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Saudi-Arabien deportiert überflüssige Sklaven

Während sich die gutmütige EU alleine über Lampedusa und Melilla in den letzten 24 Stunden von 3.500 illegalen afrikanischen Einwanderern infiltrieren ließ, wirft das islamische Vorzeigeland Saudi-Arabien illegale Einwanderer einfach raus. Und zwar in großem Stil. Bis dahin werden die Ausländer wie Sklaven gehalten.

Die Süddeutsche spricht von insgesamt 370.000 deportierten Menschen innerhalb der letzten fünf Monate. Es soll sich dabei hauptsächlich um Billiglöhner aus dem Jemen, Bangladesch, Indien, Pakistan, Ägypten und Äthiopien handeln. Sie waren ohne gültige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis aufgegriffen worden. Weitere 1,5 Millionen Ausländer haben von sich aus das Land verlassen, weil die Bedingungen in den Sammellagern ziemlich unerträglich sein sollen, wie der Tagesanzeiger aus der Schweiz schreibt. Dort warten diejenigen Ausländer auf ihre Ausschaffung, die keine Mittel zur eigenen Ausreise haben:

Menschenrechtsgruppen warfen der Regierung vor, die Zustände in diesen Lagern seien schrecklich. Mindestens ein Inhaftierter aus dem Jemen sei bei einer Massenpanik in einem solchen Lager im Februar ums Leben gekommen. (…) Arbeiter seien vor ihrer Ausschaffung mehrere Tage lang in überbelegte Zellen gepfercht und dann mit Ketten an den Füssen in ein Flugzeug gebracht worden.

Nach Angaben der Süddeutschen zeigen sich bereits Auswirkungen auf dem saudi-arabischen Arbeitsmarkt:

Die Aktion gegen illegale Arbeitskräfte hatte im vergangenen November begonnen. Sie hat in dem islamischen Königreich bereits zu einem Anstieg der Löhne geführt. Beobachter bezweifeln allerdings, dass die Aktion ihr eigentliches Ziel – die Schaffung von Arbeitsplätzen für Einheimische – erreichen wird. Denn die meisten Saudis sind sich für harte Arbeit zu schade. Als Hauspersonal arbeiten grundsätzlich nur Ausländer. Wer als Ausländer in Saudi-Arabien seien Job verliert, muss in der Regel ausreisen. Denn der Arbeitgeber ist gleichzeitig auch der „Sponsor“ seiner Arbeitserlaubnis.

Die Arbeitslosenquote liegt nach Angaben des Tagesanzeigers wegen der Faulheit der Einheimischen recht hoch:

Die Abschiebungen begannen im November als Teil einer landesweiten Kampagne, die der «Saudisierung» der Wirtschaft des Landes und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit unter Saudiarabern dienen soll. Diese beträgt rund 13 Prozent. In Saudiarabien leben neun Millionen Ausländer bei einer Gesamtbevölkerung von 28 Millionen Menschen.

Ob 19 Millionen Araber mit nur 9 Millionen ausländischen Sklaven auskommen werden?

Es gibt natürlich Sklaven, auf die man nicht verzichten mag. Hier eine Reportage aus den Vereinigten Arabischen Emiraten über dreijährige Kamel-Jockeys. Aber Vorsicht, nichts für sensible Gemüter!