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Konrad Adam naiv, was el-Andalus angeht

adam_andalusIn der FAS erschien am vergangenen Sonntag ein gutes Interview mit Konrad Adam (jetzt online), dem bekannten Gründungsmitglied und Sprecher der AfD, über die Islamisierung des Abendlandes, dem hier nur in einem einzigen Punkt vehement widersprochen werden soll. Wie so viele fällt auch Adam auf den Mythos des Goldenen Zeitalters des Islams z. B. in Spanien herein. Manche pflegen diesen Mythos mit Absicht, um uns einzuhämmern, auch der Islam könne eine hohe Kultur hervorbringen, andere wie Adam aus Nicht-Nachdenken. Er sagt diesbezüglich:

Neben der kriegerischen und intoleranten Version des Islam gab es immer auch andere Strömungen. Und mir ist bewusst, dass diese Strömungen allerlei wundervolle Dinge etwa in Spanien hervorgebracht haben. Und denken Sie nur an die wunderbaren Handschriften. Die Zierschrift des Arabischen hat mich schon immer beeindruckt. Oder denken Sie an die Tatsache, dass viele Schriften von Aristoteles uns nur über arabische Umwege erhalten geblieben sind. In seiner Anfangsphase war der Islam in vielfacher Hinsicht der christlichen Tradition und den christlichen Kirchen überlegen.

Nun, um es ganz brutal zu sagen, die ganzen kulturellen Leistungen des Islams in der goldenen Vergangenheit sind überwiegend Christen und Juden zu verdanken, die als mehr oder minder freie Untertanen und Sklaven die ganze Arbeit gemacht haben, sei es in der Wissenschaft, in der Architektur oder mit ihren Händen, zum Beispiel auf  dem Bau. Die Moslems lagen auf der faulen Haut, ließen es sich auf Kosten der unterjochten Völker gutgehen oder sie zogen in den Krieg, wobei sie auch da oft noch andere kämpfen ließen. Wer die Janitscharen waren, weiß Adam ja. Wir empfehlen Herrn Adam zum Beispiel die Lektüre von Büchern eines Wissenschaftler wie Rémi Brague, deren Quintessenz, was den Islam angeht, man so zusammenfassen kann:

Es ist wahr, es gab einige seriöse Gelehrte in der mittelalterlichen islamischen Welt, zum Beispiel Ibn Rushd (Averroes), Ibn Sina (Avicenna), al-Razi (Rhazes), al-Kindi und Ibn al-Haytham (Alhazen), aber sie leisteten ihre Beiträge trotz des Islams und nicht wegen des Islams.

PI hat schon mehrfach Beiträge in dieser Richtung gebracht: etwa hier oder hier! Nicht böse gemeint, aber man kann es einfach nicht mehr hören, das angeblich goldene el-Andalus! Um noch einen Franzosen zu bringen – Ernest Renan (1823-1892) schrieb:

Sehr merkwürdig in der That, dass unter den sogenannten arabischen Philosophen und Gelehrten nur ein einziger, Alkindi, arabischen Ursprungs ist, alle übrigen sind Perser, Transoxiner, Spanier, Männer aus Bokhara, Samarkand, Cordova, Sevilla. Nicht nur sind es keine Araber der Herkunft nach, sondern auch ihr Geist hat durchaus nichts Arabisches. Sie bedienen sich des Arabischen, diese Sprache aber ist ihnen eine Fessel…

Quelle, siehe hier! Nichts für ungut!