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Dänischer Radiosender gibt Schweden eine Stimme

danmarks-röst„Danmarks Röst“ (Dänemarks Stimme) ist ein Radioprogramm, das den Schweden eine Möglichkeit geben soll, sagen zu können, was sie wirklich denken. In Schweden ist die Situation in den Medien extrem. Alternative Stimmen existieren nicht, weil Schweden vom einstigen sozialen Vorbild – „Modell Schweden“ – zum perfekten EU-Land mutiert ist, weshalb wir dort auch genau hinsehen sollten, denn sie geben die EU-Richtung vor. Der dänische Radiosender „Radio24syv“ richtet also nun für die meinungsunterdrückten Schweden extra einen Kanal ein, der vom dänischen Historiker und Moderator Mikael Jalving moderiert werden wird. Jalving betreibt einen festen Blog in der Zeitung „Jyllands-Posten“ und hat ein Buch über seinen skandinavischen (ehemals?) „großen Bruder“ geschrieben: „Absolut Sverige-en rejse i tavshedens rige“ (Absolut Schweden – eine Reise ins Reich der Stille).

(Von Alster)

Es ist seine erste Radioerfahrung, und er ist sehr gespannt, ob die Schweden das Programm hören und anrufen werden.

„Es ist das größte Tabu überhaupt, und deshalb nehmen wir uns das vor. Wir werden über alles reden, was zum Beispiel mit schlechten Schulen und Parallelgesellschaften zu tun hat und über die Angst, die es in Schweden gibt, das anzusprechen“, sagt Mikael Jalving. „Sie können sich ja fast nur per Internet ganz außen an der Peripherie anonym äußern… Wir wollen versuchen, ihnen ein Podium zu geben, von dem aus sie anrufen und über die Probleme und Tabus reden können, die wir anbieten“, erklärt er. „Wir haben Schwedens beste Textradio-Produzentin, Ina Jönsson, angeheuert, sie kommt nach Kopenhagen und produziert das ganze Juli-Programm. Sie liebt diese Idee.“

Dieses Programm („Schwedenhilfe“) ist nur eines von sieben, die der Sender ab Juli als Podcast zur Verfügung stellen wird.

Man möchte absichtlich im Juli mit diesen Programmen starten, da es sozusagen Gurkenzeit für Journalisten ist, und die Menschen in den Ferien, in den Sommerhäusern und am Strand gerne Radio hören.

Der MS-Medienorkan wird wohl erst ab dem 14. August losgehen, da beginnt der heiße Wahlkampf in Schweden. Am 14. September findet die Wahl statt.

Das Werbeplakat (Foto oben) wird demnächst in vielen Straßen in den vier größten Städten Schwedens zu sehen sein, schreibt der Kanalchef Mikael Berthelsen. Er sei gespannt, wie die schwedische Journaille das aufnehmen wird. Am Plakat wurde die Anfangszeile der schwedischen Nationalhymne abgewandelt von du gamla du fria (du alter, du freier Norden) zu du gamla, du yttringsfria? (du alter, du meinungsfreier? Norden), also mit Fragezeichen. Interessant an der Hymne ist auch, dass die ursprünglich vorhandenen ersten zwei Strophen nicht Schweden, sondern nur dem „Norden“ huldigen.

Diese Dänenhilfe für die Schweden könnte darin gründen, dass die Schweden eher obrigkeithöriger sind und kollektiver denken, zumal sie lange Zeit nach dem 2. Weltkrieg als Vorbild für den Norden, wenn nicht für die ganze Welt galten und noch heute so handeln: sie haben die Türen für alle Flüchtlinge der Welt ohne wenn und aber am aller weitesten aufgemacht. Dagegen denken die Dänen individueller und hinterfragen auch den Staat als mündige Bürger. Hans Magnus Enzensberger beschrieb in seinem Buch „Europa“ Schweden mehr als vormundschaftlichen Gesetzesstaat denn als Demokratie.

Hier kann man einen Probelauf des Senders erleben. Es werden offenbar ganz bewusst die Wörter Sverige (Schweden) oder svensk (schwedisch) rekordmässig eingesetzt. Es geht dabei um „schwedische“ El Shabab- und ISIS-Führer. Man muss es nicht verstehen, nur mitzählen.