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PI wirkt: Medienrummel um Bonner No-Go-Areas

Unmittelbar nach Erscheinen des PI-Berichts vom 15.10.2013 über die Bonner No-Go-Areas meinen nun auch die Hauptstrommedien, um das Thema nicht herumkommen zu können und haben Sprachschüler, den Leiter der warnenden Sprachenschule sowie Verantwortliche der Stadt Bonn von Bürgermeister Jürgen Nimptsch bis hin zur Integrationsfachfrau Coletta Manemann dazu befragt.

(Von Andreas R.)

Am 17.10.2013 strahlte der WDR eine Sendung dazu aus (abzurufen in der WDR-Mediathek). Zunächst wurde ein an Atze Schröder erinnernder sympathischer junger Syrer befragt, der als Flüchtling vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland gekommen war und nun in Bonn Deutsch lernt. Obwohl er aus Syrien ja so einiges gewohnt sein dürfte, fühlt selbst er sich in Tannenbusch unsicher. Der Schulleiter bekräftigte, dass die No-Go-Karte sich aus den Berichten hunderter von Schülern speiste und zeigte das schriftliche Referat einer Koreanerin, die schildert, wie sie in einem Bonner Problemviertel regelmäßig belästigt wird. Der WDR fragte auch ein paar mehr oder weniger zufällig daherlaufende Passanten in den betroffenen No-Go-Areas. Eine junge Mutter aus Beuel-Ost bestätigte, dass es hier immer mehr Verbrechen gebe und sie Angst um ihre Kinder habe. Doch ein älterer Herr, der bei Tageslicht in der Godesberger Fußgängerzone befragt wurde und dem äußeren Anschein nach eher im Villenviertel wohnt und vormittags nur kurz zum Einkaufen in die Godesberger Innenstadt kommt, meinte, diese Karte sei eine Unverschämtheit und daran sei überhaupt nichts wahr. Eine andere Befragte wiegelte auch ab und meinte, in anderen Bonner Stadtteilen sei es doch noch viel schlimmer. Schließlich kam die Bonner Integrationsbeauftragte Coletta Manemann zu Wort: Die No-Go-Karte sei nicht hilfreich, weil sie in nicht rot eingezeichneten Stadtteilen ein falsches Sicherheitsgefühl erzeuge. Nach dieser Logik solle man die unbedarften Bonner Bürger und Gaststudenten ruhig in ihr Verderben schicken, da sie sich sonst in den weniger bereicherten Stadtteilen zu sicher fühlen und auf die Idee kommen könnten, die dort anzutreffenden Problem-Migranten mit Muslimhintergrund wollten nur spielen. Im Großen und Ganzen bestätigte der Bericht somit, wenn auch teilweise unfreiwillig, die Einschätzung der ausländischen Sprachschüler darüber, wo man in Bonn besser nicht hinziehen sollte.

Die Bild-Druckausgabe (siehe Aufmacher oben) mit dem Lokalteil für Köln und Bonn brachte die Story am 18.10.13 unter dem Titel „Ausländer fühlen sich von Ausländern bedroht“. Eigentlich hätte die Schlagzeile heißen müssen „friedliche Ausländer mit Bildungshintergrund fühlen sich von aggressiven Ausländern mit zumeist Muslimhintergrund bedroht“. Im Gegensatz zum WDR betont BILD wenigstens, dass nach Angaben der Sprachstudenten nicht etwa Neo-Nazis, sondern meist Problemjugendliche mit Migrationshintergrund für die Zustände verantwortlich sind. Der Bonner Oberbürgermeister Nimptsch hält jedoch tapfer dagegen: Tausende UN-Mitarbeiter hätten Bonn als freundliche, liebenswerte und sichere Stadt erlebt. Ob die wohl in den heruntergekommenen Absteigen in Tannenbusch-Mitte oder Beuel-Ost wohnen? Vielleicht waren die UN-Leute ja mal vormittags zum Koma-Shoppen in der Godesberger Fußgängerzone, so wie auch sommers Heerscharen weiblicher und schwarzummantelter Saudi-Schattenwesen mit Gucci-Tasche, diamantbesetztem Handy und Klinik-Abo. Und vielleicht sollten bürgerkriegserfahrene Sprachschüler mal mit Frau Manemann und Herrn Nimpsch spätabends in Auerberg, Tannenbusch-Mitte oder Medinghoven ausgehen, damit die Stadtoberen zur Abwechslung mal aus ihrer rosaroten Parallelwelt herauskommen.