Sinnvolle Maßnahmen gegen Ghettos?

Lokal Nordstadt 80 Reportage  28-6-2011 RN-Foto LaryeaViele deutsche Großstädte sind mehr als hilflos im Kampf gegen eine zunehmende Verwahrlosung bestimmter Stadtteile, die vornehmlich von Zigeunern und anderen nicht integrierbaren Personen bewohnt werden. Schuld an der Verwahrlosung sind natürlich – wie immer, die Eigentümer der Häuser, die bösen Kapitalisten, die den Zigeunern das Geld aus der Tasche ziehen. Die Devise heißt: aufkaufen, leerziehen, abreißen.

Der FOCUS berichtet:

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet warnte die Bundesregierung vor falschen Weichenstellungen beim Kampf gegen die Verwahrlosung von Großstadtvierteln. Das Vorhaben von Bauministerin Barbara Hendricks (SPD), in Problemstädten aktiv zu werden, sei zwar „prinzipiell richtig“, sagte Laschet der Zeitung „Die Welt“. Es dürfe aber nicht zu Spekulationsgeschäften führen.

20.000 bis 25.000 Männer seien in Deutschland „auf dem Arbeiterstrich unterwegs“, beklagte Bauministerin Hendricks in der „Welt“. Sie stünden an Ausfallstraßen und nähmen „für zwei Euro die Stunde irgendwelche Jobs an“. Diese Männer würden mehrfach ausgenutzt. „Zu überhöhten Preisen werden Ihnen nicht einmal Zimmer vermietet, sondern Betten.“ Die Arbeitnehmerfreizügigkeit, die jetzt für bulgarische und rumänische EU-Bürger gelte, habe damit allerdings nichts zu tun. Sie habe die Lage nicht verschärft.

Skeptisch äußerte sich Grünen-Chef Cem Özdemir. Statt Mietwucherern „Schrottimmobilien teuer abzukaufen, sollte der Gesetzgeber lieber dafür sorgen, dass Ausbeutung und Spekulation mit solchen Gebäuden auf dem Rücken der Ärmsten gar nicht erst möglich sind“. Das Geld aus den Förderprogrammen solle lieber „in integrierende Wohnprojekte, Integrations- und Sprachkurse“ investiert werden.

Anstatt die Scheinasylanten und alle nicht Integrationswilligen kurzerhand des Landes zu verweisen, wird wieder in üblicher Verwaltungsmanier an den Symptomen herumgedoktert. Die Menschen aber bleiben im Land, ziehen innerhalb der Städte weiter und verwüsten den nächsten Stadtteil.