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Die islamische Terrorbilanz 2001 – 2014

Die bekannte Webseite thereligionofpeace.com bilanziert Terrorakte im Namen des Islam seit 2001. Die Angaben zu den Opfern (Land, Ort, Tote, Verwundete, nähere Umstände) werden aus der internationalen Presse erhoben, die Quellen sind seriös. Die Erhebungen beziehen sich nur auf Terroranschläge im eigentlichen Sinn (also ohne Opfer von Kriegshandlungen, ohne die schwer überprüfbaren „Ehrenmorde“ und natürlich ohne die aggressiven Akte, in denen das religiöse Motiv nicht offen zutage tritt; die Kriterien der Erfassung sind offengelegt und können überprüft werden), und zwar solche, die von Seiten der Täter explizit mit islamischer Motivation begangen werden.

(Von Johann Sporckgraff)

Diese gesammelten Angaben sind in umfangreichen Datenbanken zugänglich und können leicht statistisch ausgewertet werden. Es versteht sich, dass die Angaben nicht vollständig sind, da die Ereignisse in einigen Ländern nicht erfassbar waren und außer Betrachtung bleiben und nicht jede Tat Eingang in die Presse findet.

Der Jahreswechsel und die aktuellen Ereignisse in Paris bieten einen neuerlichen Anlass, einen Blick auf das vergangene Jahr in Sachen islamischem Terror zu werfen (frühere, ausführlichere Artikel zu diesem Thema siehe hier, hier und hier. Die statistische Auswertung ergibt im Vergleich mit den Vorjahren die folgende Grafik (zum Vergrößern aufs Bild klicken):

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Es ist leicht zu sehen, dass das Jahr 2014 alle bisherigen im Hinblick auf den Terror im Namen des Islam in den Schatten stellt, einer der traurigen Rekorde unseres Zeitalters. Diese Entwicklung ist speziell auch deshalb von beunruhigender Tragweite, weil der Höhepunkt von 2007 in offensichtlichem Zusammenhang mit dem Irakkrieg steht, das neuerliche Anschwellen des Terrorismus aber nach dem (offiziellen) Ende sowohl des Afghanistan- als auch des Irakkrieges in so etwas wie einen „selbsttragenden Aufschwung“ übergegangen ist, von dem niemand sagen kann, wo er enden wird. Der Zusammenbruch auch der notdürftigsten Ordnung und Sicherheit in einigen Gebieten verstärkt zudem die Migrationswellen, die die Konflikte dieses Weltteils nach und nach auch in die brüchig werdende Sicherheitszone im Westen importiert. Es versteht sich, dass die erhobenen Zahlen viele der gängigen verharmlosenden „Interpretationen“ (d.h. der interessierten Spekulationen über „Einzeltäter“ mit „mentalen Problemen“, die „nichts mit dem Islam zu tun haben“ etc.) direkt widerlegen. Es handelt sich um ein systemisches Phänomen, das die islamische Welt heute in ständig wachsendem Maß produziert.

Nach Ländern betrachtet hat sich gegenüber dem Vorjahr eine gewisse Umgruppierung an der Spitze ergeben, Syrien und v.a. Nigeria haben Pakistan vom zweiten Platz in dieser makabren „Bestenliste“ verdrängt (für die komplette Liste aufs Bild klicken):

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Es zeigt sich, dass sich der Hauptteil der Anschläge auf relativ wenige Länder konzentriert. In den ersten fünf Ländern, nämlich Irak, Nigeria, Syrien, Pakistan und Afghanistan, konzentrierten sich 2014 nicht weniger als 84,9% der Anschläge, gemessen an der Opferzahl. Die ersten neun kommen in Summe auf 92,6%. Den Schwerpunkt bilden also überwiegend islamische Länder, wobei in einigen (Irak, Syrien, Ägypten) größere christliche Minderheiten unter starken Druck (bis hin zu Vertreibung und Ausrottung) geraten und in Nigeria sich der Terror vornehmlich gegen die Christen des südlicheren Landesteils richtet. Der Kern der Sache aber ist der, dass die islamische Erneuerungsbewegung, deren Zeugen wir seit einigen Jahrzehnten sind, in einen erbitterten Krieg um die Hegemonie in der korrekten Auslegung der islamischen Lehre geführt hat: Wer sind die Rechtgläubigsten unter den Rechtgläubigen?

Natürlich spielen neben religiösen und sektiererischen Fragen auch andere Faktoren wirtschaftlicher, ethnischer oder anderer Art eine Rolle, aber was wir sehen, ist die Rückkehr des orthodoxen Islam des Koran und der Prophetentradition und der Rückzug der westlichen Einflüsse, die sich seit der Zeit um 1800 (Ägyptenfeldzug Napoleons 1799 etc.) ergeben hatten. (Dass bestimmte Großmächte versuchen, diese Kräfte in ihrem Interesse zu gruppieren und in Stellung zu bringen, ist eine andere Frage, gehört zwar zum Gesamtbild, ändert aber nichts an Charakter und ideologischer Grundlage dieses Terrors.) Weltweit gesehen, ist das Hauptziel des terroristischen Islam die Gewinnung und Stabilisierung von territorialen Basen (wie etwa in Syrien), von denen ein weiteres Ausgreifen ausgehen kann.

Hand in Hand damit aber geht mit der Verpflanzung großer muslimischer Menschenmassen via Migration der Beginn eines muslimischen Dschihad (in Form von Terroranschlägen, Propaganda, Unterwanderungstätigkeit etc.) in den Einwanderungsländern. Wenn dem entgegengehalten wird, man solle keine Pauschalverdächtigungen gegen alle Muslime äußern, so hat das schon seine Richtigkeit. Nicht jeder Muslim ist ein Terrorist oder „islamistischer“ Aktivist. Leider aber funktioniert die Sache anders herum: Es ist das Glaubenssystem dieser Muslime, das auf Grund eindeutiger Aussagen in den Grunddokumenten dieses Glaubens (Koran, Hadis, Sira), die übrigens auch in das islamische Rechtsverständnis (Scharia) übernommen wurden, zwangsläufig immer wieder politischen Machtanspruch, Terror und Gewalt hervorbringt. Dies ist eine Begleiterscheinung seiner bisherigen Geschichte, und es ist nicht eben sehr wahrscheinlich, dass es es sich künftig ändern wird.

Abschließend nochmals der Ländervergleich für das Jahr 2007, der zeigt, dass sich das Schwergewicht des Terrors seither z.T. nicht unwesentlich verschoben hat (für die komplette Liste aufs Bild klicken):

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