Der Prophet des Islam!In der Basler Zeitung (BaZ), die in der Nordwestschweizer Zeitungslandschaft eine dominierende Stellung einnimmt, erschien am Freitag ein „verstecktes“ Interview mit dem islamkritischen Internetportal „Der Prophet“. Warum der Betreiber sich nur unter einem Pseudonym („Ralph Berger“) äußern wollte, erklärt er am Anfang des Interviews:

BaZ: Sie signieren Ihre Internetseite mit «Arbeitskreis Religion und Menschenrechte», geben weder Ihren Namen noch die Namen Ihrer Mitarbeiter an und haben keine Kontaktmöglichkeit eingerichtet. Warum wollen Sie anonym bleiben?

Ralph Berger: Mir geht es darum, Informationen zum Islam zu publizieren, ohne in irgendeiner Form bedroht oder unter Druck gesetzt zu werden. Schauen Sie sich einmal ein wenig um: Ayaan Hirsi Ali, Geert Wilders, Lars Hedegaard, Sabatina James, Udo Ulfkotte, Hamed Abdel-Samad und eine ganze Reihe von Ex-Muslimen: Alle leben unter Polizeischutz. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob man Bilder des Propheten publiziert oder nicht. Jegliche Kritik, auch wenn sie wissenschaftlich fundiert ist, wird als Angriff gegen den Islam empfunden, der zu entsprechenden Gegenmassnahmen legitimiert. Gemäss Scharia bilden die koranischen Befehle zu Ausübung von Gewalt zentrale Gestaltungselemente der islamischen Gemeinschaft, der Umma. Sie müssen im Falle von Kritik am Propheten auch gegen Ungläubige ausgeführt werden.

Ist es nicht so, dass Ihre Arbeit und die vergleichbarer Autoren die Konfrontation mit dem Islam erst provoziert?

Nein, aber es ist eine beliebte Schutzbehauptung von Islamverbänden und linken Medienschaffenden. Damit soll ganz einfach selbstständiges und kritisches Denken stigmatisiert werden.

Wie ist es zu «derprophet.info» gekommen?

9/11 hat mich elektrisiert. Ich lebte damals in den USA. Dort nahm ich mit Thinktanks Kontakt auf, und was ich da zum Thema Islam zu hören bekam, war für mich neu und schockierend. Mir wurde bewusst, dass das Informationsdefizit von Medien, Politikern und Bürgern über den Islam dramatisch ist. Wer kann denn nur schon den Begriff «Jihad» korrekt definieren? Wir haben im deutschen Sprachraum noch nicht einmal Zugang zu wichtigen islamischen Grundlagenwerken. Das sind einerseits die Biografie Mohammeds, die Sira Rasul Allah, und andererseits die Hadithen. Diese Texte standen auf Englisch glücklicherweise zur Verfügung. Die Biografie Mohammeds etwa konnte ich in deutscher Sprache nur als Erstausgabe von 1864 antiquarisch zum Preis von 780 Euro erhalten. Die beiden Bücher sind übrigens abgestempelt: «Gemeindebibliothek Herisau». Man konnte sich also vor 150 Jahren im Appenzellerland zum Thema «Islam» verlässlicher informieren als wir heute.

Können Sie Beispiele dafür nennen, was Sie am islamischen Dogma so erschreckt hat?

In der Tat gab es viele dogmatische Aussagen, die ich mehrmals lesen und überprüfen musste, bevor ich das, was ich da las, glauben und publizieren konnte. Zum Beispiel kam ich bei der Aufarbeitung des Kapitels zur Scharia an die Stelle, wo den Jihadis ganz ausdrücklich erlaubt wird – durch göttliche Offenbarung – im Krieg gefangene Frauen als sexuelle Beute zu betrachten und sie wie Sklavinnen entsprechend zu konsumieren. Eine allfällig bestehende Ehe dieser Sklavinnen gilt mit dem Akt der Gefangennahme als annulliert. So heisst es in Sure 33, Vers 50: «Prophet! Wir haben dir zur Ehe erlaubt: deine bisherigen Gattinnen, denen du ihre Morgengabe gegeben hast; was du an Sklavinnen besitzt, ein Besitz, der dir von Gott als Beute zugewiesen worden ist …» Man muss sehen, dass sich die IS-Jihadis bei ihrem Tun an die Grundlagen ihrer Religion halten. Ebenso ist im Westen kaum bekannt, dass der Prophet 43 Auftragsmorde an Gegnern durchführen liess. Köpfen war oft das Mittel der Wahl. Auch hier tun IS-Glaubenskämpfer nichts anderes, als was schon ihr Prophet vorgelebt hat. Was mich aber am meisten erschüttert, ist die ausufernd dargestellte Entmenschlichung, Entwürdigung, Dämonisierung und Entrechtung der Ungläubigen, der Kuffar. Ungläubige sind noch nicht einmal Menschen, sie sind subhuman.

Würden Sie denn sagen, dass bei uns im Westen ein Widerwille festzustellen ist, sich mit der Bedrohung durch den Islam auseinanderzusetzen?

Absolut. Und dafür gibt es mehrere Gründe. Ein Hauptgrund liegt in der jahrzehntelangen Indoktrination mit der Lehrmeinung des Kulturrelativismus. Dieser entspringt der marxistischen Frankfurter Schule. Demnach sind alle Kulturen gleichwertig. Nur der aus Christentum und Aufklärung hervorgegangene Kulturkreis wird als genuin schlecht, patriarchal, autoritär, frauenfeindlich und vor allem ungerecht dargestellt. Er soll für praktisch alle Fehlentwicklungen und fast alles Elend auf der Welt verantwortlich sein. Deshalb muss er überwunden werden. Eine grundsätzliche Kritik aussereuropäischer Kulturen ist unter dieser Optik nicht erwünscht und wird gar nicht vorgenommen. Dass wir mit einer imperialen und totalitären Ideologie konfrontiert sind, die stark ausgeprägte patriarchale, autoritäre, frauenfeindliche und vor allem gewalttätige Elemente enthält – diese Option gibt es im linken Mainstreamdenken nicht.

Das bedeutet konkret?

Es ist letztlich selbstdestruktives Verhalten. Auch dass das islamische Dogma Menschenrechte in unserem Sinne gar nicht zulassen kann, wird schlicht ausgeblendet. Man legt alle verstörenden Elemente des Islam in der erfundenen Schublade «Islamismus» ab. Man praktiziert Verleugnung. Die Interpretationen der ­Terroranschläge von Paris und Kopenhagen widerspiegeln die Unfähigkeit, den Islam als Unterwerfungs- und Eroberungsideologie zu erkennen. Es werden noch weitere solche Ereignisse folgen.

In der Schweiz?

Das islamische Dogma hat auch in der Schweiz Gültigkeit. «Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten … Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen», so Sunzi, der legendäre chinesische Kriegsstratege, der dieses Problem schon vor 2500 Jahren sehr klar erkannt hat.

Worin liegt nun der Zweck Ihrer Website?

Immer mehr Leute sollen verstehen, was es mit dem Islam auf sich hat. Vielleicht auch diejenigen Muslime, die die Grundlagen ihres Glaubens nicht kennen. Mir geht es grundsätzlich um Aufklärung, ich glaube, es ist wichtig, die Dinge so zu sehen, wie sie sind – wichtig im Sinne des menschlichen Reifungsprozesses. Im Rahmen meines geisteswissenschaftlichen Universitätsstudiums habe ich gelernt, Fakten im Sinne einer Textanalyse zu strukturieren. Eine solche Analyse des islamischen Dogmas wurde bis heute leider nicht erstellt. Ich wollte ein Internetlexikon schaffen, wo wichtige Teile dieser Doktrin nüchtern und umfassend, eben im Sinne einer Textanalyse dargestellt werden. Und sie sollte sich weit­gehend auf Zitate aus den grundlegenden Schriften abstützen. Deshalb werden auf unserer Informationsseite entsprechende Verse, Exegesen und Hadith-Stellen so ausgiebig zitiert. Da kann sich der Leser selbst ein Bild machen.

Ralph Berger ist ein Pseudonym. Er ist ­Editor der Website www.derprophet.info, die er seit der Aufschaltung der Domain im Jahr 2007 inkognito betreibt. Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 300 Klicks pro Tag haben sich die Besucher nach den An­­schlägen in Paris mehr als verzehnfacht.

© National-Zeitung und Basler Nachrichten AG 20. März 2015 Seite 23 Kultur

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24 KOMMENTARE

  1. Dieses Portal ist für jeden, der sich gegen die Islamisierung des Abendlandes wendet, unverzichtbar.

    Es überzeugt durch die Fülle des angebotenen Materials und zeigt moslemisches Gedankengut ungeschminkt.

  2. Auch meinen Dank dafür, das ihr uns hier weitere Infomöglichkeiten an die Hand gebt. Ich finde es wichtig, das man sich auch außerhalb von PI damit auseinander setzt und so auf verschiedene Quellen zurückgreifen kann.

  3. Ich lebte damals in den USA. Dort nahm ich mit Thinktanks Kontakt auf, und was ich da zum Thema Islam zu hören bekam, war für mich neu und schockierend. Mir wurde bewusst, dass das Informationsdefizit von Medien, Politikern und Bürgern über den Islam dramatisch ist.

    Vielleicht kann man die äußerst blöde amerikanische Außenpolitik (der auch europäische Vasallen folgen müssen) zum Teil dadurch erklären, dass „Thinktanks“ in Wirklichkeit
    „Shittanks“ sind.

    Die Bildungsdefizite sind dramatisch, die „Analysten“ käuflich, beschränkt und doof, die Realität wird vollständig ignoriert.
    Diese „Tanks“ produzieren nur bestellten Mist, der jedoch die reale Politik beeinflusst.

    PS In BRD gibt es auch solche „Shittanks“, z.B. Bertelsmann-Stiftung.

  4. Bei der Biografie von Mo steige ich nicht richtig durch.

    Auf der einen Seite erstaunliche Details…..

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/oekonomiehistoriker-benedikt-koehler-ueber-mohammed-13486789.html

    Viele Kritiker des Islams im Westen sehen in ihm zunächst den Eroberer und den Mann, der mit elf Frauen verheiratet war.

    Koehler zeigt an vielen Beispielen, dass der frühe Islam einen bisher unterschätzten Anstoß zur Entwicklung des Kapitalismus in Europa gegeben hat.<<

    , auf der Seite, dass es ihn überhaupt nicht gab.

    "Good Bye Mo" (Werbung oben)

    Hm, naja, macht für die Islam"gläubigen" wahrscheinlich eh keinen Unterschied.

    Have a nice day.

  5. Hat daran noch niemand gedacht..?

    Wenn es den Griechen so schlecht geht, brauchen die sicher sehr viele Moslem-Fachkräfte. Sie bringen ja Wohlstand, Reichtum und Frieden (Islam)..

    So wurden wir Deutsche auch verarscht..

    Wir würde sicher gerne tausende Moslem-Fachkräfte abgeben.

    Vielleicht klappt es ja bei den Griechen. 😉

  6. #6 Schüfeli (21. Mrz 2015 16:45)

    Amerikanische Außenpolitik
    ==================================

    …Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten … Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen», so Sunzi, der legendäre chinesische Kriegsstratege, der dieses Problem schon vor 2500 Jahren sehr klar erkannt hat….

    Man könnte meinen, dass hier die Ergebnisse der amerikanischern Aussenpolitik nach dem 2. WK treffend vorhergesagt wurden.

  7. Sehr gut, dieser Ralph Berger, nüchtern und klar, ohne Beschimpfungen und Unterstellungen, einfach die Fakten, so soll’s sein.

  8. Nette Interview.
    Nur ob sich die Interviewer in Zukunft an aufklären statt verschleiern halten steht in den Sternen.

  9. Auch von mir ein herzliches Dankeschön für die viele Mühe, die Sie, wer immer Sie sind, in die Seiten gesteckt haben und stecken. derprophet.info ist für mich zu einer unverzichtbaren Info-Quelle geworden!

  10. Glückliche Schweizer.

    Euch kübeln eure Politik-Schlümpfe zwar auch mit Mohammedaner_Innen zu, aber immerhin gibts bei euch noch Zeitungen, die mal was Objektives über den Islam bringen, anstatt nur krampfhafte Lobhudeleien und beschönigende Lügen.

  11. Im Moment läuft auf Tagesschau24 ein übelster Hetzfilm über Bismarck!

    Dieses Gesindel, waren doch alle unsere Kanzler nach dem WK II Lumpen, Marionetten der Amis.

    Im Gegensatz dazu gab es heute Nachmittag auf dem DLF eine Sendung über die heutigen Schulbücher, weil doch in den letzten Jahrzehnten die Schulklassen nicht mehr homogen und weiss geblieben sind.

    Und da sollen nun auch über diesen Weg unsere Sitten und Gebräuche abgeschafft werden.

  12. Warum der Betreiber sich nur unter einem Pseudonym (“Ralph Berger”) äußern wollte, erklärt er am Anfang des Interviews:“
    ——————————————————

    100%ig zu verstehen! Wer sich da NICHT anonymisiert, muss unbedingt eine kugelsichere Weste tragen – die Islamos sind hinterhältig!

  13. Die Süddeutsche ist beunruhigt: „Fremdenfeindlichkeit“ auch unter Menschen mit „hohem Bildungabschluss“! Dazu wird folgende Gleichung aufgemacht: Islamfeindlich = islamkritsch = fremdenfeindlich…. Fragt sich nur noch, wie man dann die vielen „kirchenkritschen“ Einstellungen der letzten Jahrzehnte in Medien und Öffentlichkeit einordnen muß….

    (….)Die wirklich beunruhigenden Zahlen zu Fremdenfeindlichkeit machen Wissenschaftler tatsächlich nicht auf der Straße aus, sondern dort, wo rassistische und fremdenfeindliche Gedanken im Verborgenen existieren. Fast ein Drittel aller Deutschen äußerte im Januar in einer Umfrage Verständnis für Pegida. Migrationswissenschaftler wie der Soziologe Andreas Zick weisen darauf hin, dass viele Deutsche Vorurteile hätten. So werde die Kriminalität unter Migranten in Umfragen ebenso überschätzt wie ihr tatsächlicher Anteil an der Bevölkerung.

    Insbesondere die Islamfeindlichkeit in Deutschland steigt, zeigt etwa der Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung. Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz sind dabei kein Problem von Randgruppen der Gesellschaft, dem Islam stehen demnach gerade Menschen mit hohem Bildungsabschluss kritisch gegenüber. Erkenntnisse, die eine These des Soziologen Wilhelm Heitmeyer bestätigen. Der untersuchte zehn Jahre lang in einer Studie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland und sprach bereits 2012 von einem verrohten Bürgertum, das Schwächeren – Hartz IV-Empfängern, Migranten – die Solidarität entziehe.(….)

    http://www.sueddeutsche.de/politik/internationaler-tag-gegen-rassismus-hauptsache-gegen-rechts-1.2404253

  14. Hut ab. Eine zwar widerwärtige, eklige, abstoßende, aber außerordentlich notwendige Arbeit.

  15. „…Informationen zum Islam zu publizieren, ohne..bedroht zu werden…Hamed Abdel-Samad…
    Alle leben unter Polizeischutz.“

    HAMED ABDEL-SAMAD: „Der islamische Faschismus“
    veranstaltet von AFD im Herzogtum Lauenburg*

    Südholstein, Lübeck, Rotweinguertel Hamburg –
    bitte vormerken: Dienstag, 9.6.2015, 19:00 Uhr
    Restaurant Quellenhof Moelln.

    * als Anfang einer Serie offener Diskussionen
    der AFD über die Polit-Ideologie „ISLAM“ und ihre vielschichtigen Auswirkungen und Ziele –
    auch gegen Parteiwiderstand durch Unwissen.

  16. OT, aber für PI-Leser interessant:

    Der immer fettgefressener Vorzeige-Moslem Aiman Mazyek ist selbst bei seinen Moslembrüder nicht mehr beliebt…

    Islam-Repräsentant
    08:19
    Der Traum von der Einheit der Muslime ist geplatzt

    Deutschlands Islamverbände sind zerstritten. Es geht um die Frage, wer den Islam repräsentieren darf. Vor allem Aiman Mazyek vom Zentralrat und die staatstürkische Ditib haben sich dabei überworfen.

    Erleidet Aiman Mazyek just in diesem Moment einen altruistischen Anfall? Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime sitzt – gut frisiert und wortmächtig wie stets – vor dem Mikrofon. Aber er mag partout nicht über sich selbst reden. Dabei hat er die versammelten Medienvertreter doch nach Köln gebeten, um über die Arbeit seines Zentralrats zu informieren. Und dessen Erfolge waren zuletzt zahlreich. Aber nicht die will Mazyek rühmen, sondern die der anderen muslimischen Repräsentanten. So lobt er seinen Kollegen Ali Kizilkaya vom Islamrat, der gerade „hervorragende Ideen“ zum Thema Extremismusprävention entwickelt habe. „Darüber sollte mal berichtet werden“, fordert Mazyek die anwesenden Journalisten auf.

    Aber Mazyek wird nicht von einem Anfall heimgesucht. Er beweist nur die Großzügigkeit eines Mannes, der es sich leisten kann. Denn in den vergangenen Monaten war deutschlandweit eigentlich nur noch ein Gesicht des deutschen Islams sichtbar: das des 46-jährigen Aacheners. Er verkörpert den deutschen Islam derzeit wie kein zweiter. Führende Politiker suchen öffentlich seine Nähe. Vor allem in der SPD ist er hervorragend vernetzt. Und in den Medien ist er allgegenwärtig. Beim zahlenmäßig stärksten Muslimverband, der Ditib, löste diese Omnipräsenz Unmut aus. Die vom türkischen Staat geprägte Ditib gab gar jeden Schein von Geschlossenheit zwischen den Islamverbänden auf, brach mit allen bis dato gültigen Umgangsformen und griff Mazyek öffentlich an: Er habe die anderen Muslimvertreter betrogen, um sich prominent in Szene zu setzen, ja, er habe „Vertrauensbruch“ begangen.

    Dieser Streit spiegelt weit mehr als nur die atmosphärische Störung zwischen zwei Verbänden wider. Er verdeutlicht eine Zäsur im organisierten deutschen Islam. Die vier großen Islamverbände, die 2007 antraten, eine starke geeinte Religionsgemeinschaft der Muslime in Bund und Ländern aufzubauen, haben dieses Ziel in aller Öffentlichkeit aufgegeben. Auf absehbare Zeit wird der Koordinationsrat der Muslime (KRM), den die Verbände 2007 zu diesem Zweck gründeten, eine zu vernachlässigende Größe bleiben. Oder, um es mit Pathos zu sagen: Der Traum von der Einheit der deutschen Muslime scheint ausgeträumt. Vorläufig.

    Die Inszenierung bei der Anti-Terror-Mahnwache erregte Unmut

    Nicht nur die persönlichen Angriffe auf Mazyek belegen das, sondern auch die jüngsten Entwicklungen der muslimischen Verbandslandschaft: In den meisten Bundesländern mit muslimischer Minderheit stehen die Verbände in offener Konkurrenz. Nicht miteinander, sondern eher schon gegeneinander versuchen sie, als Ansprechpartner der Politik, als Partner beim Aufbau des islamischen Religionsunterrichts und grundsätzlich als Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden. NRW stellte bislang die große Ausnahme dar. Hier begleiten die vier großen Verbände bisher geeint im KRM den Aufbau des islamischen Religionsunterrichts.

    Doch selbst in NRW scheint der KRM seine Zukunft nun hinter sich zu haben. Auch hier gaben die großen vier nun den Versuch auf, den KRM als gemeinsame Religionsgemeinschaft der Muslime anerkennen zu lassen. Stattdessen ließen die Verbände jeweils einzeln und nur für sich überprüfen, ob sie die rechtlichen Voraussetzungen erfüllen, um in NRW als Partner des Staates anerkannt zu werden. Ein Teilgutachten liegt bereits vor – und sieht auch den Zentralrat auf gutem Wege. Mit diesem Abschied vom KRM in NRW scheint die letzte Alternative zur offenen Konkurrenz weggefallen zu sein.

    Und in diesem Wettbewerb kann Mazyeks Zentralrat derzeit die größten Erfolge verbuchen. Vor allem ist sein Ansehen in der deutschen Politik sprunghaft gestiegen, seit er als einziger Muslimvertreter an der Demonstration gegen Antisemitismus im September 2014 teilnahm. Noch hilfreicher war wohl nur die große Anti-Terror-Mahnwache im Januar – die der Zentralrat organisierte. Bei dieser Großveranstaltung traten sowohl Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Bundespräsident Joachim Gauck auf. Seit an Seit trauerte Mazyek mit Gauck und Merkel um die Opfer des Terrors. Und produzierte Bilder, die um die Welt gingen.

    Ein deutscher Vorzeige-Muslim – auch für das Ausland

    Seitdem gilt umso mehr, was schon zuvor zutraf: Mazyek ist zu dem muslimischen Gesicht der deutschen Medien avanciert. Er findet den Weg in die Hauptnachrichtensendungen. Und Politiker aller Parteien zeigen sich zunehmend nicht mehr nur den Ditib-Vertretern gewogen, sondern auch dem Zentralrat. Kürzlich begleitete Mazyek auch Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), mit dem er sich duzt, auf dessen Reise in die Golfstaaten. Dort nutzte der gelernte Medienberater Mazyek weidlich die Gelegenheit, in Mikrofone und Kameras zu verkünden, wie sehr er sich freue, als muslimischer Deutscher sein Land im muslimisch geprägten Ausland zu vertreten. Das kam an.

    Auch in seinem Heimatbundesland NRW sind Mazyek und der Zentralrat inzwischen gefragte Gesprächspartner der Politik. Erst am Wochenende besuchte Vizeministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne) die Klausurtagung des Zentralrats, um dort ausgiebig zu plaudern. Im einwohnerstärksten Bundesland beginnt der Zentralrat damit an der monopolähnlichen Stellung zu knabbern, die die Ditib hier lange Zeit als bevorzugter Partner innehatte. All das bekommt dem Zentralrat offenbar hervorragend. Jedenfalls schnellte allein in NRW die Zahl der Moscheegemeinden, die dem Zentralrat angehören wollen, binnen Wochen um 30 nach oben.

    Im Bundesinnenministerium erklärt man sich diese Erfolgsgeschichte vor allem mit der guten Öffentlichkeitsarbeit des ZMD. Immer wieder fielen Mazyek und Co. öffentlichkeitswirksame Projekte ein, träfen sie den richtigen Ton und knüpften sie die entscheidenden Kontakte. Diese Stärke wird nicht dadurch geschmälert, dass auch andere Verbände kluge Köpfe besitzen. Auch Ali Kizilkaya vom Islamrat ist umtriebig, wortmächtig und weiß pointiert zu formulieren. Aber: Anders als der Zentralrat wird der Islamrat offen von einer Organisation dominiert, die zumindest derzeit noch in vielen Ländern (wenngleich mit immer schlechterem Gewissen) vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Das schränkt seine Möglichkeiten ein.

    Hat Mazyek die rauen Methoden der Ditib kopiert?

    Mazyek und die Seinen wissen natürlich um ihre Stärken. Aber erst seit dem Frontalangriff der Ditib sprechen sie offen darüber. So klagt Generalsekretärin Nurhan Soykan, es sei „nicht in Ordnung, dass wir für unsere gute Öffentlichkeitsarbeit gescholten werden“. Es sei ja nicht Schuld des Zentralrats, „wenn die Präsidenten manches anderen Verbands nicht der deutschen Sprache mächtig sind“. Damit bezog Soykan sich auf die staatstürkische Ditib. Ihr werden regelmäßig aus der Türkei importierte Theologen an die Spitze gesetzt – obgleich die weder von der deutschen Sprache noch von Deutschland viel Ahnung haben. Doch so scharf die Vorwürfe Soykans klangen – die vorhergehenden Angriffe der Ditib-Spitze waren nicht minder scharf.

    Sie hatte sich zuvor beschwert, der Zentralrat sei viel zu klein, um als Repräsentant der Muslime aufzutreten (weil dem Zentralrat etwa 300, der Ditib aber rund 900 Moscheegemeinden angehören sollen). Vor allem aber habe Mazyek die anderen Verbände ausgetrickst, um deren Teilnahme an öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen zu verhindern – und den Ruhm allein zu genießen. Das bestreitet der Angegriffene zwar, ist im Einzelnen aber schwer zu überprüfen.

    Gewichtiger ist aber ein anderer Einwand: Selbst wenn die Vorwürfe zuträfen, hätte Mazyek doch nur die Methoden der Ditib kopiert. Schließlich begann sie bereits vor Jahren, eigene Landesverbände zu gründen, allein Großveranstaltungen zu organisieren und zuletzt gar einen Wohlfahrtsverband aufzubauen – während die anderen Verbände noch inständig darum baten, diese Projekte gemeinsam voranzutreiben. Aber „nach geteilter Macht stand und steht den Entscheidungsträgern im Hintergrund, also in der türkischen Regierung, nicht der Sinn“, klagt der Funktionär eines anderen Verbands im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“.

    Gleichwohl erwiderte Mazyek die persönlichen Attacken nicht mit ebenso persönlichen Gegenangriffen. Stattdessen hob er den Streit nun auf eine inhaltliche Ebene: Die Ditib versuche damit von der anstehenden Richtungsentscheidung im deutschen Islam abzulenken, so Mazyek. Und die bestehe in den beiden Fragen, ob die „islamische Landschaft“ weiter in „ethnischer Fragmentierung“ verharren solle oder nicht, und ob sie finanziell vom Ausland abhängig sein solle oder nicht. Damit gemeint: Der Zentralrat plädiert dafür, dass deutsche Moscheegemeinden sich aus inländischen Quellen finanzieren, die staatstürkische Ditib dagegen will die Finanzierung aus dem Ausland offenhalten. Zudem warnt der Zentralrat davor, dass Muslime in Deutschland sich noch länger nach Herkunftsländern, also ethnisch organisierten. Und auch das hält die Ditib anders.

    Ein persönlich Attackierter, der nicht mit gleicher Münze zurückzahlt, sondern sachlich argumentiert – auch das klang wieder fast selbstlos. Aber das klang auch nur so. Tatsächlich schlug Mazyek mit dieser sachlich gehaltenen Antwort kräftig zurück. Denn: Welcher deutsche Landespolitiker könnte schon seinen Wählern erklären, warum er mit einer Religionsgemeinschaft kooperiert, die für ethnische Lagerbildung und die Abhängigkeit vom Ausland eintritt?

    http://www.welt.de/regionales/nrw/article138632950/Der-Traum-von-der-Einheit-der-Muslime-ist-geplatzt.html

  17. Mir geht es darum, Informationen zum Islam zu publizieren, ohne in irgendeiner Form bedroht oder unter Druck gesetzt zu werden. Schauen Sie sich einmal ein wenig um: Ayaan Hirsi Ali, Geert Wilders, Lars Hedegaard, Sabatina James, Udo Ulfkotte, Hamed Abdel-Samad und eine ganze Reihe von Ex-Muslimen: Alle leben unter Polizeischutz.

    Absolut korrekte und sehr gute Haltung!

    Passt zwischenzeitlich zwar nicht mehr auf jeden aber im Fall Ralph Berger passt sie absolut.

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