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Video: Widerstand in Michaeliskirche Leipzig gegen Moscheebauprojekt der Ahmadiyya

leipzigAm 7. November fand in der Leipziger Michaeliskirche eine Informationsveranstaltung zum geplanten Bau einer Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Gohlis statt. Für deutsche Verhältnisse war die Kirche brechend voll mit ca. 550 interessierten Zuschauern. Mehrheitlich zeigten diese eine äußerst ablehnende Haltung, schließlich gebe es bereits sechs oder sieben Kasernen Moscheen in Leipzig. Argumente gegen das geplante Islamprojekt gab es reichlich, aber auch Versuche zu völlig absurder Islamverharmlosung.

(Von Stefan W. & Michael Stürzenberger)

Anwesend als Podiumsgäste (alles Befürworter) waren Burkhard Jung (Oberbürgermeister von Leipzig, SPD), Karsten Gerkens (Amtsleiter Stadterneuerung und Wohnungsbau), Dorothee Dubrau (Bürgermeisterin und Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bau, parteilos, unterstützt durch Grüne), Stojan Gogutschkow (Leiter des Referates Migration und Integration), Abdullah Uwe Wagishauser (Alt-68er, Amir und Bundesvorsitzender der Religionsgemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat), Dr. Ralf Günther (Pfarrer der Michaeliskirche), sowie mit der SPD-Politikerin Christa Müller eine ehemalige Abgeordnete aus Berlin, die als Gastrednerin mit ihren Erfahrungen der Ahmadiyya-Moschee in Pankow das Leipziger Projekt zusätzlich schmackhaft machen sollte. Moderator Tim Deisinger vom Mitteldeutschen Rundfunk ließ sein toleranzdurchtränktes Wohlwollen immer wieder durchblicken.

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In der ersten Hälfte der Veranstaltung kamen ausschließlich die Podiumsteilnehmer zu Wort. Das Publikum verhielt sich abwartend. Erste Unruhen waren zu verzeichnen, als die Bürgermeisterin und Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bau, Dubrau, den Bau der Moschee für unabwendbar erklärte und diese auch als „Bereicherung“ anpries. Höchst beeindruckend war die Präsentation des Projekts von Uwe Wagishauser. Er verkaufte seine Moschee und seinen Islam, wie man es gerissener nicht machen könnte. Jeder Satz strotzte nur so vor Taqiyya. In jedem, der hier ohne Vorwissen und Vorerfahrung zuhörte, konnte tatsächlich ein „I love Islam“-Funken überspringen.

In der zweiten Hälfte der Veranstaltung wurden systematisch Fragen zum Moscheebau abgearbeitet, die an einer Tafel angeheftet waren. Ab jetzt ließen es sich die Zuschauer, überwiegend Leipziger, nicht mehr nehmen, sich zu den Themen einzumischen, standen aber brav dazu an. Im weiteren Verlauf wurde deutlich, dass es nicht allein um die Moschee geht, sondern um des Volkes Willen, der nicht mehr beachtet wird. Die Zuschauer sollten nur auf eine eigentlich längst beschlossene Sache eingestimmt werden. Gegen Anfang der Diskussion wurde eine Wortmeldung abrupt abgebrochen, was zugleich einen deutlichen Widerstandes der Leipziger Bürger einleitete. Zahlreiche standen auf. Hier das Video:

Zusammenfassung einiger besonders interessanter Passagen:

Abdullah Uwe Wagishauser:
Er sei von Marx und Engels zum Yoga und dann zum Islam gestoßen, der friedlich sei. Die Scharia sei „nur der Weg zu Gott“.
28:15 – 49:52

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Christa Müller, ehemalige Berliner SPD-Abgeordnete:
Nur „gute Erfahrungen“ in Pankow mit den Ahmadiyyas. Vor dem Bau hitzige Veranstaltungen mit Moscheebaugegnern, bei denen sie Angst um ihr Leben gehabt hätte.
52:00 – 58:25

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Dorothee Dubrau:
Die Moschee habe keine Auswirkung auf Nachbarschaft, sie führe zur „Bereicherung des Gebietes“, „gegenseitiges Kennenlernen“ sei wichtig für die multikulturelle Gesellschaft, Minarette seien erlaubt, Grundstückspreise würden steigen. Es gebe keine Wege zur Verhinderung des Bauantrags.
1:04:05 – 1:08:35

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Anwohnerin:
Deutschland werde islamisiert und die Deutschen würden zur Minderheit.
1:11:16 – 1:12:35

Französischer Bürger:
Prangert die Zustände in seiner Heimat an. Beschwert sich, dass hier Vorträge wie „von Lehrern vor kleinen Kindern“ aufgeführt werden. Warnt die Deutschen vor zu viel Toleranz, außerdem möchte er keine Bevormundung und beschwert sich über den Abbruch seines Redebeitrags. Anschließend wird er von Ordnern rausgeführt.
1:12:50 – 1:16:30

Kritische Bürgerin:
Protestiert gegen fehlende Mitsprache. Man hätte vor den ganzen Planungen mit dem Bürger reden müssen. Die seit 24 Jahren regierende Stadtverwaltung habe keine Ahnung, was in der Stadt passiere.
1:16:35 – 1:17:40

Bürger, 1933 in Leipzig-Gohlis geboren:
Diese Moschee passe städteebaulich überhaupt nicht in dieses Viertel!
1:19:50 – 1:21:15

Informierter Bürger:
Die Ahmadiyya habe ein Plakat mit dem Slogan „Fällt Deutschland, fällt auch Europa!“ – Ausdruck eines klaren Missionierungsauftrages, was auch deren 100-Moscheen-Projekt in Deutschland beweise. Außerdem verunglimpften sie die christliche Religion.
1:21:36 – 1:25:17

Antwort von Abdullah Uwe Wagishauser:
1:25:35 – 1:27:50

Kritische Bürgerin
Fragt nach der Baugenehmigung für einen Kindergarten, den die umstrittene Moslem-Gemeinde „Al Rahman“ errichten möchte, in der sich auch Salafisten befinden sollen
1:28:50 – 1:29:30

Antwort von Burkhard Jung, OB Leipzig:
Es gebe keine Baugenehmigung für diese islamische Gemeinde, sondern für einen türkische geprägten Verein.
1:29:45 – 1:31:00

Typischer Gutmensch 1:
„Wir sollten froh sein, dass unser Leben durch diese Moschee bereichert wird. Wir sind bei den Montagsdemos auf die Straße gegangen für Freiheit. Im Sinne der Religionsfreiheit sollte die Moschee gebaut werden. Es hat sich ein gewisses Spießertum entwickelt. Warum sollen diese Moscheebauten durch den Verfassungsschutz überprüft werden?“
1:31:05 – 1:33:10

Antwort von Burkhard Jung, OB Leipzig:
1:33:20 – 1:36:45
Der Staat habe die Aufgabe, die Verfassungstreue von Organisationen zu überprüfen. Dies sei bei der Ahmadiyya der Fall. Gerade weil in der Türkei keine Kirchen gebaut werden dürfen, müssten wir hier Moscheebauten gestatten. Die Freiheit werde sich durchsetzen, wir müssen zeigen, dass wir anders sind. Dies werde die Menschen verändern. Der Gott der Juden, Muslime und Christen sei ein Gott.

Bürger:
Macht den Vorschlag, Religionswissenschaftler in die Diskussion einzubeziehen.
1:37:00 – 1:37:50

Besorgte Bürgerin, Architektin:
Stellt die Frage, wie das mit dem Stellplatznachweis geregelt sei. Eine Moschee mit Minaretten werde ein Anziehungspunkt.
1:38:15 – 1:39:08

Lesbische Bürgerin:
Sie habe Angst. Musste Strafantrag wegen ehrverletzenden Äußerungen von Moslems stellen: Ihr sollte die Zunge abgeschnitten werden, bei Hitler wären sie schon vergast worden. Hitler habe damals eine Pakt mit Moslems gegen die Juden geschlossen. Wie stelle sich die Ahmadiyya zur Religionsfreiheit und zur Homosexualität?
1:40:10 – 1:41:30

Antwort von Abdullah Uwe Wagishauser
Im Islam gebe es „keinen Zwang im Glauben“, es herrsche also Religionsfreiheit. Homosexualität sei Privatsache, aber ein Homosexueller würde wohl kein Präsident bei der Ahmadiyya werden. Im Heiligen Koran stehe wie in der Bibel, dass Homosexualität nicht gottgewollt ist.
1:41:35 – 1:42:30

Gutmensch 2:
Gewalt gebe es überall, in allen Religionen. Sie freue sich, wenn eine Moschee gebaut werde. Die Rosa-Luxemburg-Moschee im Leipziger Osten solle auch repräsentativer werden. Wenn sie allerdings zu irgendetwas gezwungen werden solle, dann wäre auch bei ihr Schluss mit der Toleranz.
1:42:41 – 1:44:32

Bürger klagt an:
Dies sei eine Veranstaltung wie bei den Kommunisten. Es sei doch ohnehin alles entschieden. Die Bürger würden hier unterdrückt. „Wir sind das Volk! Wir bleiben das Volk! Wir sind deutsch, deutsch und nochmal deutsch!“
1:52:44 – 1:54:23

Maik Schäffler, Vorsitzender der nordsächsischen NPD:
Nachdem er bis zum Schluss eiskalt ignoriert wurde, kam der Veranstalter doch nicht um seinen Redebeitrag herum. Schäffler brachte Fakten zur Ahmadyyia-Gemeinde: In der Einleitung des Ahmadiyya-Korans würde den Juden und Christen gedroht, nichts gegen die Verbreitung des Islams in ihren Ländern zu unternehmen. Auf der Internetseite der Ahmadiyya stünde, dass die Zeit der Verehrung der Maria als Mutter Gottes und die Lehrmeinung von der Göttlichkeit ihres Sohnes zu Ende gehen würde. In Europa würden alle Glaubensbekenntnisse zugrunde gehen, mit Ausnahme des Islams. Aufgrund dieser Aussagen sei er der Meinung, dass die Bürger hier dreist belogen werden und eine Fassade aufgebaut werde.

Außerdem sprach er aus, dass von einer Stadträtin der Linken Teile der Bevölkerung als Rassisten und Nazis beschimpft würden. Diese befände sich im Saal. Draußen stünden 40 Linksextreme und schürten ein Klima der Angst und verweigerten sich dem Dialog. Die Linksextremen seien für Oberbürgermeister & Co kein Wort wert. Der Oberbürgermeister wurde direkt angesprochen und hätte dazu Stellung nehmen können, wie er es mit allen anderen Beiträgen machte. Er ging aber nicht mehr darauf ein.
1:54:32 – 1:57:27

Antwort von Abdullah Uwe Wagishauser:
1:57:40 – 2:00:00
Propheten hätten manchmal Sachen gesagt, die auch erschüttern könnten. Die Aussagen des Gründers der Ahmadiyya seien in einer Phase der Asueinandersetzung entstanden, in der „polemisiert“ worden sei. Er stehe dazu, dass der islam die wahre Religion sei. Aber es solle einen „friedlichen Wettbewerb“ der Religionen auf „intellektueller“ Ebene geben. Dies könne auch falsch verstanden werden. Die Ahmadiyya sei aber rein religiös, nicht politisch.

Antwort von von Burkhard Jung, OB Leipzig:
Jung meinte, dass er mit rassistischen NPD-Mitgliedern nicht argumentiere, und das sei der Herr Schäffler. Er möchte mit den Bürgern reden und nicht mit Rassisten. Da müsse man glasklar Kante zeigen. Es sei hier keine Scheinveranstaltung. Jeder könne sagen, was er wolle, aber auf dem Boden des Grundgesetzes. Jung appellierte an die Weltoffenheit Leipzigs, was die Stadt 1000 Jahre ausgezeichnet habe.
2:01:00 – 2:04:35

Man mag von der NPD halten was man will, aber in einer Veranstaltung, in der der Dialog gesucht wird, muss man das aushalten können und sich dem stellen. Außerdem hat der NPD-Mann auch nur in seiner Eigenschaft als Bürger und nicht zugleich als Parteifunktionär ein Anrecht darauf, sich als Moscheegegner zu präsentieren und am Dialog teilzunehmen.

Gutmensch 3
Ein muslimischer Freund habe ihm gesagt, dass er verstehen könne, dass Menschen Angst vor dem fundamentalen Islam hätten. Aber es sei umso unverständlicher, wenn es Widerstand gegen eine „reformorientierte“ Moscheegemeinde gebe.
2:05:15 – 2:06:30

Kritische Bürgerin:
Der Standort sei nicht geeignet. In der Schweiz hätten sich die Bürger gegen den Bau von Minaretten entschieden. Sie vermisse in Leipzig jegliches demokratisches Verhalten.
2:06:30 – 2:07:38

Gutmensch 4
Es bräuchte Vielfalt und neue Impulse an dem geplanten Standort. Sie freue sich darauf, wenn ihre Kinder die erste Informationsveranstaltung in der neuen Moschee haben dürften.
2:07:38 – 2:08:30

Hochspannend ist auch, was auf facebook abläuft: Dort prallen Moscheebaugegener und Befürworter aufeinander. Hier die Bürgerinitiative Gohlis sagt „Nein“ und hier die Moschee-Befürworter. Es ist wichtig, dass sich islamkundige PI-Leser dort in die Diksussion mit einklinken.