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Dänemark: Wahlsieg für Einwanderungskritiker

imageKopenhagen. Ganz ähnlich wie bei den letzten Wahlen in Großbritannien konnten linke Medien und ihre Wunschprognosen, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem linken und bürgerlichen/konservativen Lager bei der Parlamentswahl in Dänemark vorhersagten, einen klaren Sieg der wahren Dänen nicht verhindern. Vor 20 Jahren gründete sich die Dänische Volkspartei, DF, und wurde jahrelang als nicht „stubenrein“ behandelt. Nun ist DF unter dem smarten Kristian Thulesen Dahl (Foto) die zweitgrößte Partei Dänemarks und größte Partei innerhalb des bürgerlichen blauen Bündnisses, Blå Blok, der die Regierung stellen wird. Der Staatsminister-Kandidat Lars Løkke, Venstre, hat beträchtlich an Stimmen verloren und ist nur noch zweitgrößte Partei im „Blauen Block“. Er will schon heute erste Regierungs(vor)gespräche führen und außerdem vor allem mit der DF klären, ob sie in eine Regierung Løkke eintreten will.

(Von Alster)

DF war bisher noch nie an einer Regierung beteiligt. In der vorletzten Regierung unter Lars Løkke waren sie bedingte Mehrheitsbeschaffer. So konnten sie damals kurzzeitig Grenzkontrollen durchsetzen. Ihr ging und geht es um den größtmöglichen Einfluss. So hat der stellvertretende Fraktionsvorsitzende von DF, Søren Espersen, im DR-Fernsehen schon geäußert: „Zu den Forderungen, die DF nun mit Nachdruck durchsetzen will, gehören schärfere Grenzkontrollen“.

Insgesamt bekam das blaue Bündnis 51,9% der Stimmen und das rote Bündnis 48,1%. Durch die vier rot gewählten Mandate von den Färinseln und Grönland bekam der rote Block 89 Mandate, der blaue Block 90 Mandate. Das klingt sehr knapp, diese vier Mandate haben aber ob der 95 blauen und 90 roten Mandate in Dänemark keinen maßgeblichen Einfluss.

Die deutschen Medien reagierten erwartungsgemäß empört über den Erfolg der „rechtspopulistischen“ DF und zeigen damit ihr Unverständnis über eine ganz andere Debattenkultur in Dänemark. In Dänemark bedeutet Rechtspopulismus, dass man frei über den Islam, Muslime und Asylmissbrauch reden und schreiben kann. Für die Dänen sind die deutschen Medien der „Anständigkeitsraserei“ verfallen. Bis heute können sie nicht verstehen, wie unseriös man Sarrazin behandelt hat, obwohl er im Vorstand der Bundesbank war.

Vor ein paar Tagen schrieb die ZEIT von einem „Pöbelwahlkampf“ in Dänemark, heute polemisiert sie gar „das große Missverständnis“.

Dazu sagen die Dänen nur: Sage mir, was Du über die Dänen denkst, und ich sage Dir, wer Du bist.

Der dänische Historiker und Journalist Mikael Jalving sagte sinngemäß während der Wahlauszählung live im Wahlstudio von Jyllands-Posten, der Wahlsieg des „Blauen Blocks“ zeige, dass das Freiheitlich-Bürgerliche sich wie ein blaues Band in Europa fortsetze. Das verleitete zu einer kleinen Umdichtung vom Gedicht Eduard Mörike (1804-1875):

Sie ist`s
Freiheit läßt ihr blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll Europa
Menschen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Freiheitston!
Freiheit, ja du bist’s!
Dich haben wir vernommen!

Jalving sagte aber auch, dass die Dänische Volkspartei nun liefern muss, sie sei in der Verantwortung. Sie haben weniger EU und ein Stop des Asylmißbrauchs versprochen; das müssen sie jetzt einlösen.

Die Regierungsbildung wird spannend.