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Deutsche Mädchen: Aus Liebe in den Dschihad

Junge Mädchen machen Unsinn, verliebte junge Mädchen machen noch größeren Unsinn. Das war schon immer so und wird auch immer wieder gerne von jungen Männern ausgenutzt. In der Regel endet so etwas mit Enttäuschung, Liebeskummer und ein bisschen mehr Lebenserfahrung. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Heute allerdings kann es schon passieren, dass die Absichten des „Traummannes“ andere sind, als manche Mädchen denken und die junge Liebe womöglich mit dem Tod endet.

Die WELT berichtet:

Als Sonja (Name geändert, d. Red.) verschwand, waren gerade Herbstferien in Baden-Württemberg. Die 16-jährige Gymnasiastin, Tochter eines Algeriers und einer Deutschen, verließ das Elternhaus in Konstanz am Bodensee, und kehrte nicht mehr zurück.

Sonjas Eltern alarmierten die Polizei. Sie fürchteten Schreckliches. War ihre Tochter entführt worden? Wurde sie womöglich das Opfer eines Verbrechens? Weder noch: Die Schülerin hatte Konstanz verlassen, um ihren Traum zu verwirklichen: Sonja wollte die Ehefrau eines islamistisches Gotteskriegers werden.

Die junge Muslimin hatte ihre Tasche gepackt und war nach Stuttgart gefahren. Am Flughafen legte sie eine gefälschte Vollmacht der Eltern vor, die es der Minderjährigen vermeintlich erlaubte, alleine zu reisen. Dann stieg sie in ein Flugzeug, das sie in die Türkei brachte. Von dort führte Sonjas Weg wohl nach Syrien.

Der Traum: Witwe eines Märtyrers sein

Raus aus dem Gymnasium, hinein in den Dschihad gegen das Regime von Baschar al-Assad: Über Facebook stand die Teenagerin in Kontakt mit deutschen Islamisten in Syrien. Deren Propaganda radikalisierte sie offenbar so sehr, dass sie beschloss, in das Kriegsgebiet auszuwandern. Zurück bleiben nun ratlose Eltern, die um das Leben ihrer Tochter fürchten.

Der Fall der 16-Jährigen aus Konstanz bestätigt einen Trend, den Sicherheitsbehörden aktuell beobachten. Immer häufiger reisen muslimische Frauen und Mädchen aus Deutschland nach Syrien, beseelt von dem Wunsch, in den „Heiligen Krieg“ zu ziehen, einen Dschihadisten zu heiraten und die Witwe eines Märtyrers zu werden.

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„Dschihad-Ehen“, nennt der Verfassungsschutz die daraus resultierenden Verbindungen. „Wir sehen, dass sogar über Facebook Ehen geschlossen werden“, sagt ein Analyst des Inlandsgeheimdienstes. Ein Phänomen, das Sicherheitsbehörden Sorge bereitet. Womöglich steckt dahinter eine gezielte Strategie von islamistischen Terrorgruppen: Frauen mit deutschem Pass heiraten einen Dschihadisten, der bislang keinen Bezug zur Bundesrepublik hatte. „Die Frau kehrt dann vielleicht schwanger zurück. Irgendwann gibt es dann eine Familienzusammenführung“, warnt ein Vertreter der Sicherheitsbehörden. „Dann darf der Ehemann, ein kampferprobter Dschihadist, nach Deutschland einreisen.“

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