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Entführte israelische Jugendliche tot aufgefunden

tot aufgefundene israelische Talmud-SchülerDie Leichen der drei vermissten israelischen Jugendlichen – Eyal Yifrach, Gilad Sha’er und Naftali Frenkel (Fotos) – wurden nördlich von Hebron gefunden.

Spiegel Online berichtet:

Sie wurden seit 18 Tagen im Westjordanland vermisst, nun gibt es Gewissheit über das Schicksal dreier israelischer Jugendlicher. Ihre Leichen seien auf einem Feld nahe Hebron unter einem Steinhaufen gefunden worden, berichtete das israelische Fernsehen am Montag. Israel beschuldigt die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas, hinter ihrer Entführung zu stehen.

Die Jugendlichen seien offenbar schon kurz nach der Entführung erschossen worden, hieß es. Die Leichen von Gilad, Eyal und Naftali seien nahe der Ortschaft Halhul unweit der Stelle gefunden worden, wo die Jungen am 12. Juni zuletzt gesehen wurden, berichtete der israelische Rundfunk. Schüler einer nahe gelegenen Schule hätten sich an der breit angelegten Suchaktion beteiligt und seien auf den Steinhaufen unter einem Gebüsch aufmerksam geworden.

Die Suche nach den mutmaßlichen Entführern dauere noch an. Der israelische Geheimdienst hatte als Tatverdächtige zwei Hamas-Mitglieder beschuldigt, die auf der Flucht seien. Das Militär bestätigte den Fund der drei Leichen inzwischen und kündigte eine forensische Untersuchung zur Bestätigung der Identität der drei Vermissten an.

Truppenbewegungen und Schusswechsel

Bereits in den vergangenen Stunden hatte sich eine Entwicklung in dem Fall angedeutet. Israelische Medien berichteten, bei der Suche nach den drei Talmudschülern im Alter zwischen 16 und 19 Jahren habe es nördlich der Stadt Hebron starke Truppenbewegungen gegeben. Laut israelischem Rundfunk gab es Schusswechsel, zudem soll es in der Gegend um die Kleinstadt Chalchul zu gewaltsamen Konfrontationen zwischen der Armee und Palästinensern gekommen sein. Die Stadt Hebron wurde abgeriegelt – dort vermuteten die israelischen Sicherheitskräfte die Jugendlichen und ihre Kidnapper.

Israels Wirtschaftsminister Naftali Bennett hat eine harte Reaktion angekündigt. „Es gibt keine Gnade für Kindermörder“, sagte der Vorsitzende der Siedlerpartei laut der Nachrichtenseite „ynet“. „Unsere Herzen sind jetzt mit den Familien“, sagte er. „Dies ist eine Zeit für Taten, nicht für Worte.“

Das israelische Sicherheitskabinett wollte sich noch am Abend zu einer Sondersitzung versammeln. Die erwartete Abstimmung im Parlament über ein umstrittenes Gesetz zur Zwangsernährung hungerstreikender Palästinenser wurde angesichts der Entwicklungen verschoben.

Netanjahu droht der Hamas

Seit dem Verschwinden der Jugendlichen auf dem Heimweg am 12. Juni hat die israelische Armee bei Razzien nach eigenen Angaben etwa 420 Palästinenser festgenommen, die meisten davon Hamas-Mitglieder. Auch im Gazastreifen eskaliert die Gewalt. Israel und militante Palästinenser liefern sich einen heftigen Schlagabtausch: Militante Palästinenser feuerten am Montag knapp 20 Kleinraketen auf Israel ab. Ein Polizeisprecher sprach von einer „Rekordzahl“ binnen zwölf Stunden seit dem letzten großen Schlagabtausch zwischen Israel und der Hamas im November 2012.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte: „Wenn die Ruhe, die nach der Operation ‚Säule der Verteidigung‘ herrschte, durch Raketenangriffe gestört wird, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Hamas stoppt sie oder wir werden sie stoppen.“ Netanjahu hatte schon am Sonntag mit einer Ausweitung der Einsätze im Gazastreifen gedroht.

Wir sind tief erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Familien der drei ermordeten Jugendlichen.