1

Vera Lengsfeld: Nicht in meinem Namen

imageEigentlich wollte ich mich schon in den Weihnachtsfrieden tief in die Provinz zurückziehen, wohin ich schon zu DDR-Zeiten vor den Zumutungen des Regimes geflüchtet bin. Dann erreichte mich ein Anruf. Ich sollte zu einer „Erklärung“ von 50 DDR-Bürgerrechtlern gegen Pegida Stellung nehmen. Erklärung ist nicht das richtige Wort für das Geschwurbel, das ein paar links- oder ultralinksaußen Mitstreiter der DDR-Opposition ausgekotzt (ihre Wortwahl!) haben.

Es ist eine Art Hass-Rap auf das Volk, das schon 1989 nicht so wollte, wie die Möchtegern-Retter des Sozialismus, die scheiterten, weil mit der überwältigenden Mehrheit der Demonstranten keine neuen Experimente zu machen waren.

Jetzt kommt die Retourkutsche nach dem Motto: Ihr habt den 89er Versuch „einer alternativen Demokratie“ dem „System“ geopfert. Spätestens an dieser Stelle hätten wenigstens die Redakteure von nicht linksradikalen Zeitungen stutzig werden müssen.

Mehr noch bei der ebenso kruden wie törichten „Kapitalismus“- Kritik. Der Kapitalismus wäre für die Flüchtlingsströme verantwortlich. Dabei kommt die Masse der Flüchtlinge aus Ländern, die dem Kapitalismus kaum ferner sein können, wie Eritrea, das bis vor kurzem noch von einem kommunistischen Regime beherrscht war.

Aber es scheint kein Unsinn groß genug sein zu können, um nicht gedruckt zu werden, wenn er nur einen Anti-Pegida-Stempel trägt.

(Der vollständige Artikel von Vera Lengsfeld kann bei der Achse des Guten nachgelesen werden)