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Bad Nenndorf: Polizei bringt Blockierern Getränke

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Die sogenannte Antifa skandierte „Deutsche Polizisten kämpfen für Faschisten“ – zur Belohnung gabs Softdrinks.

In Bad Nenndorf westlich von Hannover haben gestern mehrere hundert linke Blockierer eine Kundgebung des rechten Spektrums verhindert. Die Polizei war einmal mehr nicht Willens oder in der Lage, das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit durchzusetzen. Hätte die Kundgebung des rechten Spektrums vor einem ehemaligen britischen Militärgefängnis bereits um 16 Uhr beginnen sollen, so begannen die Beamten erst gegen 18 Uhr gemächlich damit, Blockierer wegzutragen. Für diese karrte sie zudem jede Menge Erfrischungsgetränke heran (Foto).

Die „Hannoveraner Allgemeine Zeitung“ jubelt [2]:

Party gegen Neonazis: Rund 2000 Bürger haben am Sonnabend friedlich und phantasievoll gegen einen Neonaziaufmarsch in Bad Nenndorf demonstriert – darunter Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD). Im Anschluss an die Kundgebung unter dem Motto „Bad Nenndorf ist bunt“ kam es zu mehreren Blockadeaktionen, die den geplanten „Trauermarsch“ der Rechtsextremisten zum früheren Wincklerbad um fast drei Stunden verzögerten.

Auf dem Bahnhof in Bad Nenndorf ketteten sich gegen 12. 45 Uhr zwei junge Frauen an eine mit Beton gefüllte Biotonne an, die in die Tür eines haltenden S-Bahnzuges gestellt worden war. Eine der Angeketteten befand sich im Zug, die andere auf dem Gleis. Die Polizei brauchte fast zwei Stunden, um die Frauen von der „Beton-Tonne“ mit Säge, Meißel und Hammer zu befreien. Die Aktion führte dazu, dass der eingleisige Schienenverkehr für zweieinhalb Stunden unterbrochen war. Ziel der Aktion war, es, die Anreise der Neonazis zu verhindern.

Gut 300 schafften es trotzdem. Das Verwaltungsgericht Hannover hatte ihnen zugebilligt, um 16 Uhr – zwei Stunden nach dem Ende der Kundgebung des Bürgerbündnisses – direkt vor dem Wincklerbad zu demonstrieren. Mit sogenannten Trauermärschen wollen die Neonazis daran erinnern, dass in dem früheren Schlammbad von 1945 bis 1947 NS-Schergen und mutmaßliche Kriegsverbrecher, interniert, misshandelt und in mindestens drei Fällen zu Tode gefoltert wurden. Doch bereits 1947 hatte die britische Regierung das Internierungslager geschlossen und die Folterer vor Gericht gestellt. Seit 2006 nehmen die Neonazis die Vorgänge im Wincklerbad gleichwohl zum Anlass, um vermeintliche Verbrechen der Alliierten gegen die Deutschen anzuprangern.

Doch an diesem Sonnabend mussten sie ihre Kundgebung an der Rückseite des Wincklerbades abhalten, nachdem sie zuvor schon vor einem Eiscafé in der Fußgängerzone Bad Nenndorfs Station gemacht hatten. Ihren Plan, zum Platz vor dem Wincklerbad vorzurücken, gaben sie nach dreistündiger Wartezeit auf.

Denn die Bahnhofsstraße vor dem Wincklerbad wurde von rund 200 Demonstranten stundenlang blockiert. Neben schwarzgewandeten Antifa-Aktivisten setzten sich auch Mitglieder des Sportvereins „VfL Bad Nenndorf“ auf die Straße. Während die Antifa-Protestler die Polizei mit Sprüchen wie „Deutsche Polizisten kämpfen für Faschisten“ zu provozieren versuchten, verbanden die Sportvereinsmitglieder ihren Protest mit heiteren Lockerungsübungen und Fangesängen wie im Fußballstadion:. Motto: „Hier regiert der VfL“.

Als die Polizei gegen 18 Uhr schließlich mit der Räumung begann, spitzte sich die Situation zu. Manche der Blockierer wehrten sich so heftig, dass es zu leichten Verletzungen kam. Insgesamt aber bemühte sich die Polizei um Deeskalation und ging äußerst behutsam vor. „Die Kollegen sind hier besonders sanft zu Werke gegangen, und das ist gut so“, sagt der Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Dietmar Schilf. „Unsere Sympathien gelten den Demonstranten. Wir finden es gut, dass erstmals auch unser Innenminister hier war und so klar Farbe bekannt hat.“

Besondere Probleme bereiteten der Polizei sogenannte Pyramiden: Vier Blockierer hatten ihre Hände an einen Betonklotz gekettet, drei Demonstranten hatten sich mit Fahrradketten am Hals zusammengeschlossen. Doch die Polizeitechniker hatten damit keine größeren Probleme. Gegen 19.10 Uhr war die Straße wieder frei.

„Wir sind da mit viel Augenmaß rangegangen, so dass keiner verletzt worden ist“, sagt Axel Bergmann von der Polizei Nienburg. „Es hat zwar einige Ingewahrsahmnahmen gegeben. Insgesamt ist aber alles ziemlich friedlich abgelaufen.“

Unappetitlich: Auf einem Plakat wurde der Wehrmachtssoldat Gerhard Menzel, welcher in britischer Haft gefoltert worden war (PI berichtete [3]), auf niederträchtigste Art und Weise verspottet:

menzel [4]

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