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WAZ generiert schnell mal 18.000 Kernkrafttote

Geschichtsklitterung bei der WAZ: In der Samstagsausgabe der WAZ in Essen ist auf der Titelseite unten links eine dpa-Meldung zu lesen, die dem Kenner der Materie die Fußnägel zum Aufrollen bringt. Aber lesen Sie selbst: „Am 11. März 2011 hatte ein Beben der Stärke 9,0 einen Tsunami und in Fukushima die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl ausgelöst. 18000 Menschen starben.“

(Von Nuke Günni)

Diese zwei Sätze sind eingebettet in einen Text über ein weiteres Beben, das sich kürzlich in der Nähe von Fukushima ereignete. Der unvoreingenommene Leser schreibt dem Atomunfall die 18.000 Toten zu, was aus der Satzstellung auch unschwer zu entnehmen ist. Mittlerweile wissen jedoch die politisch Inkorrekten, dass nicht ein einziger Mensch bisher an den Folgen des Atomunfalls gestorben ist, wohl aber 18000 durch den Tsunami. Dieser Umstand dürfte auch dpa bekannt sein, die diesen Text aus der tiefsten Sohle geholt haben, um der Atomkraft hierzulande ein sicheres Begräbnis zu bescheren. Deshalb achte man auf die Feinheiten. Nicht ein Komma trennt die 18000… sondern ein Punkt. Ein Komma hätte die 18000… in direktem Zusammenhang mit dem Atomunfall gestellt, ein Punkt bedeutet aber es folgt eine neue Aussage, die nicht unbedingt mit dem vorher Gesagten im Zusammenhang stehen muss. Somit wurde eine gerichtsfeste Falschmeldung geliefert. Einfach clever unsere Journies.

Das ständige Köcheln der Debatte

Bei so viel Cleverness und grünem Enthusi-Trittin-Asmus scheint aber doch der Zweifel am Erfolg ihrer Kampagne ihr ständiger Begleiter zu sein. Warum nur fortwährend solche äußerst geschickt lancierten Artikel, wenn man doch die Wahrheit auf seiner Seite hat. Der letzte Fukushima-Hype z.B. betraf das radioaktive Grundwasser, das Tepco ohne weiteres ins Meer verklappen könnte, die große Verdünnung würde gesundheitliche Risiken auf null setzen. Wer das nicht glaubt, kann sich ja mal die natürliche Radioaktivität von Meerwasser bescheinigen lassen. Das Meerwasser, das hinter dem Verklapper aufgenommen und untersucht werden würde, hätte keine signifikante Abweichung vom natürlichen Wert. Wenn Tepco sich aber dieses Verfahrens bedienen würde, wäre der Skandal perfekt. Die Strahlenbelastung, die meine Mutter während ihrer Krebsbehandlung abbekommen hat, war wesentlich höher gewesen und sie erfreut sich dank Nuklearmedizin guter Gesundheit. In diesem Zusammenhang empfehle ich das Blog von Nuke Klaus. Dort werden die tatsächlichen Risiken behandelt, ein wenig Fleiß ist allerdings nötig. Warum also dieses ständige Köcheln der immer wieder neu befeuerten Debatte?

Chinas Trumpf für die Zukunft

Dem grünen Hauptstrom in unsern Blättern ist nicht entgangen, dass in anderen Ländern weit weniger gegen Atomkraft gehetzt wird. Warum laufen französische AKWs immer noch. Die Bevölkerung steht hinter dieser Technik. Auf EIKE erschien vor kurzem ein interessanter Artikel über Chinas Aktivitäten zum Thema Atomkraft. Demnach werden in China in den nächsten Jahrzehnten insgesamt 201 AKWs zusätzlich ans Netz gehen.

Und so sieht es aus:

• 15 sind im Betrieb
• 30 sind im Bau
• 51 in fortgeschrittener Planung
• 120 in Vorstudie

Hinzu kommt, dass China zum größten Exporteur von Atomkraftwerken werden will. Bei diesen Aufträgen werden Entwicklungen der sogenannten dritten Generation verbaut, die inhärent sicher sind, eine viel höhere Ausnutzung des Kernbrennstoffs haben und damit auch die Endlagerproblematik minimieren. Wer solche Technik liefern kann, ist uneingeschränkte Spitze. Es liegt auf der Hand, dass eine Biobauernrepublik wie Deutschland hier das Nachsehen haben wird.

Schade, dass die WAZ solche Meldungen ohne Skrupel übernimmt. Ich bin jedoch guter Hoffnung, dass Deutschland bald aus diesem Dilemma finden wird, zu deutlich zeichnet sich das Scheitern der Energiewende ab.

Bleiben Sie PI weiterhin gewogen, denn wie Wissenschaftler herausgefunden haben, ist die Zahl PI nicht abschließend zu berechnen. Dies ist ein gutes Zeichen.

» WAZ-Kontakt: zentralredaktion@waz.de