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Henryk M. Broder über deutsche Illusionen

kriegWir schreiben das Jahr 2014. Seit über acht Jahren wird die Bundesrepublik von einer Frau regiert, die in der DDR sozialisiert wurde. Auch der Bundespräsident ist ein Ossi. Vier der 16 amtierenden Ministerpräsidenten sind Frauen. Die Wehrpflicht wurde praktisch vor drei Jahren abgeschafft, die Bundeswehr ist eine Truppe, die wie ein Unternehmen geführt wird. An der Spitze des Verteidigungsministeriums steht eine Frau und siebenfache Mutter, deren Ziel es ist, „die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland zu machen“, dabei soll vor allem die „Vereinbarkeit von Dienst und Familie“ garantiert werden.

1997 wurde die eheliche Vergewaltigung ebenso zum Straftatbestand erklärt wie die außereheliche und damit ein jahrhundertealtes Vorrecht der Männer abgeschafft. Mit dem „Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung“ aus dem Jahre 2000 wurde allen Kindern „ein Recht auf gewaltfreie Erziehung“ zugesichert. Nicht nur „körperliche Bestrafungen“, auch „seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen“ wurden für „unzulässig“ erklärt.

Gleichgeschlechtliche Paare, die „heiraten“ wollen, können seit 2001 eine „eingetragene Lebenspartnerschaft“ eingehen, die der Zivilehe sehr nahekommt. Die völlige rechtliche Gleichsetzung hetero- und homosexueller Ehen ist nur eine Frage der Zeit. Anfang 2013 stellte das Bundesverfassungsgericht fest, dass auch gleichgeschlechtliche Lebenspartner mit Kindern als „geschützte Familie im Sinne des Grundgesetzes“ anzusehen sind… (Dies ist der Beginn eines sehr guten Artikels von Broder über deutsche Zustände. Eines ist sicher, so wird es nicht weitergehen. Nach jahrelanger Traumtänzerei wird das Erwachen um so schlimmer!)