhin misstrauisch wurde, rief sie umgehend die Polizei. Die Beamten entgegneten, sie würden gern kommen, könnten aber nicht. Erst habe es einen Einsatz an der Forensik in Hohenbudberg gegeben, dann seien zahlreiche Einsatzkräfte durch einen Großeinsatz am „Problemhaus“ In den Peschen in Rheinhausen gebunden. Man müsse daher nach Priorität ausrücken. (… ) In den beiden darauffolgenden Nächten wurden eine Regenrinne aus Kupfer und eine Regenrinne samt Fallrohr aus der Fürst-Pückler-Straße gestohlen – an den Häusern, an denen die beiden Frauen zuvor ihre Fotos gemacht hatten. Nun kam die Polizei doch nach Hamborn – um die Diebstähle aufzunehmen.

Der Frust bei den Duisburgern sitzt tief:

„Man fühlt sich als Bürger von der Polizei nicht mehr ernst genommen. Wir bekommen immer gesagt, wir sollen aufmerksam sein – aber wenn wir es dann sind, kommen die Beamten einfach nicht“, klagt die Anwohnerin. „Natürlich reagieren wir auf Hinweise aus der Bevölkerung“, versicherte Polizeisprecher Ramon van der Maat gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post. „Wir wären auch diesem Hinweis nachgegangen. Das war nur wegen der hohen Einsatzbelastung zu diesem Zeitpunkt nicht möglich.“

Die Diebe machen auch vor Friedhöfen nicht halt wie die RP ebenfalls in einem anderen Artikel mitteilt:

In der Nacht zum Freitag verwüsteten unbekannte Täter etwa 40 Gräber auf dem Friedhof Bügelstraße in Meiderich. Sie entwendeten in der Hauptsache Grabdekorationen aus Messing. Das gleiche Schicksal ereilte den Friedhof Mühlenberg in Rheinhausen. Bereits am Dienstag hatten Angehörige festgestellt, dass Metalldiebe ungefähr 60 Gräber heimsuchten.

Vor einigen Tagen war der Duisburger Süden betroffen. Die WAZ dazu:

Auf Grabschmuck aus Bronze oder Messing hatten es Unbekannte abgesehen, die irgendwann zwischen Donnerstag, 4. Juli, und Samstag, 6. Juli, den Ehinger Friedhof Im Haselbusch heimgesucht haben. Polizeisprecherin Daniela Krasch berichtet von 90 betroffenen Gräbern. Josef Werner aus Mündelheim wurde zum zweiten Mal binnen Jahresfrist bestohlen. Zwei- bis dreimal in der Woche besucht der das Grab von Ehefrau Elfriede, die 2004 starb, kurz vor der Goldenen Hochzeit.

Auch im letzten Jahr hatte es solche Vorfälle gegeben, sogar mit schwerem Gerät wurde dabei gearbeitet:

Der Beutezug der Friedhofsdiebe muss gedauert haben. Laut Peter van de Wetering, Arbeitsgruppenleiter für Friedhöfe, haben sie sich an 20 Gräbern zu schaffen gemacht. Einige Grabesgegenstände ließen sich zudem nur mit schwerem Gerät von dem Untergrund lösen. „Das muss doch Lärm verursacht haben“, meint die Grundschullehrerin. Auch der Abtransport der geklauten Schalen hätte doch irgendwem auffallen müssen, meint die Friedhofsbesucherin. Doch Hinweise auf die Täter sind bislang nicht eingegangen.

Die Polizei kann trotzdem keine Häufung der Taten erkennen:

Polizeisprecherin Krasch kann aber keine Häufung solcher Delikte erkennen: „Zuletzt haben Metalldiebe im Juni“, sagt sie, „vom Dach einer stillgelegten Kirche in Marxloh Kupfer abgebaut.“

Brutalste Verbrechen werden mittlerweile am helllichten Tag begangen:

Ein 21 Jahre alter Pizzataxi-Fahrer ist in Duisburg-Meiderich am hellichten Tag auf offener Straße niedergestochen worden. Vier Männer hatten dem Pizzaboten aufgelauert und verletzten ihn schwer. Die Duisburger Polizei hat eine Mordkommisssion eingerichtet. Nach Zeugenaussagen erwarteten den Pizzaboten auf der Gartroper Straße am Donnerstag gegen 19 Uhr vier Männer, die in einem dunkelfarbenen BMW saßen. Drei stiegen aus und mindestens zwei stachen auf den jungen Mann ein und verletzten ihn schwer, teilte die Polizei mit.

Zu den obigen Taten gesellt sich auch noch eine handfeste Schulhofprügelei. Die Polizei teilt dazu folgendes mit:

Gleich vier junge Männer gingen gestern gegen 13:00 Uhr auf einen 16-Jährigen los. Sie traktierten ihn auf dem Schulhof der Lise-Meitner- Gesamtschule mit Tritten und einem Teleskopschlagstock. Selbst die dazwischen gehende Lehrerin bekam noch einen Schlag ab. Die Polizei nahm in der Nähe der Schule zwei 13 und 16 Jahre alte Tatverdächtige fest. Gefährliche Körperverletzung lautet jetzt der Tatvorwurf. Sie kamen später in die Obhut ihrer Eltern, der traktierte Jugendliche ging zum Arzt, die Lehrerin war nur leicht verletzt.

Ach ja, beinahe vergessen! Oben wurde der Einsatz an der Forensik erwähnt. Hier der Bericht dazu – immerhin musste sogar das Sondereinsatzkommando (SEK) ausrücken.