felix_menzelEbenso wie PI feiert auch das konservative Onlinemagazin Blaue Narzisse gerade sein zehnjähriges Jubiläum. Chefredakteur Felix Menzel (Foto) erklärt gegenüber PI, warum sein Magazin trotz allerhand Gegenwind stetig gewachsen ist, welche Themen ihm wichtig sind und welche Hürden es bei der Organisation des zwischentages, einer Büchermesse, die am 6. September in Düsseldorf stattfindet, zu überspringen gibt.

PI: Herr Menzel, die Blaue Narzisse feiert dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Eine ziemlich lange Zeit für ein nonkonformes Magazin, betrachtet man die Lebensdauer vergleichbarer Projekte, die fast täglich mit dem allgegenwärtigen „Nazi-Vorwurf“ konfrontiert werden. Wie erklären Sie sich dennoch diesen Erfolg?

Menzel: Ich habe das Gefühl, daß viele, die mit dem „Nazivorwurf“ zu kämpfen haben, vor allem einen entscheidenden Fehler begehen: Sie lassen sich ihre Themen vom Gegner vorschreiben und denken den ganzen Tag über die gemeine Antifa nach. Im schlimmsten Fall distanzieren sie sich auch noch von jeder – sowieso nicht vorhandenen – Nähe zum Nationalsozialismus. So verständlich diese Reaktion ist, so viel bleibt doch dabei auch auf der Strecke, nämlich die Auseinandersetzung mit den Themen, die für die Zukunft Deutschlands und Europas entscheidend sind.

Welche Themen waren Ihnen denn in den letzten zehn Jahren wichtig und worüber grübeln sie heute nach?

Die ersten zehn Jahre Blaue Narzisse waren geprägt von dem jugendlichen Kampf um eigentlich selbstverständliche Freiheiten, der Suche nach Alternativen zum Zeitgeist und der tiefgründigen Beschäftigung mit der europäischen Kultur. Aktuell erscheint uns die Flüchtlingsproblematik als ein sehr wichtiges Thema, da in diesem Jahr wahrscheinlich unglaubliche 200.000 Asylanträge in Deutschland gestellt werden. Aber auch bei diesem Thema versuchen wir einen ganz eigenen Zugang zu finden und so beschäftige ich mich derzeit sehr intensiv mit der Überbevölkerung der Welt. 2025 werden wir vermutlich eine Weltbevölkerung von acht Milliarden Menschen erreichen. Was passiert, wenn sich auch nur ein Bruchteil von ihnen auf den Weg in unseren westlichen „Kristallpalast“ aufmacht?

Mit einem eigenen Büro in Dresden, dem „Zentrum für Jugend, Identität und Kultur“, haben Sie Ihre Arbeit stetig professionalisiert. Können wir überhaupt noch auf Provokationen hoffen? Oder sind Sie nach Ihrer legendären Auseinandersetzung mit Claudia Roth ruhiger geworden?

Mit Provokationen sind jetzt auch mal andere dran. Ich hoffe immer noch darauf, daß junge, nonkonforme Aktivisten Anfang 20 mit einer expressionistischen Haltung zumindest einmal in ihrem Leben den Mut aufbringen, ein überdeutliches Zeichen zu setzen und damit auf die Unfreiheit in diesem Land hinweisen. Für mich persönlich ist diese Zeit des Aktivismus jedoch definitiv abgelaufen: Es fühlt sich nicht authentisch an, sich dauerhaft darauf zu konzentrieren, in einer kaputten Welt für ein letztes Symbol der Vitalität zu sorgen. Ich bin sozusagen angekommen bei einem pragmatischen Realismus: Meine Aufgabe sehe ich darin, die Absurditäten unserer Politik und Meinungskultur aufzudecken, und dabei zu helfen, daß Institutionen entstehen, die dem etwas entgegensetzen können.

Parteien scheinen ja nun nichts für Sie zu sein. Aber Sie haben mit der Organisation der Freien Messe „zwischentag“ eine weitere wichtige Aufgabe übernommen. Ist es in diesem Land der rot-grünen Sittenwächter überhaupt noch möglich, solche Projekte umzusetzen? Und wenn ja, wie?

Als ich vor über zehn Jahren damit begonnen habe, erste Vorträge zu organisieren, war es nie ein Problem gewesen, Räumlichkeiten zu finden. Die Antifa gab es natürlich auch damals schon, aber – zumindest ist das mein Eindruck – ist ihr Gedankengut und ihre feige Vorgehensweise in die Mitte der Gesellschaft eingesickert. Es ist heute wirklich fast nicht mehr möglich, Veranstaltungen wie den „zwischentag“ mit mehreren Hundert Gästen zu organisieren – einfach, weil die Vermieter der Hotels, die wir dafür benötigen, zurecht sehr große Sorgen wegen der Folgen haben. Es geht ihnen dabei weniger um das Kasperletheater der Antifa vor ihrer Haustür, sondern mehr um den öffentlichen Druck, den Zeitungen und auch unser Staat ausüben. Trotzdem kann ich versichern: Wir werden alles dafür tun, daß der „zwischentag“ am 6. September in Düsseldorf ein großer Erfolg wird und es noch viele weitere Büchermessen des nonkonformen, konservativen und islamkritischen Spektrums geben wird.

Vielen Dank für das Gespräch!

» Lesetipp: Die besten Texte aus zehn Jahren Blaue Narzisse sind soeben in einem kleinen Heft erschienen und kann bei Blaue Narzisse direkt bestellt werden.


(Weil auch PI gerade sein Zehnjähriges hat, erscheint auf BlaueNarzisse.de demnächst ein Interview über das Wie und Wohin von PI)

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12 KOMMENTARE

  1. …..2025 werden wir vermutlich eine Weltbevölkerung von acht Milliarden Menschen erreichen.

    ….und wir Deutschen stellen davon 1Prozent!
    Ist dann an der Zeit kleinere Brötchen zu backen.
    Nix mehr mit Klima-Wald-Wind-Wetterrettung.
    Nicht nur die Mohammedaner sondern ALLE werden uns aufschnupfen!
    Da kommt man mit dem Kindermachen garnicht mehr hinterher wenn unsere Damen am liebsten erst ab 35 schwanger werden wollen.

    Vorschau funktioniert erst beim 2ten Klick

  2. Test

    Die „Vorschau“ wieder entfernen wäre mM ein erster Schritt zur Verbesserung der Funktionen.

    Your request timed out. Please retry the request.

  3. Ich denke, das „Zentrum für Jugend, Identität und Kultur“ wäre auf jedenfall mal einen Besuch wert, wenn man in Dresden weilt: Anschrift ist Lahmannring 18a, 01324 Dresden

    PS (OT): Die Vorschau-Funktion kann ganz entspannt bleiben wie sie ist.

  4. Glückwunsch an die Blaue Narzisse!

    Wir brauchen unabhängige Publikationen, denn die Mainstream-Presse vertuscht, lügt, betrügt und propagiert.

    Auch hier höre ick die Natigall schon wieder trapsen: http://www.bild.de/regional/koeln/vergewaltigung/jobsuchende-vergewaltigt-37517962.bild.html

    Ich kaufe mir z. B. regelmäßig die „Preußische Allgemeine“, da ich sie der JF vorziehe. Sie ist präziser, nicht so verschwurbelt, handlicher und günstiger. Ansonsten sind beide neben der Blauen Narziss nonkonforme Zeitungen, die es lohnt zu lesen und weiterzureichen an unbeleckte Zeitgenossen.

  5. #8 Haremhab (03. Sep 2014 19:16)

    danke für den TV-Tipp/Untipp! 😉

    Und wer noch Bock auf Hirnriss_total hat, dem empfehle ich eine der schwachsinnigsten Sendungen im dt. Fernsehen überhaupt: „Kulturzeit“ (3sat)

    http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=45709

    Die Sendung von gestern müsst ihr gesehen haben! Diese geballte Ladung gutmenschlicher Absurdität & Hilflosigkeit ist wohl kaum mehr zu toppen:

    Gespräch mit Regisseur Milo Rau zu seinem Stück „The Civil Wars“

    Was treibt einen jungen Europäer dazu, sich radikalen Islamisten in Syrien anzuschließen und für einen Gottesstaat zu kämpfen? Das ist eine der Fragen, die der Schweizer Autor und Regisseur Milo Rau in seinem Theaterstück „The Civil Wars“ stellt. Ein Gespräch mit Milo Rau.

  6. OT:
    „Aussteigerprogramm wird eingestellt“

    Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) stellt nach Informationen des SWR sein Aussteigerprogramm für radikale Islamisten aus Deutschland ein – trotz der aktuellen Weltlage.

    Finanzielle Gründe seien nicht ausschlaggebend gewesen, sagte die Sprecherin. Vielmehr sei das Angebot der „ausgestreckten Hand“ nicht hinreichend angenommen worden. Manchmal hätten die Telefone über Wochen stillgestanden.

    Quelle: http://www.swr.de/landesschau-aktuell/islamisten-aus-deutschland-aussteigerprogramm-wird-eingestellt/-/id=396/nid=396/did=14105142/15p82c9/index.html
    (Fettdruck von mir)

  7. OT aus München:
    http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen/ost/riem-47-jaehrige-wohnung-tot-aufgefunden-meta-3833331.html

    Schon wieder so ein blöder Einzelfall, der die Statistik verfälscht…

    OT: gestern in den ARTE-Nachrichten Empörung über geplantes Bettelverbot in Norwegen:
    http://www.arte.tv/guide/de/sendungen/AJT/arte-journal (ab Min. 13:15)

    Norwegen will das Betteln landesweit verbieten, was gezielt die Roma betreffe, denn die seien die einzige Gruppe, die im reichen Norwegen bettle. ACH???

    Und weiter heißt es, Norwegen würde damit eine Grenze zwischen Einwanderern, die erwünscht und nützlich wären und anderen ziehen.
    JA VERDAMMT NOCH MAL: DAS IST N O R M A L !!!

    In meine Wohnung lasse ich auch nur Gäste, die nett sind, nach angemessener Zeit wieder nach Hause gehen und evtl. sogar ein Gastgeschenk mitbringen.

    Liebe ARTE-Gutmensch*§#innen, probiert es doch mal als kleines Sozialexperiment bei Euch zu Hause aus. Kinderzimmer für eine Roma-Familie freiräumen und 4 Wochen das echte Leben schnuppern.
    Die Ernüchterung folgt auf dem Fuße…
    (Wahrscheinlich dauert es gar keine 4 Wochen, am nächsten Tag ist alles leergeräumt, was sich verhökern lässt und die Bude zugesch*****)

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