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Rothenburg: Jobcenter-Gutachter erstochen

Bei einem Messerangriff im Jobcenter von Rothenburg ob der Tauber hat es einen Toten gegeben. Dies teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. In vergangenen Jahren kam es immer wieder zu ähnlichen Angriffen. Bei dem Toten handelt es sich um einen 61 Jahre alten externen Gutachter der Behörde. Er wurde dort bei Einzelfällen hinzugezogen, hieß es. Informationen, wonach es sich um einen Psychologen handelte, wollten die Ermittler nicht bestätigen. Die Leiche des Mannes sollte am Donnerstag obduziert werden.

Nach ersten Erkenntnissen sei er um kurz vor 12 Uhr von einem 28 Jahre alten Mann angegriffen worden und noch vor Ort an seinen Verletzungen gestorben. Auch ein Notarzt konnte ihn nicht wiederbeleben.

Nach dem Vorfall kümmerten sich Notfall-Seelsorger um die Beschäftigten des Jobcenters. Die Einrichtung soll nun zunächst geschlossen bleiben, Kunden werden an andere Dienststellen verwiesen.

Angreifer von Mitarbeitern überwältigt

Der Angreifer wurde laut Polizei durch Mitarbeiter des Jobcenters überwältigt und anschließend von einer Polizeistreife festgenommen.

Die Ermittler konnten den Angreifer noch nicht ausführlich vernehmen: Er wurde schwer an der Hand verletzt und für eine Operation ins Klinikum Würzburg gebracht. Daher ist auch noch unklar, ob er mit dem Vorsatz, sein Opfer umzubringen, ins Jobcenter gekommen war oder sich spontan zu der Bluttat hinreißen ließ. Nach derzeitigem Stand geht der zuständige Staatsanwalt vom Tatbestand des Mordes aus.

Nicht erster Angriff dieser Art

Jobcenter sind für die Vermittlung von Arbeitslosen zuständig und übernehmen auch die Abwicklung der Grundsicherung, die als Hartz IV bekannt ist und unter anderem Langzeitarbeitslosen ausgezahlt wird.

In Deutschland gab es in den vergangenen Jahren schon mehrfach Angriffe auf Mitarbeiter von Jobcentern und anderen Behörden. Einige endeten tödlich. Der Deutsche Beamtenbund hatte erst im Oktober vor einer steigenden Zahl tätlicher Attacken auf Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes gewarnt.

So gebe es derzeit in Bereichen, die mit Hartz IV und anderen Fragen der Sozialversicherung zu tun hätten, ein „Ausufern der Gewalt“.

Sicherheitskonzept der Jobcenter überarbeitet

Wegen solcher Angriffe hatte die Bundesagentur für Arbeit (BA) erst im vergangenen Jahr ein verbessertes Sicherheitskonzept ausgegeben. Dazu gehören unter anderem ein Notrufsystem, Sensibilisierungs- und Deeskalationskurse für Mitarbeiter, aber auch bauliche Maßnahmen wie Fluchttüren an Arbeitsplätzen.

In einigen Brennpunkt-Jobcentern wie Frankfurt am Main, Berlin oder Köln sollte außerdem der Einsatz von Sicherheitskräften verstärkt werden.

(Quelle: t-online.de / Anm. v. PI: Die Kommentarfunktion unter dem Artikel ist deaktiviert – was auch immer das bedeuten mag)