1

Garbsen: Warum die EKD keine Worte findet

Auch zwei Wochen nach der Niederbrennung der Willehadi-Kirche von Garbsen fehlt noch immer jede offizielle Stellungnahme der EKD. Die erste Niederbrennung einer christlichen Kirche in Deutschland ist der EKD bislang nicht einmal eine kleine Pressemeldung wert. Und auch ihr oberster Chef, EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider, hüllt sich in eisernes Schweigen. Der folgende Beitrag soll dieses demonstrative Schweigen der EKD-Spitze im Fall der Niederbrennung ihrer eigenen Kirche nicht entschuldigen, sondern nach einer Erklärung suchen. Drei Gründe lassen sich erkennen.

(Von C. Jahn)

Wer auf der offiziellen Webseite der EKD die Pressemitteilungen der vergangenen Tage durchklickt, findet die Niederbrennung der Willehadi-Kirche in Garbsen nicht einmal erwähnt. Für den ersten Tag nach der Brandstiftung, dem 30.7., erscheint dieses Schweigen vielleicht noch verständlich. Man mag dem Rat der EKD zubilligen, in einer Art Schockstarre zunächst keine Worte zu finden. Aber spätestens am zweiten Tag hätte man eine Meldung erwartet: zumindest eine ganz dezente, angesichts der orientalischen Täterkreise in der Sprache äußerst zurückhaltende Nachricht samt einiger allgemeiner Floskeln „gegen Gewalt“. Damit hätte man den Minimalerwartungen an die Führungsspitze der von der Brandstiftung betroffenen Organisation wenigstens der Form halber genüge getan.

Doch auch am 31.7. bringen weder die EKD noch ihre Presseagentur, der Evangelische Pressedienst (epd), eine Meldung zur Brandschatzung der Kirche von Garbsen. Wichtiger als die historisch erste Niederbrennung einer christlichen Kirche in Deutschland sind für den epd (Eigenwerbung: „Wir setzen Schwerpunkte“) an diesem Tag: „Verbände und Kirchen unterstützen Energieeffizienzpakt Bayern“ sowie „München bekommt Jugendkirche mit Café“. Am 1.8. dann veröffentlicht die EKD die Presseerklärung „In Weinheim wird der denkmalgeschützte Turm der Martinskirche saniert“ – ein Hohn regelrecht angesichts der Bilder der ausgebrannten Willehadi-Kirche, die an diesem Tag bereits im Netz verbreitet werden. Und am 2.8. textet der epd: „EKD unterstützt Initiative für einmaligen Feiertag zum Reformationsjubiläum 2017“. Wäre das wirklich alles gewesen, was Martin Luther drei Tage nach der Abfackelung einer evangelischen Kirche mitten in Deutschland zu sagen gewusst hätte?

Am 5.8. meldet der epd: „Käßmann: Kirche muss Familie stärken“ – fiel Frau Käßman in diesen Tagen nichts Aktuelleres ein? Und am 8.8. lesen wir nach einer Woche Pause wieder eine offizielle Pressemitteilung der EKD: „EKD-Ratsvorsitzender gratuliert Erzbischof Zollitsch zum 75. Geburtstag“. Hätte es den Ratsvorsitzenden eigentlich große Mühe gekostet, neben den Geburtstagsgrüßen zum 75. auch einen kurzen Gruß an die Gemeinde in Garbsen zu verfassen, einen knappen Einzeiler wenigstens als Zeichen der Solidarität und gemeinsamen Verbundenheit?

Die EKD schweigt also offiziell zu Garbsen, soviel ist nun sicher. Aber warum findet diese sonst so redegewandte Organisation ausgerechnet im Fall der Niederbrennung ihrer eigenen Kirche keine Worte? Hätte am 30.7. in Garbsen keine Kirche, sondern eine Synagoge oder Moschee gebrannt, hätte die EKD-Führung mit Sicherheit schon nach wenigen Stunden eine erste Meldung veröffentlicht und dieses Verbrechen mit klaren Worten verurteilt. EKD-Chef Schneider hätte es sich nicht nehmen lassen, persönlich am Tatort zu erscheinen und sich ein Bild der Lage aus erster Hand zu machen. Aber im Fall seiner eigenen Kirche kann sich der hohe Herr nicht dazu aufraffen, sich in Garbsen blicken zu lassen und dort mit Mitgliedern der eigenen Gemeinde zu sprechen – demonstrativ bleibt er dem Ort des Geschehens fern. Genauso demonstrativ, wie sein Pressebüro auf jegliche Mitteilung zu dieser Brandstiftung verzichtet und sein amtlicher Pressedienst jede Menge „Schwerpunkte“ zu vermelden weiß, nur diesen einen nicht. Warum?

Drei Gründe für dieses demonstrative Schweigen der EKD-Spitze lassen sich erkennen:

1.    Zum einen ist ein Kirchengebäude heute kein Symbolgebäude mehr für das eigene Selbstverständnis der EKD. Die moderne „bunte“ EKD versteht sich weniger als religiöse Gemeinschaft, sondern eher als eine Mischung aus allgemeinem Sozialdienstleister und Entwicklungshilfeorganisation mit Schwerpunkt Afrika. Nach einem Hinweis auf „Jesus Christus“ oder die „Bibel“ kann man auf der EKD-Webseite lange suchen. Hätte die Brandstiftung einem Verwaltungsgebäude der Diakonie gegolten, hätte sich die EKD-Spitze vermutlich zu einer wenigstens lapidaren Stellungnahme bequemt – sogar, wenn die Täter aus dem Gastarbeitermilieu stammen. Eine brennende Kirche aber ist für das Selbstverständnis der EKD von heute ein eher sekundärrelevantes Gebäude. Die Führung der EKD wusste zu Garbsen nichts zu sagen, weil ihr eine brennende Kirche allgemein nichts mehr zu sagen hat.

2.    Zum anderen ist die brennende evangelische Kirche in Garbsen auch eine symbolische Anklage gegen die EKD selbst. Die EKD spielt im Rahmen des Projekts „Bunte Republik“ keine Nebenrolle, sie ist hauptverantwortliche Täterin. Kaum eine andere Organisation, von den politischen Parteien abgesehen, hat in Deutschland die dauerhafte Ansiedlung islamischer Gastarbeiter so vehement befürwortet und vorangetrieben wie die EKD. Sie hat sich massiv für die wahllose Einbürgerung der Gastarbeiter ausgesprochen, sie wirbt auch heute noch mit allen Mitteln für die Ansiedlung der Heerscharen von überwiegend islamischen Asylanten und Scheinasylanten, sie unterstützt aktiv die illegale Einwanderung. Im Zuge dieser politischen Ereiferung hat die EKD schwere Schuld auf sich geladen: Durch ihre hochmütige Missachtung des Sicherheitsbedürfnisses der ihr vertrauenden Christen und ihre fast blinde Unterwerfung unter die ideologischen Vorgaben eines von Machtpolitikern gesteuerten Staatswesens. Das seltsame Schweigen der EKD-Spitze im Fall der brennenden Kirche von Garbsen ist daher ganz sicher auch als Versuch zu sehen, unbequemen Fragen nach der eigenen Mitbeteiligung und Mitverantwortung an der staatlichen Siedlungspolitik und der durch diese Politik unmittelbar herbeigeführten Gefährdungslage der Christen in Deutschland aus dem Weg zu gehen.

3.    Letztlich dürfte auch der Zeitpunkt der Niederbrennung der Willehadi-Kirche eine gewisse Rolle spielen: Die Abbrennung fällt mitten in den Bundestagswahlkampf. Für die Parteien wäre eine überregionale Meldung zu einer von Gastarbeitern abgebrannten Kirche zum jetzigen Zeitpunkt ein medialer Super-GAU – ist man doch gerade in diesem Wahlkampf 2013 nach Kräften darum bemüht, kontroverse und existenzielle Themen wie Staatsschulden, Energiewende, „Bunte Republik“ etc. möglichst überhaupt nicht anzusprechen und das Wahlvolk stattdessen mit Nebenthemen zu beschäftigen. Eine durch die Niederbrennung einer christlichen Kirche ausgelöste Debatte über die gern verschwiegenen Risiken, Gefahren und Schattenseiten des Projekts „Bunte Republik“ können die Parteien im Moment nicht gebrauchen. Das weiß die EKD nur zu genau: Ihr williges Schweigen zur Niederbrennung ihrer eigenen Kirche ist somit auch als Geschenk an die Parteien zu verstehen – ein Geschenk, für das die EKD natürlich eine Gegenleistung erwartet. Denn Reibungspotenzial mit dem zunehmend multireligiösen bunten Staat gibt es genug: Vor allem die Einziehung der Kirchensteuer als Privileg der christlichen Kirchen wird der Staat unter dem Druck der Islamverbände über kurz oder lang aufgeben müssen – eine drohende finanzielle Katastrophe für die EKD. Die EKD wird daher die Parteien zu gegebener Zeit an ihr Schweigen erinnern und im selben Atemzug auf ihr Machtpotenzial verweisen, dass sie dieses Schweigen nach der nächsten Kirchenbrandstiftung natürlich auch sein lassen kann – und damit den Parteien eine öffentliche Debatte zu den Sicherheitsrisiken ihrer „Bunten Republik“ bescheren würde, die die Parteien allesamt nicht gebrauchen können. Für alle Beteiligten, Kirche und Staatsparteien, so die Botschaft der EKD, ist es daher das Beste, man arbeitet auch in Zukunft weiter zu beiderseitigem Nutzen reibungslos zusammen, insbesondere in Sachen Geld. Aus diesem realpolitischen Blickwinkel betrachtet, ist die evangelische Gemeinde von Garbsen mit ihrer niedergebrannten Kirche für die EKD-Spitze nur ein Bauernopfer, um sich im Machtspiel zwischen Amtskirche und einem zunehmend antichristlichen bunten Staat taktisch zu positionieren.

garbsen_pfarrer

Kontakt:

» info@ekd.de
» info@epd.de

PI-Beiträge zum Thema:

» Garbsen: Kristallnacht der Bunten Republik?
» Kirchenbrand in Garbsen: Täter sind Opfer
» Wenn in Garbsen die ersten Menschen brennen
» Markus Holz (HAZ): “Es geht nicht um Religion”
» Eine Moschee brennt in Hannover

Externer Link:

» DIE HANNOVERANER: “Wie lange noch…?”

(Karikatur: Wiedenroth)