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NRW: Razzien bei IS-Terrorhelfern

razzien [1]Der Islamische Staat (IS) braucht viel Geld für den Terrorkrieg in Syrien, unter anderem auch für seine vielen Helden, die sich in die Luft sprengen („geglückte Märtyreroperation“) und deren Angehörige. Im letzten Jahr bekamen die Familien der Attentäter nur 10.000 Dollar, nun wird mehr bezahlt, da es die „höchste Stufe des Märtyrertums“ ist. Für ein zerstörtes israelisches Haus bekommt man bis zu 25.000 Dollar. Die zerstörten Häuser brachten im Gazastreifen ca. 5.000 Dollar für die Familien [2] ein, im Westjordanland fünf Mal so viel. Ibrahim Zanen von der Befreiungsarmee in Gaza erklärte: „Irak unterstützt den palästinensischen Aufstand mit allen Mitteln.“ Die Palästinenser konnten bisher 30 bis 35 Millionen Dollar „erwirtschaften“.

(Von Verena B., Bonn)

Zu den Geldbeschaffungsmaßahmen im Ausland gehören nicht nur die „Benefizveranstaltungen für Syrien“. So war im vergangenen Jahr im Raum Köln eine Gruppe festgenommen worden, die die Terrorgruppe mit Einbrüchen in Kirchen finanziert haben soll.

Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass die Terrororganisation im Ruhrgebiet mit Versicherungsbetrügereien unterstützt worden sein soll. Das Geld aus fingierten Autounfällen soll an den „Islamischen Staat“ geflossen sein.

Die BILD berichtet [3] über die Razzien bei den „Autobumsern für den Terror in Syrien“:

Zeitgleich um 8 Uhr klingelten die Terrorfahnder – mit Durchsuchungsbeschlüssen – an acht Wohnhäusern in Oberhausen und Mülheim. Der Verdacht: Islamisten finanzieren mit Versicherungsbetrug den Terrorkrieg in Syrien.

Nach BILD-Informationen gehören die radikalen Islamisten zu einer Gruppe, die über Monate Verkehrsunfälle provoziert haben soll. Mit dieser sogenannten „Autobumserei” wollten die Täter offensichtlich Versicherungssummen ergaunern.
Dieses Geld sollte dann genutzt werden, um die Kampfhandlungen der ISIS sowie Ausreisen nach Syrien zu unterstützen.

Gegen wie viele Personen ermittelt wird, wollte die Polizei noch nicht bekannt geben. Mehrere Verdächtige wurden aber von der Polizei mitgenommen und verhört.
Ins Visier der Fahnder geriet die Gruppe, weil Unfälle im Raum Mülheim und Oberhausen immer wieder nach dem gleichen Muster abliefen. Bei der Überprüfung der betroffenen Autofahrer entdeckten Ermittler dann, dass es sich um radikale Islamisten handelt.

Mit geschickten Ermittlungen fand der Staatsschutz in Essen heraus, dass es sich um ISIS-Unterstützter handelt, die aus dem Umfeld der bekannten „Lohberger Zelle” in Dinslaken stammen.

Und: Zwei bekannte Dschihadisten aus Dinslaken sind laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf unter den 24 Beschuldigten. Der Konvertit Philipp B. wurde als der für ISIS kämpfende Pizzabote bekannt. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hat er sich als Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, 20 Kurden in den Tod gerissen. Marcel L. war laut deutscher Nachrichtendienste Wachmann in Gefängnissen der ISIS.

Im Bericht der BILD-Zeitung wurde Bonn wieder einmal vergessen, denn auch hier erfolgte eine Hausdurchsuchung, wie der General-Anzeiger (GA) berichtete. Zu diesem Einsatz wollte sich der Sprecher der Essener Polizei jedoch auf Anfrage des GA nicht äußern. Zur Höhe der ergaunerten Summen und die Zahl der Unfälle wollte sich die Polizei ebenfalls nicht äußern. Nach GA-Informationen sollen es aber Dutzende gewesen sein. Aus Kreisen der Polizei hieß es gestern, dass möglicherweise nicht jeder Unfall der Versicherung gemeldet wurde, sondern im Einzelfall die in den Unfall verwickelten Personen direkt an den „Geschädigten“ gezahlt haben könnten. Es soll um Beträge von mehreren Hundert bis mehreren Tausend Euro gehen.

„In welcher Form der IS mit dem ergaunerten Geld unterstützt wird, wissen wir noch nicht“, so der Sprecher der Polizei. Aus Polizeikreisen heißt es, denkbar sei, dass das Geld sowohl für die Ausreise nach Syrien verwendet worden sein könnte, aber auch, um sich dem IS in den Bürgerkriegsgebieten andienen zu können. So müssten beispielsweise auch Selbstmordattentäter Geld bezahlen, wenn sie sich für den IS in die Luft sprengen wollten.

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