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Bildungsplan (7): Kirchen sagen gemeinsam Jein

Erzbischof Robert Zollitsch und Bischof Gebhard FürstWie schon von anderen Stellungnahmen her gewohnt, sprechen sich die Kirchen für ein klares „Jein“ zum schwulgrünen Bildungsplan 2015 der baden-württembergischen Landesregierung aus. In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung der badischen und württembergischen evangelischen Landeskirche und der beiden katholischen Landeskirchen äußern sich die Spitzen eindeutig zweideutig! (Foto r.: Erzbischof Robert Zollitsch und Bischof Gebhard Fürst)

Die WELT scheint die Stellungnahme nicht ganz zu Ende gelesen zu haben und titelt heute mit „Kirchen gegen mehr Homosexualität im Unterricht“. Schön wärs! Richtig ist: Zu Beginn des Textes wird davon gesprochen, dass die Kirche für „Leitprinzipien“ eintrete, die auf der Grundlage des Menschenbildes zu entwickeln sind, das der Landesverfassung und den Schulgesetzen zugrunde liegen.

Jeder Form Funktionalisierung, Instrumentalisierung, Ideologisierung und Indoktrination gilt es zu wehren. Dies gilt nicht zuletzt im sensiblen Bereich der sexuellen Identität und damit verbundener persönlicher und familiärer Lebensentwürfe.

Weiter wird von Allgemeinplätzen wie dem Eintreten für „Weltoffenheit, Toleranz sowie Respekt vor jedem Menschen und seiner unantastbaren Würde“ gesprochen. Wer sich aber die Mühe macht und bis zum Ende der Erklärung durchhält, erfährt, wie sich die Position und Aussagen der Kirchenvertreter denen von Grün-Rot annähert.

Es wird sich im Text für „Menschenrechte“ ausgesprochen, um „für Vielfalt und Entfaltung der Persönlichkeit zu werben“ und „Freiheitsrechte zu fördern“. In diesem Zusammenhang geht es in der Argumentation dann direkt über in die „Wertschätzung von Vielfalt“, um „eine eigene Identität auszubilden“. Das alles wurde im Kultusministerium besprochen und „nachdrücklich vertreten“.

Spätestens hier gibt es keine Differenz mehr zu dem grün-roten „Bildungsplan 2015“. Erst letztes Jahr hat die EKD ihr neues Familienbild bekannt gegeben. Und so dürfte gerade die evangelische Führungsspitze das grün-rote Programm inhaltlich als Fortführung innerkirchlicher Politik ansehen.

Das Pamphlet ist der typische Versuch, konservative Kräfte nahe ihrer Positionen abzuholen, Verständnis vorzutäuschen, um sie dann doch wieder dahin führen zu wollen, wo die Verantwortungsträger der großen Kirchen längst stehen. Fest Seit‘ an Seit‘ mit grüner und roter Ideologie!

Ganz am Schluss der kirchlichen Erklärung noch der gönnerhafte Hinweis an die Bürger des Landes. Ja, ihr dürft euch zum Thema äußern. Aber nicht über „Hetzportale“ oder „diffamierende Blogeinträge“. Ob sie damit diese Seite gemeint haben? Oder meinen die Herren Portale, in denen zum Abfackeln von Kirchen oder zur Waffengewalt aufgerufen wird?

Allein der pietistische Flügel in der evangelischen Kirche fand unzweideutige Worte und warnte Grün-Rot davor, die Leitlinien im Grundgesetz verschieben zu wollen. Im Bildungsplan werde eine gleichwertige Darstellung von Homosexualität mit Ehe und Familie angestrebt. „Nach dem Grundgesetz und der Landesverfassung müssen Ehe und Familie absolute Priorität haben“, sagte der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb. Die Organisationen in der Deutschen Evangelischen Allianz vertreten nach eigenen Angaben etwa 1,3 Millionen Menschen.

Natürlich können auch heute Unterschriften für die Petition abgegeben werden. Stand der Unterschriften insgesamt (10.1.14, 18 Uhr): 84.482.

+++ Hier gehts zur Petition! +++

Kontakt:

» Bischof Robert Zollitsch
Erzbischöfliches Ordinariat
Schoferstr. 2
79098 Freiburg
Telefon: 0761 / 2188-425
Fax: 0761 / 2188-427
info@ordinariat-freiburg.de

» Bischof Gebhard Fürst
Bischöfliches Ordinariat
Eugen-Bolz-Platz 1
72108 Rottenburg am Neckar
Telefon: 07472 169-0
Fax: 07472 169-561
ordinariat@bo.drs.de

Bisherige PI-Beiträge zum Thema:

» Teil 1: Petition gegen Ba-Wü Bildungsplan 2015
» Teil 2: SWR: “Nazialarm” wegen Widerstandes gegen Bildungsplan
» Teil 3: SWR zieht Extremismus-Vorwurf zurück
» Teil 4: Bischöfliche Feiglinge Zollitsch und Fürst wehren sich nicht gegen schwulgrünen Lehrplan
» Teil 5: „Bildungsplan“-Widerstand erreicht Titelseiten!
» Teil 6: Petitionsinitiator unter Beschuss