Gegen 15.30 Uhr zerreißt eine gewaltige Detonation die nachmittägliche Stille: Im Vorort Schönpriesen ist ein Munitionsdepot  explodiert. Die Druckwellen schleudern Eisenbahnwaggons durch die Luft, Fensterscheiben bersten, Häuser gehen in Flammen auf, mindestens zwei Dutzend Menschen werden getötet. Das Wasser im Feuerlöschteich färbt sich blutrot. Es beginnt eine Hatz auf Deutsche. Auch auf der Brücke über die Elbe tobt der Mob. Arbeiter der Firma Schicht AG, die nach Fabrikschluß zu ihren Wohnungen eilen, werden angegriffen, einige von ihnen erschlagen.

Herbert Schernstein, ein Altkommunist, der die Konzentrationslager Theresienstadt, Sachsenhausen und Ravensbrück überlebt hat, wird Zeuge des brutalen Geschehens: „Nach vier Uhr nachmittags trieben Angehörige der Svoboda-Garden (benannt nach dem tschechischen General und späteren Staatspräsidenten Ludvik Svoboda) alle Deutschen aus den umliegenden Häuserblöcken aus ihren Wohnungen und hetzten sie massenweise in die Elbe. Ich sah Frauen und Kinder in den Wellen verschwinden, auf der Ferdinandshöhe hatten Tschechen Maschinengewehrnester gegraben, aus denen sie auf die im Strom treibenden Menschen schossen.“ … (Fortsetzung JF! Aussig heißt heute Ústí nad Labem, ein paar Kilometer vor Dresden.)

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59 KOMMENTARE

  1. Interessiert mich persönlich eher weniger, was 1945 war, wenn gerade Europa und Deutschland den Bach runtergehen und unsere Zukunft auf dem Spiel steht. Lasst doch die Vergangenheit mal endlich ruhen.

  2. Tja, Polen und Tschechen haben (hatten) ja so eine spezielle Art mit ihren Feinden umzugehen. Meine Großeltern konnten ein Lied davon singen!

  3. Mir treibt es Tränen in die Augen. Ein paar Tage nach dem genannten Datum wurde mein Vater interniert und meine Mutter mit 3 kleinen ( 1 bis 5 J) Kindern aus der Wohnung verjagt und dann mit einem Viehwaggon erst in ein Lager und später 600 km fern der Heimat abgeladen. Das waren Vertriebene die unser Bundesgaukler mit den heutigen Schmarotzern vergleicht – eine Schande.

  4. #5 Eminenz (31. Jul 2015 20:10)
    Was hat denn DIESER Artikel hier zu suchen…?

    Relativ einfach:
    Durch die €-Krise darf man als Deutscher erfahren, was in den Köpfen unserer europäischen „Freunde“ über uns gedacht wurde und dass die Wahrscheinlichkeit nicht ganz auszuschliessen ist, dass in einigen Städten den Deutschen demnächst ähnliches wieder passieren wird, sobald die ausreichende Personalstärke erreicht ist.

  5. „#4 alte Frau   (31. Jul 2015 20:07)  
    Mir treibt es Tränen in die Augen. Ein paar Tage nach dem genannten Datum wurde mein Vater interniert und meine Mutter mit 3 kleinen ( 1 bis 5 J) Kindern aus der Wohnung verjagt und dann mit einem Viehwaggon erst in ein Lager und später 600 km fern der Heimat abgeladen. Das waren Vertriebene die unser Bundesgaukler mit den heutigen Schmarotzern vergleicht – eine Schande.“

    Was anderes, kann man von solchen
    Typen dieser Couleur kaum erwarten.
    Nicht zu vergessen, dass Gauck gerichtlich
    festgestellt, ein Begünstigter des DDR
    Regime war.
    Normalerweise, müsste der ganz wo anders
    sitzen, als im Schloss Bellevue.

  6. #1 Alex68 (31. Jul 2015 19:46)

    Interessiert mich persönlich eher weniger, was 1945 war, wenn gerade Europa und Deutschland den Bach runtergehen und unsere Zukunft auf dem Spiel steht. Lasst doch die Vergangenheit mal endlich ruhen.
    ,,,,,,,,,,,,,,,,
    Da freuen sich die Deutschenhasser aber, wenn sie deinen Beitrag lesen.

    Wenn du diese, unsere Geschichte kennen würdest, die keineswegs Vergangenheit ist, dann wüsstest du auch, warum „Deutschland den Bach runtergehen“ soll.

    Nicht erst seit 1945 sondern seit über 100 Jahren.

  7. „Lasst doch die Vergangenheit mal endlich ruhen“
    und
    „Was hat denn DIESER Artikel hier zu suchen…?“

    Ich bin aufrichtig entsetzt – alleine letztere Frage zeigt, wie wichtig es ist die Geschichte der Menschen, die vor uns gelebt haben, hier noch einmal zu proklamieren.
    (Da gibt es übrigens, werte Mitkommentatoren Alex68 und Eminenz, Zusammenhänge mit unseren Leben heute).

    Vollinhaltlich schließe ich mich dem Kommentator „lorbas“ an! …auch mein besonderer Dank für diesen Artikel; wer immer die Möglichkeit hat, Geschichte öffentlichkeitswirksam darstellen zu können – bitte, bitte nutzen!

  8. Die Deutschen sind immer die Bösen, deshalb sind wir auch bis heute von den Siegermächten besetzt.

    Dei „Bundesrepublik“ ist bis heute Besatzungszone, „Freiheit und Demokratie“ stehennur auf dem Papier, tatsächlich werden wir von den West-Besatzungsmächten regiert. Merkel&Co. sind nur Marionetten, die gefälligst so zu tanzen haben, wie es „die Sieger“ wollen.

    Stimmt nicht? Aha. WO „darf“ sich jeder deutsche Kanzler (oder Kanzlerin) als Erstes nach seiner Wahl höflich vorstellen und seine Order abholen? 1. Washington, 2. Paris, 3. London.

    JEDER neu gewählte deutsche Kanzler/in besucht nach der Wahl als Erstes DIESE Länder und nicht etwa die Nachbarn wie Dänemark, Österreich, Niederlande etc.

  9. Was will dieser Mensch namens Maas eigentlich sagen?

    „Wir brauchen Einwanderer“

    „Ohne Menschen aus anderen Ländern wird Deutschland nicht so stark bleiben, wie es ist, warnt Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) in einem Gastbeitrag. Er fordert deshalb: „Ganz gleich, aus welchen Gründen Menschen zu uns kommen und wie lange sie bleiben – wir müssen sie besser schützen.“
    usw. usw.

    http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Gastbeitrag-von-Bundesjustizminister-Heiko-Maas-zum-Thema-Zuwanderungsgesetz

  10. #10 loherian (31. Jul 2015 20:37)

    Vollinhaltlich schließe ich mich dem Kommentator „lorbas“ an! …auch mein besonderer Dank für diesen Artikel; wer immer die Möglichkeit hat, Geschichte öffentlichkeitswirksam darstellen zu können – bitte, bitte nutzen!

    Fremde kamen in das Haus meiner Großeltern und innerhalb von 30 Minuten mußten sie ihr Haus und Lebenswerk für immer verlassen. Mein Großvater hat das nicht verwunden und ist gestorben.

    (Da gibt es übrigens, werte Mitkommentatoren Alex68 und Eminenz, Zusammenhänge mit unseren Leben heute).

    Auch auf PI gilt für manche: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“

  11. #6 Das_Sanfte_Lamm (31. Jul 2015 20:20)
    #5 Eminenz (31. Jul 2015 20:10)
    Was hat denn DIESER Artikel hier zu suchen…?

    Relativ einfach:
    Durch die €-Krise darf man als Deutscher erfahren, was in den Köpfen unserer europäischen „Freunde“ über uns gedacht wurde und dass die Wahrscheinlichkeit nicht ganz auszuschliessen ist, dass in einigen Städten den Deutschen demnächst ähnliches wieder passieren wird, sobald die ausreichende Personalstärke erreicht ist.
    —————————————————–

    Genau! Die Jagd auf Deutsche ist in Europa noch nicht unbedingt vorbei! Im Gegenteil, die Zukunft wird’s zeigen. Und heute beteiligen sich auch unsere „DEUTSCHLAND- VERRECKE“- Eliten!

  12. Danke für diesen Beitrag!
    Es wäre schön, wenn endlich die Geschichte einmal geradegebogen würde, denn

    #1 Alex68 (31. Jul 2015 19:46)

    Interessiert mich persönlich eher weniger, was 1945 war, wenn gerade Europa und Deutschland den Bach runtergehen und unsere Zukunft auf dem Spiel steht. Lasst doch die Vergangenheit mal endlich ruhen.

    genau dieses Desinteresse an den wirklichen Geschehnissen und das damit verbundene Erpressungspotential ist der Grund, weshalb unser Land derzeit den Bach herunter geht.

  13. #6 Eminenz (31. Jul 2015 20:10)

    Was hat denn DIESER Artikel hier zu suchen…?

    Stell Dir vor, Du wirst von den Zugewanderten aus der Wohnung gejagt, die Frauen werden vergewaltigt und der Rest der Familie wird umgebracht.
    Und in 70 Jahren sagt dann jemand zu Dir, daß Du ja selber schuld warst, hättest Dich ja gegen die Merkel-Regierung wehren können!

  14. Das was 1945 passierte wird heute genutzt und instrumentalisiert um die Pro Asyl Agenda durchzudrücken.
    Ein Beispiel (von vielen)

    b> Die Verarsche Heidelberger Bürger geht weiter
    Veranstaltungsreihe:
    „Flucht hat viele Gesichter“
    15.8.15
    Flucht 1945 (von Dresden nach Heidelberg)
    Referenten:: Karl und Hellmuth Bellm

    12.11.15
    Von Cremano (Oberitalien) nach Heidelberg
    Referent: Herr Corbari ( Gastarbeiter)

    29.12.15
    Von Albanien nach Heidelberg (: Familie Berashi )
    Referenten : Ulrike Dachrow
    arbeitskreis-asyl@t-online.de

    12.5.16
    Modelle der Nachbarschaftshilfe
    Ehemalige OB WEBER
    obhd@heidelberg.de
    Tobias Theis (Grüne)
    https://de-de.facebook.com/Gruene.Heidelberg/posts/1090233944354936
    Dieser Arne Zillmer Verschnitt hat ja ein seltsames Demokratieverständnis.
    Ist zwar etwas älter aber schaut selbst

    Pfarrer in Rente Ekkehard ( ST. Thomas, HD-Rohrbach)
    Beginn: 19 Uhr
    Veranstaltungsort: Altes Rathaus
    Rathausstraße 43
    69126 Heidelberg.- Rohrbach
    Veranstalter: „Der Punker“ und der Stadtteilverein Rohrbach

  15. #14 Ostmark (31. Jul 2015 20:37)

    Die Deutschen sind immer die Bösen,

    Gemäss:
    http://www.blick.ch/news/schweiz/auslaender-statistik-angolaner-sind-die-top-kriminellen-in-der-schweiz-id58723.html
    sieht man ganz klar, dass die Deutschen die anständigsten sind. Sogar noch anständiger als wir Schweizer! Ihr seid also nicht die Bösen!

    Die Zahlen basieren auf die Kriminalitätsstatistik 2009 (Anzahl Strafanzeigen). Unter Angolaner, die in der Schweiz wohnen, ist die Kriminalitätsrate demzufolge 6,3 Mal höher als unter Schweizern (Rate 1). Verglichen wurden nur die Strafanzeigen von 18 bis 34 Jahre alten Männern.

    1. Angola 6.3
    2. Nigeria 6.2
    3. Algerien 6.0
    4. Côte d’Ivoire 5.9
    5. DomRep 5.8
    6. Sri Lanka 4.7
    7. Kongo (Kinshasa) 4.7
    8. Kamerun 4.4
    9. Marikko 4.3
    10. Tunesien 4.2
    11. Irak 3.7
    12. Kolumbien 3.2
    13. Türkei 3.2
    14. Serbien, Mngr, Kosovo 3.1
    15. Brasilien 3.0
    16. Ägypten 2.7
    17. Kroatien 2.4
    18. Bosnien/Herzeg. 2.3
    19. Mazedonien 2.3
    20. Durchschnitt Ausländer 1.6
    21. Portugal 1.3
    22. Italien 1.2
    23. Schweiz 1.0
    24. Österreich 0.8
    25. Frankreich 0.7
    26. Deutschland 0.6

  16. Aussig, die Geburtsstadt meiner Mutter. Als kleines Kind ist sie damals von dort aus mit ihrer Mutter und ihrem Bruder nach Franken geflohen. Danke PI für den Artikel.

  17. sorry habe nicht soviel Zeit um das nicht zum Thema gehörende zu löschen.
    Ich denke ihr wisst worauf ich hinaus will.

  18. #14 Ostmark (31. Jul 2015 20:37)


    WO „darf“ sich jeder deutsche Kanzler (oder Kanzlerin) als Erstes nach seiner Wahl höflich vorstellen und seine Order abholen? 1. Washington, …

    Halt Stop. Die Zonenwachtel war vor ihrer Anstellung beim Personalgespräch!

  19. Wichtige Erinnerung! Solange man uns täglich unsere Schandtaten vorwirft, sollte man auch den Siegern den Spiegel vorhalten.

  20. Nur die Deutschen müssen kritisch mit Ihrer Vergangenheit umgehen, die Tschechen und Polen haben das nicht nötig. Und wer ein braver politisch korrekter Buntesbürger ist, nimmt solch schlimme Nazinamen wie Aussig, Breslau oder Königsberg bitte nicht in den Mund.

  21. Danke für diesen Artikel!

    Wir dürfen nie vergessen: Die Benes-Dekrete sind noch in kraft.

    In Tschechien werden Vergewaltiger, Mörder, Schänder und Enteigner als Helden gefeiert.

    Sudetendeutsche sind Freiwild. Rechtlose Parias.

    Es gibt Frauen, die mehrfach vergewaltigt sind, ihre Familie und ihr Eigentum verloren haben und vom tchechischen Staat nicht einen Euro an Entschädigung erhalten haben.

    Ein antideutscher Rassismus, der ohne Vergleich ist.


    Wir Deutsche sind im Krieg mit den Tschechen, solange die Benes-Dekrete in Kraft sind!

  22. #1 Alex68 (31. Jul 2015 19:46)

    Interessiert mich persönlich eher weniger, was 1945 war

    Mich stören mehrere Dinge bei diesem Thema. Erstmal die Ignoranz, Gleichgültigkeit und Geschichtsvergessenheit selbst konservativer Bürger diesem Thema gegenüber.
    Dann die Argumentation, dass die Deutschen das ja nicht anders verdient hätten und die Vertreibung deshalb eine Art gerechte Strafe wäre. Dabei wird natürlich vollkommen ignoriert, dass diese Strafe nur einen geringen Teil (18 von 80 Millionen) der angeblich zu bestrafenden Täter traf.
    Und am allermeisten nervt mich, dass die Deutschen nun ihre eigenen durch fremde Mächte und fremde Bürger 40 Jahre lang im Kommunismus zerstörten Ländereien über die EU (Polen größtes Nehmerland) wiederaufbauen müssen. Aber nicht für sich, sondern für andere.

  23. Das War vor 70 Jahren. Leute es gibt in jedem Land Menschen, die nicht mit der Vergangenheit abschließen können. Ich habe bei den Tschechen sehr gute und nette Menschen kennengelernt. Ich glaube, wir haben in Europa alle zusammen andere Probleme.

  24. Man muss sich darüber im klaren sein, dass die Masse der Polen seit 1939 und die Masse der Tschechen gar schon seit 1938 fleißig mit den Deutschen kollaboriert hatte. Die tschechischen Arbeiter bauten in ihren Fabriken den Deutschen gar Panzer für den West- und dann für den Ostfeldzug. So kam es zwangsläufig so, dass die Polen und Tschechen sich, als die Russen kamen, besonders eifrig bei der Bekämpfung alles Deutschen zeigen mussten, um nicht selbst ins Fadenkreuz der Sowjets zu geraten.

  25. Aus Erzählungen weiß ich es gibt bestimmt noch mehr Gräueltaten.
    Vergewaltigungen waren oft noch das mildeste.

  26. Wenn ihr wirkliche Verfolgung spüren wollt. Ab 24 Uhr, gibt es den Hass Paragraphen. Das wird das Denunziatum wieder neue Urständ feiern lassen. Willkommen in der linken Gesinnungsjustiz, willkommen in der DDR 2.0 Überlegt zukünftig über was ihr euch, mit wem unterhaltet.

  27. Was viele West- und Ostdeutsche nicht wissen, ein Bekannter hat mir vor Jahren davon erzählt. Sehr viel Leid und Elend wurde den rumäniendeutschen Volksgruppen zugefügt. Diese rumäniendeutschen waren nun wirklich keine Nazis.
    Auszug aus WIKI:
    Das Verschleppen von rumäniendeutschen Volksgruppen wären und nach nach dem zweiten WK nach Russland.

    Sathmarer Schwaben

    Die Verschleppung von rund 5000 Sathmarer Schwaben im Nordwesten Rumäniens begann schon am 2. und 3. Januar 1945. Bei der Zwangsarbeit kamen bis 1948/49 fast 1000 Sathmarer ums Leben

    Siebenbürger Sachsen

    In Siebenbürgen wurden zwischen dem 11. und 16. Januar 30.336 Siebenbürger Sachsen verhaftet, also circa 15 Prozent bezogen auf die Volkszählung von 1941. Davon waren 46,4 Prozent Männer und 53,4 Frauen. Konnte das Soll nicht erfüllt werden, weil die Listen Personen umfassten, die abwesend waren oder sich versteckt hatten, wurden Männer und Frauen festgenommen, die älter oder jünger als das vorgesehene Alter waren. Dieses war bei 10 Prozent der Rekrutierten der Fall, die ältesten Verschleppten waren 55, die jüngsten 13 Jahre alt.[6]

    Etwa zwei oder drei Tage nach der Eintreibung fuhren die Transporte ab. Kleinere Gruppen mit deutschen Angehörigen der rumänischen Armee oder aufgestöberten Versteckten folgten im Februar nach. Die in Târgu Jiu inhaftierten arbeitsfähigen Funktionäre der „Deutschen Volksgruppe“ wurden am 11. Januar abtransportiert. In Viehwaggons, in die man jeweils 40 bis 70 Männer und Frauen zusammenpferchte, dauerte die Fahrt bei eisiger Kälte, primitivsten hygienischen Verhältnissen und notdürftiger Versorgung bis zu den Bestimmungsorten mehrere Wochen. Für neun von zehn Deportierten endete der zweiwöchige Transport im Donezbecken und im Dongebiet in der Ukraine in den Bezirken Dnipropetrowsk, Stalino sowie Woroschilowgrad. Die übrigen waren sechs Wochen unterwegs und wurden in den Bezirk Molotow im Ural verbracht. Die Deportierten wurden hier in 85 Lager verteilt, die allerdings häufig nicht darauf vorbereitet waren, die Verschleppten menschenwürdig aufzunehmen. Dort arbeitete jeder Dritte im Bergbau, jeder Vierte im Bauwesen, die übrigen in der Industrie, Landwirtschaft oder Lagerverwaltung. Die wenigsten erhielten Arbeit in ihren Berufen zugeteilt. Infolge der schlechten Unterbringung und unhygienischer Bedingungen, der schlechten medizinischen Betreuung, der dürftigen Ernährung, der schweren Arbeitsbedingungen und Unfälle gab es viele Kranke und Tote.[6] Die Kommunikation mit den Daheimgebliebenen war im Allgemeinen auf ein Minimum begrenzt, die Deportierten durften lediglich 25 Worte nach vorgeschriebenem Muster an ihre Verwandten schreiben.[7]

    Bald schon wurden die ersten Kranken und Arbeitsunfähigen entlassen, wobei sich die Entscheidungsträger über Verbleib oder Entlassung allein vom Arbeitswert der Internierten leiten ließen. Schon im Herbst 1945 wurden 3548 und im Folgejahr 1546 Personen über Frankfurt an der Oder in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) entlassen, sowie 861 Personen nach Rumänien; 1947 wurden 2950 Personen in die SBZ entlassen und 402 nach Rumänien. Ab 1948 verbesserten sich die Lebensbedingungen, so dass die Zahl der Kranken und Toten stark zurückging. Erst ab diesem Jahr wurden auch gesunde Arbeitskräfte (insgesamt etwa 49 Prozent) entlassen, und zwar ausschließlich nach Rumänien. Ab Oktober 1949 wurden die Arbeitslager in der Sowjetunion aufgelöst.

    8486 Verschleppte, das letzte Drittel, kehrte daraufhin nach Siebenbürgen zurück. Aus der Sowjetzone Deutschlands kehrten etwa 50 Prozent heim. Die übrigen gelangten meistens nach Westdeutschland, während 182 Personen in der späteren Deutschen Demokratischen Republik verblieben. Lediglich eine kleine Gruppe von 202 Personen wurde erst 1950 bis 1952 nach Hause entlassen. Sieben Siebenbürger Sachsen verblieben in der Sowjetunion.

    3076 Personen, also knapp 12 Prozent der Deportierten, verloren während der Deportation in der Sowjetunion ihr Leben. 1947 war die Todesrate am höchsten. Das Verhältnis von Männern zu Frauen unter den Todesopfern lag bei drei zu eins.[11]
    Stalino (heute Donezk), 1946
    Banater Schwaben

    Circa 33.000 Banater Schwaben wurden zwischen dem 14. und 16. Januar 1945 ausgehoben.[14] In den Städten wurden die Betroffenen durch gemischte rumänisch-sowjetische Militärpatrouillen aus ihren Häusern geholt. In den Dörfern fanden sich die Betroffenen nach Aufforderung durch Gendarmen und Gemeindedienern in den Schulen ein, von wo aus sie in Sammelstellen gebracht wurden, um anschließend mit Zügen nach Temeswar transportiert zu werden.

    Aus Temeswar gingen die ersten Transporte ab dem 18. Januar 1945 in Richtung Ostgrenze. Es folgten wochenlange Transporte in Viehwaggons in die sowjetischen Kohle- und Industriereviere, wo die Deportierten an sieben Tagen in der Woche täglich 12 Stunden bei unzureichender Hygiene und Ernährung Zwangsarbeit leisten mussten. Um die 5000 Personen, etwa 15 Prozent der Betroffenen, überlebten nicht.

    Und zuletzt noch ein Video
    https://www.youtube.com/watch?v=GQ9FxOWD8As

  28. WO „darf“ sich jeder deutsche Kanzler (oder Kanzlerin) als Erstes nach seiner Wahl höflich vorstellen und seine Order abholen? 1. Washington, 2. Paris, 3. London.

    Bevor hier auf PI wieder der Antiamerikanismus um sich schlägt möchte ich nur daran erinnern, dass es George W. Bush war, der die Vertreibung der Deutschen „die größte kulturelle Ausrottung der Weltgeschichte“ nannte. So eine Aussage wird es von einem russischen Präsidenten sicher niemals geben. Erst recht nicht von einem Gauckler oder Hosenanzug!

  29. #34 Mr. Schiefer (31. Jul 2015 22:43)

    Das War vor 70 Jahren. Leute es gibt in jedem Land Menschen, die nicht mit der Vergangenheit abschließen können.
    ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,
    Abschließen?

    Was abschließen und wie abschließen?

    Mein Mann wurde mit seiner Mutter und seinen Geschwistern fast zu mitternächtlicher Stunde in Oberschlesien von Polen nach dem Krieg! aus dem Hause getrieben und in Lager gejagt.
    [Über die grausamen Lager der Polen und Tschechen kann sich jeder informieren.]
    Den Vater hatten schon die Russen auf Nimmerwiedersehen mitgenommen.
    Später wurden sie alle in Güterwaggons verladen und in Mitteldeutschland abgekippt.
    Und – es gab KEINE Eimer für die Notdurft, nur ein Loch im Boden!

    Schon vorher gab es die Befehle, dass kein Haus abgeschlossen werden durfte und der Schlüssel außen stecken musste!

    Was soll der abschließen?
    Dass er von allem, was er besaß, befreit wurde?
    Dass er statt in seiner Heimat auf dem eigenen Hof groß werden konnte, unter übelsten Bedingungen mit seiner Restfamilie dahinvegetieren musste?

    Mich dauert es manchmal, dass es im westlichen Deutschland keine Russen gab und keine mitsiegenden Polen oder Tschechen, die ihren Hassgefühlen freien Lauf lassen konnten.

    ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,
    ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,
    #39 spirdingsee (31. Jul 2015 23:19)

    .. dass es George W. Bush war, der die Vertreibung der Deutschen „die größte kulturelle Ausrottung der Weltgeschichte“ nannte.
    ,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,
    Geschenkt, diese Heuchelei, ausgerechnet von einem Bush, dessen afghanische und irakische Opfer uns hier als „Flüchtlinge“ heimsuchen.

  30. #35 Starost (31. Jul 2015 22:46)

    Exakt so ist es gewesen.

    Ich möchte auf diesen sehr guten Artikel der Jungen Freiheit über Preßburg verweisen https://jungefreiheit.de/kultur/sein-und-zeit/2015/pressburg-ist-eine-auszeichnung/

    Die Leute nennen es Bratislava, dabei lebte noch 1919 eine relative deutsche Mehrheit von 36% in dieser Stadt. 1890 waren es sogar knapp 60% Deutsche (Wikipedia). Aber es ist gewollt, dass der deutsche Name und die deutsche Vergangenheit dieser (deutschen) Stadt in Vergessenheit gerät.

  31. Danke, #39 spirdingsee – zu viele vergessen, wer uns gequält und wer uns als Brüder behandelt hat, jedenfalls für eine besiegte Nation. Mindestens ein Drittel der weißen Bevölkerung der USA sind ethnische Deutsche, und sie haben das nie vergessen, ganz im Gegenteil.

    Ich bin nicht gegen eine Annäherung an Russland, gerade im Rahmen einer Allianz gegen die islamische Aggression, allerdings nur unter besonderem Vorbehalt. Ja, wir sind ein von den USA besetztes Land. Und es geht uns verdammt gut dafür… Unter russischer „Führung“ wäre ich mir da nicht so sicher. Was uns fehlt ist das eigene Selbstbewusstsein.

    Die Amis spionieren, sie machen Weltpolitik? Gut, dann spionieren wir eben besser und machen selber welche. Wird nicht gemacht, nicht einmal gedacht. Stattdessen wird gejammert und von einem gütigen russischen Paternalismus geträumt. Ich bleibe Transatlantiker – und PI bleibt pro-amerikanisch.

    Sorry, Genossen.

  32. #29 gnef (31. Jul 2015 22:01)
    Wichtige Erinnerung! Solange man uns täglich unsere Schandtaten vorwirft, sollte man auch den Siegern den Spiegel vorhalten.

    #30 spirdingsee (31. Jul 2015 22:18)
    Nur die Deutschen müssen kritisch mit Ihrer Vergangenheit umgehen, die Tschechen und Polen haben das nicht nötig. Und wer ein braver politisch korrekter Buntesbürger ist, nimmt solch schlimme Nazinamen wie Aussig, Breslau oder Königsberg bitte nicht in den Mund.
    ——————————————————
    Vae victis! Vergangenheitsbewältigung betrifft ja nur die Kriegsverlierer! Bei den Gewinnern, wie in Russland, ist sie ja ausdrücklich verboten: Putin sorgte dafür, weil er sah wie sie DE zerstörte!

  33. #42 multikultur (31. Jul 2015 23:50)

    Ja, wir sind ein von den USA besetztes Land. Und es geht uns verdammt gut dafür… Unter russischer „Führung“ wäre ich mir da nicht so sicher. Was uns fehlt ist das eigene Selbstbewusstsein.
    —————————————————–

    So so, und wer ist für unseren gegenwärtigen INVASOREN-Schlamassel mitverantwortlich, wer befiehlt sie uns? Die USA! Es ist dieselbe anti-weiße rassistische Politik die Obama in den USA betreibt.

    Russland befiehlt uns nichts mehr, es besetzt DE nicht mehr – das endete 1989. Mit RU könnten wir eine Politik auf Augenhöhe betreiben wenn wir nicht Vasallen der USA wären – und DAS schon seit 70 Jahren! Stattdessen treiben wir RU jetzt langfristig in die Arme der Chinesen!

  34. #44 ridgleylisp

    Ich kann die Einwände durchaus verstehen. Aber man muss die Meinung der deutschen/weißen Minderheit in den USA von ihrer politischen Führung – einem illegalen kenianischen Dorfdepp – unterscheiden. Das ist ganz vergleichbar zu unserer derzeitigen Situation mit Grünen, Sozialisten und „Flüchtlingen“, die ja auch nicht die Meinung des Volkes transportieren.

    „Wir“ haben leider keinerlei militärische Strukturen, die sich ausserhalb der NATO/USA großartig bewegen könnten. Das ist der Verdienst der Abrüster und Sonnenblumen-auf-die-alte-Ente-Maler. Unsere gegenwärtige „Streitmacht“ sind die USA (und das ist zum Glück so gerade noch die stärkste auf der Welt). Mehr haben wir nicht.

    Die Politik „auf Augenhöhe“ muss von Russland umso mehr gefordert werden, als von den USA. Letztere haben uns verschont, auch von atomaren Waffen. Die Russen haben 50 Millionen Mann durch uns verloren, da ist eine gewisse Vorsicht nicht gänzlich unangebracht. Zumal sie nichts zu bieten haben als ein großes konventionelles Heer und das größte Atomwaffenarsenal der Welt.

    Ansonsten: nix. Weniger Einwohner als Bangladesch und eine Volkswirtschaft die kleiner ist als Apple und Facebook zusammen, Towaritsch…

  35. In der Tschechoslowakei muß es wirklich schlimm gewesen sein ein paar Wochen lang. Als die Amerikaner nicht mehr und die Russen noch nicht überall im Land standen.

    Da waren sadistische Horden unterwegs, Junge Junge…

    Teilweise in Anzug und Krawatte, die Tschechinnen geschminkt und mit schönen Kleidern. Haben willkürlich Leute an den Füßen kopfüber an Laternen gehängt, mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen und als „lebendige Fackeln“ angezündet!

    Und Vieles mehr…

  36. Zu dem Thema hatte ich einen „Gastbeitrag“ an PI geschickt, der leider nicht veröffentlicht wurde. Thema: Der Todesmarsch von Brünn / Brno.
    Hier ein kurzer Auszug:

    Brünn: Stadtrat entschuldigt sich für Todesmärsche
    Der Brünner Todesmarsch begann im Mai 1945 mit sogenannten „wilden Vertreibungen“ der deutschsprachigen Bevölkerung aus Mähren (südöstliches Tschechien) durch Tschechen. Nach offiziellen tschechischen Angaben kamen bei diesen spontanen Vertreibungen 27.000 Deutsche ums Leben, darunter hauptsächlich Frauen, Kinder und ältere Menschen. Diese Zahl entspricht der Hälfte der damaligen deutschen Bevölkerung Brünns.

    Die Stadt Brünn hat sich für die Vertreibung und Ermordung von Deutschen während des sogenannten „Brünner Todesmarsches“ entschuldigt. „Tausende Menschen“ seien „aufgrund des Prinzips der Kollektivschuld und ihrer Muttersprache genötigt worden, ihre Heimat zu verlassen“, heißt es in einer vom Stadtrat beschlossenen Deklaration.

    „Ohne Essen, ohne Wasser, ohne ärztliche Betreuung, ohne grundlegende hygienische Versorgung, ohne Rast“, seien etwa zwanzigtausend Deutsche ab dem 30. Mai 1945 in Richtung österreichischer Grenze getrieben worden. Augenzeugenberichten zufolge seien nicht nur viele Menschen unterwegs an „Erschöpfung und Epidemien“ gestorben, „manche“ seien auch „durch die bewaffnete Begleitung erschlagen oder erschossen“ worden.
    Durch die Deklaration will die Hauptstadt der Region Mähren „an die historischen Ereignisse der Jahre 1939 – 1945 erinnern und würdig das Andenken an alle Brünner Opfer ehren“. Brünns Oberbürgermeister Petr Vok?ál von der liberalen Partei Ano kommentierte die Deklaration mit den Worten: „Wir drücken den Wunsch aus, daß alles vergangene Unrecht vergeben werden kann und wir uns nicht mit der Vergangenheit belasten.“
    „Der Marsch war eine Reaktion auf die damalige Zeit, und wir sollten die nicht beurteilen“, sagte Stadtrat Martin ?íha (KS?M). Dagegen zeigte sich Oberbürgermeister Petr Vok?ál erleichtert: „Das ist zum ersten mal, daß der Stadtrat als höchstes Organ der Stadt sein Bedauern über den Todesmarsch ausgedrückt hat. Ich bin froh, daß das heute geklappt hat“.

    Es ist ein Anfang! Immerhin!
    http://www.welt.de/politik/ausland/article141273364/Erste-Stadt-entschuldigt-sich-fuer-Todesmaersche.html

  37. Aussig heißt heute Ústí nad Labem, ein paar Kilometer vor Dresden.

    Könnt Ihr auf PI es nicht wenigstens in dieser Hinsicht richtig schreiben.

    Aussig heißt nicht „heute“ Ústí nad Labem, sondern auf Tschechisch „Ústí nad Labem“ und zwar schon immer.

    Es gibt für viele Ortschaften, Flüsse usw. außerhalb der derzeitigen Deutschen Staatsgrenzen eine Vielzahl Deutschsprachiger Bezeichnungen. Umgekehrt gibt es auch für das jetzige Deutsche Staatsgebiet eine Vielzahl anderssprachiger Bezeichnungen.

    Man sagt im Polnischen z.B. „Dreszno“ und „Lipsk“ für Dresden und Leipzig („Dráž?any“ und „Lipsko“ auf Tschechisch). Alleine für Wien gibt es 4 mehr oder weniger verschiedene Namen (z.B. „Bécs“ auf Ungarisch) und ca. 10 verschiedene Schreibweisen. Die französischen Namen für das (geografische) Westdeutschland sind wahrscheinlich bekannt(er).

    Es sagt doch aber keiner unser sprachlichen Nachbarn ständig, daß z.B. „Aix-la-Chapelle“ das „heutige“ Aachen (auf Niederländisch „Aken“) sei. Oder heißt es im Englischen „Munic – the today München“ ?

    Und bei Mailand, Lissabon, Rom usw. stellen sogar wir Deutsche uns nicht so an; ich habe noch niemanden sagen hören, „früheres Lissabon oder heutiges Lisboa“.

    Aussig heißt auf Deutsch Aussig unabhängig davon, zu welchem Staat die Stadt gehört bzw. gehört hat. Ist eigentlich ganz einfach.

  38. #50 Kolozsvar

    Am „schönsten“ ist es, wenn in ein und demselben Artikel einerseits von Kaliningrad, aber andererseits eben nicht von Moskva, sondern von Moskau, von Sczczcezcszseczsin, aber nicht von Warszawa, sondern von Warschau, von Cheb, aber nicht von Praha, sondern von Prag die Rede ist.

  39. #38 spirdingsee

    Bevor hier auf PI wieder der Antiamerikanismus um sich schlägt möchte ich nur daran erinnern, dass es George W. Bush war, der die Vertreibung der Deutschen „die größte kulturelle Ausrottung der Weltgeschichte“ nannte. 

    Leider hinderte dies die USA nicht daran, bei der Potsdamer Konferenz die Verantwortung für genau diese Ausrottung zu übernehmen.
    ————————————————————————————————–
    #39 ossi46

    Mich dauert es manchmal, dass es im westlichen Deutschland keine Russen gab

    Und mich dauert manchmal dass es in Oberschlesien nicht schon wie in Westdeutschland während des ganzen Krieges pausenlose Terrorbombardements gegeben hat .

    Informiere dich doch bitte auch mal über die Begleitumstände des französischen Einmarsches in Baden-Württemberg im Frühjahr 1945, bevor du hier solches Zeug schreibst.

    Sicher war es am Ende desto schlimmer, je weiter man im Osten war. Aber vielleicht hat das ja auch mit den regional sehr unterschiedlichen Stimmenanteilen für die NSDAP zu tun bei den Reichstagswahlen im Jahre 1932/33? Karma is a bitch!

  40. Natürlich war es schlimm, was nach 1945 in der damaligen CSR geschah. Ähnlich war es damals in vielen anderen Ländern.
    Gab es aber vor 1945 nicht etwas, was ein Grund für diese Exzesse sein könnte?
    Das soll keine Rechtfertigung sein, aber wer damals nich gelebt hat und wer meint dass diese Exzesse ein Undank für die netten deutschen Besatzer war, der soll lieber schweigen oder objektiv berichten. Ich war damals Zeuge der verbrennung eines Deutschen in Prag und könnte dazu vieles sagen, aber ich tue es nicht, denn ich hatte damit genauso wenig zu tun, wie die heutige deutsche Generation mit der Ermordung meiner fast ganzen Familie hat. Diese gegenseitige vorwürfe sind sicher nicht hilfreich und lenken nur von Problemen, die für uns alle viel wichtiger sind.

  41. #54 havel (01. Aug 2015 11:42)

    Natürlich war es schlimm, was nach 1945 in der damaligen CSR geschah. Ähnlich war es damals in vielen anderen Ländern.
    Gab es aber vor 1945 nicht etwas, was ein Grund für diese Exzesse sein könnte?

    Ja. Da gab es etwas. Ich denke aber weniger an die Zeit der deutschen Besetzung der Rest-Tschechei (die meistens dazu herangezogen wird, um derlei Verbrechen zu „rechtfertigen“, was weder mit Moral noch mit dem Völkerrecht in Einklang zu bringen ist) als vielmehr an die Übergriffe, Unterdrückung und Benachteiligungen, die nach der künstlichen Errichtung der damals so genannten „Tschecho-Slovakei“ als willkürliches Kunstprodukt der Siegermächte des ersten Weltkrieges auf tschechischer Seite geschehen sind und die die Sudetendeutschen im Grunde überhaupt erst dazu veranlaßt haben, Anschluß ans damalige Deutsche Reich zu suchen. Derselbe Edvard Benesch, nach dessen Namen dem 1940 die rassistischen und berüchtigten „Dekrete“ benannt sind, befand sich auch vor 1938 schon in entsprechenden Machtpositionen als Außenminister (1918-35) sowie als Staatspräsident (1935-38, nach 1940 im Exil sowie nach 1945).

    Die Geschichte zeigt auch in Polen durchaus vergleichbare Zusammenhänge auf.

    Alles hat Gründe und Zusammenhänge – so auch dieses. Sie können Verbrechen nicht mit Verbrechen aufrechnen wollen – ganz gleich, wie dies im Einzelnen nun gewertet und historisch nachvollzogen werden mag. Wenn wir das eine eine Verbrechen nennen wollen, dann müssen wir, wenn wir ehrlich sein wollen, das andere auch so nennen. Die Saat für die antideutschen Pogrome um und nach 1945, die als „Rache“ für erlittenes Unbill unter deutscher Besetzung deklariert worden sind, ist letztlich genau hier zu suchen.

    An der kontinuierlichen Weigerung, dies anzuerkennen, scheitert – bis auf wenige sehr löbliche Ausnahmen – die gesamte Auseinandersetzung. Wirkliche Versöhnung kann es nur im Ergebnis einer echten Aufarbeitung geben, in der auch das vom eigenen Land begangene Unrecht bei den Wurzeln benannt, bereut und beseitigt wird. So lange dies nicht geschieht, wird das Ganze weiter vor sich hin schwelen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag, ganz unabhängig davon, welches so genannte „EU“-Gremium nun bestimmen wollen mag, daß die Geschichte „obsolet“ zu sein habe.

  42. #54 Havel

    Ich bin seit einiger Zeit sehr skeptisch bzgl. der offiziellen Information über die damalige Zeit und den „bösen“ Deutschen.

    Den ersten WK1 wollten die Britten (Vansittart), es kam Versaille und es kam die mit Völkerrechtsverletzungen (Polen!) gespickte Zwischenkriegszeit.

    Dann kam der WK2 und die nachweislichen Dokumente der Alliierten, die eben nicht nur Nazi-Deutschland vernichten wolten, sonder Deutschland insgesamt (vgl. Eugen Gerstenmaier). Siehe auch die zahlreichen Versuche Hitlers mit den Briten über einen Frieden zu reden und einen vollständigen Rückzug anzubieten.

    Auschwitz ist letztlich auch ein Ergebnis der Eskalation, auch von den Alliierten mit zu verantworten und vergessen wir dabei auch nicht die jüdischen Aktionen aus Amerika.
    Das Kapitel ist leider bis heute nur wenig betrachtet worden, weil das für Historiker, besonders für deutsche, EDEKA bedeutet.

    Relativierend ist das nicht, das sind die Fakten. Und vergessen wir nicht, dass nach Kriegsende bis Ende 1946 noch rund 2.5 Mill. deutscher Zivilisten getötet wurden.

    Und noch eines zu den Tschechen. Da ist erst vor wenigen Jahren eine Benes-Statue eingeweiht worden, dies nach dem EU-Beitritt.

    Das passt leider überhaupt nicht in das Bild, was uns die Offiziellen von Tschechien vermitteln wollen.

    Nehmen wir es wie es ist, wir Deutschen haben ausreichend Feinde im Ausland und im Inland.

    Bei uns sind es die diversen kommunistischen Fraktionen, welche es immer noch nicht verwunden haben das Deutschland noch nicht kommunistisch geworden ist.

    Im Ausland sind es die Neider und die, die sich für die besseren und „demokratischen“ Menschen sehen.

  43. #50 Kolozsvar (01. Aug 2015 09:12)

    Und bei Mailand, Lissabon, Rom usw. stellen sogar wir Deutsche uns nicht so an; ich habe noch niemanden sagen hören, „früheres Lissabon oder heutiges Lisboa“.

    Aussig heißt auf Deutsch Aussig unabhängig davon, zu welchem Staat die Stadt gehört bzw. gehört hat. Ist eigentlich ganz einfach.

    Hier merkt man, dass die jahrzehntelange Propaganda ausgezeichnet gewirkt hat. Es geht darum, dass Orte mit deutscher Vergangenheit absichtlich nur mit dem ausländischen Namen erwähnt werden. Mailand, Rom, Warschau etc. betrifft das ja auch nicht. Da spricht das Zweite Deutsche (Lügen-)Fernsehen z B. gerne vom „Kalinigrader Gebiet“ anstatt einfach Ostpreußen zu sagen. In Cottbus gibt es eine Zielona-Gora-Strasse anstatt einer Grünberg-in-Schlesien-Strasse. Wenn man einen Atlas neuerer Art aufschlägt oder bei Google Maps guckt, dann sind (so gut wie) alle ehemals deutschen Ortsnamen bereits durch die neuen Namen ersetzt worden. Diese „neuen“ Namen sind nur in Ausnahmefällen historisch wie Wroclaw und Usti nad Labem, oder direkte Übersetzungen wie Zielona Gora und Jelena Gora (Hirschberg). Die meisten sind hässliche Phantasienamen, die man in aller Eile kreiert hat. Meine Favoriten: Choszczno für Arnswalde, Pelczyce für Bernsteinchen und Kostrzyn für Küstrin

  44. #50 Kolozsvar (01. Aug 2015 09:12)

    Und bei Mailand, Lissabon, Rom usw. stellen sogar wir Deutsche uns nicht so an; ich habe noch niemanden sagen hören, „früheres Lissabon oder heutiges Lisboa“.

    Aussig heißt auf Deutsch Aussig unabhängig davon, zu welchem Staat die Stadt gehört bzw. gehört hat. Ist eigentlich ganz einfach.

    Hier merkt man, dass die jahrzehntelange Propaganda ausgezeichnet gewirkt hat. Es geht darum, dass Orte mit deutscher Vergangenheit absichtlich nur mit dem ausländischen Namen erwähnt werden. Mailand, Rom, Warschau etc. betrifft das ja auch nicht. Da spricht das Zweite Deutsche (Lügen-)Fernsehen z B. gerne vom „Kalinigrader Gebiet“ anstatt einfach Ostpreußen zu sagen. In Cottbus gibt es eine Zielona-Gora-Strasse anstatt einer Grünberg-in-Schlesien-Strasse. Wenn man einen Atlas neuerer Art aufschlägt oder bei Google Maps guckt, dann sind (so gut wie) alle ehemals deutschen Ortsnamen bereits durch die neuen Namen ersetzt worden. Diese „neuen“ Namen sind nur in Ausnahmefällen historisch wie Wroclaw und Usti nad Labem, oder direkte Übersetzungen wie Zielona Gora und Jelena Gora (Hirschberg). Die meisten sind hässliche Phantasienamen, die man in aller Eile kreiert hat. Meine Favoriten: Choszczno für Arnswalde, Pelczyce für Bernsteinchen und Kostrzyn für Küstrin

  45. Im Zweiten Weltkrieg geschah so viel Grausames. Ich denke, wir sollten das Kapitel beenden. Man darf nie vergessen, dass die heutigen Deutschen wie auch die heutigen Tschechen, Polen usw. nichts mit den Verbrechen von damals zu tun haben.

  46. #kewil

    Es ist an der Zeit, auch mal einen Artikel über die Gastarbeiter nach 1933 zu schreiben.
    Und da meine ich nicht die Zwangsarbeiter, sondern die 100.000en, die freiwillig nach Deutschland kamen.
    Viele von ihnen oder ihre Nachkommen forderten nachträglich eine Rente von Deutschland, weil diese Zeiten in ihren Ländern nicht anerkannt wurden und begründeten dies mit Zwangsarbeit, was jedoch absoluter Quatsch war.
    Mein Schwiegervater erzählte mir von den ausländischen Kollegen, die hier in extra für sie errichteten Unterkünften wohnten, die einen guten Lohn bekamen und sich frei bewegen konnten.
    Es gibt noch viel aufzuarbeiten, aber eines Tages werden auch wir wieder aufrecht gehen können.

  47. @ #52 Starost

    @ #58 59 Spirdingsee [?niardwy]
    😉

    Das mit den Ortsnamen in verschiedenen Sprachen ist ein wenig komplexer.

    Die deutsche Engstirnigkeit in diesem Punkt dürfte jenen, die wie ich das zweifelhafte ‚Vergnügen‘ hatten, ihre ersten Lebensjahre in der SBZ zu verbringen, allzu bekannt vorkommen. Aber die (alte) BRD hat schon immer mit 20 Jahren Verzögerung das gemacht, was die SBZ ihr vorgemacht hat… Geradezu grotesk wird es, wenn auf Lügenpedia selbst die bekanntesten deutschen Namen für Berge usw. konsequent nur in den nichtdeutschen Formen (z.B. der Spirdingsee) gelistet werden; dieses erfolgt natürlich in der Absicht, die deutsche Vergangenheit ebenso konsequent zu leugnen. Wie es schon in „1984“ nachzulesen ist: „Ozeanien hat noch nie mit Eurasien Krieg geführt; das war schon immer so“ – das Ministerium für Wahrheit (auf Neusprech „Miniwahr“) und bei uns die Lügenmedien und Lügenpedia sorgen dafür, daß alles geschieht, daß das auch so ankommt.

    Hinzu kommt, daß unsere sprachlichen Nachbarn damit teilweise auffallend und sehr wohltuend entspannt umgehen. Und zwar nicht nur in Hinblick auf eigene Verluste (z.B. Polen in Wilna und Lemberg und Ungarn allgemein), sondern auch im persönlichen Umgang mit ihren deutschen Nachbarn. Man ist sich da durchaus des deutschen Erbes bewußt(er) und nutzt die althergebrachten deutschen Namen.

    Auch die anderssprachigen Wekipedias – vor allem die ungarische – sind da viel selbstbewußter in Bezug auf das eigene nationale und historische Erbe. In der unagrischen Wekipedia werden alle – selbst die kleinesten – Orte, die bis 1918/19 zu Ungarn gehört haben, ebenso konsequent nur in Ungarisch gelistet / verschlagwortet (mit Hinweis auf anderssprachige Varianten und die Bevölkerungsverhältnisse). Das kann man sich für uns nur wünschen.

    Bei dem polnischen „Kostrzyn“ für „Küstrin“ handelt es ich aber nach meinen Kenntnisstand um eine alte polnische Namensform; wie auch „Szczecin“ usw. Für fast alle großen und auch mittelgroßen Orte östlich der Oder-Neiße – Linie und auch westlich davon gibt slawische alte überlieferte (polnische, tschechische und natürlich sorbische) Namen. Das resultiert aus der einmal bis zur Elbe-Saale – Linie (und teilweise noch darüber hinaus) reichenden slawischen Besiedlung der zuvor von den (Ost) Germanen aufgegebenen Siedlungsräume.

    Die tschechischen Namen für das ganze derzeitige tschechische Staatsgebiet (und die weiteren Nachbargebiete) waren schon vor 1918 komplett vorhanden.

    Östlich der Oder-Neiße – Linie wurden aber gerade für kleine Ortschaften nach 1945 die Ortsnamen neu kreiert, sofern man nicht auf alte überlieferte slawische Namen zurückgreifen konnte. Oft wurde dann schlicht übersetzt oder ähnlich klingend ins Polnische übertragen. Hinzu kommt, daß – bis weit ins mecklenburgische hinein – die Namensursprünge auch im Deutschen erkennbar slawisch waren (und sind).

    Etwas Anderes war aber die Umbenennung altslawischer Namen, weil sie zu Deutsch in ihrem Ursprung klangen; z.B.

    – Deutsch -> slawisch -> Kunstname nach 1918/1945

    – Braunsberg -> Brunsberga -> Braniewo
    – Rastenburg -> Rastembork -> K?trzyn
    – Preßburg -> Prešpork -> Bratislava
    – Falkenau -> Falknov -> Sokolov
    – Deutsch Brod -> N?mecký Brod -> Havlí?k?v Brod

    Fairerweise muß man aber an dieser Stelle darauf hinweisen, daß es das auch in Deutschland ab 1871 gab. Das bekannteste Beispiel ist sicher „Hindenburg in Oberschlesien“ („Zarbze“) (ab 1916) oder auch „Hohensalza“ („Inowraclaw“ / „Inowroc?aw“) (ab 1904) in Posen. 1938 gab es dann in Ost- und Westpreußen sowie Schlesien umfangreichere Umbenennungen von Ortsnamen vor allem kleinerer Orte, deren slawischer bzw. litauischer Ursprung zu offensichtlich war.

  48. #56 Antidote (01. Aug 2015 12:30)

    Relativierend ist das nicht, das sind die Fakten. Und vergessen wir nicht, dass nach Kriegsende bis Ende 1946 noch rund 2.5 Mill. deutscher Zivilisten getötet wurden.

    Ist das Stigma einer vorgeblichen Verharmlosung der Dinge, weil man sie „relativiere“, nicht auch so ein unsägliches und sachlich unwahres Ergebnis einer Art von „quasi-verordneter“ Gehirnwäsche, mit der die historische Betrachtung der Dinge seit Jahrzehnten überlagert und überfrachtet worden ist?

    „Relativieren“ heißt letztlich – lediglich – „in Beziehung sehen“ oder „in Zusammenhängen darstellen oder erklären“. Historische Forschung macht im Grunde nichts anderes, wenn sie seriös ist. Alles, was wir in der Geschichte sehen, ist immer auch eine Geschichte von Zusammenhängen, ohne die Geschichte nun einmal nicht erklärbar ist – es sei denn, wir hätten ein Interesse an ihrer einseitigen (ergo beziehungslosen, aus Zusammenhängen und damit Relationen herausgerissenen) Darstellung.

    Wer ein solches Interesse hat, erkennen wir leicht, und zwar immer an dem, der einseitige Schuldzuweisungen zum Dogma erklärt, mit denen (leider mit Erfolg) historische Gegebenheiten in schwarz-weißen Denkschablonen „passend“ gepreßt werden. Die ganze Debatte ist im Grunde davon betroffen, mit Denkverboten versehen und entsprechend vergiftet.

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