1

Die Deutsche Bank hat fertig

imageEinst war die Deutsche Bank wirklich eine deutsche Bank und mächtig noch dazu. Und sie hat für Deutschland gearbeitet. Wir konnten stolz auf sie sein. Ihr berühmter Vorstand, Hermann Josef Abs, verhandelte beispielsweise das Londoner Schuldenabkommen, das uns damals viel Geld eingespart hat. Alfred Herrhausen, auch er ein großer Mann, mußte sich von roten Verbrechern ermorden lassen. Danach begann der Abstieg. Erst der Kirch-Skandal und danach Skandale und Prozesse am laufenden Meter. Nicht zufällig hat das auch mit Chefs zu tun, die kein Wort Deutsch sprechen, und das Hauptgeschäft ins ausländische Investmentbanking verlegt haben. Der neue Chef ist schon wieder ein angelsächsischer Investmentbanker!

Denn jetzt taumelt die Bank in die nächste Krise. Anshu Jain und Jürgen Fitschen haben dem Aufsichtsrat an diesem Sonntag ihren Rücktritt angeboten – und das Gremium hat das Rücktrittsgesuch angenommen. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat auch schon einen Nachfolger für den Spitzenposten des Hauses benannt: John Cryan, der bis 2011 Finanzvorstand der Schweizer UBS war. Anshu Jain wird schon Ende Juni sein Amt niederlegen und bis Januar 2016 als Berater bei der Deutschen Bank bleiben, teilte die Deutsche Bank mit. Jürgen Fitschen dagegen bleibt noch bis zur nächsten Jahreshauptversammlung im Mai 2016 im Amt. Die Deutsche Bank wird also zunächst weiterhin von einer Doppelspitze geführt; ab 1. Juli 2015 regiert Fitschen gemeinsam mit Cryan, „um einen geregelten Übergang sicherzustellen“, wie die Bank mitteilt.

Ab Mai 2016 soll Cryan dann die Deutsche Bank als alleiniger Vorstandsvorsitzender führen. Von 2008 bis 2011 war der Brite Finanzchef der Schweizer Bank UBS, danach Europa-Chef des milliardenschweren singapurianschen Staatsfonds Temasek. Beim britischen Hedgefonds Man Group ist er Aufsichtsrat. Ein Banker – aber ohne Verbindung zu Deutschland. Das ist die Botschaft. Es ist eine Verschärfung der Krise; hier kommt einer, der eben schnell zur Hand ist. Eine Zukunftsbotschaft ist damit nicht verbunden. Cryan wird, so viel kann prophezeit werden, die Deutsche Bank weiter auf Schrumpfkurs bringen, um unter dem Radar der öffentlichen Aufmerksamkeit zu retten, was noch zu retten ist. Wesentliche Funktionen werden jetzt ohne Frage nach London abwandern; wer sollte sich noch dagegen wehren wollen?

Wir haben dann bankmäßig in der Welt (außer Spenden an Griechenland & Co) nichts mehr zu melden. Und die linken Affen beim G7-Gipfel bekämpfen den Kapitalismus. Die restliche Welt freut sich, wenn wir weg vom Fenster sind! (Hier der Artikel von Roland Tichy, wo der obige Auszug herstammt.)