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Neues von den Bonner No-Go-Areas

Jene Bonner Sprachschule, die als Service für ihre ausländischen Sprachschüler eine Karte der Bonner No-Go-Areas veröffentlicht hatte (PI berichtete am 18.07.13), bekommt nun offenbar Druck seitens Bonner Behörden. In einer Stellungnahme der Schule wird geschildert, dass man 50 Anrufe und Drohungen erhalten habe und aufgefordert worden sei, die No-Go-Karte vom Netz zu nehmen.

(Von Andreas R.)

Demnach behauptete ein Vertreter der Stadt Bonn, die Karte würde in „rechten Kreisen“ herumgereicht, und außerdem sei das mit den No-Go-Bezirken völliger Quatsch, da ein Verwandter von ihm in Tannenbusch wohne und sich dort frei bewegen könne. Die Sprachschule solle sich gefälligst mal bei der Integrationsbeauftragten der Stadt, Coletta Manemann, darüber informieren, „welche Fortschritte die Problemjugendlichen der besagten Stadtteile durch erfolgreiche Sozialarbeit und Streetworking gemacht hätten.“ Ein anderer Anrufer drohte sogar mit dem Entzug der Lizenz für Integrationskurse. Andere wiederum meinten, die No-Go-Erfahrungen der ausländischen Sprachschüler würden von Neo-Nazis verursacht.

Bislang hat sich die Schule dem Druck der Stadt Bonn nicht gebeugt und hat ihre No-Go-Karte näher erläutert. So beziehen sich die negativen Erfahrungen in den betreffenden Gegenden auf Raub und Diebstahl, Einbrüche, Pöbeleien und sexuellen Belästigungen, worunter vor allem Asiatinnen und Osteuropäerinnen zu leiden hätten. Die Täter seien mitnichten Neo-Nazis, sondern hätten immer selbst einen Migrationshintergrund. Leider traut sich die Schule nicht, klar zu benennen, was für eine besondere Art von Migranten dafür verantwortlich sind, dass friedliche und fleißige ausländische Deutschlernende und Studierende ein so negatives Deutschlandbild vermittelt bekommen. Aber dafür hat die Schule dankenswerterweise ein paar Presse-Links mit gruseligen Nachrichten aus den betroffenen Bonner Stadtteilen gesetzt, nach deren Lektüre auch einem unbefangener Beobachter eine Ahnung überkommt, dass die negativen Erfahrungsbereicherungen irgendwie allesamt etwas mit dem I-Wort zu tun haben müssen.