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Bonn: Migrantische Jugendgewalt eskaliert

Erstmals öffentlich thematisiert wurde das Thema „Gewalt an Schulen in Bad Godesberg“ in dem bundesweit Aufsehen erregenden Theaterstück „Zwei Welten“, das auf erschütternde Weise den Wandel des seinerzeit beschaulichen Diplomaten-Stadtteils Bonn-Bad Godesberg in einen Schmelziegel der arabischen Unterschicht mit wachsender Jugend-Gewaltkriminalität aufzeigte. Hintergrund dieses Schauspiels war der spektakuläre Überfall auf deutsche Eliteschüler, die im August 2007 im Kurpark in Bad Godesberg eine Vor-Abitur-Fete feierten, als plötzlich VW-Bullys vorfuhren, aus denen junge Migranten stürzten und mit Messern, Baseballschlägern und Eisenstangen auf die deutschen Schüler losgingen, sie provozierten, prügelten, ausraubten und schnell wieder verschwanden. Seither hat sich die prekäre Lage an den Schulen und in der Innenstadt nicht verbessert, sondern nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Eltern und Polizei sind in nunmehr in höchstem Maße gefordert.

(Von Verena B., Bonn)

So haben jetzt an drei Wochenenden in Folge eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener in der Bad Godesberger Innenstadt Passanten angepöbelt, beleidigt und bedroht. Auch Sachbeschädigungen waren angezeigt worden. Mehrere Männer im Alter zwischen 14 und 16 Jahren müssen nun mit Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung, Beleidigung und Widerstands gegen Polizisten rechnen.

Der General-Anzeiger informiert:

Von „Auseinandersetzungen zwischen alkoholisierten, aggressiven Jugendlichen und der Polizei“ berichten GA-Leser, die am Samstagabend Augenzeugen der Szenen auf der Koblenzer Straße waren. Bereits tags zuvor hatten sich nahe der Einmündung der Straße Am Kurpark ähnliche Szenen abgespielt.

So hatten am Freitag Beamte zunächst mehrere Kleingruppen junger Männer kontrolliert, die sich gegenüber Passanten und Polizisten äußerst aggressiv zeigten. „Sie beleidigten und bedrohten die Beamten, und einige von ihnen kamen Platzverweisen nicht nach. Als sie daraufhin in Gewahrsam genommen werden sollten, sperrten sie sich gegen die Mitnahme, schlugen und traten um sich“, schildert die Polizei den Hergang.

Vier Personen mussten Handfesseln angelegt werden. Anschließend wurden sie ins Gewahrsam gebracht. Vier Jugendliche wurden ihren Eltern übergeben. Am Samstagabend dann das gleiche Bild: Gegen 22 Uhr hatten Jugendliche Mülltonnen auf der Koblenzer Straße umgeworfen. Zuvor war es in einem Schnellrestaurant zu einer Körperverletzung gekommen.

Als die Polizei daraufhin Verdächtige kontrollierte, stieß sie wie am Vortag auf Widerstand. Die Beamten setzten Pfefferspray und einen Polizeihund ein. Schließlich verbrachten fünf junge Männer die Nacht zu Sonntag im Polizeipräsidium. Die Ermittlungen dauern an, das Thema Gewalt ist einmal mehr akut in Bad Godesberg.

Die monokriminellen Gewaltvorfälle stehen offenbar im Zusammenhang mit Angriffen auf Schüler des Aloisiuskolleges (Ako), zu denen es zuletzt wiederholt gekommen war. Die Schule warnt inzwischen öffentlich vor Bandengewalt:

Davon, wie ernst das Thema an der Schule genommen wird, zeugt derweil ein Elternbrief. Darin informiert die Ako-Internatsleitung über die „unruhige und ernste Situation um Gewaltvorfälle in Bad Godesberg“. Seit etwa fünf, sechs Wochen gebe es vermehrt gewalttätige Übergriffe gegen interne wie externe Schüler der Ako-Oberstufe: Auflauern im Stadtpark, Auflauern an Bushaltestellen, Randale vor Kneipen in Bad Godesberg, zweimalige Verfolgung der Jugendlichen bis aufs Schulgelände und Drohungen, so die Aufzählung. Schwerwiegend verletzt wurde dem Bericht zufolge bislang niemand, auch seien in dem Kontext bislang keine Fälle von Raub, Diebstahl oder Sachbeschädigungen aufgetreten.

„Trotzdem ist die Situation weiterhin sehr ernst zu nehmen“, schreibt die Schule und teilt zu den Tätern mit: „Wir haben es im Wesentlichen mit zwei Godesberger Gangs zu tun, die sich aus ehemaligen Ako-Schülern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie weiteren nicht näher zuzuordnenden Jugendlichen zusammensetzen und deren Anführer uns inzwischen auch namentlich bekannt sind“.

Die Ursachen, so die Schulleitung weiter, lägen teilweise in einem „pauschalen Hass gegen das Ako“, teilweise in privaten Konflikten. Leider hätten einige Jugendliche ihre Anzeigen bei der Polizei zurückgezogen – womöglich aus Angst vor Folgen. Dabei räumt die Schule ein, dass auch eigene Schüler durch verbale Provokationen zur Eskalation beigetragen haben könnten. Angesichts der Lage hat das Ako eine Reihe von Maßnahmen ergriffen.

Dazu gehören neben dem Einschalten der Polizei sowie gezielter Schulung zur Konfliktentschärfung auch Restriktionen beim Ausgang der Schüler. So wurde den Internatsschülern für zwei Samstage kein Ausgang gewährt. „Das“, so die Schulleitung, „gebietet die Sicherheitslage, gerade auch die kürzlich erfolgte Drohung mit Waffeneinsatz.“

Klagen über mangelndes Sicherheitsgefühl gibt es von Godesberger Schulen zwar immer wieder. Dennoch hat die Polizei im aktuellen Fall ihren Fokus vor allem auf das Umfeld des Ako gerichtet, weil die Auseinandersetzungen ihren Ursprung in einem Streit haben sollen, in den ein Ako-Schüler verwickelt war. Gleichwohl würden von den in kleinen Gruppen auftretenden Randalierern inzwischen auch völlig unbeteiligte Jugendliche attackiert.

Zur Zielscheibe heftiger Aggressionen wurden am Wochenende vor allem aber die Polizisten, die entschlossen gegen die Störer vorgegangen waren. Bei dieser Marschroute soll es auch bleiben. Man werde, versicherte ein Polizeisprecher gegenüber dem GA am Dienstag, diese Eskalation nicht hinnehmen und ihr entschieden Einhalt gebieten.

Auf einer der zahlreichen Veranstaltungen, die die Polizei zum Thema Jugendgewalt in Bad Godesberg durchführt, sagte ein betroffener Vater seinerzeit sinngemäß bedauernd: „Unsere Kinder sind dahingehend erzogen worden, dass sie Gewalt ablehnen. Sie wehren sich deshalb nicht und lassen alles über sich ergehen. Hätten wir sie anders erzogen, würden diese kriminellen Jugendlichen jetzt ihr blaues Wunder erleben.“

Ja, liebe Müsli- und Birkenstock-Eltern, das habt ihr nun davon: „Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt“ war nicht euer Erziehungsprinzip, jetzt habt ihr den Salat. Nun seht zu, wie ihr damit fertig werdet!