1

Darf man über den Islam forschen?

Man stelle sich – ich schreibe das vom großen Islamanalysten Bernard Lewis ab – folgende Situation vor: Griechen verkünden, das Betreiben altphilologischer Studien sei eine Beleidigung des großen hellenischen Erbes, die Altphilologen seien der Ausdruck einer westlichen imperialistischen Verschwörung mit dem Ziel, die Leistungen der Griechen zu verunglimpfen und sie zu unterjochen. Die Zeit sei gekommen, Griechenland vor den Altphilologen und Archäologen zu retten und mit der verwerflichen Altertumskunde Schluß zu machen.

(Von Norbert G. Pressburg)

Allein Griechen seien fähig über griechische Geschichte und Kultur zu schreiben, allein die Griechen selber sind wahrhaft kompetent, akademische Studienprogramme durchzuführen. Nichtgriechen, die sich hinter der Maske der Altertumskunde verbergen, müssen als das entlarvt warden, was sie sind: Gegner der gerechten griechischen Sache, Rassisten und graecophob. Ein Verbot der Graecophobie ist in die UN-Charta der Menschenrechte aufzunehmen. Diejenigen, die sich bereits in akademischen Rängen befinden und sich griechenlandkritisch äussern, müssen durch Schmähungen in Misskredit gebracht warden und es sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, Neuzugänge mit Griechen zu besetzen, der Name Altphilologie muß zu einem verächtlichen Begriff werden.

Jeder wird das absurd finden. Ersetzen wir aber Griechenland durch Orient und Altphilologie/Altertumskunde durch Islamforschung, dann wird aus Spaß plötzlich Ernst.

Man stelle sich weiter vor, Buddhisten würden nur buddhistischen Religionsangehörigen Forschung an ihrem Bereich erlauben, Christen würden die Aufnahme des Kritikverbots am Christentum in die UN-Menschenrechtscharta fordern – undenkbar, es gäbe einen Aufschrei. Im Falle des Islam wird dies offensichtlich als Selbstverständlichkeit erachtet.

“Der Koran ist undiskutierbar”, postulierte al-Ghazali (1058- 1111), der dem, was man heute vulgo unter “Islam” versteht, zum Durchbruch verhalf und forderte das Verbot von Philosophie insgesamt. Die Beschäftigung mit anderen Schriften als den genehmigten religiösen sei ein todeswürdiges Verbrechen. Ibn Rushd (Averroes, 1126 – 1198) erhielt im ach so toleranten Andalusien Schreibeverbot und kam mit Verbannung bis zum Lebensende davon, aber die “Philosophie”, also das Denken über religiöse Grenzen hinaus, verschwand mit ihm aus der islamischen Welt, die “Versiegelte Zeit” nach Dan Diner, der fast vollkommene geistige Stillstand der islamischen Welt von damals bis heute, begann. Natürlich gab es Abweichler, aber sie fanden niemals ein gutes Ende. Den palästinensischen Professor Dr. Suliman Bashear (1947 – 1991) von der Universität Nablus warfen aufgebrachte Studenten kurzerhand aus dem Fenster, weil er die Muhamad-Traditionen hinterfragte, der sudanesische Theologe Muhamad Taha wurde 1985 als Abtrünniger vom Glauben gehenkt, weil er den Verzicht auf die “medinische Suren” forderte (Anmerkung: Späte, oft radikale Suren ohne theologischen Inhalt), da diese nur in der speziellen Situation des 7. Jahrhunderts Sinn gemacht hätten.

Auf Kritik, sei es von Innen oder Aussen, hat der Islam stets mit Brutalität reagiert und belegt bereits die Grundlagen von Kritik, nämliche freies Denken und Forschen reflektorisch mit Verboten – früher genauso wie heute: Dr. Tayyar Alticulac hat einen hohen Posten im Diyanet, dem türkischen Religionsministerium (das die DITIB in Deutschland, ATIB in Österreich steuert) und er ist Korangelehrter. In dieser Eigenschaft wollte er die Identität des bekannten, millionenfach verteilten “King Fuad Koran” (der auf einer ägyptischen Koranversion basiert), mit einem angeblich originalen (“uthmanischen”) Urkoran nachweisen, der in Istanbul aufbewahrt wurde. Die Unterschiede waren aber so groß, dass von einer Identität gar keine Rede sein konnte. Entweder ist der saudische Koran fehlerhaft, oder der “uthmanische Koran” ist doch nicht echt, oder beides ist der Fall. Anstatt hier mit Forschungen anzusetzen, empfahl der gute Professor, eine Anpassung durch ein Kommittee vornehmen zu lassen und dann jegliche weitere Forschung daran zu verbieten…

Verbieten, verbieten, verbieten

Forschung hat untrennbar mit Kritik zu tun. Aber bereits im islamischen Alltag wird Kritik oft genug als Beleidigung aufgefasst, unter dem von einer US-Agentur eigens designten Begriff ”Islamophobie” wird Kritik als Hetze verunglimpft. Eine der gegenwärtigen Hauptaktivitäten der “Organisation für Islamische Zusammenarbeit” (OIC) ist die Aufnahme eines Verbotes der Religionskritik in die UN-Charta der Menschenrechte. Islamkritik soll also eine Menschenrechtsverletzung werden und daher zu bestrafen sein.

In der islamischen Welt war Forschung am eigenen Objekt zu allen Zeiten verpönt und zu manchen Zeiten unter Todesstrafe verboten. Wissenschaftliche Islamforschung ist unter islamischen Auspizien nicht einmal im Ansatz möglich. Nur gut, dass es bei uns ganz anders aussieht……

Forschung ist frei. Deshalb gibt es bei uns auch kein Gesetz, das die Forschung über den Islam verbieten würde. Also darf man über den Islam forschen, keine Frage. Forschung bedarf jedoch eines bestimmten organisatorischen Rahmens, etwa eines Instituts, einer Einrichtung oder es braucht zumindest jemanden, der die Forschung bezahlt, im Minimalfall ein Gehalt, das den Forschenden die benötigte Zeit bereitstellt. Damit sind wir schon unversehens in ein Netzwerk von Interessen, Abhängigkeiten und Rücksichtsnahmen geraten.

Bereits die klösterliche Gelehrsamkeit des Mittelters befasste sich mit dem Islam. Und zwar keineswegs als “Konkurrenzprodukt”, sondern als mögliche Quelle, um dem originalen Evangelium so nahe wie möglich zu kommen, denn man war sich schon (noch?) damals der dem Koran zugrunde liegenden – biblischen – Materialien sehr wohl bewusst.

Das Islambild der Aufklärung war weniger kenntnisreich als idealistisch. Der Topos der Zeit waren der edle Wilde und der zivilisierte urbane Orientale, dementsprechend romantisch fiel das Islambild aus. Goethe etwa fiel diesem Zeitgeist zum Opfer.

Die wissenschaftliche Befassung mit dem Islam begann im 19. Jahrhundert. Forscher wie Sprenger oder Goldziher hinterfragten das gängige Mohammedbild und begründeten die historisch-kritische Islamforschung, die sich nicht mehr mit dem traditionellen islamischen Geschichtsbild zufrieden gab, sondern erstmals Quellenforschung betrieb. Die Jahrzehnte um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren eine äusserst fruchtbare Zeit der Islamforschung. Aufgenommen wurde der Faden der historisch- kritischen Forschung aus verschiedenen Gründen erst wieder nach dem 2. Weltkrieg und ist mit dem Namen Günter Lüling verbunden. Mit ihm begann gleichzeitig ein dunkles Kapitel der deutschen Islamforschung.

Günter LülingIm Jahr 1967 wurde Günter Lüling (geb. 1928) wissenschaftlicher Assistent der Arabistik und Islamwissenschaften an der Universität Erlangen. 1970 lieferte er eine Doktorarbeit ab, die mit „eximium opus“, eine „aussergewöhnliche Arbeit“ bewertet wurde. Darin wies er im Koran christliche Strophenlieder und altarabische Poesie nach, was bedeutete, dass der Koran nicht originär gewesen sein konnte, sondern auf ältere Traditionen zurückgriff. Nach der Promotionsordnung der Universität würde eine derart hoch bewertete Arbeit automatisch als Habilitationsschrift gelten.

Statt Anerkennung erntete Lüling jedoch wütende Proteste des Orientalisten-Establishments, namentlich des Münchner Ordinarius Anton Spitaler (1910 – 2003). Dieser brachte zu Protokoll, dass Lülings Arbeit „die bisherigen Vorstellungen von Entstehungsgeschichte, Text und Inhalt des Koran auf den Kopf stellen würden.“ Das musste nun verhindert werden, stand doch nicht weniger als das Lebenswerk mancher Honoratioren auf dem Spiel. Einer der Herren nahm Lüling beiseite und fragte wörtlich: „Können Sie das, was Sie an Kritik über den Koran vorgetragen haben, am Jüngsten Tage vor Mohammed verantworten?“ Ordinarius Spitaler setzte alle Hebel in Bewegung, er vereitelte nicht nur die Habilitierung, sondern drängte in einem unglaublichen Intrigenspiel, dessen Schilderung ein eigenes Buch füllen würde, Lüling komplett aus dem deutschen Universitätsbetrieb hinaus. Resultat: Von 1974 bis zur Rente 1991 lebte Lüling von Arbeitslosenhilfe, der lange Arm der Honoratioren hatte selbst Publikationen verhindern können. Lüling publizierte im Selbstverlag seiner Frau bzw. in Indien (siehe Anhang).

Mit im Spiel war neben Rudi Paret und anderen bekannten Namen auch eine Angelika Neuwirth (geb. 1943), die später in Berlin Karriere machen sollte. In einer von Spitaler initiierten Habilitationsarbeit (Zainab Müller: “Wissenschaft wider besseres Wissen”) bestritt “die dubios habiltierte Professorin” (Zitat Lüling) vehement die von Lüling postulierte Existenz altarabischer Poesie im Koran und seine vormohammedanischen Wurzeln.

Der Koran, ein euopäisches Buch?

Wie groß ist nun die Überraschung, als Neuwirth Jahre später in Publikationen, Vorträgen und Interviews (z.B. „Studien zur Komposition der mekkanischen Suren“, 2007), Thesen einer längeren Entstehungsgeschichte des Korans mit vielschichtiger Philologie vertrat, was auf einen Verzicht der exklusiven Autorenschaft Mohammeds hinausläuft. Also genau das, was Lüling seine Existenz gekostet hatte.

Frau Neuwirth avancierte zur Leiterin des Corpus Coranicum, einem von der Thyssenstiftung auf atemberaubende 18 Jahre angesetzten und finanzierten Projekts. „Es geht darum, dem Koran einen Platz in der bislang noch weitgehend als geschlossen jüdisch-christlich verstandenen Kultur Europas zuzuweisen“, sagte Neuwirth und gab an, den koranischen Schöpfungsmythos respektieren zu wollen.

Das wäre, nebenbei bemerkt, etwa so, als wenn Darwin versucht hätte, seine Evoltionstheorie mit der Bibel unter dem Arm zu entwickeln.

In ihrem neuesten Buch „Der Koran als Text der Spätantike“ (2010), vertritt Neuwirth die Meinung, der Koran sei ein „orientalisch-europäisches Buch… ein bedeutsames Vermächtnis, beteiligt am Herausbilden des späteren Europa“. Europa habe deswegen eine Verbindung zum Koran, derer man sich nun bewusst werden müsse. An dieser Bewußtmachung arbeitet sie eifrig.

Dazu der des Revisionismus unverdächtige Islamforscher Tilman Nagel: „Europa entsteht nicht im spätantiken Arabien, und ein Text ist nicht schon deshalb «europäisch», weil er auf Judentum und Christentum Bezug nimmt. Ein für Europa wesentlicher Teil des spätantiken Erbes, die Institutionen und das Recht des Römischen Reiches, spielt im Koran nicht die geringste Rolle.“ Und: „Nirgendwo in ihrer Studie gewinnen solche Forderungen auch nur den Schein der Plausibilität. Aber diese Aussagen passen geradezu wunderbar zu der Botschaft des deutschen Bundespräsidenten, dass der Islam zweifellos zu Deutschland gehöre.“

Und weiter forderte Neuwirth eine “Zukunftsphilologie” des Koran, soll heissen: eine dem europäischen Publikum zumutbare Fassung des Koran, “eine politisch-korrekte vorauseilende Philiologie”, wie es Gerd-R. Puin ausdrückt.

Wie so eine politisch korrekte Philologie aussehen könnte, zeigt Hartmut Bobzin (geb.1946), Professor der Islamistik an der Lüling-Uni Erlangen. Er brachte eine neue Koranübersetzung ganz im sozialverträglichen Sinne heraus. Wo Paret noch soziologisch unbedarft den frauenfeindlichen Vers 34 der 4. Sure wahrheits- und wortgetreu übersetzt „Die Männer stehen über den Frauen, weil Gott sie von Natur vor diesen ausgezeichnet hat“, schreibt Bobzin: “Die Männer stehen für die Frauen ein.” Das steht einfach nicht da, aber warum, fragt man sich, tut er das, zumal sich die arabischen Vorlagen absolut nicht um zeitgeistige Auslegungen scheren?

Die Antwort lautet, es geht um multikulturistisch verträgliche, politisch erwünschte Aussagen – ob sich der Einzelne nun darüber im Klaren ist oder nicht. Das ist nicht Wissenschaft, das ist politisches Konzept. Wenn ein Bundespräsident den Islam als Teil Deutschlands sehen kann, dann kann der Koran selbstverständlich auch ein Teil europäischer Geschichte sein (ein Teil der deutschen Geschichte zu sein schien im Moment wohl doch überzogen, aber es kann ja noch kommen). Das ist ein erwünschter Topos und die Politik braucht Leute, die den wissenschaftlichen Anstrich dafür besorgen. Für Wohlverhalten gibt es Projektförderung: Der Islam muss in Deutschland salonfähig gemacht werden, das ist die politische Prämisse und Teile der Wissenschaft folgen ihr wie das Hündchen am Halsband.

Eine weitere massive Störung des Orientalistenfriedens trat ein, als im Jahr 2002 die New York Times auf ihrer Titelseite ein Buch des Koranforschers Cristoph Luxenberg vorstellte, das nur in deutscher Sprache erschienen war: Die “Syro-Aramäische Lesart des Koran”. Darin sieht Luxenberg den Koran nicht als originäre und einzigartige Schrift. Originalsprache des Buches sei nicht das Arabische des heutigen Korans, sondern eine arabisch/aramäische Mischsprache in aramäischer Schrift gewesen. Sogenannte “dunkle”, also rätselhafte Stellen des Koran erklärte Luxenberg über das Syro-Aramäische und erzielte beeindruckende Resultate. Ob man ihm nun im einzelnen folgen will oder nicht, so weisen auch seine Arbeiten nach, dass die Wurzeln des Koran vormohammedanisch sind und der Koran nicht in der arabischen Wüste entstanden sein kann. Luxenbergs Arbeiten ziehen also Konsequenzen nach sich, die weit über den philologischen Aspekt hinausgehen. Was dann kam, dürfte der Leser bereits vorausahnen:

Wie zuvor Lüling wurde nun Luxenberg in Deutschland aufs heftigste attackiert – allerdings nicht auf fachlicher Ebene. Stereotype und vielfach nachlesbare Standardfloskeln: “unwissenschaftlich”, “ausserhalb des Konsens stehend”, als ob Konsens (welcher Konsens eigentlich?) ein wissenschaftliches Kriterium wäre. Dies ging soweit, dass Kollegin Neuwirth Luxenbergs Klarnahmen im Nahen Osten zirkulierte. Luxenberg ist nämlich das Pseudonym eines ethnischen Arabers, der an einer deutschen Universiät forscht. Seine Muttersprachen sind Arabisch und Aramäisch, er beherrscht alle wichtigen arabischen und aramäischen Dialekte, neue wie alte. Dazu kommt Hebräisch, Latein und Griechisch – also bis auf Persisch alles linguistisch Relevante, was in der Region gesprochen wurde und wird.

Gefördert wurde auch er nicht, sondern bis unter die Gürtellinie bekämpft, angefeindet und weggeschwiegen so weit eben möglich. Luxenbergs unglaubliche philologische Breite und Tiefe macht seinen Kritikern das Leben schwer, macht aber auch gleichzeitig die Herausforderungen deutlich, die an die moderne Islamforschung gestellt werden.

Sie beginnt nicht mehr bei Mohammed und dem Erzengel Gabriel und endet in Medina, die Wurzeln von Koran wie Islam verzweigen sich weit in die Geografie und Ideenwelt des antiken Orients vom Mittelmeer bis Mittelasien. Arabistik ist nicht mehr hinreichende Voraussetzung für Forschung am frühen Islam und Koran, gefragt ist die ganze Breite der wissenschaftlichen Palette: Philologen aller relevanten Sprachen, Schriftexperten, Numismatiker, Archäologen, Ethnographen, Religionswissenschafter und andere mehr sind gefordert.

Professor Khochide: “Islam ist Barmherzigkeit”

Diesem Konzept folgt die Forschungsgruppe Inarah, ein loser Zusammenschluß von Forschern aus aller Welt und den verschiedendsten Diziplinen, die sich der kritisch-historischen Forschung verschrieben haben. Kein Wunder, dass ihre Veröffentlichung den Stand der Dinge in der Erforschung des Frühislam darstellen. Aber auch kein Wunder, dass sie nach der Methode Lüling und (Inarah-Mitglied) Luxenberg “ausserhalb des Konsens” und “ausserhalb der Wissenschaften” (Corpus Coranicum-Mitarbeiter Marx) angesiedelt werden müssen, denn die Forschungsergebnisse sind nicht in jedem Fall kompatibel mit multikulturistischen Vorgaben.

Wie es einem geht, der unbotmäßig forscht und arbeitet, zeigt das Beispiel von Prof. Sven Kalisch, des ersten Lehrstuhlinhabers für muslimischen Religionsunterricht an der Universität Münster. Auf Grund heftiger Proteste der Islamverbände wurde er 2008 vom Lehrstuhl entfernt. Die Aufregung ist sicher verständlich, denn jemand, der die historische Existenz Mohammeds (wie übrigens auch die von Jesus) hinterfragt, mag natürlich die Gefühle gläubiger Menschen treffen, andererseits tat er nichts anderes, als im Wissenschaftsbetrieb einer deutschen Universität eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Kritische Hinterfragung.

Wiederum, es kommt in diesem Genre in erster Linie auf Sozialverträglichkeit und nicht Wissenschaftlichkeit an.

In diesem Sinne ist Kalisch-Nachfolger Mouhanad Khorchide sicher gut qualifiziert. Sachverhalte, die das muslimische Ohr beleidigen und somit den sozialen Frieden stören könnten, kommen nicht mehr vor oder werden zurechtgebogen. In seinem Buch mit dem Titel “Islam ist Barmherzigkeit”, sucht Khorchide eklektizistisch Stellen zusammen, die diese Behauptung unterstützen könnten und bringt so ein nettes Poesiealbum zustande, allerdings bleibt der von einem Professor wohl selbstverständlich zu erwartende wissenschaftliche Anspruch auf der Strecke.

Bei der Neubesetzung an Islamfakultäten scheint die wissenschaftliche Qualifikation generell in den Hintergrund zu treten, die Hochschule scheint schon heilfroh über Leute zu sein, die nicht zum Dschihad aufrufen. Dass die Universitäten die Ausbildung von Islamlehrern übertragen bekamen, ist zweifellos ein begrüßenswerter Schritt. Nur, die staatliche Kontrolle beschränkt sich auf formale Aspekte, die inhaltliche Aufsicht, das heisst auch die Festsetzung von Forschungsschwerpunkten, obliegt den Glaubensverbänden. Aufgrund der türkischen Majorität bedeutet dies aber in der Praxis direkte Abhängigkeit von der türkischen Religionsbehörde Diyanet, die über das türkische Generalkonsulat in die Islaminstitute hineinregieren kann.

Für Wissenschaftlichkeit und Forschung sind das nicht sonderlich ermutigende Aspekte, soviel läßt sich jedenfalls jetzt schon sagen.

Eine weitere Variante zum Verlust der Freiheit von Forschung und Lehre ist in Großbritannien zu besichtigen, wo oft externe Finanziers die Forschungsinhalte bestimmen. Wie will man ernsthaft Islamforschung betreiben, wenn das Institut wie ein Fußballclub von einem nahöstlichen Potentaten abhängig ist, wie zum Beispiel die Islaminstitute der Universitäten Oxford, Cambridge oder Edinburgh?

In den islamischen Ländern ist freie Forschung zum Thema Islam ausgeschlossen. In den meisten anderen Ländern findet sie unter dem Damoklesschwert der “Islamophobie” statt, dem inzwischen gängigen Synonym für Islamkritik. Die Islamforschung bei uns kennt kein Verbot, aber sie kennt Mundtotmachen und Steuerung durch Förderung und Ernennung beziehungsweise dessen Gegenteil. Darf man also bei uns kritisch über den Islam forschen?

Ja, man darf.

Ob man kann, ist eine andere Frage.



Literturhinweise zu diesem Thema:

• Al-Azami, Muhamad Mustafa, The History of the Quranic Text, UK Islamic Academy, 2003
• Ghadban, Ralph, Islam und Islamkritik, Institut für Religionswissenschaft der FU Berlin,2012
• Groß Markus/ Ohlig Karl-Heinz, Anmerkung zur Kritik an Inarah, in: Vom Koran zum Islam, Berlin 2009
• Guttenplan D., Embarrassing Liaisons at British Universities, The New York Times, März 2011
• Kovacs Adorjan, Wie Auftragsforschung heute funktioniert,
Komma Magazin, Aachen 2011
• Korchide Mouhanad, Islam ist Barmherzigkeit, München, 2012
• Lüling Günter, A challenge to Islam for reformation: the rediscovery and reliable reconstruction of a comprehensive pre-Islamic Christian hymnal hidden in the Koran under earliest Islamic reinterpretations. Motilal Banarsidass Publishers, New Delhi 2003
• Lüling Günter, Preußen von gestern und der Islam von morgen
Aufklärung und Kritik, Sonderheft 13/2007
• Marx Michael, Interview, Spiegel Online, 17.9. 2008
• Müller Zainab, Zustände in den ‚Islamwissenschaften’
Aufklärung und Kritik, Berlin 2009
• Nagel Tilman, Ewige Wahrheiten und historische Kontexte
Neue Züricher Zeitung, Januar 2011
• Neuwirth Angelika, Der Koran als Text der Spätantike. Ein europäischer Zugang, Berlin 2010
• Ohlig Karl-Heinz, Zum islamischen Religionsunterricht, Eine risikoreiche Perspektive, in: imprimatur, 2009
• Pollard Stephen, Libya and the LSE: Large Arab gifts to universities lead to “hostile” teaching, The Daily Telegraph, März 2011
• Puin Gerd –R., Der Koran nach der Lesart von Angelika Neuwirth, in: Groß, Markus/ Ohlig, Karl-Heinz, Die Entstehung einer Weltreligion II, Berlin 2012.




Lethargie und Werteverfall

Wenn eine Nation zwei Dinge braucht, um einerseits zu überleben und andererseits ein gesundes Lebensgefühl zu vermitteln, dann sind diese Dinge auf der einen Seite die Politik und auf der anderen Seite ein allgemein erkennbares Wertegefüge.

(Von Rechtskonservativer Denker)

Weniger als die Politik als funktionelles Konstrukt, ist diese Werteordnung etwas Abstraktes und schwer Greifbares. Es ist etwas, das Charakter, Gestalt, Selbstverständnis und nationale Tugenden der tragenden Gemeinschaft unmittelbar mitbestimmt.

Eine starke und einprägsame Werteordnung ist der fundamentale Grundsatz einer jeden nationalen Stabilität abseits wirrer Bürokratie. Werte sind keine Gesetze, keine Meinungen und auch keine Bestimmungen.

Werte sind Inhalte oder gesellschaftlich erzeugte Übereinkünfte, die das Bewusstsein als Teil der definierenden Nation bedeuten. Werte sind eine Gesamtheit aus Tradition, Patriotismus, Heimatgefühl, Kulturleidenschaft und gesellschaftlichen Normen für Gerechtigkeit und Sicherheit.

Die Deutschen sind normalerweise besonders fleißig, sie sind strebsam, exakt, kulturbegeistert, familiär, selbstbewusst und unverfälscht. Es sind Eigenheiten und Gepflogenheiten, die jede Nation einzigartig und unverwechselbar machen. Diese Unverwechselbarkeit ermöglicht diese unvergleichliche Vielfalt, die der europäische Kontinent zu bieten hat. Über Jahrtausende der unabhängigen Entwicklungen verschiedenster Völker, ist diese riesige, völlig unterschiedlich geprägte Gemeinschaft erwachsen.

Doch genau jene Anordnung verschiedenster Nationen mit verschiedensten Werten wird seit Jahrzehnten durch eine radikal voranschreitende Umvolkung aufs Schwerste bedroht. Nationale Werteordnungen sind nur stabil, solange sie von der einheimischen Mehrheit vertreten werden. Diese Mehrheit garantiert die Aufrechterhaltung etablierter Gepflogenheiten, die besonders in westlichen Gesellschaften ein unerreichtes Maß an Freiheit hervorgebracht haben.

Nirgendwo auf der Welt ist man so frei von Zwängen. Freie Berufswahl, hoher Wohlstand, gerechte Rechtsprechung und hohe innere Sicherheit sind Umstände, deren Stabilität normalerweise niemand anzweifeln oder gar verdenken würde. Doch der stete Tropfen höhlt den Stein. Irgendwann kann ein umfangreiches Absterben von Werteverständnissen fatale Konsequenzen nach sich ziehen. Wenn kulturelle Werte eingehen, verliert eine Gesellschaft Wertschätzung und Heimgefühl und letztendlich auch den Bezug zum eigenen Sein.

Der Westen legt einen immer fataleren Kniefall vor ausländischen Einflüssen auf das Parkett. Worte werden öffentlich faktisch abgeschafft, traditionelle Feste nicht gefeiert, Parallelgesellschaften errichtet, Integrationserfordernisse beseitigt, Verbrechen übersehen und Herkunft geleugnet.

Eine Gesellschaft, die langfristig stabil bleiben möchte, muss konsequent und unmissverständlich betonen, dass die eigenen Werte die Regeln und Gepflogenheiten das Zusammenleben bestimmen und nicht die Dinge, die von Gästen aus fernen Ländern importiert werden.

Was passiert, wenn der Einheimische immer mehr zurückweicht und den Fordernden von außen immer mehr Platz einräumt?

Im Gegensatz zum sozialistischen und gutmenschlichen Denken haben Gäste, deren Sozialverständnis sich fundamental von dem des Einheimischen unterscheidet, nicht die Absicht, die gabewilligen Gastgeber mit Dank zu überfluten, sondern lediglich auf ganz natürliche Weise mehr Zuwendung zu fordern.

Der Gastgeber, der sowohl kulturell, als auch finanziell immer mehr in die defensive Position rückt, signalisiert den Fordernden somit immer mehr, dass die aggressive Forderungsstrategie auf fruchtbaren Boden trifft.

Der Gastgeber muss unmissverständlich verdeutlichen, dass es soziologisch sinnvoll ist, lediglich bei der Schaffung von Basisvoraussetzungen behilflich zu sein und der Fordernde aus eigenem Antrieb für alles Weitere zu sorgen hat. Dazu muss sich der Gast mit Aussicht auf Erfolg in die nationale Wirtschaft eingliedern. Kann er das nicht, muss er mit aller Effizienz dafür sorgen, nach möglichst kurzer Zeit in der Lage zu sein, sich selbst zu versorgen.

Ebendiese Not zur nahtlosen Eingliederung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Defensive der gastgebenden Nation, die immer mehr Gesetze und Werte für die Einwanderer aufgibt.

Besonders in westlichen Gesellschaften haben die Menschen viele fortschrittliche Werte zu verlieren. Umso trauriger stimmt es, dass die etablierte Politik fleißig beim Sterben jener Werte wegsieht oder gar mithilft, die ihre Vorfahren aufgebaut haben.

Wer vertritt deutsche Genauigkeit? Wer überliefert altdeutsche Wanderlieder? Wer tritt für wirtschaftlichen Liberalismus ein? Wer schützt die traditionelle Familie? Wer braut schönes deutsches Bier?

Wer soll all diese Dinge vertreten, wenn eine offenbar unheilbare Büßerhaltung dem Volk vorschreibt, wie es sich zu äußern und zu denken hat? Eine Gesellschaft, in der man in der Öffentlichkeit stets bei jedem Satz abwägen muss, ob man ihn äußert, wenn es um politische Themen geht, kann keine gesunde Gesellschaft sein.

Die Politik versucht heutzutage beinahe krampfhaft, allem aus dem Weg zu gehen, das ansatzweise deutschkulturelle Inhalte trägt, um bloß nicht in den antifaschistischen Shitstorm der Meinungsingenieure zu geraten.

Linke Gutmenschen faseln bei jeder Gelegenheit vom Gleichheitsgrundsatz, jeder sei unabhängig von seiner Herkunft gleich an Rechten. Wieso ziehen Antifanten dann ungestraft mit Bannern durch die Straßen, die ganz offen den deutschen Volkstod fordern? Und warum habe ich als Deutscher im Ausland bessere Karten, meine Herkunft nicht preiszugeben?

Der westliche Werteverfall ist ein für viele Menschen unsichtbares Problem. Doch wenn er weiter voranschreitet, werden wir bald sehen, was uns fehlt…




„NS-Experte“ Hardy Krüger schwingt Nazikeule

Köln. Der frühere Schauspieler Hardy Krüger hat den Fußballfans des 1. FC Köln eine Nazi-Unterwanderung unterstellt und die Bürgerbewegung PRO KÖLN in direktem Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus gebracht. Bei einer Veranstaltung im Kölner Rathaus mit Oberbürgermeister Volker Roters (SPD) bezeichnete Krüger laut BILD-Zeitung PRO KÖLN als Nazi-Bewegung, die im nächsten Jahr abgewählt werden müsste.

Man möchte meinen, dass Krüger wenigstens wissen sollte, wovon er spricht – angesichts seiner eigenen braunen Vita: ehemals Adolf-Hitler-Schüler an der NS-Ordensburg Sonthofen, NS-Propagandaschauspieler („Junge Adler“) und last but not least Angehöriger der Waffen-SS („Division Nibelungen“). Danach – wie bei so vielen ehemaligen „100-Prozentigen“ – die Wandlung vom Saulus zum Paulus. Stichwort: Aufarbeitung der eigenen braunen Vergangenheit (persönlich oder familiär) auf Kosten anderer, völlig Unbeteiligter. Die Hatz auf Minderheiten und kritische Bürger war halt schon immer die Spezialität derjenigen, die oben sein und dazu gehören wollten und wollen!

Judith WolterDie passende Antwort schrieb dem offenbar grenzsenilen Schauspieler die 35-jährige Anwältin und Mutter Judith Wolter (Foto l.) ins Stammbuch. “Es stellt eine Unverschämtheit sondergleichen dar, von so einer vorbelasteten Person in einen Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus gebracht zu werden”, empört sich die 1978 geborene PRO-KÖLN-Fraktionsvorsitzende. “Herr Krüger sollte sich angesichts seiner braunen Vergangenheit lieber im Stillen schämen und unbescholtene Bürger, die überhaupt gar nichts mit der NS-Zeit und NS-Ideologie zu tun haben, in Ruhe lassen”, so die Fachanwältin für Familienrecht weiter. “Ich verbitte es mir jedenfalls, derart beleidigt zu werden und betone im Namen unserer von 20.000 Kölnerinnen und Kölner gewählten Mandatsträger und Mitglieder, dass PRO KÖLN nur in einem Punkt radikal ist: In der Abwehr des Extremismus, komme er nun von rechts, links oder islamistischer Seite!”




Speyer: Mahnwache gegen Muezzinruf in Kirche

Am kommenden Sonntag, dem 10.11.2013, soll um 17 Uhr in der zentralen evangelischen Gedächtniskirche in Speyer die analoge „Friedensmesse“ von Karl Jenkins wie vor zwei Wochen in Hambach stattfinden, wo ein Imam den Schlacht-Ruf Mohammeds „Allahu Akbar“ intonieren soll. Und wie in Hambach werden auch diesmal wieder aktive Christen unter dem Motto „Gleiche Rechte für Christen! Kein Muezzinruf in einer Kirche!“ mit einer stillen Mahnwache dagegen protestieren. Die Mahnwache beginnt um 16 Uhr gegenüber der Gedächtniskirche in Speyer-Mitte, Bartholomäus-Weltz-Platz 5.

Wie in Hambach am 27. Oktober soll ein stiller Protest mit Plakaten durchgeführt werden, der auf die Christenverfolgung allgemein und auf besonders aktuelle Fälle hinweist. Geplant ist, dass die Teilnehmer Kerzen in der Hand halten und Teelichter aufstellen. Außerdem sollen Flyer verteilt werden, die auf die weltweite Christenverfolgung aufmerksam machen.

Die Initiatoren der Mahnwache, die „Aktionsgruppe für verfolgte Christen Speyer“, werden Eintrittskarten für das Konzert erwerben, so dass Teilnehmer, die den Wunsch haben, die Veranstaltung zu besuchen, dies auch tun können.

Bitte kommen Sie wie in Hambach, wo sich über 40 engagierte Christen einfanden, zahlreich zu dieser Veranstaltung. Rückfragen unter Tel.: 01520-8454343.

Kontakt:

Gedächtniskirche Speyer
Dekan Markus Jäckle
Bartholomäus-Weltz-Platz
67346 Speyer
Telefon: 06232/19433
dekanat.speyer@evkirchepfalz.de

PI-Beiträge zum Thema:

» Protest gegen Proklamation Allahs und Mohammeds (I)
» Protest gegen Proklamation Allahs und Mohammeds (II)
» Mahnwache gegen “Allahu Akbar” in Pauluskirche
» Showdown vor Hambacher Pauluskirche
» Video: Muezzinruf in der Pauluskirche Hambach
» Pfarrer Mandelbaum zum Muezzinruf in seiner Kirche
» Ein Christ schreibt an Pfarrer Mandelbaum
» Nassim Ben Iman und Walter Mixa zu “Gott vs. Allah”




Kleine Geschichte Südtirols 2 – Andreas Hofer

VillnößtalAm 10. September, 1786, fuhr Johann Wolfgang Goethe per Kutsche auf seiner berühmten italienischen Reise von der Paßhöhe des Brenner hinunter nach Südtirol und hielt kurz vor Bozen folgendes fest:

Auf dem Lande, nah am Fluß, die Hügel hinauf, ist alles so enge an und in einander gepflanzt, daß man denkt, es müsse eins das andere ersticken: Weingeländer, Mais, Maulbeerbäume, Äpfel, Birnen, Quitten und Nüsse. Über Mauern wirft sich der Attich lebhaft herüber. Efeu wächst in starken Stämmen die Felsen hinauf und verbreitet sich weit über sie; die Eidechse schlüpft durch die Zwischenräume, auch alles, was hin und her wandelt, erinnert einen an die liebsten Kunstbilder. Die aufgebundenen Zöpfe der Frauen, der Männer bloße Brust und leichte Jacken, die trefflichen Ochsen, die sie vom Markt nach Hause treiben, die beladenen Eselchen, alles bildet einen lebendigen, bewegten Heinrich Roos. Und nun, wenn es Abend wird, bei der milden Luft wenige Wolken an den Bergen ruhen, am Himmel mehr stehen als ziehen, und gleich nach Sonnenuntergang das Geschrille der Heuschrecken laut zu werden anfängt, da fühlt man sich doch einmal in der Welt zu Hause und nicht wie geborgt oder im Exil…

Aber nicht überall im Land herrschte Wohlstand wie in Bozen, und in den Seitentälern der Alpen mußten die Bauern ihr Brot meist beschwerlich erarbeiten; aber sie hingen alle an diesem Flecken Erde, und die Tiroler waren äußerst konservativ und wehrhaft. Das erfuhren die Franzosen, als sie 1796/1797 Tirol zunächst erfolglos angriffen. Auf dem Bild unten sieht man Katharina Lanz bei der Schlacht von Spinges 1797!

katharina-lanzNach Napoleons Siegen überall in Europa wurde Tirol aber im Frieden von Pressburg 1805 an die Bayern abgetreten, deren Herrschaft und deren staatliche, kirchliche und militärische Reformen den Tirolern so sehr gegen den Strich gingen, daß es schließlich im Jahr 1809 zum Volksaufstand, zum Freiheitskampf für Gott, Kaiser und Vaterland kam unter den heute noch bekannten Anführern Hofer, Speckbacher, Mayr und Haspinger. Vor allem daß in Südbayern, wie Tirol nun heißen sollte, von den Besatzern nach Aufhebung des Landlibell Rekruten ausgehoben werden konnten, führte zur Erhebung. Mander, es isch Zeit, soll Hofer gesagt haben, und die Schützen folgten!

andreas-hoferInsbesondere Andreas Hofer (Abb.), der Sandwirt aus St. Leonhard im Passeiertal, wurde ein Nationalheld und erregt bis heute die Phantasie. Vier Schlachten wurden am Bergisel (das ist da, wo heute die Olympiaschanze von Innsbruck steht) gegen Bayern und Franzosen geschlagen, drei gewonnen, die letzte verloren. Der Kaiser in Wien, auf den die Tiroler gesetzt hatten, war nie eine Hilfe gewesen! Hofer – durch Verrat gefangen – wurde 1810 zu Mantua in Banden erschossen! Er ist mit Speckbacher und Haspinger in der Hofkirche zu Innsbruck begraben.

Das Leben ging natürlich auch nach 1810 weiter, Napoleon verschwand von der Bühne, Tirol kam wieder an die Habsburger, die den Tirolern und ihrer Freiheitsliebe jedoch durchaus mißtrauten. Die Überführung Hofers nach Innsbruck war eine Nacht- und Nebelaktion der Kaiserjäger, aber gar nicht im Sinne Seiner Majestät des Kaisers selbst, der vor allem Ruhe im Land wollte. Zweimal noch in den nächsten 50 Jahren drohte Tirol Gefahr – diesmal aus  dem Süden. Um 1848 drängten Freischärler – Stichwort Giovane Italia – aus der Lombardei heran und wollten die Grenzen verschieben, und 11 Jahre später war es Garibaldi, der im Krieg Österreichs gegen Piemont-Sardinien im Norden aktiv wurde. Beide Male wurde in Tirol der Geist von 1809 wachgerufen, und beide Male die Gefahr abgewendet.

Das tägliche Leben blieb während dieser Zeiten in vielen Teilen Tirols wie überall in den Alpen ein schweres. Armut war weit verbreitet. Nicht jeden ernährte ein Bauernhof oder ein Handwerk. Es gab ledige Kinder, Zweit- und Drittgeborene, die als Tagelöhner, Melker, Knechte und Mägde, Wildschützen, Krämer, Vogelhändler, Schmuggler und Hausierer ein Auskommen suchen mußten. Viele zogen ganz weg und wanderten aus bis nach Brasilien und Peru. Bekannt geworden sind auch die sogenannten Schwabenkinder, die aus Armut alljährlich im Frühjahr durch die Alpen zu den Kindermärkten hauptsächlich nach Oberschwaben wanderten, um dort als Arbeitskräfte für eine Saison an Bauern vermittelt zu werden. Erst nach 1920 verschwand das Schwabengehen endlich ganz!

Auch war Tirol nicht überall streng katholisch, wie man vermuten könnte. Im Zillertal etwa hatten sich lange Protestanten gehalten, die man aber vor die Wahl stellte, zu konvertieren oder auszuwandern, was die meisten 1837 taten. Die geistigen und politischen Strömungen des 19. Jahrhundert machten an den Landesgrenzen natürlich keinen Halt, können in diesem kurzen Abriß aber nicht ausgeführt werden.

» Der Tiroler Freiheitskampf und dessen Mythos
» Tiroler Freiheitskampf 1809
» Das Landlibell von 1511
» Kleine Geschichte Südtirols 1 – Prolog

(Auf dem Foto ganz oben sieht man das Villnößtal mit den Geisler Spitzen, dem Sass Rigais und der Furchetta. Der nächste Teil der Serie handelt vom Ersten Weltkrieg in Südtirol und erscheint demnächst.)




Waiblingen: Infostand zur Lage syrischer Christen

Am Samstag, den 2.11.2013, informierten in der Waiblinger Fußgängerzone 14 Personen der „Aktionsgruppe für verfolgte Christen“ mit Bannern, Flyern, Gebetskarten, Heften und in Gesprächen über die Situation der Christen in Syrien.

(Von der „Aktionsgruppe für verfolgte Christen“)

Auch dieses Mal fühlten sich wieder besonders viele junge Menschen vom Thema Christenverfolgung angesprochen. Aber auch viele Ältere konnten sich in die Verfolgten hineinversetzen. 

Waiblingen, 2.11.13,29

Gerade junge Frauen konnten nach den Schilderungen über das, was Frauen erleben mussten, mit den Verfolgten mitfühlen und unterschrieben die ausgelegte Petition. Die Unterschriftenaktion zugunsten der syrischen Christen brachte an diesem Vormittag ca. 140 Unterschriften ein.

Waiblingen, 2.11.13,15 -

Über Flyer wurde informiert und auch die Möglichkeit aufgezeigt, wie praktisch Hilfe geleistet werden kann. Durch die große Anzahl der Aktivisten am Stand konnten sich immer 2-3 Personen die Zeit nehmen, auch tiefergehende Gespräche zu führen. Im Zuge dessen konnte neben der Kernaufgabe, über verfolgte Christen zu informieren, gleichzeitig über den christlichen Glauben gesprochen und entsprechende Literatur angeboten werden. Auch einige Muslime zeigten sich interessiert. Mehrere neue Testamente und evangelistische Bücher (u.a. von Ulrich Parzany) wurden nach intensiven Gesprächen von einigen Muslimen angenommen.

Waiblingen, 2.11.13,41

Das alles war möglich, ohne die Wahrheit unter den Teppich zu kehren. Dass Christen in Syrien unter Androhung eines grausamen Todes zur Konversion gezwungen wurden und werden, war den Flyern und Infotafeln deutlich zu entnehmen.

Waiblingen, 2.11.13,44 - Kopie

Waiblingen, 2.11.13,9 -

Auf den Flyern und Infowänden wurde auch auf einen besonderen Skandal aufmerksam gemacht. Christliche Flüchtlinge, die ihren Verfolgern in Syrien entkommen waren, wurden hier in Deutschland in ihrer Asylunterkunft erneut von Muslimen bedroht. Einem christlichen Familienvater sei gesagt worden, dass man ihn eines Tages töten und sein Blut trinken werde. Ein weiterer Muslim habe seine Frau geschlagen. Daraufhin blieben sie mit ihren Kindern, aus Angst vor weiteren Übergriffen, zunächst nur noch in ihrem Zimmer. Die christliche Familie hat Deutschland mittlerweile wieder verlassen (PI berichtete).

Waiblingen, 2.11.13,8

Mehrere syrische und irakische Christen, die aus ihren Heimatländern geflohen waren, informierten sich besonders interessiert. Sie erzählten persönlichen Erlebnisse aus ihren Ländern und lieferten zudem interessante Neuigkeiten. Eine christliche Frau aus Syrien berichtete am Stand, sie habe Flüchtlinge bei sich zu Hause aufgenommen, die in Syrien von muslimischen Kämpfern aufgefordert worden waren, ihre Häuser innerhalb von Minuten zu verlassen, andernfalls würden sie erschossen. Hab und Gut durfte nicht mitgenommen werden. So mussten dann viele der Christen ihre Häuser im Schlafanzug verlassen, um wenigstens die Chance zu haben, mit dem Leben davon zu kommen.

In Gesprächen wurde außerdem klar, dass dem „normalen“ Bürger die wahre Ursache der Christenverfolgung in Syrien meist nicht erst erklärt werden muss. Dass hier ein religiöser Konflikt durch radikale muslimische Bürgerkriegsflüchtlinge nach Deutschland importiert wird, konnten viele anhand des Beispiels der aus Deutschland geflüchteten christlich-syrischen Familie ebenfalls nachvollziehen.

Insgesamt wurden an diesem Vormittag in Waiblingen ca. 400 Flyer verteilt, ebenso Hefte und Broschüren in dreistelliger Zahl. Viele hundert Bürger nahmen durch die Banner das Thema „Christenverfolgung“ wahr. Und so werden es jeden Tag weniger Bürger, hinter deren Unwissenheit sich die Täter verstecken können.




Der „Nazi-Schatz“ und die entartete Logik

Nachdem Presse und Fernsehen erfuhren, daß der Zoll dem Sohn eines verstorbenen Kunsthändlers in Schwabing um die 1400 Gemälde und Zeichnungen abgenommen hatte, drehten sie hohl, entarteten total, veröffentlichten dankbar Hitler-Bilder auf den Titelseiten, sprachen von einem „Nazi-Schatz“ im Wert von 1 Milliarde Euro, brachten die Ausstellung „Entartete Kunst“ von 1937 ins Spiel und faselten ohne Logik daher, daß nun jüdischen Erben und dem Ausland alle diese gestohlenen Bilder zurückerstattet werden müßten. Dem ist nicht so! Warum?

Ganz einfach, die Lage ist kompliziert! Die Ausstellung „Entartete Kunst“ z.B. bestand ausschließlich aus Bildern aus deutschen Museen, sie gehörten dem Staat, also uns Bürgern. Man wird die alten Inventarlisten damaliger Museen von vor 1933 durchforsten und entsprechende Bilder, sofern sie unrechtmäßig erworben wurden, diesen Museen zu erstatten haben und niemand anders. Punkt 1!

Punkt 2! Im Rahmen der weiterführenden Aktion „Entartete Kunst“ wurden, um Devisen zu kriegen, viele „entartete“ Kunstwerke aus deutschen Museen oder aus Privatbesiz über Zwischenhändler ans Ausland verkauft. Wer in Schwabing also von Restitution redet, der müßte eigentlich auch fordern, daß diese Kunstwerke ebenfalls nach Deutschland zurückerstattet werden, und nicht umgekehrt. Hat man je etwas davon gehört?

Punkt 3! Der Kunsthändler und Museumschef Hildebrand Gurlitt, um den es sich hier handelt, war mit vielen bekannten Malern vor 1933 bekannt und befreundet, hatte keine rein „arische“ Herkunft, wurde deshalb bereits 1933 seiner Posten enthoben und agierte hinterher selbständig. Nun kann das eine oder andere Kunstwerk aus seiner Sammlung durchaus unrechtmäßig erworben worden sein. Man wird, falls man welche findet, diese zurückerstatten.

Aber ohne Zweifel hat Zwischenhändler Gurlitt auch legal Bilder und Zeichnungen gekauft und besessen. Darauf deutet hin, daß bislang völlig unbekannte Gemälde berühmter Künstler aufgetaucht sind. Und juristisch gilt auch: Sind in der Sammlung Gurlitt Bilder, die in deutschen Museen vom deutschen Staat konfisziert und an ihn verkauft wurden, dann ist dieser Verkauf wohl legal. Der Staat hat seine eigenen Bilder verkauft, auch wenn es die Nazi-Diktatur war.

Der Fall ist also mit Sicherheit keine Einbahnstraße. Es ist sogar anzunehmen, daß Bundespolizei und Staatsanwaltschaft irgendwann dem Sohn des Kunsthändlers Gurlitt oder dessen Erben – er ist 80 – viele widerrechtlich beschlagnahmte Bilder zurückerstatten müssen, von Verjährungsfristen ganz abgesehen. Von einem „Nazischatz“, der nun total dem Ausland zustünde, kann überhaupt keine Rede sein. (Siehe auch diesen JF-Artikel mit zusätzlichen Links!)




Niedersachsen streicht Begriff „Integration“

Die niedersächsische Landesregierung hat angekündigt, den Begriff „Integration“ nicht mehr verwenden zu wollen. Künftig solle statt dessen von einem „selbstverständlichen Anspruch auf Teilhabe und Partizipation“ gesprochen werden, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) nach Angaben der Nordwest-Zeitung.

Sie begründete dies mit der wachsenden „Vielfalt“ in Niedersachsen. Die zunehmende Einwanderung müsse „wie selbstverständlich mitgedacht werden“. Zugleich sprach sich die SPD-Politikerin für eine bessere „Willkommenskultur“ aus. Dies gelte besonders für Ausländerbehörden. Rundt kündigte an, den Anteil von Zuwanderern in der öffentlichen Verwaltung „deutlich“ erhöhen zu wollen. Derzeit gehe dort wertvolles Potential verloren.

Unterstützung bekam Rundt dabei vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration. Der Trend zu einer weiteren Zuwanderung nach Deutschland und Niedersachsen werde anhalten, sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter des Sachverständigenrates, Marcus Engler. Der Glaube, daß vor allem eine Einwanderung in die Sozialsysteme stattfinde, stimme nicht. „Sozialtourismus ist nur ein Randphänomen.“ Engler rechnet künftig mit einem Anstieg der Einwanderung um zehn Prozent. (ho)

(Artikel erschienen in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“)


Da müssen wir der SPD-Politikerin sogar zustimmen. Eine Integration bestimmter Ausländergruppen, oder besser gesagt Religionsgruppen findet tatsächlich nicht statt. Wenn man die in Deutschland im Sinne des angestammten Volkes nicht vorhandene Einwanderungspolitik beschreiben sollte, ist besser von „Landnahme, Okkupation oder Kolonisation“ die Rede.

Hier die Kontaktdaten für sachliche Leserbriefe:

Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration
Frau Cornelia Rundt
Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 2
30159 Hannover
Telefon: (0511) 120-0
Fax: (0511) 120-4298
E-Mail: poststelle@ms.niedersachsen.de




Bund will EEG-Rabatte für Industrie streichen

Keine der regelmäßig mit Rotgrünen überbesetzten Talkshows, die nicht die Lüge transportiert, ohne Industrierabatte wäre der Strom billiger, das EEG-Gesetz sei nicht schuld an der Strompreisverdopplung seit zehn Jahren. Die neue Bundesregierung will jetzt großen Teilen der deutschen Industrie die umstrittene Befreiung von der EEG-Umlage zur Finanzierung der Energiewende streichen. Darunter sind Nahrungsmittelfirmen und die Bahnen. Mit dem Beschluß soll auch einer Forderung der EU-Kommission entsprochen werden. Und jetzt?

Wenn es so kommt, zahlen dann eben beispielsweise die Kunden der DB die EEG-Umlage! Manche lernen es nie. In den Talkshows wird an der Stelle, wo es gegen unsere böse Industrie geht, regelmäßig vom uninformierten Publikum geklatscht. Die Industrie soll zahlen. Die Leute sind zu blöd, um zu merken, daß immer der Endkunde alles bezahlt – eben auch die Energiewende. Sei es als Stromkunde, sei es als Nahrungsmittelkäufer im Supermarkt, sei es mit ihrem Bahnticket. Unseren Politikern wird die Verdummung ihrer Wähler immer leichter gemacht. Man hat das Gefühl, 1950 oder 1960 waren die Leute um einiges intelligenter als die heutigen Handyfummler, Twitterer, Podcaster und Müslilöffler. Damals ließen sich die Leute nicht so billig ideologisch um die Finger wickeln. Sie wußten sofort, wer von was profitiert oder draufzahlt.

Dieser Vorgang zeigt aber noch ein zweites bestürzendes Element. Sowohl die dummen Wähler, als auch die Politiker glauben, die EU sei unser Freund. Das ist lächerlich. Wenn die Brüsseler Kommissare unserer Industrie den Ausgleich für die beschissene EEG-Umlage, die von deren Konkurrenz im EU-Ausland nicht bezahlt werden muß, streichen wollen, dann möchten sie auch gleichzeitig die deutsche Industrie kaputtmachen, die ihnen zu groß und mächtig vorkommt. Schon seit vielen Monaten stört sich die EUdSSR an unseren Exporten und will sie planwirtschaftlich stutzen. Das sollte jeder EU-Anbeter langsam merken: die EU ist kein Freund Deutschlands!

Und daß ich es nicht vergesse: wer glaubt, wenn jetzt die Industrie mitzahle, werde die Kilowattstunde Strom auch nur um einen Cent billiger, ist ein dummer Wicht!