1

Bericht eines Teilnehmers an der Stuttgarter Demonstration gegen den Bildungsplan am 1.2.

Als besorgte Eltern haben wir erstmals an einer Demonstration teilgenommen. Mit unserer Ankunft gegen 13.30 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart wurden unsere Bedenken zerstreut, dass sich möglicherweise nur ein kleines Häufchen Konservativer zur Demonstration versammeln würde. Wir trafen mit unseren Kindern auf mehrere hundert Mit-Demonstranten (siehe PI-Vorabbericht), von denen sich einige in hitzigen Diskussionen mit Befürwortern des Bildungsplans befanden. Unter den Teilnehmern waren Unterstützer der AfD auszumachen, auch eine Gruppe der Identitären Bewegung war Teil der Demonstranten, vor allem aber konnten anhand von Plakaten und Aussagen viele Mit-Christen ausgemacht werden – sowohl katholischer als auch evangelikaler Prägung.

(Von Tobias W.)

Mit etwas Verspätung begannen die Organisatoren der Demonstration, die Eheleute Fromm, mit ihren Reden vor ungefähr 1.000 Teilnehmern (siehe Video am Ende dieses Beitrags). Mit dem Bildungsplan 2015 erfolge eine massive Zwangsindoktrination, die die klassische Familie als nur noch eine von vielen Familienformen darstellte. Sie kritisierten die agressive Frühsexualisierung der Kinder schon in der Grundschule und die Beschränkung der Elternrechte durch den neuen Bildungsplan. Eingefordert wurde das vornehmliche Recht der Eltern, Hoheit über die Erziehung ihrer Kinder zu haben. Beide Redner wurden ebenso wie der folgende Redner aus Hessen immer wieder durch obszöne Gesten, Zwischenrufe und Lärm von ungefähr 100 linken Gegendemonstranten gestört, die die Polizei nicht unterbunden hat.

Auch nachdem sich der friedliche Demonstrationszug in Richtung Neues Schloss in Bewegung gesetzt hatte, wurden die Teilnehmer immer wieder von aggressiven linken Gegendemonstranten beschimpft. Vor dem Neuen Schloss kam es zu einer längeren Blockade durch Gegendemonstranten, die von der Polizei nicht aufgelöst wurde, von den Teilnehmern aber nach geraumer Zeit umgangen wurde. Durch die Demonstranten wurden abwechselnd verschiedene Parolen skandiert und christliche Lieder gesungen.

Während die Teilnehmer weiterzogen, wurden einige von ihnen von den linken Gegendemonstranten mit Eiern und roter Farbe beworfen. Die Demonstranten blieben jedoch ausnahmslos diszipliniert und haben sich zu keiner Zeit provozieren lassen. Nachdem der Durchgang am Kunstgebäude zum Ziel der Demo blockiert war, versuchten die Demonstranten über die Stauffenbergstraße zum Staatstheater zu gelangen. Allerdings wurde der Demonstrationszug wiederum durch eine Blockade gestoppt, ehe er vollständig den Schlossplatz verlassen hatte. Auch hier sahen sich die Demonstranten wieder wüsten Beschimpfungen durch die linken Gegendemonstranten ausgesetzt. Gegen 16 Uhr musste die Demonstration beendet werden, ohne das Staatstheater erreicht zu haben, da die Polizei nicht länger die Sicherheit der Demonstranten gewährleisten wollte.

Peinlich war das Verhalten der linken Gegendemonstranten und enttäuschend die Zurückhaltung der Polizei, die kaum Bemühungen zeigte, den Demonstranten den genehmigten Demonstrationsweg zu ermöglichen. Ermutigend hingegen war die trotz des kurzfristigen Aufrufes beeindruckende Teilnehmerzahl und trotz der Widrigkeiten positive Atmosphäre unter den Teilnehmern.

Unter den Demonstranten bestand Einigkeit, dass die Demonstration wiederholt werden solle, dann sicherlich mit deutlich mehr Teilnehmern bei längerfristiger Planung. Es besteht Grund zur Hoffnung, dass sich in Stuttgart permanenter Protest gegen die grün-rote Landesregierung formiert.

Videos:

1. Impressionen:

2. Rede von Demo-Veranstalterin Natalie Fromm:

3. TV-Interview mit Fangfragen. Hier der Director’s Cut zum Vergleich:

(In Kürze folgt ein weiterer ausführlicher Bericht zur Demo)