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Maischberger lädt Frauke Petry wieder aus

imageIn der ersten Maischberger-Sendung nach der Sommerpause am morgigen Dienstag um 22.45 Uhr hätte es eigentlich richtig spannend werden können: ein brisantes Thema („Flüchtlingskrise: Politiker ratlos, Gesellschaft gespalten“) und eine für ARD-Verhältnisse recht ausgewogene Gästeaufstellung. Denn neben den staatlich gehätschelten Asyl-Lobbyisten Til Schweiger und Anja Reschke und einem Vorzeige-Asylanten war auch die neue AfD-Vorsitzende Frauke Petry eingeladen. Doch dazu kommt es jetzt nicht. Das Maischberger-Team entschied sich am Sonntag, die neue AfD-Vorsitzende kurzerhand wieder auszuladen.

Auf der Facebook-Seite von Petry heißt es dazu:

Man kann über die Gründe nur spekulieren, obwohl einige davon natürlich auf der Hand liegen. Möchte man nur ein „bestimmtes“ Bild für die Öffentlichkeit darstellen? Nach dem Motto: Alles ist gut!? Oder haben die Altparteien, die den Fernsehrat dominieren um z. B. die „objektiven Berichterstattungen“ zu garantieren, interveniert? Wie auch immer: Deutliche Kritik ist offensichtlich nicht erwünscht und diese Kritiker versucht man, kalt zu stellen… Aber wir werden nicht still sein! Wir bleiben dran!

Petry war vor knapp einem Jahr schon mal zu Gast bei Maischberger zum fast gleichen Thema („Angst vor Flüchtlingen – Falsche Panik oder echtes Problem?“). Damals hatte sie vor allem den „Humanisten“ Heiner Geißler argumentativ sehr alt aussehen lassen (Video hier).

Von der Maischberger-Redaktion ist zu der Ausladung bis zur Stunde keine Stellungnahme bekannt. Auch in einer aktualisierten ARD-Pressemitteilung vom 17.8., 12.01 Uhr, wird der Skandal mit keiner Silbe erwähnt. In einem Interview mit dem Tagesspiegel hatte Sandra Maischberger noch vor kurzem geäußert: „Die Talkshow ist ein sehr demokratisches Medium“.

Kontakt:

» Email: menschenbeimaischberger@wdr.de
» Pressekontakt: Agnes Toellner, Das Erste, Tel: 089/5900 23876.


Update: Auf der Maischberger-Homepage hat sich nun doch ein Mitglied der Zuschauerredaktion erbarmt, etwas zu der Petry-Ausladung zu schreiben. Wie nicht anders zu vermuten, wird die Entscheidung darin als „ganz normaler Redaktionsalltag“ verharmlost.

Wir hatten Frauke Petry bereits zum Themenkomplex zu Gast (am 25.11.2014 unter der Überschrift „Angst vor Flüchtlingen: Falsche Panik oder echtes Problem?“) und wir können uns sehr gut vorstellen, sie wieder einmal einzuladen.

Wie bei jeder Sendung mit einem derart aktuellen Thema veränderte sich auch bei dieser neuen Ausgabe unseres ARD-Talks die Gästerunde fast täglich – durch Zu- und Absagen potentieller Gesprächsgäste.

Im konkreten Fall gaben wir nun redaktionellerseits dem CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer den Vortritt vor Frau Petry, denn er gehört einer im Bundestag vertretenen Partei an, die überdies an der Regierung beteiligt ist. Seine Mitwirkung war bis zum Wochenende aufgrund unklarer Sitzungstermine strittig.

Sie sehen: keine Indoktrination, nirgends, sondern ganz normaler Redaktionsalltag.