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Menschliches aus München

Endlich haben wir es geschafft. Kurz vorm Winter erlaubte die lange geplante Unterstützung der nimmermüden Streiter um Michael Stürzenberger in München keinen Aufschub mehr. Wir warteten auch nicht länger, alle Mitglieder der Gruppe zusammen zu kriegen und fuhren mit vier Leuten der PI-Gruppe Berlin nach München, um dort im Stadtteil Harthof („bereichert“) an der Demo und der Unterschriftensammlung gegen das geplante Islam-Zentrum aktiv teilzunehmen.

(Von Karl Schmitt, Berlin)

Unsere Münchener standen mit einem kleinen Pavillon vor einem großen Einkaufszentrum. Um 11 Uhr ging es dort noch sehr gemächlich zu. Pöbelnde Linksextremisten und Moslems waren nicht da. Auffällig war, dass neben dem Einkaufszentrum mindestens fünf große Bereitschaftsbusse der Polizei standen. Vor Ort standen aber nur acht bis zehn Polizisten in Bereitschaftsuniform.

Zwei von uns hatten sich vorgenommen, in der Nachbarschaft auf Unterschriftensammlung zu gehen. Die anderen zwei blieben am Stand, um diesen zu verstärken. Wir verteilten Flugblätter bei Einkaufenden und, wie sich später herausstellte, war gerade die Ruhe an unserem Stand wohl der Grund, warum eine ganze Reihe von Passanten zu uns kam, um ihre Unterschrift zu leisten. Dies änderte sich später. Wir hatten ein großes Megaphon am Stand und Michael erklärte den Passanten unermüdlich, warum ein großes Islam-Zentrum in München abgelehnt werden muss; dass die Bürger in einem Volksentscheid hierzu Gelegenheit erhalten sollten und warum der Unrechtsstaat Katar nicht mit diesem Islamzentrum einen Pfahl ins Herz von München schlagen darf. Michael, der dies mit seinen Worten den Passanten mitteilte, hatte es so oder ähnlich im vergangenen Jahr sicherlich hundertmal gesagt. Seine Ansprache mit dem Megaphon war sehr wichtig, um bei den Passanten Aufmerksamkeit und Neugier zu wecken.

Viele der Passanten blieben stehen und hörten zu und es war alles recht friedlich. Die bereitstehende Polizei hatte nichts zu tun. Dann kamen allerdings von der Seite zwei junge moslemische Männer und zuerst war Michaels Reaktion zu hören: „Was wollen Sie tun? Sie wollen mich in die Luft sprengen?“. Er ging näher zu den beiden Männern, die dies bejahten. Die Polizisten setzten sich in Bewegung und nahmen Positionen in der Nähe der beiden auf. Michael ging trotzdem näher zu ihnen hin und verwickelte sie in ein Gespräch. Die beiden gingen auch auf dieses Gespräch ein, offenbar überrascht, dass dieser „Islamhasser“ keine Anstalten machte, ihnen mit Hass zu begegnen, selbst nach ihren Tötungsankündigungen sprach er ganz normal mit ihnen.

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Danach folgte eine Regenphase und wir nutzten die Gelegenheit, um mit ein paar Leuten im Einkaufszentrum einen Kaffee trinken zu gehen. Nach der Rückkehr hatte sich der Stand verändert. Aus den wenigen Antifa-Typen, die vorher eingetroffen waren und sich gegenüber dem Stand (hinter einer dafür bereitstehenden Absperrung) positioniert hatten und ab und zu dummes Zeug zu uns rüber gerufen hatten, war mittlerweile eine größere Gruppe geworden, die etwa ein Drittel zu zwei Drittel aus Moslems und Antifa, bzw. Linken bestand.

In der folgenden Stunde lernten wir Berliner die hässliche Seite dieser Demos kennen (wobei einige unserer Münchener Aktiven betonten, dass es bei den Demos in der City öfters noch konfrontativer und lauter zugeht). Die Gruppe hinter der etwa fünf Meter vor unserem Stand stehenden Absperrung stand nun auf der gesamten Breite der etwa 15 Meter breiten Absperrung mit etwa 50 Leuten. Immer, wenn Michael mit dem Megaphon sprach, johlten und lärmten sie laut. Einmal kamen zwei ältere Frauen, die aber dann direkt am Stand vor dem Unterschriftsblock kehrt machten. Vermutlich hatten sie Angst, nicht mehr unbehelligt nach Hause zu kommen, wenn sie unterschrieben.

Zum frühen Abend hin änderte sich die Stimmung – speziell zwischen Michael und seinen moslemischen und linksextremen Kontrahenten dann in fast surrealer Weise. Als keine einkaufenden Passanten mehr zur Unterschrift kamen, nicht zuletzt wegen dem Pulk von bedrohlich aussehenden jungen Leuten vor dem Stand, widmete Michael sich verstärkt diesen Leuten. Er ging auf ihre Zwischenrufe ein, ging näher auf sie zu und begann mit dem Mikrophon in der Hand mit ihnen zu diskutieren. Ein junger linker Scherzbold lief öfters laut „Mi – cha – el“. Dies sollte zwar distanziert ironisch wirken, aber die Gesichter aller Beteiligten entspannten sich zunehmend. Es wurde auch mehrmals laut nach „Stürzi“ gerufen. Fast musste man den Eindruck gewinnen, als handelte es sich hier um Michaels persönliche Fan-Gruppe. Es gab dann auch einen durchaus konstruktiven Austausch von Argumenten und Fragen. Auch mich fragte ein junger Mann, wieso wir denn ausgerechnet gegen diesen liberalen Islam seien, der dort diese islamische große Begegnungsstätte errichten wolle. Ich antwortete ihm „weil wir das schon kennen. In Duisburg-Marxloh war auch eine Begegnungsstätte angekündigt. Am Ende kam aber dabei heraus, dass die dann fertige Moschee ausschließlich von Moslems betreten werden durfte und von Begegnung keine Rede mehr war.“ Er nahm diese Information erstaunt auf und auch meinen Hinweis, er solle das doch mal googeln. Ein Anderer nutze die Gelegenheit des Dialogs und fragte mich, wer uns denn finanziere. Meine Antwort, dass wir alle selber zahlen, machte ihn sprachlos, wobei ich den Eindruck hatte, dass er mir glaubte (vielleicht hatte er so was schon vermutet). Am Ende der Veranstaltung war ich verblüfft von dieser Wandlung der zunächst lautstarken Gegendemonstranten in eine Gruppe, die man eher als Publikum bezeichnen kann. (Natürlich kann man auch vermuten, dass die so friedlich wurden, weil sie ja ihre Aufgabe erfüllt hatten und die Unterschriftswilligen von uns fernhielten.)

Mein Kompliment an Michael Stürzenberger, der durch sein Zugehen auf die Demonstranten, selbst bei Morddrohungen, sie entwaffnete und den Dialog herbeiführte.

Bei der den PI-Lesern schon wohlbekannten lautstarken Antifa- Dauerstörerin mit übermäßiger Körperfülle kam es zu einem unerwarteten Randereignis. Peter, aus unsere Berliner Gruppe, hatte auf ihre Provokationen aus gut zehn bis 20 Metern Entfernung reagiert und ihr, als Reaktion auf ihre unhörbaren Beschimpfungen, ein Bussi zugeworfen. Kurze Zeit später standen sich dann beide an der Absperrung gegenüber und Peter sagte zu ihr: „Du kannst ruhig schimpfen. Ich mag dich trotzdem und ich habe gemerkt, du magst mich doch auch“. Das hatte die schwergewichtige Dame wohl offenbar nicht erwartet und aus der aggressiven Rabaukin wurde eine freundliche, ruhige, nach Liebe schmachtende Frau.

Unsere zwei Berliner Unterschriftensammler waren zweimal losgezogen und hatten jedes Mal einen vollen Unterschriftsbogen mitgebracht. Dies ist ein deutlicher Hinweis für den Nutzen einer München-Fahrt für PI-Leser, die z.B. berufliche Nachteile zu befürchten haben, wenn sie am Stand der Freiheit in München gesehen werden.

Wir hatten danach noch einen schönen Abend mit politischen Freunden im griechischen Restaurant. Die Truppe um Michael ist nach wie vor hoch motiviert – er sowieso – und es kann kein Zweifel daran bestehen, dass sie durchhalten wird, bis sie die 30.000 Unterschriften plus ein dickes Sicherheitspolster haben, da mit kleinlichem Streichen bei nicht perfekten Unterschriften, bzw. Adressangaben zu rechnen ist.

Sonntag früh besuchten wir noch München City und sahen die Stelle, die für den Bau des ZIEM (oder wie es auch heißen soll) gedacht ist und besuchten die sehr schöne Innenstadt mit dem Stachus und dem Marienplatz vor dem Rathaus. Einer aus unserer Gruppe betonte dann, dass ihn dieser Besuch besonders motiviert habe, dagegen zu kämpfen, dass mit dem islamischen Zentrum im Herzen von München der Anfang vom Ende der dort überall sichtbaren christlichen Tradition stattfinden soll.

Zum Abschluss möchte ich darauf hinweisen, dass ich bisher bei den Demos, bei denen ich dabei war, bei den Gegendemonstranten fast ausnahmslos sehr junge Antifa-Leute gesehen habe. Diesen jungen Leuten, oftmals auch Jugendlichen, wird gesagt, wo der Feind steht und dass sie unser Land vor der rechten Gefahr beschützen sollen. Dafür soll es für die Teilnehmer wohl auch Reisekostenerstattungen aus Finanztöpfen „gegen rechts“ und offenes Lob von Politik und Presse geben. Besonders Eifrige tun sich dann auch mit Gewalt im „Kampf gegen Rechts“ hervor, wie soeben bei der Familienkonferenz des Compact-Magazins in Leipzig geschehen (PI berichtete), und auch dies wird von der Presse eher gelobt als getadelt. Ich gehöre nicht zu denen, die glauben, dass diese jungen Leute jetzt „weg müssen“ (wohin auch), sondern ich sehe sie als Teil der deutschen Jugend, die irregeleitet wird und meine, dass wir Wege suchen müssen, um das Gespräch mit diesen jungen Leuten zu finden. Dies gilt in ähnlicher Weise aber auch für andere junge Leute in Deutschland, den Nationalisten, die zwar der angebliche Grund für die Notwendigkeit eines „Kampfes gegen rechts“ waren, die man aber aufgrund ihrer oftmals sozialistischen Weltsicht wohl besser als Links- Nationalisten bezeichnen müsste. Um nicht missverstanden zu werden: zur deutschen Jugend, mit der wir das Gespräch suchen müssen, gehören auch die jungen Moslems in Deutschland. Wir bekämpfen nicht die Moslems, sondern die islamische Ideologie mit ihrer faschistoiden Ansicht, wonach alle Nicht-Moslems minderwertige Menschen seien.