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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

CaritasSoz [1]Gilt der Manichäismus nicht als erledigt? Überwunden geglaubte Irrlehren aber glimmen im Untergrund oft weiter und brechen unter allerlei Gestalten und Tarnungen gelegentlich wieder durch. Für das Jahr 2014 hat die Caritas eine Solidaritätskampagne „Globale Nachbarn“ ausgerufen. Illustriert wird das Projekt unter anderem mit obigem Bild, das die manichäisch anmutende Sicht der Caritas auf die globale Dimension der sozialen Frage anschaulich macht.

(Von Marcus Bauer)

Manichäisch, wenngleich hinsichtlich der Lichtsymbolik unter anderen Vorzeichen: Auf der Schattenseite stehen hier die Guten, die vor Not und Bürgerkrieg fliehen. Auf der angeleuchteten Seite stehen wir – unbarmherzig, gleichgültig und hämisch.

Interessant auch, dass die Ansammlung der Ausgrenzer nicht quoten- und gendergerecht ist. Wir sehen fast nur Männer in aggressiven Posen und einen maskulin wirkenden Beamten (siehe die markante Kinnpartie). Unmenschlichkeit ist schließlich reine Männersache!

Zudem fehlt der Quotenmigrant. Aber Migranten, die es in diesem Land durch Fleiß und ohne karitative Bemutterung zu etwas gebracht haben und die ihrerseits über sozialstaatlich subventionierte Armutseinwanderung wenig erfreut sind, passen nicht ins Bild.

Immerhin ist eine alte Dame im Rollstuhl mit von der Partie. Denn Alte sind entweder alles alte Nazis oder, bestenfalls, verwirrte Leute, welche die Welt der tollen Vielfalt nicht mehr verstehen. Botschaft: Wen die Bereicherung irritiert, der ist ein Fall für die Fürsorge.

Wieder zeigt sich, dass jene, die vor sich her posaunen, Klischees und „Stereotype“ abbauen zu wollen, eben solche durch die Hintertür wieder hereinlassen – dann aber umso dreister und dümmer: Das Böse ist weiß und männlich!

Wer aus Gründen des gesunden Menschenverstandes, der ökonomischen Vernunft und der Sicherung von Eigentum, Familie und Gemeinwesen Vorbehalte gegen migrations- und sozialpolitischen Leichtsinn hegt, ist asozial und unsolidarisch.

Die Dreistigkeit solch harmlos verpackter Bildbotschaften fällt gar nicht mehr auf, weil die Autochthonen sich daran gewöhnt haben, permanent von ihren Präsidenten und Politikern, von Meinungsmachern und Medienmächtigen diffamiert zu werden.

Aber man mache die Probe und wende dasselbe Schema der Pauschalisierung und Abwertung einer ganzen Menschengruppe auf andere Konstellationen an, wo sich ein Zusammenhang zwischen asozialem Verhalten und ethnischer Zugehörigkeit aufdrängt.

Ein klarer Fall von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit [2].

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