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Ebola: Deutschland baut Seuchen-Transporter

ebolafliegerNach den ersten Ebola-Todesfällen in den USA und Europa beginnt nun allmählich die wilde Agitation in alle Richtungen. Immer wieder neue Verdachtsfälle werden gemeldet, dementiert, bestätigt und nach und nach die Folgeauswirkungen genannt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier musste kleinlaut zugeben, man habe die Seuche unterschätzt. Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen üben Kritik am Vorgehen der EU, Obama ist gegen die Schließung der Grenzen, Unternehmer geben Reiseverbote an Mitarbeiter aus – und was macht die deutsche Bundesregierung? Sie baut Flugzeuge zum Transport von Ebola-Patienten. Eine kleine Zusammenfassung des Irrsinns:

(Von L.S.Gabriel)

– Als am Montag, 13.10., im Leipziger St. Georg Krankenhaus ein Ebola-Patient verstarb, zeigte sich, wie wenig organisiert man in den Krankenhäusern im Umgang mit der Seuche ist. Was geschieht mit der Leiche? Wer transportiert sie? Was tun mit dem infektiösen Müll? Fragen, die sich davor offensichtlich kaum jemand gestellt hatte (PI berichtete).

– Am Donnerstag, 16.10., wurde am Flughafen Madrid ein Flugzeug der Air-France unter Quarantäne gestellt, weil ein nigerianischer Passagier Fieber und Schüttelfrost hatte. Erste Tests waren aber dann negativ. Vier weitere Verdachtsfälle stehen noch aus in Spanien.

– Derweil gibt es auch im Kosovo den ersten Fall mit Anlass zur Sorge. Am Donnerstag war ein Mann, der von einer Pilgerfahrt nach Mekka zurückgekehrt war, in einem Krankenhaus in Prishtina vorstellig geworden. Er leidet unter Durchfall, Brechreiz und Müdigkeit, Ergebnisse stehen noch aus.

– An Bord eines Kreuzfahrtschiffes befand sich eine Pflegekraft aus der Texas Health Presbyterian-Klinik in Dallas, wo kürzlich ein Ebola Patient verstorben war. Die mexikanischen Behörden verweigerten der „Carnival Magic“ das Anlegen an der Insel Cozumel, auch der Hafen von Belize durfte nicht angefahren werden. Das Schiff nahm wieder Kurs auf Texas, wo es am 12. Oktober abgelegt hatte. US-Präsident Barack Obama warnte in diesem Zusammenhang vor Panik und Hysterie und hält das Schließen der Grenzen für nicht sinnvoll.

Die EU setzt nun auf Ausreisekontrollen in den von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea. Darauf einigten sich die EU-Gesundheitsminister bei einem Sondertreffen in Brüssel. Großbritannien, Frankreich und Tschechien etablieren allerdings zusätzlich eine Einreisekontrolle aus den betroffenen Ländern.

Ärzte ohne Grenzen kritisierte den verhaltenen Kampf der EU gegen die Ausbreitung der Seuche. „Durch früheres entschiedenes Handeln hätte die Epidemie eingegrenzt werden können“, erklärte Tankred Stöbe, Vorstandschef der deutschen Sektion, am Rande des Treffens der EU-Gesundheitsminister in Brüssel. Man habe bereits im März vor der Ausbreitung gewarnt. Im Juni sei die Epidemie außer Kontrolle gewesen, aber auch die WHO habe nur zögerlich reagiert.

Einige Konzerne nehmen ihre Sicherheit nun selbst in die Hand, sie verbieten teilweise ihren Mitarbeitern das Reisen in die betroffenen Länder: Der Basler Pharma-Multi Novartis hat ebenso wie die Großbank UBS derartige Anweisungen erteilt. Auch aus dem Nestle-Konzern, der in den betroffenen Regionen tätig ist, heißt es, man habe alle Mitarbeiterreisen nach und in die Region „strikt auf das absolut Notwendigste“ beschränkt.

Das ist bestimmt gut gemeint, aber solange tagtäglich neue „Risiko-Personen“ nach Europa kommen, weil niemand sie daran hindert, wird es unwesentlich ins Gewicht fallen, ob eine Hand voll Europäer dumm genug ist, derzeit in eines der Seuchenländer zu reisen.

Deutschland hindert auch niemanden an seinem „Glück“ und macht weder Grenzen dicht noch werden Einreisende untersucht, sondern, wie die FAZ berichtet, arbeitet die Bundesregierung an der Verwirklichung eines Spezialflugzeugs für den Transport von Ebola-Patienten. Man plane mehrere Flugzeuge so auszurüsten, dass hoch infektiöse Ebola-Patienten damit sicher transportiert werden könnten.

Die FAZ schreibt:

An dem bisher geheim gehaltenen Projekt des Auswärtigen Amtes wird mit Hochdruck gearbeitet. Bis Mitte November sollen solche Flugzeuge zur Verfügung stehen. Denn dann sollen die ersten freiwilligen Helfer in die von Ebola betroffenen Länder in Westafrika aufbrechen. Den Auftrag, ein solches Flugzeug bereitzustellen, hat die Lufthansa erhalten.

Bisher besitzen weder Deutschland noch ein anderes europäisches Land ein Flugzeug, um hochinfektiöse Ebola-Kranke transportieren zu können. Die eigens ausgerüstete Transportmaschine wäre also ein Prototyp, der auch von anderen Ländern übernommen werden könnte. Die weltweit einzigen beiden Flugzeuge, die für einen Transport schwer erkrankter Ebola-Patienten ausgerüstet sind, gehören der amerikanischen Firma Phoenix Air mit Sitz in Georgia.

Wunderbar! Wenn Deutschland dann das know how und die Flugzeuge hat, dann steht ja dem inflationären Transport infizierter Afrikaner Richtung deutscher Kliniken nichts mehr im Wege. Schließlich muss auch in diesem Fall Deutschland wieder den Musterschüler geben. Es kann davon ausgegangen werden, dass, sobald diese millionenteuren Viren-Transporter einsatzbereit sind, nicht nur infiziertes deutsches Klinikpersonal aus Afrika zurückgeholt werden wird, sondern reihenweise auch deren arme, kranke, verseuchte Patienten.