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Berlin: Eindrücke einer Pro-Israel Demo anlässlich des Al-Quds-Tages

Israel und Deutschland gemeinsamMit unseren großen Deutschlandfahnen haben wir bei der Pro-Israel-Kundgebung der Jüdischen Gemeinde in Berlin, am 25.7. auf dem George-Grosz-Platz (Ku’damm / Ecke Schlüterstraße) für einige Irritationen aber auch viel Zuspruch gesorgt.

(Von Dr. Karl Schmitt)

Viele Personen, vor allem Journalisten, sprachen uns an, was denn diese großen Deutschlandfahnen auf der pro-israelischen Demo aussagen sollten (aus der Art der Fragestellung klang aber oftmals heraus, sie fragten eigentlich, was unsere Fahnen dort überhaupt zu suchen hätten). Die Antwort, dass wir deutsche Patrioten sind und hier unsere Solidarität mit Israel zeigen wollten, wurde ausdruckslos entgegen genommen (Tagesspiegel: Deutschlandfahnen auf der Pro-Israel Demo, dort steht ‚Fahnen sorgten für milde Verwunderung‘).

stauffenberg.demo.2014.14

Neben diesen Reaktionen gab es aber auch ausdrücklichen Dank für unser ‚Flagge zeigen‘. Einige junge Männer sprachen uns an, stellten sich als in Deutschland geborene und lebende Juden vor und begrüßten sehr freundlich unsere Anwesenheit und meinten, es müssten noch viel mehr nicht-jüdische Deutsche bei Ihrer Demo mitmachen. Dieser freundliche Zuspruch wiederholte sich und war eigentlich die dominante Reaktionsform.

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Wobei es auch eine junge Frau gab, die mich ansprach, was denn diese „Scheiße“ mit der Flagge soll – und wir sollten uns wegstellen, sie hätten schließlich zuerst da gestanden. Auf meine Versuche, darauf hinzuweisen, dass ich mich mit der Deutschlandfahne überall hinstellen könne, schöpfte sie zur Antwort in ihrem offenbar szenetypisch kleinem Wörter-Repertoire, worauf wieder das Wort „Scheisse“ herauskam. Ich sah, dass von dieser Frau auch keine weiteren Erkenntnisse mehr zu gewinnen waren und wandte ihr den Rücken zu, um mir den zu dieser Zeit vorbeiziehenden „Karneval des Hasses“, den Al-Quds-Demo-Zug anzusehen.

Dort konnte man unter anderem zornige Muselmänner sehen, die heftig auf die vielen Israel–Fahnen unserer Gegen-Demo reagierten. Die Bilder konnte man auch im Fernsehen sehen, aber ich möchte Ihnen eine interessante persönliche Beobachtung berichten: es war ein grauhaariger, mindestens 50-jähriger, der zuerst heftig lossprang und auf die israelischen Fahnen losrannte. Er lief aber nicht Richtung Polizei, die sich zwischen den beiden Demos postiert hatte. Er sprang zwischen seinen jungen Männern herum, offenbar um sie anzustacheln. Infolge stürmten viele junge Männer in Richtung Fahnen, wurden allerdings von den Polizeikräften gestoppt. Mit etwa 1200 Polizisten war an diesem Tag das Zahlenverhältnis 1:1 zwischen Polizei und Al-Quds Demonstranten sozusagen wenigstens ausgeglichen.

Es gab auch viele andere Details. U.a. sprachen wir mit einem Passanten am Rande der Demo. Er war sicher, dass Israel die zu verurteilende Seite im Konflikt sei. Zum Hinweis, dass Israel aufgrund der stark angestiegenen Zahl des Raketenbeschusses zuletzt gar keine andere Wahl mehr gehabt hatte, als militärisch zu reagieren, meinte er, die Kassam-Raketen seien doch nur Spielzeugraketen, treffen nichts und deshalb sei allein Israel der zu verurteilende Mörder von armen palästinensischen Zivilisten im Gaza-Streifen. Auch bei ihm wurde klar, dass eine Fortsetzung des Gesprächs beiden Seiten wenig Nutzen bringen würde.

Auch bemerkenswert waren die Reaktionen auf die Fahne des deutschen Widerstands, die ein Teilnehmer unserer Gruppe nicht mit Fahnenstange, sondern lose über die Schultern gelegt trug. Viele fragten einfach nur, was denn das für eine Fahne sei und schluckten schweigend die Erklärung. Andere kamen mit vorwurfsvollem Blick und meinten gleich, das sei doch die GDL-Fahne (German Defence League), um sich dann belehren zu lassen, welche Fahne dies sei und dass die GDL-Fahne ein rot-goldenes Kreuz auf schwarzem Grund hätte. Trotzdem kam später auch ein Vertreter der Veranstalter, um dem Mann mit der GDL-Fahne mitzuteilen, dass er unerwünscht sei, um seinerseits verwirrt abzuziehen, nachdem er über die Natur der Fahne belehrt worden war.

Zum Schluss muss gesagt werden, dass an diesem Tag eine mutmachend große Zahl von Gegendemonstranten aktiv war. Auf dem George-Grosz-Platz waren deutlich mehr als 500 Leute, bei der linken Demo gegen Antisemitismus am Adenauer-Platz ca. 200. Das entspricht immerhin schon der Größenordnung der Teilnehmerzahl der Al-Quds-Demo mit ca. 1200 Leuten. Das könnten aber noch mehr sein, wenn nicht nur Linke gegen Antisemitismus und Israel-Freunde gegen Al-Quds demonstrieren würden.

Zu den Linken ist noch anzumerken, dass sie offenbar gemerkt haben, dass ihre staatlich finanzierten Gegen-rechts Aktivitäten sonst unglaubwürdig würden – wahrscheinlich war ihre Demo und viele Teilnehmer aus diesen Töpfen finanziert.

Es müssen noch viel mehr Deutsche an diesem Tag auf die Straße, um deutlich zu machen, dass wir verstanden haben, dass „Free Palestine“ nichts anderes ist, als die Forderung nach islamischer Macht und islamischem Recht auf dem Gebiet des heutigen Israels. Das hieße dann für seine jüdischen Bürger ein Leben als rechtlose Dhimmies, die Zusatzsteuer zahlen müssten und der Willkür der islamischen Herren ausgeliefert wären.

Es geht bei diesen Gegendemos aber auch darum, ein deutliches Zeichen gegen die zunehmende Gewalt von Moslems gegen unsere jüdischen Mitbürger zusetzen. Ein jüdischer Deutscher oder natürlich auch ein jüdischer Besucher darf in unserer Stadt nicht „selber schuld“ sein, wenn er in Kreuzberg oder sonst wo angegriffen wird, weil er eine Kippa trägt oder einen Anstecker mit Israel-Fahne. Wir haben gestern auch gegen die zunehmende Unsicherheit auf unseren Straßen demonstriert und fordern den Schutz der Bevölkerung gegen die zunehmenden Übergriffe durch gewalttätige Moslems.

Die Organisatoren gaben gestern zum Veranstaltungsschluss den Teilnehmern den dringenden Rat, auf dem Nachhauseweg ihre Israel-Fahnen zu verstecken, damit sie nicht von gewalttätigen Teilnehmern der Al-Quds-Demo angegriffen werden.

Gleichwohl ist zu befürchten, dass es noch einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte, bis die Organisatoren einer solchen Veranstaltung einer jüdischen Gemeinde sehen, dass alle nicht-moslemischen Deutschen gemeinsam für mehr Sicherheit auf unseren Straßen eintreten müssen – und das ist zunächst unabhängig davon, welche Position der Einzelne zu Israel hat. Die jüdischen Vertreter in der Öffentlichkeit müssen lernen, das Problem beim Namen zu nennen. Ihre Sicherheit ist heute nicht durch imaginäre Nazi-Horden gefährdet, sondern durch einen real existierenden Islam-Faschismus auch in unserem Lande.


Wer ein Zeichen gegen diesen Hass setzen will, zeigt Präsenz, am Sonntag um 12 Uhr vor dem Rathaus.