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Völkermord-Leugner bedrängen Stadttheater

In Konstanz möchte das dortige Stadttheater um Intendant Prof. Dr. Christoph Nix (Foto l.) am Freitag ein Theaterstück aufführen, das an den Genozid an den Armeniern vor knapp 100 Jahren erinnert. Das soll nach Ansicht des türkischen Generalkonsuls in Karlsruhe, Serhat Aksen (r.), nicht stattfinden und er fordert ultimativ dessen Absetzung.

Der “Südkurier” berichtet:

In einer Pressemitteilung erklärt das Stadttheater, türkische Demonstranten übten Druck aus um die Aufführung zu verhindern. „Das Theater Konstanz wird am 21.03.2014 ein Stück über den Mord an den Armeniern im Jahre 1915 in der Türkei zur Aufführung bringen. Seit nun einigen Tagen soll das Theater unter Druck gesetzt werden, diese Inszenierung abzusetzen“, heißt es in der Mitteilung.

Das türkische Generalkonsulat in Karlsruhe habe das Theater darauf hingewiesen, dass allein der Begriff des Völkermordes eine offensichtlich begangene Straftat sei, und bittet das Theater über die gegensätzlichen Positionen vor jeder Vorstellung zu informieren. Mittlerweile sei auch eine Demonstration angemeldet worden, um vor dem Theater gegen die Aufführung zu protestieren. In E-Mails an das Theater werde unterstellt, dieses sei durch armenische Propaganda beeinflusst worden und es werde nun höflich darum gebeten, die Inszenierung nicht zur Aufführung zu bringen.

Verstanden – den Genozid an den Armeniern hat es nie gegeben und ist nur “armenische Propaganda”! Vielleicht steht es ja in zehn Jahren auch so in unseren Geschichtsbüchern, wenn wir dann türkischstämmig besetzte Kultusministerien haben werden. Schon das an den Genozid erinnernde Lepsius-Haus in Potsdam steht seit seiner Errichtung unter Dauerbeschuss der türkischen Diplomaten und der selbsternannten türkischen Interessenvertreter hierzulande.

Nein, es ist nicht das erste Mal und es wird auch nicht das letzte Mal sein, dass Geschichtsrevisionismus in Form massiver turknationaler Einflussnahme auf Kunst und Kultur zur Absage von Theater-Aufführungen führen. 1994 sollte Voltaires “Mahomed-Drama” (das Goethe ins Deutsche übersetzte) nach langer Abstinenz anlässlich des 300. Geburtstages des Autors in Genf aufgeführt werden. Daraus wurde nichts. Mohammedanische “Interessengruppen” und unterwürfige linke Intellektuelle machten der Vorstellung damals den Garaus.

Was so gut funktioniert, kann man gerne auch wiederholen. Mit dem Ergebnis, dass aus Angst dann nur vereinzelte Zeitungen die dänischen Mohammed-Karikaturen abdruckten und selbst die Bundesregierung sich dafür einsetzte, dass PRO Deutschland einen harmlosen Mohammed-Film dubioser Herkunft nicht öffentlich zeigen sollte.

Aber ganz so einfach funktioniert die Einschüchterung diesmal wohl nicht. Noch wehren sich die Theaterleitung gegen die Forderungen der Völkermord-Leugner. So wurde vom SWR angekündigt, dass die Aufführung unter Polizeischutz stattfinden soll. Der “Südkurier” schreibt:

Das Stadttheater hat eine klare Haltung zu der Debatte: „Für den Intendanten des Theaters stellt dies einen massiven Eingriff in die künstlerische Freiheit eines Theaters dar.“

Wer das Theater und seine Standfestigkeit unterstützen mag schreibe an:

» theater@konstanz.de