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AfD verhängt Aufnahmestopp für DF-Mitglieder

Einen Tag, nachdem die Bürgerrechtspartei DIE FREIHEIT verkündete, ab sofort alle bundes- und landespolitischen Ambitionen einzustellen (PI berichtete exklusiv) und auch einzelne linke Medien wie der SPIEGEL und die ZEIT dies thematisierten, hat die Pressesprecherin der AfD, Dagmar Metzger (Foto l.), heute eine Pressemitteilung über einen Aufnahmestopp für ehemalige DF-Mitglieder verschickt. JETZT mit UPDATE!

Darin heißt es:

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat einen weitreichenden Aufnahmestopp für ehemalige Mitglieder der Partei „Die Freiheit“ und anderer Kleinparteien verhängt. Bernd Lucke, Bundessprecher der Partei, griff zu dieser Maßnahme, nachdem die rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“ angekündigt hatte, nicht mehr zu Bundes-und Landtagswahlen anzutreten und dies gegen den Willen der AfD als eine Unterstützung der AfD dargestellt hatte.

„Desaströse Wahlergebnisse bei der Bundestagswahl und den Landtagswahlen in Bayern und Hessen lassen vermuten, dass „Die Freiheit“ sich auflösen wird“, sagte Lucke. „Das kann sie gerne tun, aber wenn deren Mitglieder eine islamophobe und latent fremdenfeindliche Einstellung haben, haben sie bei uns nichts verloren.“ Lucke verwies auf den Beschluss des Bundesvorstands der AfD, nach dem die Mitgliedschaft in der AfD unvereinbar mit ausländerfeindlichen, rassistischen, antisemitischen, islamfeindlichen, rechtsextremen und linksextremen Gesinnungen sei.

„Die Freiheit“ hatte sich vor einiger Zeit gespalten und die meisten Mitglieder, die mit den islamophoben Tendenzen nicht übereinstimmten, verließen die Partei. Lediglich in gut begründeten Ausnahmesituationen, etwa wenn die Mitgliedschaft schon längere Zeit zurückliege, soll eine Aufnahme künftig noch möglich sein. Dafür sei aber stets ein protokolliertes Einzelgespräch und die Zustimmung des jeweiligen Landesvorstandes erforderlich. „Wir werden nicht alle über einen Kamm scheren, aber die Nachweispflicht für eine untadelige politische Einstellung liegt eindeutig bei denen, die sich um Aufnahme in die AfD bewerben“, sagt Lucke.

„Die Regel ist jetzt, dass nicht aufgenommen wird“, erklärt Lucke. „Selbst im Ausnahmefall sind die Hürden aber erhöht worden, weil das Einzelgespräch protokolliert und die Aufnahme vom Landesvorstand bestätigt werden muss.“ Mit früheren Mitgliedern anderer Kleinparteien (mit Ausnahme der FDP) soll genauso verfahren werden.

Pressekontakt:

Alternative für Deutschland
Dagmar Metzger
+49-89-35775790
presse@alternativefuer.de

Aus dem Umfeld der AfD werden für den streng islamophilen Kurs der Eurokritiker vor allem die beiden „Linken“ in der Partei, Pressesprecherin Dagmar Metzger und der Hamburger AfD-Vorsitzende Jörn Kruse, verantwortlich gemacht. Welche Auswirkungen das tatsächlich haben dürfte, ist angesichts dessen, dass die potentiellen „Überläufer“ diesen Schritt längst vollzogen haben, mehr als ungewiss.

UPDATE: AfD-Chef Bernd Lucke hat heute auf seiner Facebook-Seite folgende Erklärung zur aktuellen Pressemitteilung abgegeben:

Liebe Freunde und Unterstützer,

da Fehlinformationen die Runde machen, möchte ich darauf hinweisen, dass die heutige Pressemitteilung von mir persönlich verfasst wurde.

Mit ihr ist keinerlei politische Richtungsänderung der Alternative für Deutschland verbunden. Ich möchte mit der Pressemitteilung aber eindeutig klar stellen, dass unsere Zielgruppe (für Mitglieder und Wähler) nicht an den politischen Rändern oder im Bereich sektiererischer Parteien liegt.

Wir wenden uns vielmehr an die Wähler von CDU, CSU, SPD, Grünen, Linken, FDP und an die zahlreichen enttäuschten Nichtwähler. Dass ich die FDP explizit erwähnt habe, ist allein der Tatsache geschuldet, dass sie seit dem 22.9. zu den Kleinparteien zu rechnen ist, uns Liberale aber genauso willkommen sind, wie Christdemokraten, Sozialdemokraten, Grüne oder Konservative.

Die AfD wird, wenn es nach mir geht, immer eine Partei bleiben, die sich einer schematischen rechts-links Etikettierung entzieht, sondern sich am abendländischen Wertekanon, am Grundgesetz und am gesunden Menschenverstand orientiert.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Lucke