1

Video- und Bildbericht: Flashmob gegen Christenverfolgung in Stuttgart

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,37dMit Flashmobs in Deutschland und Österreich haben Bürger auf die Verfolgung von rund 100 Millionen Christen in der ganzen Welt aufmerksam gemacht. In 25 Städten, darunter Berlin, Bonn, Frankfurt am Main, Köln, Stuttgart (siehe unser Vorabbericht), Heidelberg, Augsburg, Wien und Salzburg, kamen am 11. Januar um 16 Uhr Menschen unter dem Slogan „Stumm die Stimme erheben“ an öffentlichen Plätzen zusammen.

(Von PI-Stuttgart)

Die Teilnehmer knieten sich nieder, legten ihre Hände auf den Rücken und richteten den Blick auf den Boden. Dann gaben Sprecher über ein Megaphon Informationen zur Christenverfolgung weiter. Zum Abschluss beteten die Teilnehmer laut das Vaterunser. Die Anregung zu dem Flashmob ging von einem Mitglied des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland (München), Sara Külen, aus. Die 23-jährige Lehramtsstudentin in Heidelberg ist Mitglied der syrisch-orthodoxen Kirche, die ihr geistliches Zentrum im südosttürkischen Tur Abdin-Gebiet hat. Die dort lebenden Christen wurden von Muslimen stark bedrängt, so dass der Großteil ausgewandert ist.

Insgesamt beteiligten sich mehr als 1000 Menschen an den Aktionen. Die größte Resonanz erfuhr der Aufruf durch eine lokale Initiative in Stuttgart. In der Spitze beteiligten sich mehr als 200 Personen, darunter viele Schüler und Studenten, an dem Flashmob, der auf der Stuttgarter Haupteinkaufsmeile Königsstraße durchgeführt wurde. Der Tag fing vormittags mit Regen an, was die Aktion wahrscheinlich verhindert oder die Teilnahme doch stark dezimiert hätte. Gegen Nachmittag klarte es dann aber auf.

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,30b

Eine bunte Gruppe von Christen aus meist freien und zwei armenischen Gemeinden fanden sich zusammen.

Alle vereint in dem Anliegen, auf die Situation ihrer „Glaubensgeschwister“ aufmerksam zu machen. Zunächst sammelten sich die Menschen am vereinbarten Treffpunkt vor dem „Neuen Schloss“ unweit des späteren Einsatzortes.

Nachdem die „Generalprobe“ erfolgreich durchgeführt werden konnte, bewegten sich die Aktivisten in mehreren Gruppen in Richtung des gegenüberliegenden Königsbaus. Durch „kreatives“ umherlaufen, klatschen und auch singen wurde zunächst die Aufmerksamkeit der Passanten gewonnen.

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,34a

Auch fanden sich mehrere kleinere Gruppen zusammen um gemeinsam zu singen.

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,42

Dann das verabredete Zeichen. Eine Person trillerte laut mit einer Pfeife, woraufhin sich alle Teilnehmer auf den Boden nieder knieten, ihre Hände auf den Rücken legten und den Blick auf den Boden richteten.

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,35b

Die Geste wurde deshalb gewählt, um den Umstehenden auch optisch zu verdeutlichen, welche Haltung Christen weltweit einnehmen müssen, wenn sie gequält, gedemütigt, geschlagen oder getötet werden.

Vor Ort schlossen sich Menschen auch spontan der Aktion an. Eine Gruppe junger Leute, die eigentlich nur zum Bummeln und Shoppen unterwegs waren, machten ebenso mit, wie ein Straßenkünstler. Dass es aber nicht nur positive Reaktionen gab, insbesondere von Muslimen, muss der Vollständigkeit halber auch erwähnt werden. Unter anderem schrie ein sichtlich erregter, durch die Reihen huschender Herr: „Ihr seid alles Hetzer, es ist genau anders herum!“

Die Teilnehmer, Passanten und zwei Polizisten reagierten stets besonnen. Zwischenfälle, die außerdem erwähnenswert gewesen wären, gab es keine.

Während die „Flashmober“ knieten, sprach eine Person von der angrenzenden Freitreppe aus zu den vielen interessiert stehen gebliebenen Bürgern. Das musste ohne Megaphon geschehen, da eine Genehmigung von behördlicher Seite trotz vorheriger Anfrage nicht positiv beantwortet wurde. Ganz im Gegensatz zu den vielen anderen bundesweiten Aktionen, die mit Megaphon durchgeführt werden konnten.

Wie wichtig solche Aktionen sind, zeigt sich, wenn man sich die Situation vor Ort einmal genauer ansieht. Wobei es eigentlich schon reichen würde, nicht mit Scheuklappen durch die Stadt zu laufen. Zuvor an fast der gleichen Stelle verteilten Muslime, aufgestellt in einer langen Reihe, ihren Koran.

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,8

Zwei links, zwei rechts, jeweils in verschiedene Richtungen blickend, musste jeder Passant unweigerlich an ihnen vorbei.

Stuttgart, Flashmob, 15

Ein deutscher Konvertit verteilte schon fleißig mit.

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,7

Hundert Meter weiter oben warben Anhänger der muslimischen syrischen Rebellen für ihre Sicht der Dinge.

Stuttgart, Flashmob, 16

Teilweise mit drastischen Bildern, begleitet mit deutschen oder arabischen Texten.

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,5a

Dazu wurde der Platz mit lauter arabischer und nach Gebet klingender Musik beschallt. In diesem Zusammenhang ist schon mehr als verwunderlich, dass für die doch vergleichsweise kurze Zeitdauer des Flashmobs, der im Anschluss stattfand, keine Genehmigung für das Benutzen eines Megaphons erteilt wurde.

Gegen Abend wurde der Flashmob noch ein Mal durchgeführt. Die Teilnehmer durften nach einem Hinweis durch die Polizei diesmal jedoch nur auf einer Seite der Königsstraße stehen, obwohl das Publikum beim ersten Durchgang nicht am Weitergehen gehindert wurde. So streckte sich das Teilnehmerfeld ein wenig.

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,36a

Im Anschluss daran wurden jeweils Flyer und Infohefte verteilt. Das aktuelle Heft zum Weltverfolgungsindex 2014 von Open Doors und ein Rückblick „Christenverfolgung 2013“ von idea-Spektrum, fanden reißenden Absatz, so dass die mitgebrachte Menge an Material von mehreren hundert Stück nicht ausreichte.

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,39

Motiviert durch diesen verheißungsvollen Start ins Jahr 2014, fassten die lokalen Organisatoren eine mögliche Wiederholung der Aktion schon in diesem Frühjahr ins Auge. Bei noch besseren Temperaturen, den jetzt geknüpften Kontakten und motiviert durch die überwiegend positive Resonanz bei Teilnehmern und Passanten, darf man das nächste Mal wohl mit noch mehr Teilnehmern rechnen.

Stuttgart, Flashmob, 11.1.14,41a