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Türke gründet Arbeitskreis „Muslime in der SPD“

Wie kann man die Islamisierung Deutschlands beschleunigen? Was ist zu tun, wenn man als Moslem einfach ganz andere Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen an die Politik hat, in politischen Debatten aber vor allem nur in der Rolle als lernfaule Zuwanderer vorkommt? Dann müssen „Vorurteile“ bekämpft werden, und die heilbringende Rolle der Muslime für die ganze Menschheit muss neu definiert werden. So erinnerte sich der engagierte Patriot mit türkischen Wurzeln und Duisburger Lokalpolitiker Atila Ülger (31, auf dem Foto r.), Enkel türkischer Zuwanderer und Mitglied in der Berliner SPD, an den bekannten Spruch: „Wenn man nicht mehr weiter weiß, gründet man ’nen Arbeitskreis!“

(Von Verena B., Bonn)

Ülger ist jetzt Mitbegründer des Arbeitskreises „Muslime in der SPD (AKMS)“ auf Bundesebene. Mit seiner Biografie bringt er Lebensgeschichte und –gefühl einer ganzen Generation von muslimischen Deutschen nach Berlin. Er wünscht sich ein „neudeutsches Lebensgefühl“, denn der Realität würde es viel besser entsprechen, wenn klar würde, dass Koran und Moschee das Grundgesetz bereichern. Aber es gibt auch noch andere kulturelle Wünsche, die Ülger gerne umsetzen möchte: „Alle reden zum Beispiel über Bio-Produkte und Öko-Siegel“, so Ülger. „Eine derart gesicherte Zertifizierung könnte man auch auf dem großen Markt von koscheren oder Halal-Produkten einführen.“ Verbraucherthemen, Fragen rund um den Arbeitsmarkt, die Diskriminierung muslimischer Kopftuch- und Vollverschleierung tragender Frauen und Djellaba-Nationaltracht tragender Männer Bewerber beim Jobeinstieg, gleiche Bezahlung von Männern und Frauen – für den Arbeitskreis gibt es Themen genug. Ihre Anliegen wollen muslimische Sozialdemokraten auf Bundesebene einbringen, manche Diskussion um ihren „kosmopolitischen Horizont“ bereichern.